180° Action Cam – Amköv AMK100S (Andoer Panorama) ab 89,90€

Ist es eine 360°-Kamera oder nicht, und darf man sie so nennen? Viele (chinesische) Shops tun es jedenfalls, und da man eine Aufnahme von 360° x 180° erhält, ist das wohl auch nicht ganz falsch. Trotzdem bekommt man mit Kameras mit einer Linse logischerweise keine vollständige Rundum-Aufnahme; wenn man eine solche 360° nennt, muss man hier von 180° sprechen, denn die Aufnahme entspricht einer Halbkugel.

Mit der Andoer Panorama haben wir eine weitere 180°-Action Cam bekommen, die sich bei genauerer Betrachtung aber als eine Kopie der Amkov AMK100S herausstellte. Wir haben trotzdem mal beide miteinander verglichen und ein Video-Review für euch erstellt.

Auf diese Review habe ich mich gefreut seitdem wir ein ähnliches Model einer 360° Kamera hier vorgestellt hatten. Jetzt haben wir ein Exemplar von Amköv da und sie auch schon fleißig getestet und ausprobiert, vielen Dank an Amköv für das Test-Exemplar. Eines dieser China-Gadgets mit vielen Höhen und Tiefen.

Youtube Video Preview

 

Technische Details

Modell Amkov  AMK100S
Chip Sunplus 6350
Speicher microSD-Karte bis 32 GB (nicht inklusive)
Class 10 oder höher
Display  0.96 Zoll LCD
Akku 1000mAh Li-po hält etwa 2 Stunden @ 1440p bei 30fps
Kamera  360° omnidirektionaler Winkel, 8MP
Video/Bild Decoderformat: H.264
Videoformat: MOV
Auflösung: 1440 x 1080,1920 x 1440
Video System: PAL
Video Output: HDMI
Bildformat : JPG
Funktionen WiFi Reichweite Reichweite 30m mit Image Transmission, Sync and Sharing , Loop-cycle Recording, Time Stamp
Größe und Gewicht 5,1 x 4,2 x 3,46 cm / 0,084 kg
Youtube Video Preview

>> Jetzt unseren YouTube-Channel abonnieren und keine Videos mehr verpassen!

Lieferumfang, erster Eindruck & Design

Verpackung und Design

Naiv wie ich nun mal bin, habe ich bei dem unscheinbaren Paket von Amköv (das offizielle Logo schreibt sich mit O-Umlaut, aber auf den meisten Shops wird es wegen der fehlenden Tastaturbelegung immer Amkov benannt) gedacht, „Oh super, noch eine Action Cam“, erst nach dem studieren der Anleitung ist mir aufgefallen, dass die große, klobige Linse für 360° Aufnahmen gedacht ist. Das schlichte, schwarze Design lässt es nicht vermuten.

Amkov Andoer
Gleiche Verpackung, gleiche Kamera – Die Andoer und die Amköv

Im allgemeinen sieht die Kamera sehr hochwertig aus und wird mit coolem Zubehör geliefert. Neben einem wasserfesten Case und diversen Mounts, gibt es eine Silikonhülle mit 9 Saugnäpfen daran, somit kann man die Cam super schnell irgendwo befestigen und schnell wieder abmontieren. Die Saugnäpfe halten bombenfest. Es liegt auch eine kleine Tasche dabei in die man die Cam einpacken kann.

amk100s zubehör
Mit coolem Zubehör

Die Amköv 100S hat drei Knöpfe an der Seite. Ein Power-Button, ein WiFi-Knopf und einen Auslöser. Mit diesen kann man sich durch das Menü und die Einstellungen durch klicken, das ist etwas tricky, aber man hat den Dreh irgendwann raus, denn es wird einem alles auf dem 0.96 Zoll LCD Display angezeigt. So ist man nicht immer von der Willkür seines Smartphones und der App abhängig. Ich fand das ein essentielles Feature.

