NO.1 F4 Fitness Tracker im Test für 18,27€

Fitness Tracker haben wir euch bereits einige vorgestellt, besonders hervorgestochen hat dabei das Mi Band. Doch auch neben diesem Dauerbrenner gibt es einige interessante Modelle von anderen Herstellern. Ob der NO.1 F4 Fitness Tracker dabei mithalten kann, haben wir für euch getestet.

NO.1 F4 Fitness Tracker

Name NO.1 F4 Heart Rate Smartband
Display  2″ OLED
Verbindung Bluetooth 4.0
Unterstützte OS ab Android 4.4, iOS 9.0
Akku 130mAh, Standby 7-10 Tage
Funktionen Schrittzähler, Schlafüberwachung, Pulsmesser, Wecker, Nachrichtenerinnerung, Auslöser für die Kamera
Gewicht 240 g
Lieferumfang Ladekabel, Anleitung (englisch)
Extras IP68

Lieferumfang, Design und Verarbeitung

Im Lieferumfang ist nicht super viel enthalten. Im kleinen Karton ist der Fitness Tracker, eine winzige Anleitung und ein kurzes Ladekabel. Aber an sich braucht ein Fitness Tracker auch nicht viel mehr. Das fast 2″ große Display erscheint sehr groß, wirkt am Handgelenk aber nicht übermächtig. Das Armband ist aus relativ hartem Gummi, bei anderen Fitness Trackern ist das deutlich weicher. Das Display an sich kann zudem vom Armband getrennt werden.

NO.1 F4 Fitness Tracker Lieferumfang
Im Lieferumfang ist alles was man braucht enthalten

Das Design des NO.1 F4 Fitness Tracker ist ansonsten sehr typisch. Das Armband lässt sich auf verschiedene Größen einstellen und sitzt sehr fest, da rutscht nichts heraus. Unser Modell ist schwarz mit gelber Unterseite. Beim Tragen sieht man das Gelb lediglich an den Löchern des Armbands. Ansonsten ist der Tracker recht unauffällig. Für das Armband gibt es noch rot, blau oder grau zur Auswahl.

Aufgeladen wird der F4 über einen 2-Pin-Konnektor. Das hat sich bei anderen Fitness Trackern meist als nachteilig erwiesen, da diese schnell den Kontakt verloren haben. Im Falle des F4 habe ich das aber nicht feststellen können. Der Konnektor sitzt wirklich sehr fest (magnetisch) am Tracker und man muss schon recht fest ziehen, um diesen zu lösen. Typischerweise legt man den Tracker zum Laden eh an die Seite und fummelt nicht ständig daran herum. Von daher für mich kein Minuspunkt für das Gerät.

NO.1 F4 Fitness Tracker Ladekabel
Der 2-Pin-Konnektor sitzt fest und lädt einwandfrei

Tragekomfort

Ein für mich sehr wichtiger Aspekt eines Fitness Trackers ist der Tragekomfort. Solch ein Gerät sollte idealerweise ständig getragen werden und auch für die Schlafüberwachung nachts nicht stören. Für den NO.1 F4 fällt die Bewertung des Tragekomforts eher mittelmäßig aus. Das liegt sowohl an dem recht starren Gummi des Armbands und dem großen Display. An meinem Handgelenk schmiegt sich der Tracker nicht wirklich an und das Display ist nicht genug gebogen, somit stehen die Ränder quasi ab. Hat man breitere Handgelenke, könnte dies natürlich anders ausschauen. Ich würde sagen, dass der Tracker eher für größere Menschen gemacht ist. Außerdem schneidet das harte Gummi bei Abknicken des Handgelenks schnell in den Arm. Das ist jetzt nicht wirklich schmerzhaft, aber es stört.

Neben dem harten Gummi stört ebenfalls das wirklich sehr empfindliche Display. Selbst unter der Kleidung vibriert das Band leicht, wenn der Ärmel oder allgemein Stoff es passend berührt. Natürlich ist es schön, nicht wie ein Bekloppter auf den Tracker einschlagen zu müssen, aber so ein empfindliches Display ist ziemlich irritierend. Man denkt die ganze Zeit Benachrichtigungen zu bekommen, nur um dann festzustellen, dass doch niemand geschrieben hat. Frustrierend.

Akku

Der Akku des F4 soll laut Hersteller 7-10 Tage im Standby halten. Im Test kann ich das so nicht bestätigen. Dadurch, dass der Bildschirm bei der kleinsten Berührung angeht, verkürzt sich die Laufzeit des Akkus. Im Schnitt, bei normaler Nutzung, hält der Akku seine 4 -5 Tage locker durch. Immerhin dauert das Laden des Fitness Trackers nicht allzu lange, so dass man ihn schnell wieder nutzen kann. 130 mAh ist zwar im Vergleich zu anderen Fitness Trackern größer (das Mi Band 2 z.B. hat 70 mAh), aber durch das größere und umfangreichere Display verbraucht es auch mehr.

