IP-Cam Coocheer SP012 für 45,99€

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Wenn Software und Hardware so gar nicht aufeinander abgestimmt sind, dann bei der IP Cam SP012 von Coocheer. Wir haben die Cam vom  Coocheer-Vertragshändler über Amazon bekommen und der erste Eindruck war viel versprechend.

coocheer

Technische Daten

Linse 3,6 mm, Blende: F 2.4, Weitwinkel 65°
Auflösung 1280 x 720, 1MP
Speicher microSD bis 128GB
Interner Speicher Nein
Verbindung WiFi 802.11 b/g/n, Ethernet
Feature Nachtsicht mit 11 LEDs
Betriebssystem Android + iOS (IE-Browsererweiterung)
Abmessungen 11 x 10,3 x 12.5cm
Bewegungsradius 355 Grad x  90 Grad

Als wir den schlichten, unauffälligen Pappkarton bekommen haben, hätte man schon stutzig werden können. Wir waren aber optimistisch und dachten: „Die haben halt die ganzen Entwicklungskosten in das Produkt gesteckt und haben keine Ressourcen für die Verpackung verschwendet.“ – Wir waren so naiv. 🙂

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Schlicht verpackt mit Basic-Zubehör

Im Karton befinden sich neben der IP Cam, ein kurzes LAN-Kabel, ein Netzadapter und ein Set zur Wandmontage. Es befindet sich auch eine Anleitung mit den wichtigsten QR-Codes für die Android Apk bzw. die zum Google Play Store oder zum iTunes Appstore führen.

Angeschlossen

Die Kamera verfügt über keinen Akku und muss permanent mit dem Stromnetz verbunden sein, dass ist noch kein Manko, schließlich will man sich bei seinem CCTV-Setup ja auch sicher sein, dass es immer einsatzbereit ist. Beim ersten Kontakt mit Strom macht die Kamera eine kleine Demonstrationsfahrt und dreht sich einmal um 360° bis es in der Ausgangsposition verharrt. Die Anschlüsse, sowie ein microSD-Steckplatz, befinden sich auf der Rückseite.

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Eingänge für LAN, Strom und eine microSD

Die Verbindung mit dem Heimnetzwerk funktioniert zunächst nur über das LAN-Kabel, später habt ihr per App die Möglichkeit die WiFi-Einstellungen zu konfigurieren. Also:

Die App gestartet

Das Scannen der QR-Codes funktioniert problemlos und versorgt euch mit einer App namens APCam, das ist keine offizielle Software von Coocheer, sondern eine freie App für P2P IP-Cam Übertragungen.

Nach der Installation muss man sich erst einmal Registrieren und Anmelden, d.h. man kann sich nie sicher sein ob die gesendeten Daten nicht doch über die Server von APCam laufen und wer tatsächlich darauf Zugriff hat.

Die Synchronisierung mit der Cam ist aber easy. Auf dem Anmeldebildschirm

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Daten lassen sich per QR-Scann einfügen

reicht es den QR-Code zu scannen, der sich auf der Unterseite der IP Cam befindet und das Passwort 888888 einzugeben. Das könnt ihr selbstverständlich anschließend direkt ändern.

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QR-Code zur Synchronisierung

Mit der App könnt ihr mehrere IP Cams steuern und individuell anpassen, da wir nur eine Cam haben sieht unser Startbildschirm so aus:

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Oberfläche der APCam-App

In der Vorschau kann man ein aktuelles Bild sehen, den Status der Kamera, die ID und das Einstellungsmenü aufrufen.

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Settings

Im Settings-Menü habt ihr die Möglichkeit allgemein Einstellungen vorzunehmen, wie die Datums- und WiFi-Konfiguration vor zunehmen. Ihr könnt aber auch eine Loopaufnahme programmieren, die in regelmäßigen Zeitabständen aufnahmen tätig oder aber jedes mal einen gewissen Zeitraum filmt, sollte der Bewegungsmelder auslösen.  Und könnt auswählen, ob ihr darüber informiert werden wollt, wenn der Alarm los geht und den könnt ihr auch mit einem Ohren betäubenden Lärm kombinieren.

Ihr bekommt dann eine Push-Benachrichtigung auf das Handy. Die Info könnt ihr aber auch blockieren, da der Bewegungsmelder jegliche Bildveränderung als Bewegung wahrnimmt; jede Veränderung des Schattens oder der Lichtverhältnisse. Richtet ihr die Kamera nach draußen, könnt ihr viele Aufnahmen von vorbeifliegenden Schatten im 10 Minuten Takt ansehen oder aber genaustens Nachverfolgen, wann es dämmert.

