Selfies 2.0 – Selfie-Drohnen im Vergleich

Selfies kennt jeder, aber Selfie-Drohnen? Du hast vielleicht schon davon gehört, aber kannst dir noch nicht so recht vorstellen, was sich dahinter verbirgt und was man vor allem damit machen soll. Selfies macht doch auch jedes Handy, oder? Ja und nein, denn mit Drohnen sind noch einmal coolere Aufnahmen möglich, die mit einer „normalen“ Kamera einfach nicht machbar sind. Außerdem sind sie in der Regel sehr einfach zu steuern und durch viele extra Features auch von Anfängern leicht zu meistern.

Wir erklären dir, was es mit dem Trend auf sich hat, welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben und was du mit der Drohne alles machen kannst. Wir haben selbst mittlerweile einige Modelle getestet, nennen dir gleich ein paar Beispiele und sagen dir, welches Modell für dich genau das richtige ist. Und wir zeigen dir anhand einiger Beispiel-Fotos und -Videos, was an Aufnahmen mit diesen Drohnen möglich ist.

Was ist eine Selfie-Drohne?

Der Begriff ist eigentlich selbsterklärend: Eine Drohne, mit der man Selfies machen kann. Allerdings darf man hierbei nicht nur an ein Portrait-Selfie, also eine Aufnahme des Gesichts denken, denn im Gegensatz zum Smartphone oder zum Selfie-Stick kann die Kamera deutlich weiter entfernt sein, und so sind auch Gruppenfotos problemlos möglich.

Anders als große Video- und Renn-Drohnen, sind Selfie Drohnen in der Regel eher klein und handlich. Manche Modelle passen in die Handtasche oder sogar in die Hosentasche. So kann man sie immer dabei haben und auch einfach mit in den Urlaub nehmen, wo man ja besonders viele und schöne Fotos machen möchte.

Zerotech Dobby Selfie Drohne
Die Zerotech Dobby passt tatsächlich in die Hosentasche.

Anders als gewohnt, muss hier nicht nur die Kamera bedient werden, sondern natürlich auch die Drohne, an der die Kamera befestigt ist. Aber: Es gibt auch „smarte“ Drohnen, die die Steuerung zum größten Teil selbst übernehmen. Manche setzen dagegen auf eine gewöhnliche Fernsteuerung, und fast alle lassen sich auch mit dem Handy steuern.

Was macht Aufnahmen mit Drohnen so besonders?

Ein weiterer Vorteil ist die neue Perspektive, welche die Drohnentechnologie bietet. Bisher waren Aufnahmen durch die Reichweite eures Armes (oder Selfie-Sticks) begrenzt, und natürlich durch die Schwerkraft. So gut wie alle Fotos entstehen mit der Kamera auf Augenhöhe. Mit Drohnen sind Bilder auch von schräg oben oder sogar senkrecht nach unten möglich. Ein Foto am Strand oder Flussufer vom Wasser aus? Im Wanderurlaub an einer Klippe? Das geht sogar nur mit Drohnen.

DJI Spark Drohne Selfie Gebirge China
Aufnahme mit der DJI Spark in China.

Natürlich ist dafür ein gewisses Maß an Vorsicht geboten, denn auch wenn sie klein und bei richtiger Benutzung auch sehr sicher sind, besteht ein Verletzungsrisiko. So solltet ihr nicht zu nah an Menschen – insbesondere auf Kopfhöhe(!) – fliegen. Bessere Drohnen verfügen über Sensoren, die Kollisionen selbstständig vermeiden, bei den günstigen Modellen ist mehr Eigenverantwortung angesagt. Wenn ihr beim Fotografieren vorsichtig seid, müsst ihr euch aber keine Sorgen machen. Oft gibt es auch Protektoren, die an den Armen befestigt werden und die einen Kontakt mit den Propellern verhindern.

So macht ihr Fotos mit eurer Selfie-Drohne

Ein Foto-Shooting mit einer Drohne ist nicht viel komplizierter als mit einer normalen Kamera, braucht aber vielleicht ein, zwei Handgriffe mehr in der Vorbereitung. Die Mini-Quadrocopter sind in der Regel so klein, dass ihr sie sogar in der Hosentasche, auf jeden Fall aber in der Handtasche oder im Rucksack mitnehmen könnt. Je nach Modell sind die Arme, an denen die Rotoren sitzen, eingeklappt, was sie zusätzlich kleiner macht.

Vor dem Flug heißt es dann nur: Auspacken – ausklappen – einschalten. Ist eine Fernbedienung dabei, müsst ihr auch die einschalten, oder ihr startet die jeweilige App auf eurem Handy. Mehr müsst ihr nicht tun, dann könnt ihr losfliegen. Bei der Spark müsst ihr dazu eine Taste an der Drohne drücken, bei DOBBY geht es über die App, die ELFIE+ hat eine Fernsteuerung – Hier gibt es also Unterschiede zwischen den Modellen.