amk100s (5)
0.96 Zoll LCD Display

Unter einer Abdeckung befindet sich ein Slot für microSD-Karten, ein miniHDMI-Ausgang und ein microUSB-Slot über den der Akku geladen wird und Daten ausgetauscht werden. Ich persönlich nutze dafür aber immer einen Adapter wie diesen, obwohl es eigentlich keinen Unterschied macht. Die Cam ist quasi auch ein teurer microSD Card Reader. 😉

amk100s (6)
Alle Slot sind unter einer Abdeckung versteckt

App

Natürlich möchte man das VR-Bild direkt sehen, deshalb ab in den App Store und SYMAX360 für Android oder iOS heruntergeladen. Die App ist intuitiv. Man drückt auf den WiFi-Knopf der Kamera, dann pairt man sein Smartphone mit dem Signal der Kamera und schon kann die App auf die Kamera zugreifen.

Screenshot_2016-04-25-21-09-21

Man kann jetzt schon im Bild am Handy herrlich herum wischen und sich im Bild umschauen. Man kann Einstellungen vornehmen, wie die Qualität der Video-Aufnahme und den Aufnahmemodus auswählen, oder Fotos schießen und auch ein Modus als Dash-Cam, bei der dann Loop-Aufnahmen gemacht werden, findet sich in der App. Eine 360° Dash-Cam ist tatsächlich eine tolle Idee, leider verfügt die Cam über keine Auto Turn OFF Funktion, daher ist sie als Dash-Cam nicht gerade die komfortabelste.

Screenshot_2016-04-25-21-08-13

Die App funktioniert mäßig, man kann zwar alle Funktionen ausführen und wenn die App läuft, läuft sie gut. Aber sie stürzt gerne mal ab, die erneute Verbindung geht dann oft nicht ohne mehrmaliges An- und Ausschalten des WiFi-Knopfes der Cam und die WiFi-Funktion der Kamera frisst unheimlich viel Energie. Also muss man flink sein, bei 3-4 Fehlversuchen kann es für eine Aufnahme auch schon zu spät sein, trotz voll aufgeladenen Akkus.

amk100s watercase
Mit wasserfestem Case

Ich hab die Cam in ihrem Case auch mal unter Wasser getaucht und die Signalstärke des WiFis ist schon bei einer simplen Badewannentiefe kaum mehr fassbar, auch die 30 Meter Reichweite scheinen mir eher nach einem Laborwert.

Aufnahmen

Daher ist es praktisch, dass die Cam über das kleine Display verfügt, um sich das Menü anzeigen zu lassen. Ein Vorschaubild braucht man eh kaum, da bei 360° omnidirektionaler Aufnahme ja eigentlich so gut wie immer alles im Bild ist und man braucht lediglich wissen, ob man gerade eine Videoaufnahme oder ein Fotoaufnahme tätigt und auch die Qualität lässt sich damit einstellen, so war ich sehr froh nicht auf die App angewiesen zu sein.

Schießt man ein Foto während man die App nutzt, sieht das dann so aus:

BildinBild
Bild in Bild 😉

Der extreme Fish-eye Look ist zwar cool, aber dann doch eher unpraktisch, aber Amköv legt die entsprechende unwrapping Software für Windows dabei. Hier kann man sich den SYMAX360 Video Converter herunterladen.

Software
SYMAX360 Video Converter

Ziemlich simpel, aber superleicht verständlich. Das .MOV-Videofile wird einfach per Drag and Drop in die Liste geworfen. Dann müsst ihr oben rechts bei ROTATION DEGREE einstellen, in welcher Position sich der Betrachter befindet oder soll, da gilt Probieren geht über Studieren und nach der Auswahl der Qualität lasst ihr das Video konvertieren. Je nach Länge des Videos und Prozessorleistung mag das einige Zeit dauern.