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Mit sehr ambitioniertem Bewegungsmelder

Die Aufnahmen sind so lala, bisschen verwischt mit trüben Farben und verzerrter Perspektive, aber einigermaßen deutlich. Ich weiß nicht genau was daran HD ist, aber schaut selbst:

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BIld bei Tag mit der 720p HD-Kamera

Der Nachtmodus ist aber erstaunlich hell und klar, selbst wenn es stockfinster ist, dank eingebauter LEDs.

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Mit Nachtmodus

Mit der App könnt ihr die Kamera um 360° steuern, einfach über den Bildschirm wischen und nach einer kurzen Wartezeit etwa 2 Sekunden folgt das Bild. Das funktioniert per LAN besser als per Wifi. Ihr könnt Screenshot aufnehmen und den Ton vor Ort mithören, sogar Musik von eurem Handy abspielen und den Alarm ein und ausschalten. Der Zoom und der  On/Off Button, haben mit dieser IP Cam anscheinend keine Funktion.

Haltet ihr das kleine Retro-Mikro (rechts unten) gedrückt könnt ihr sogar durch die Kamera sprechen. Falls man seinem Babysitter noch Anweisungen geben will oder die Einbrecher bitten möchte, sich doch wenigstens die Schuhe abzutreten.

Würde die Linse der Kamera wenigstens rot leuchten, hätte man das Gefühl mit HAL 9000, der künstlichen Intelligenz aus 2001: A Space Odyssey zu sprechen, was dem ganzen noch einen kultigen Gadget-Faktor verleihen würde und über die vielen Unfeinheiten hinweg trösten könnte. Hier mal eine Fotomontage zur Illustration 😉 :

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Kleiner Designvorschlag meinerseits

Das sind die theoretischen Funktionen der App, praktisch hat man 5 bis 15 Aktionen Zeit bis die App abstürzt, das tut sie nämlich regelmäßig. Auch ist es schwierig die App auszuschalten, da sie relativ viel Strom verbraucht ist das ärgerlich.

Größte Mankos

Die Kamera funktioniert gut, wenn auch nicht frustfrei mit der App. Der Stand-alone Modus ist aber noch weniger ausgereift. Man kann zwar von der App aus auf die gespeicherten Aufnahmen zugreifen, die Videos werden aber in einem Format mit der Endung .av gespeichert. Ich habe mir mal den Spaß gegönnt und die Endung, um ein „i“ ergänzt. Tatsächlich glaubt Windows dann man hätte eine AVI-Videodatei und zeigt ein passendes Vorschaubild, das Video lässt sich aber selbst mit VLC nicht abspielen. .av-Dateien sind wohl das Format mit dem Final Draft Dokumente gespeichert werden, aber das kann es ja auch nicht sein, da Final Draft ein Textverarbeitungsprogramm ist. Man könnte die Dateien konvertieren, aber alles in allem ist die Cam außerhalb der App sehr inkonvenient zu nutzen.

Zuweilen könnte man denken, eine IP Cam ließe sich easy in einem Browser-Fenster öffnen, wenn man die IP eingibt. Das geht bei vielen Modellen wohl auch mit passenden Browser-Extensionen, aber Coocheer haben nur ein dürftiges Programm für Windows geschrieben, das ausschließlich mit dem Internet Explorer funktioniert.

IE? War das nicht dieses Programm, um sich Chrome und Firefox herunterzuladen? Ja richtig, 😀 bei mir ist die Installation leider abgebrochen und sollte man es doch schaffen das Programm für den IE zu installieren, ist es wohl buggy ohne Ende. Obwohl die Coocheer mit (4,1 von 5 Sternen) in 17 Rezensionen bei Amazon erhält, sind die Hauptkritikpunkte der Kunden, die eben von mir erwähnten.

Fazit

Die Idee einer IP-Cam, die man mit seinem Smartphone steuern kann und auf die man von überall auf der Welt zugreifen kann, befriedigt so richtig meine Big-Brother-Gelüste (von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe), aber seine Augen und Ohren an einem Ort zu haben, an dem man sich nicht befindet, ist richtig cool. Besonders wenn man sich umsehen kann.

  • 360° steuerbar
  • Nachtmodus
  • Bewegungsmelder
  • Push-Alarm
  • schlecht programmierte App
  • kaum Desktop-Support
  • schlechte Dateiverwaltung

Wäre die Software für die Coocheer etwas stabiler und vor allem Plattform übergreifender, wäre es eine super Investition. Das Bild, der Ton und die Verarbeitungsqualität sind für knapp 50€ befriedigend, aber die Software ist ein einziges Kopfschütteln. Wir werden wohl weiterhin nach einem besseren Modell Ausschau halten.