NO.1 F4 Fitness Tracker mit MiBand 1
Hier der Vergleich der Displays ( F4 und Mi Band 2)

Display & Funktionen des NO.1 F4 Fitness Tracker

Bevor ich zum Display und den einzelnen Funktionen komme: ich habe zuerst versucht den Fitness Tracker intuitiv zu bedienen, ohne in die Bedienungsanleitung zu schauen. Stellte sich leider schwieriger als gedacht heraus:

Wie bereits erwähnt reagiert das Display des NO.1 F4 Fitness Tracker recht empfindlich. Jedoch nur, wenn man eine bestimmte Region auf der unteren Hälfte des Displays berührt. Einen Knopf oder eine markierte Stelle gibt es nicht. Berührt man das Display, erscheint der Startbildschirm, den man in den Einstellungen aus acht verschiedenen Ansichten auswählen kann. Dazu später mehr. Berührt man erneut das Display, kommt man in ein Menü mit sieben verschiedenen Punkten: Health, Message, Training, Outdoor, Dial, Setting und einer Wetteranzeige.

NO.1 F4 Fitness Tracker Display
Die von mir eingestellte Startanzeige des Trackers (bei Berührung oder Drehen des Handgelenks)

Doch jedes Berühren des Displays wechselte nur zwischen diesen Menüpunkten und längeres Drücken bis zu einer leichten Vibration führte nur zum Hauptbildschirm zurück. Ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung offenbarte Folgendes: Eine kurze Berührung wechselt im Menü, eine 5-Sekunden-Berührung führt zum Start zurück und eine 2-Sekunden-Berührung wählt den Menüpunkt aus. Darauf muss man auch erstmal kommen. Zum Glück gibt es dafür ja die Bedienungsanleitung 🙂

Unter dem Menüpunkt „Health“ finden sich drei Unterpunkte: Pulsmessung, Blutdruck und Sauerstoffgehalt. Message zeigt einem empfangene Nachrichten an, das auch mit dem gesamten Text. Etwas schwer auf dem schmalen Bildschirm zu lesen, aber in manchen Situationen praktisch (z.B während des Sports oder der Arbeit, wenn man das Handy nicht herausholen möchte). Unter Training kann man acht verschiedene Trainingsformen auswählen: Running, Cycling, Basketball, Swimming, Badminton, Climbing, Football & Table Tennis. Eine 2-Sekunden-Berührung startet einen Überwachungsmodus in dem Zeit, Kalorien, Herzschlag und Schritte gemessen werden. Dieser kann auch zwischendrin pausiert werden.

Unter dem Menüpunkt „Outdoor“ kann man sich drei Werte zu seiner Umgebung anzeigen lassen: Höhenlage, UV-Strahlung und Luftdruck. Der Luftdruck und die Höhenlage sind nach Abgleich mit Daten aus dem Internet identisch, lediglich die UV-Strahlung ist mit „high“ nicht so genau, laut Internet sind wir da wohl eher bei „low“.  Unter „Dial“ kann man das Design seines Startbildschirmes auswählen, aus acht verschiedenen. Man kann zwischen analoger und digitaler Anzeige sowie weiteren Anzeigen mit Schritten etc. auswählen. In den Settings kann man eine Stoppuhr starten, sein Telefon vibrieren lassen, Einstellen, dass das Display bei Bewegung der Hand angeht, den Tracker resetten oder ausschalten. Die Wetteranzeige ist quasi selbsterklärend, der Tag, ein Symbol für Sonne, Regen etc. mit Beschriftung und die Temperatur werden angezeigt.

Insgesamt also sehr viele Funktionen in einem staub- und wasserdichten Gehäuse versteckt (IP68). Zudem funktioniert die Vibrationsbenachrichtung bei Mitteilungen sehr gut und fast zeitgleich mit der Vibration des Smartphones.

Die App

Die passende App ist nicht über den QR-Code in der Bedienungsanleitung zu finden. Stattdessen muss man nach „Fundo“ suchen. Im App Store gibt es dann leider reichlich Auswahl. Da in der Anleitung jedoch auch Bilder sind, habe ich mich am Design orientiert und die FunDo Pro App (Android, iOS) runtergeladen. Ob die anderen Apps vom selben Hersteller ebenfalls funktionieren würden, konnte ich während des Tests nicht ausprobieren.