Die spart ihr dann aber mit dem praktischen YouTube-Button, der leitet euch direkt zum YouTube-Upload Fenster weiter und ohne großartiges, weiteres zu tun, ist das Video dann automatisch in der VR-View verfügbar und man kann sich umsehen. Hier ein kleines Test-Video für euch, ohne Bearbeitung so wie es das Programm gerendert hat:

Und von der gegenüberliegenden Rheinseite:

Es war sehr bewölkt und windig an dem Tag, aber so könnt ihr euch entspannt den Dom anschauen und musstet nicht frieren. Gern geschehen! 😉

Im Vergleich hat die Andoer Panorama einen wesentlich niedrigeren Dynamikumfang, der Himmel ist weiß und einzelne Wolken sind nicht zu erkennen:

Youtube Video Preview

Die Software funktioniert echt gut, ist simpel und auch für Laien ein Klacks. Ich hatte so eine Kamera auch zum ersten Mal in der Hand.

Natürlich muss man aber nicht immer alles mit der Weltöffentlichkeit teilen. Amköv stellt euch auch einen 360° Mediaplayer zur Verfügung. Kolor Eyes nennt es sich, ist auch gratis für Windows und Mac downloadbar und erfüllt seinen Zweck anstandslos.

kolor eyes
Kolor Eyes für Windows und Mac

Aufnahmenqualität

Als erstes fällt direkt auf, anders als bei den teuren Modellen, haben wir keine 360° x 360° Optik sondern nur 360° x 180°  man sieht also den Bereich, der sich direkt hinter der Linse befindet, nicht. Die Qualität ist nicht schlecht, die Videos verlieren aber massiv an Feinheit und Schärfe durch das Konvertieren, aber die Roh-Bilddatei ist immer sehr scharf, mit 1440p auch sehr hochauflösend und aufgrund der weiten Blende von f=1.1 mm auch bei geringen Lichtverhältnissen noch erstaunlich hell.

Fazit

Es macht Spaß mit der Panorama-Funktion herumzuspielen und sich umzusehnen, man merkt da steckt ordentlich Potenzial in dieser Technik. Für den Preis lässt sich die eingeschränkte 180° Sicht zwar verkraften, aber dass die Videos so stark an Qualität durch die Konvertierung verlieren, ist ein ziemliches Manko. Da lassen sich mit einem professionelleren Programm, wie Adobes After Effects, bestimmt bessere Ergebnisse herausholen.

  • kompakt und leicht
  • wechselbarer Akku
  • Quad HD 1440p
  • gratis Software
  • hoher Akkuverbrauch bei WiFi
  • App instabil

Diese Kamera ist eine sehr coole Spielerei, wenn auch etwas störanfällig. Am ehesten kann ich sie mir unter einem Quadrocopter, wie dem CX-22 von Cheerson vorstellen, da stört die eingeschränkte Sicht nicht und beim Fliegen genau das drauf zu haben was man möchte, wissen die meisten aus Erfahrung, ist ein schwieriges Unterfangen, aber mit dem Rundumblick entgeht einem nichts mehr beim Fliegen.

Julian

Audiovisuelle Medien sind meine Leidenschaft! Ich beschäftige mich begeistert mit Filmequipment aller Art und kümmere mich hinter den Kulissen mit viel Herz um den CG YouTube Kanal.

Psst! Hey du! Wir finanzieren die Gadgettests hauptsächlich durch Werbeeinnahmen.

Wir haben nur sehr wenig Werbung verbaut, um deinen Aufenthalt bei uns so schön wie möglich zu gestalten.

Wir würden uns freuen, wenn du deinen Werbeblocker auf unseren Seiten deaktivieren würdest - so können wir NOCH mehr testen :-).

Dein CG-Team!

12 Kommentare

  1. Profilbild von Max_Schuetz

    Ich muss gestehen, dass ich die Beispiel-Videos grottenschlecht finde. Unscharf, aufs übelste verzerrt – trotz Software, flaue Farben und verwaschen. Überzeugt hat mich das Ding vom Video her überhaupt nicht.

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
    • Profilbild von DSLR

      Da trifft eine billige Fisheye-Optik auf einen viel zu kleinen Sensor.
      Für so was sollte die Aufzeichnung schon bei 3000x3000Pixel liegen, besser wäre natürlich noch deutlich mehr.

      Ein Google-Sphere-Foto mit vollem 360° auf allen Achsen hat eine Auflösung von 7168×3584 Pixel. Das ist akzeptable Qualität, aber reinzoomen will man da nicht mehr großartig.

