JJRC H39 „Cygnus“ Drohne für 40€ im Test

Geekbuying hat uns die H39WH von JJRC zugeschickt, die wir deshalb mal Probe geflogen sind. Ob ihr hier bedenkenlos zuschlagen könnt, oder ob es deutliche Kritikpunkte gibt, lest ihr hier.

JJRC H39WH Drohne

Modell JJRC H39WH Cygnus
Maße 42 x 42 x 14 cm (ausgeklappt mit Standfüßen und Protektoren)
18 x 18 x 6 cm (eingeklappt)
Gewicht 195g (mit Akku)
Akku 7.4V 600mAh
<9 Minuten FLugzeit
Kamera HD (1280 x 720p), 1 MP
Features Altitude Hold, Headless Mode, 360° Flips

Verarbeitung

JJRC ist zwar eine der bekannteren Marken in den chinesischen Onlineshops was Drohnen betrifft, hochwertig sind die Geräte aber nicht. Das Plastik fühlt sich billig an, die Gelenke knacken beim Ausklappen der Arme und die Motoren sind nicht brushless. Und von der Kamera erwarte ich schon vor dem Testen nicht besonders viel. Das klingt jetzt erst mal ziemlich negativ, aber: Wenn die Drohne Spaß macht, ist mir das alles ziemlich egal. Deswegen gehen wir direkt zum Testflug über.

JJRC H39 Drohne Motor

Die Steuerung ist… ok. Nicht mehr, nicht weniger. Altitude Hold funktioniert gut. Die Drohne neigte sich anfangs stark nach vorne, was sich mit den Trimming-Tasten aber komplett beheben ließ. Für meinen Geschmack ist sie selbst auf Tempostufe 3 etwas zu langsam, und hat mit Wind eh ziemlich zu kämpfen. Irgendwie macht es bei mir beim Fliegen nicht *Klick*, Spaß kam nicht so recht auf.

JJRC H39WH Drohne Flug blauer Himmel

Da ist es doppelt schade, dass die schwache Kamera beigelegt wurde. Ohne diese wäre der Preis wohl etwas geringer ausgefallen, und die Cygnus müsste sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, weder zu 100% Video- noch Stunt-Drohne zu sein. Dabei fliegt sie nicht schlecht, wenn man mit ihr denn wirklich filmen wollte – was man vermutlich nicht tun wird (siehe unten im Abschnitt Kamera).

Funke

Die Fernsteuerung gefällt mir insgesamt nicht so gut. Die Tasten sind alle gut erreichbar und die Sticks haben einen angenehmen Widerstand. Insgesamt liegt sie ihrer Form wegen aber nicht so gut in der Hand wie andere Modelle. In die Mitte kann ein Smartphone als Display eingespannt werden. Das hält ausreichend gut durch die starke Feder im Inneren, allerdings wird die Fernsteuerung dadurch ziemlich breit, und fühlt sich in den Händen etwas unnatürlich an.

JJRC H39 Drohne Fernsteuerung

Die Reichweite wird mit über 100 Metern angegeben, und bei meinen Flügen kam es zu keinen Verbindungsabbrüchen. Die Entfernung ist ohnehin mehr als ausreichend, 100 Meter weit wird man ohne FPV-Funktion nicht fliegen, und das WiFi-Signal für die Videoübertragung schafft nicht mehr als 30 Meter.

JJRC H39 Drohne Fernsteuerung
Die Handyhalterung löst DJI etwa bei der Funke der Spark schöner.

Sie erfüllt ihren Job aber, und abgesehen von der Haptik habe ich nicht wirklich was zu meckern. Nur macht das eben einen Großteil der Wertung aus. In beide Griffe passen jeweils zwei AA-Batterien, die für den Betrieb benötigt werden.

Kamera

Die modulare Kamera kann auf der Unterseite der Drohne angesteckt werden. Zusätzlich muss man dann die beiden Standfüße befestigen, damit die H39 vernünftig starten kann. Von dem Versprechen einer HD-Kamera mit 720p sollte man sich aber nicht mehr täuschen lassen. Zu oft habe ich schon vergleichbare Kameras gesehen, deren Aufnahmen nicht zu gebrauchen waren.

JJRC H39 Drohne Kamera

Hier sind die Fotos ehrlich gesagt nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Die Fotos/Videos werden in 1MP/1280 x 720p aufgenommen und sind entsprechend scharf. Viele Details der Aufnahmen sind aber nicht zu erkennen, Texturen erscheinen matschig, vor allem in der Bildmitte.

Videos leiden unter dem bekannten Problem, dass das Bild stark flimmert, was sich vor allem in waagerechten Linien im ganzen Bild äußert. Das liegt am fehlenden Gimbal, das sonst die Vibrationen der Drohne ausgleichen würde. Bei Bewegungen neigt sich die Drohne und damit die Kamera außerdem sehr stark, was im Video jedes mal sehr stört. So sind die Aufnahmen insgesamt nicht wirklich brauchbar.

JJRC H39WH 720p Kamera Rathaus JJRC H39WH 720p Kamera Rathaus Galerie Leverkusen

App

Auch wenn weder in der Verpackung noch im Shop noch in der Anleitung davon zu lesen ist, braucht es natürlich eine App, wenn man das Video der Kamera auf das Handy streamen will. Eine schnelle Suche im App-Store führt euch aber zur JJRC-App (Android/iOS), die mit der Drohne funktioniert. Die kennen wir von vielen anderen JJRC Drohnen, auch hier funktioniert sie wie gewohnt, auch wenn sie rein optisch nicht mehr ganz zeitgemäß wirkt.

JJRC App
Die App zur Drohne im bekannten Design.

Drohne einschalten, per Smartphone das WLAN-Signal der Drohne suchen, verbinden, App starten. Mehr müsst ihr nicht tun, schon seht ihr das Bild auf dem Smartphone-Display. Hier könnt ihr Fotos machen und die Aufnahmen ansehen, aber auch die Drohne komplett per Smartphone steuern. Einfacher geht es aber mit der Fernsteuerung.

Zubehör

Es gibt eine ganze handvoll Einzelteile, von denen die meisten aber optional sind. Zum Fliegen braucht ihr natürlich den Akku, der mit dem USB-Kabel vorher geladen werden muss. Wenn ihr mit Kamera fliegt, müssen die beiden Standfüße angesteckt werden, und um die Rotoren zu schützen können die vier Protektoren mit dem beiliegenden Schraubenzieher angeschraubt werden. Anstatt wie oft üblich vier, gibt es hier nur zwei Ersatzrotoren.

JJRC H39 Drohne Zubehör

Fazit

Es bleibt dabei, dass man für eine anständige Videodrohne mehr Geld in die Hand nehmen muss. Mit der JJRC H39 lassen sich keine schönen Videos oder Fotos machen, dafür fliegt sie sich besser als ein klassischer Kamera-Quadrocopter. Nur gibt es das eben auch billiger. Beim Preis von 40 Euro sehe ich kein Argument, das für die Cygnus spricht. Ich verweise hier wieder gerne auf die VISUO und die Skytech TK110, die ich beide vorziehen würde.

Jens

Ich bin im Herbst 2015 zu China-Gadgets gestoßen, und habe mich seit dem vor allem in den Drohnen-Sport verliebt, und verfolge alles rund um Quadrocopter mit Leidenschaft. Und mein Handy ist sowieso schon lange ein „China-Phone“.

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2 Kommentare

  1. Profilbild von Olaf

    Warum schreibt ihr dann nicht einfach "“Drohne xy: taugt für nichts"“?

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.

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