NO.1 F4 Fitness Tracker Anleitung
Zum Glück gibt es eine Anleitung und die passenden Bilder, um die App zu laden. (Der QR-Code funktioniert nicht)

Die FunDo App ist relativ unübersichtlich und die Funktionsweise nicht direkt ersichtlich. Nach ein wenig Ausprobieren gelangt man über „Mehr“ (unten rechts im Reiter) zu den Einstellungen und kann dort den Fitness Tracker mit dem Smartphone verbinden und einige weitere Punkte einstellen. Unter „Anwendungsschub“ zum Beispiel kann man auswählen, von welchen Apps man Benachrichtigungen erhalten möchte. In der gesamten App lässt die deutsche Übersetzung sehr zu wünschen übrig! Da muss man sich leider irgendwie reinfuchsen, aber selbst nach einigen Tagen der Nutzung verstehe ich die App immer noch nicht wirklich gut. Immerhin kann man sie updaten, was auf zukünftige weitere Verbesserungen hoffen lässt. Diese dubiose Mitteilung zum Beispiel (siehe Screenshot) wollte mir mitteilen, dass ich der App erst Zugriff auf Benachrichtigungen freischalten müsse. Wer das auf Anhieb versteht, ist wohl ein Genie.

NO.1 F4 Fitness Tracker Deutsche Übersetzung

Der Rest der App ist eine Mischung aus Funktionen, die man auch über den Tracker selbst bedienen und einstellen kann sowie einigen Erweiterungen (z.B. die Handykamera über den Tracker auszulösen). Immerhin gibt es eine sehr kurze Screenshot-Anleitung über die App. Aber wirklich hilfreich ist diese auch nicht. Das Meiste muss man einfach ausprobieren und testen.

NO.1 F4 Fitness Tracker Anleitung Screenshots

Die Synchronisierung mit dem Fitness Tracker funktioniert zum Glück problemlos. Nur die Datenerfassung des Trackers verwundert mich doch etwas, weil sehr andere Werte im Vergleich mit meinem FitBit oder Mi Band 2 herauskommen. Zudem findet keine automatische Schlaferkennung und Pulsmessung statt. Außerdem erkennt der Fitness Tracker Schritte, selbst wenn er in der Tasche getragen wird und nicht am Handgelenk befestigt ist.

NO.1 F4 Fitness Tracker Vergleich FitBit
Mein FitBit gibt mit deutlich mehr Schritte aus
NO.1 F4 Fitness Tracker Vergleich Mi Band 2
Hier dagegen bin ich mit dem F4 angeblich mehr Schritte gegangen

Diese Vergleiche verwirren einen doch sehr, aber man erkennt sofort: nicht jeder Fitness Tracker erkennt die selben Schritte oder Leistungen. Aber – und ich glaube, dass das für jede Art der Bewegungsmessung über Fitness Tracker zutrifft – hält man sich an ein Gerät und trägt dieses ständig, so kann man mit den daraus entstehenden Ergebnissen durchaus arbeiten. Denn auch wenn ein Tracker mehr oder weniger Schritte oder Kalorien usw. als ein anderer zählt, bekommt man von seinem Tracker immer noch den Durchschnitt der eigenen Bewegung und erkennt Tage an denen man mehr oder weniger aktiv war.

Fazit

Insgesamt hat der NO.1 F4 sehr sehr viele verschiedene Funktionen, fast schon ein wenig übertrieben. Dennoch, hat man sich erstmal in den Tracker reingefuchst, kann man diesen gut bedienen und nutzen. Die App dagegen ist eine Enttäuschung. Unübersichtlich, schlechte deutsche Übersetzung, Bluetooth-Verbindung muss dauerhaft bestehen, damit alle Daten wirklich übernommen werden. Am besten täglich synchronisieren, damit ja nichts verloren geht. Hier muss man auf jeden Fall Zeit investieren, um alles zu verstehen. Neben dem etwas schlechten Tragekomfort und der schlechten App schneidet der Fitness Tracker an sich aber gut ab. Dennoch würde ich für jemanden, der mit weniger Funktionen zufrieden ist, zum Beispiel das Mi Band 2 empfehlen. Oder ihr schaut euch bei anderen, von uns getesteten Trackern um.

  • Verarbeitung
  • Preis
  • gute Akkuleistung
  • viele Funktionen
  • kompatibel mit Android & iOS
  • IP68
  • Mitteilungsvibration in Echtzeit
  • schlechte App
  • miserable deutsche Übersetzung
  • keine dauerhafte Pulsmessung
  • Sehr sensibles Display
  • Datensynchronisierung nur mit dauerhaftem Bluetooth
  • etwas schlechter Tragekomfort
  • Schritterfassung auch in der Tasche
  • keine automatische Pulsmessung oder Schlafüberwachung

Maike

Seit 2017 Teil des Teams und begeistert von allen Arten von DIYs und technischen Spielereien. Der Spaßfaktor darf dabei natürlich nicht fehlen.

3 Kommentare

  1. Profilbild von Maik1

    240g ist aber ein wenig schwer am Arm 😉

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  2. Profilbild von tismy

    ich frage mich wo man das armband auf dem ersten bild herbekommt und ob es dafür auch andere Motive für gibt

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