Xiaomi Mitu Drohne Balance GIF
So stabil liegen manche Drohnen (hier die Xiaomi Mitu) in der Luft.

Ist eure fliegende Kamera in der Luft, könnt ihr sie entweder ausrichten wie ihr wollt, oder ihr nutzt eine der automatischen Funktionen, mit der euch das Fluggerät selbstständig folgt. Sobald ihr das gewünschte Motiv habt, müsst ihr nur noch den Auslöser auf dem Smartphone oder der Fernsteuerung drücken. Besonders ausgereift ist die Technologie der DJI Spark, wo ihr sogar per Handgeste der Drohne den Befehl geben könnt, ein Foto zu machen.

Ein Video startet ihr genau so, nur könnt ihr jetzt natürlich noch während der Aufnahme die Drohne steuern. Welche Kamerafahrten ihr hier realisieren möchtet, ist dann eurer Phantasie überlassen.

Darauf müsst ihr achten

Wenn ihr noch nie mit einer Drohne geflogen seid, hier ein paar Hinweise. Zunächst müsst ihr natürlich auf das Wetter achten. Wind und Regen sind der Feind der meisten Drohnen. Klar, die schönsten Fotos gelingen eh bei schönem Wetter, aber bei Wind muss die Drohne eben am Boden bleiben. Bei welcher Windstärke ihr doch noch fliegen könnt, hängt zum einen von der Drohne und zum anderen von eurer Erfahrung ab. Nach einer Weile bekommt ihr ein Gefühl dafür, was geht und was nicht. Bei Regen solltet ihr gar nicht fliegen.

Und natürlich müsst ihr wie oben schon erwähnt auf eure Umgebung achten, um umstehende Menschen nicht zu verletzen. Achtet einfach darauf, ein paar Meter Platz zu haben, wenn ihr eure kleine Drohne startet, und warnt andere Personen, ehe ihr ihnen mit der fliegenden Drohne zu nahe kommt. Drohnen sind für die meisten Menschen noch immer neu und fremd; die meisten sind aber unserer Erfahrung nach sehr aufgeschlossen und finden das Thema spannend, wenn man es ihnen erklärt. Neugierige Blicke sind bei der Foto-Session mit Drohne fast immer garantiert.

Vergleich der technischen Daten

Hier gibt es einen Vergleich zwischen einer Auswahl einiger der Drohnen, die wir getestet bzw. auf unserer Seite vorgestellt haben. Es gibt natürlich mehr Modelle als nur die hier genannten, aber die hier getroffene Auswahl deckt alle Preissegmente ab und gibt euch einen Eindruck, was ihr erwarten könnt.

Modell JJRC Elfie(+) Xiaomi Mitu Zerotech DOBBY DJI Spark
Material Kunststoff Kunststoff Kunststoff Kunststoff
Maße 65 x 135 x 25 mm(eingeklappt) 91 x 91 x 38 mm 135 × 145 × 36,8 mm 143 x 143 x 55 mm
Gewicht 76,7 g 88 g 199 g 304 g
Fotoauflösung 0,3 MP 0,3 MP 13 MP 12 MP
Videoauflösung 480p 720p @ 30 fps 4K @ 30 fps 1080p @ 30 fps
Interner Speicher 4GB 10GB
Akkukapazität 500 mAh 920 mAh 970 mAh 2970 mAh
Flugdauer 7/8 min <10 min ~9 min ~13 min
Ladezeit <60 min >60 min <60 min 60 min
Fernsteuerung ja ja(optionaler BT-Controller) nein ja(optional)
App-Steuerung ja ja ja ja
FPV ja ja ja ja
GPS nein nein nein ja
Alltitude Hold ja ja ja ja
Reichweite <20 m <20 m <30 m <80 m(Handy), <1 km(Fernsteuerung)
Features Face-Tracking, versch. Foto-Modi Gesten-Steuerung, RTH, Motion-Tracking, Failsafe
Preis  30€ 70€ 200€ 400€

JJRC ELFIE

Wenn du nach der wirklich günstigsten Selfie-Drohne suchst und für wenig Geld coole Fotos machen willst… hol dir trotzdem nicht ELFIE. Ohne eine vernünftige Kamera mit mindestens 5 Megapixel Auflösung werden Fotos einfach nicht gut genug, und gerade bei Selfies möchte man schöne Ergebnisse. Für unter 100€ gibt es leider kaum eine Drohne, die sowohl eine (sehr) gute Foto-Kamera als auch eine einsteigerfreundliche Steuerung bietet.

Selfie Drohne ELFIE Plus
Die Elfie+ gibt es auch in mehreren Farben.