Wenn man ohne die 360°-Steuerung auskommt, ist die Xiaomi Xiaoyi immer noch eine gute Alternative.

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9 Kommentare

  1. Profilbild von Reini

    warun wird das tril als top gadget gekennzeichnet, obwohl es ja laut bezeichnung recht unbrauchbar ist?

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  2. Profilbild von Datzki

    Warum wird sowas überhaupt gepostet ?

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für iOS.
  3. Profilbild von darktranquility
    darktranquility

    Den Post an sich finde ich insofern sinnvoll, damit man weiß, was nix taugt. Es gibt bei den Testberichten generell ja auch negative. Oder seid ihr auch dagegen, wenn jemand schlechte Rezensionen auf Amazon postet?

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
    • Profilbild von kristian
      kristian (CG-Team)

      Aaach ja. Erst heißt es: „Heeey, ihr redet alles schön, damit ihr fett mitverdient„, jetzt heißt es: „Warum wird sowas überhaupt gepostet?“ Hmmm :D. @darktranquility: ganz genau. Die Cam ist schon „OK“, aber wir testen halt alles. Und wenn was unschönes dabei rauskommt, schreiben wir das auch.

  4. Profilbild von darktranquility
    darktranquility

    Ok, die Markierung als „Top-Gadget“ kann ich auch nicht nachvollziehen…

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  5. Profilbild von Küstenkind

    Ich kann Euch die Foscam FI8918W empfehlen. Kostet zwar 61,90 bei Amazon, kann aber mit beliebigen Android-Cam Apps gesteuert werden. Ich nutze die App Tinycam Monitor, bin mit 2 gleichen Cams seit mehreren Jahren super zufrieden. Motor ist sehr leise.

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  6. Profilbild von mw

    Von diesen Dingern gibt es unzählige Varianten, die aber allesamt so ziemlich dieselben Macken haben, zB veraltetes ActiveX in Browsern verwenden, niemals HD Auflösung erreichen, sich gerne in der FW aufhängen etc. Man kann sie meist mit generellen Software-Tools (Win, Android) betreiben, obwohl es sehr viele Protokolle und Formate gibt, meist emulieren sie irgendeine bekannte FosCam.

    Meine IP Cam heißt HD Dual mit denselben Funktionen wie hier beschrieben.
    Die AV-Dateien sind m.W. HEADERLESS, können tatsächlich umformatiert und dann zB mit VLC abgespielt werden.
    Ist aber sinnfrei, weil die Idee der SD-Karte anders gemeint ist: die Filmchen darauf sollen absichtlich nur als temporäre Kontrollvideos dienen, werden automatisch überschrieben, wobe erstaunlicherweise sogar ein Rest-Bild von älteren Dateien erhalten bleibt. Es gibt mW auch kenen dirrekten Fern-Zugriff auf die SD (FTP etc), ist wirklich niur lokal gedacht.

    Habe bei Amazon eine ausführliche (englische) ***-Rezension meiner Kamera eingestellt, sie mit meiner Tenvis verglichen:

    http://www.amazon.com/SUNLUXY-Wireless-Camera-Security-System/dp/B00SXX57XG

    Da ich mit Versand weniger als 20Euro bei AliExpress gezahlt habe (Sommer 2015), war ich insgesamt mit dem Ding zufrieden, zumal es draußen im Eingangsbereich meines Hauses im Freien arbeitet, bei -10 bis 35Grad.

    Ernstnehmen kann man die Dinger nicht wirklich. Aber es ist scnon nett, wenn man ein bebildertes Email bekommt, sobald der Briefträger sich dem Briefkasten meines Hauses nähert. Oder sich nachts ein Waschbär im Garten herumtreibt.
    Oder man die klingelnden Zeugen Jehovas (immer 2 Frauen!) per Sprechfunktion ‚von oben‘ verdutzt und verjagt ‚Jahwe sieht alles – JA-hwe sagt ‚NEIN!“

    • Profilbild von kristian
      kristian (CG-Team)

      Hrhr, danke für deine Erfahrungswerte :). Wie auch schon im anderen Kommentar: Foscam ist schon relativ gut in dem Segment, bzw. deren Clone (Wanscam). Wir bemühen uns in dem Bereich noch mal 1-2 Vergleichstests zu machen!

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