      Dass diese Cam mit einer anderen Bearbeitungssoftware gute Bilder macht kann ich mir nicht vorstellen.

  2. Profilbild von pfennigfuchserunddosensammler
    pfennigfuchserunddosensammler

    So lange es keine echte 360 Grad Kamera ist, ist sie meiner Meinung nach sinnlos. Lieber eine normale Action, die eine weitaus bessere Qualität hat

  3. Profilbild von Max_Schuetz

    Ich würde es auch eher als Panorama-Kamera bezeichnen.

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  4. Profilbild von DSLR

    Auflösungstechnisch betrachtet kann da schon mal kein richtiges 1440 x 1080 oder 1920 x 1440 Bild herauskommen, weil die Fisheye-Optik ja ein kreisrundes Bild auf den Sensor projiziert. Was die Kamera liefert ist auch kein Panorama sondern eben ein Fisheye-Bild, in dem man mit der passenden Software herumschwenken und zoomen kann. beim zoomen verliert man aber auch wieder Auflösung, vor allem zum Rand hin.

    Im Prinzip ist so eine Kamera einfach das „Gegenteil“ einer normalen, bei der man den Bildsensor voll belichtet und von dem von der Linse projizierten kreisrunden Bild einfach was „wegschneidet“ wobei ein Großteil der zum Rand hin zunehmenden Abbildungsfehler der Linse eben nicht sichtbar ist. Hier wird dagegen fast die Hälfte des Sensors nicht genutzt, dafür hat man die Abbildungsfehler voll drauf….

    Finde die 100€ für so ein Teil dann doch zu viel, weil ich da ausser für spezielle Gelegenheiten keine Verwendung hätte.
    Wenns wenigstens echte 360° für die VR-Brille wären, aber so ist es irgendwie zwischen den Welten.

  5. Profilbild von Thomas

    Danke für das Review, wollte mir die eigentlich bestellen

  6. Profilbild von Anton

    360°x180° sind das aber nicht. Als jemand, der Spheren-Panoramen für Google schießt, muss ich dir leider sagen, dass das da „nur“ 180×180° sind. Bei 360° würde man sich einmal komplett um den einigenen Standpunkt umsehen können. Die 180° bedeuten in dem Fall, dass man vom nadir bis zum Zenit schauen kann.
    Die Bezeichnung der Kamera ist irreführend und sollte vielleicht auf „fish-eye“ actioncam reduziert werden.

  7. Profilbild von mw210461

    Nein, das hat mit 360Grad überhaupt nichts zu tun, genau wie Anton es sagt.
    Der Blickwinkel beträgt hier 180Grad horizontal und vertikal, im Prinzip ein klassisches Fish-Eye, mit allen Nachteilen.
    Daß alles so flau erscheint, macht die Sache nicht überzeugender.
    Generell steckt m.E. viel Potenzial in dieser von Google perfektionierten Raum-Fotografie, aber eben nur durch Einsatz mehrerer synchronisierter Linsen/Sensoren oder ‚Scanner‘-Kameras. Und die sind allesamt noch viel zu teuer, von der aufwändigen Nachbearbeitung der Video-Signale einmal abgesehen.
    Bis das alles mal in Echtzeit als 3D-Raum-Projektion funktioniert, wird noch ne Menge Wasser den Rhein runter fließen.

  8. Profilbild von @Puh

    Für die Chinesen sind wohl 180° vertikal 180° horizontal = 360°

    Für mich ist das Betrug und wer den Deal hier eingestellt hat ohne nachzudenken ist offensichtlich einfach nur dumm.

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  9. Profilbild von Rat_I

    @Puh: Schwer vorstellbar, aber man kann auch klugscheissen ohne beleidigend zu werden.

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  10. Profilbild von Seb

    „aufgrund der weiten Blende von f=1.1 mm“

    Brennweite =/ Blende!

    Sowas ist doch echt peinlich…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bild zum Kommentar hinzufügen (JPG, PNG)