Das soll nicht heißen, dass die ELFIE eine schlechte Drohne ist. Wir haben die Basisversion und die ELFIE Plus getestet, und waren im Großen und Ganzen zufrieden. Dank der Neigungssteuerung per Smartphone oder per innovativer Einhand-Fernbedienung können auch Anfänger hier sorgenfrei losfliegen. Nur eben für gute Fotos eignet sich die Drohne nicht.

JJRC Splendor

Die Splendor ist so etwas wie der inoffizielle Nachfolger der beiden ELFIE-Drohnen. In Form und Funktion ähnelt sie den beiden, kommt aber mit einem neuen Feature daher, das sich so in dieser Preisklasse (50€) nicht findet. Die Drohne verfügt über Motion Tracking, also Bewegungsverfolgung. Über die App kann etwa eine Person im Bild markiert werden, der die Drohne dann zumindest bei Schrittgeschwindigkeit folgt. Die Videoauflösung der Kamera beträgt 1280 x 720p.

JJRC Splendor App Screenshot (4)
Die Splendor kann einer Person selbstständig folgen. 

DJI RYZE Tello

Die Drohne stammt vom Hersteller RYZE, entstand aber in Zusammenarbeit mit Branchenprimus DJI. Für rund 100€ bekommt man hier eine gute und einfach zu bedienende kleine Drohne mit 720p-Kamera. Dank elektronischer Bildstabilisierung (EIS) gelingen bei vorsichtiger Kameraführung auch weniger verwackelte Videos. Die Aufnahmen werden mangels eigenem Speicher in der Drohne direkt auf dem Smartphone gespeichert. Positiv hervorzuheben ist außerdem der Akku, der für eine deutlich längere Flugzeit gegenüber den günstigeren Modellen sorgt.

DJI Tello Drohne Bild mit Kindern
Einfach zu fliegen und ähnelt den DJI-Drohnen: Die RYZE Tello

Xiaomi Mitu

Xiaomi hat im Frühjahr 2018 die kleine Mitu-Drohne auf den Markt gebracht, die sich als Konkurrenz zur Tello präsentiert. Die vergleichbare Kamera (720p) hat keine zusätzliche Bildstabilisierung, dafür werden Videos direkt auf dem internen 4 GB großen Speicher der Drohne abgelegt.

Xiaomi Mitu Drohne im Flug Close Up

Besonders macht die Drohne, dass sie auch mit einem Bluetooth-Controller gesteuert werden kann. Insgesamt fliegt sich die Mitu sehr angenehm und hält dank des Optical Flow-Sensors stabil ihre Position in der Luft.

Xiaomi Mitu Drohne MiDroneMini App Screenshot (1)
Die App der Mitu Drohne ist übersichtlich gestaltet.

Zerotech DOBBY

Diese Drohne hat uns damals einfach umgehauen. Sie war eine der ersten (wenn nicht die erste), die eine hochauflösenden Kamera, ein kompaktes Format und eine einsteigerfreundliche Steuerung zusammenbrachte. Bei DOBBY könnte man tatsächlich von einer „fliegenden Kamera“ sprechen (und nicht von einer Drohne, die auch filmen kann).

Zerotech DOBBY Selfie Drohne
Mit vier kurzen Handgriffen wird die Drohne startklar gemacht.

Die Kamera nimmt Videos in 4K oder Fotos mit 13 MP auf, außerdem verfügt sie über sogenanntes „Face Tracking“, erkennt also ein Gesicht und kann diesem auch folgen. So habt ihr bei Selfies und anderen Schnappschüssen immer das Wichtigste im Fokus.

DJI Spark

Hier werden die Preise langsam deutlich höher, dafür bekommt man aber auch einiges an Funktionen geboten (und billiger als eine Spiegelreflex-Kamera ist die Drohne trotzdem noch 😉 ). Dank der sogenannten „Palm Control“ (Steuerung per Handfläche) kann die Drohne ganz ohne Fernsteuerung kontrolliert werden und folgt den Bewegungen eurer Hand oder sogar einer sich bewegenden Person. Wie oben schon erwähnt könnt ihr auf diese Weise auch Aufnahmen machen.

Selfie Drohne DJI Spark
Die Spark hat ein Gimbal und einen Abstandssensor.

Gesteuert werden kann die Drohne auch per Smartphone oder mit der optionalen Fernsteuerung. Mit der Fernsteuerung bieten sich noch mal völlig neue Möglichkeiten und ihr könnt auch Videos (in Full HD) und Landschaftsaufnahmen aus großer Höhe und weiter Entfernung machen.

Youtube Video Preview

Der nächste Schritt nach der DJI Spark ist die neuere DJI Mavic Air. Hier wurden die intelligenten Flugmodi nochmals verbessert. Vom Design her ähnelt sie der Spark, hat nun aber zusätzlich faltbare Arme und eine noch bessere (4K) Kamera.

Andere Modelle

Viele (chinesische) Hersteller kleiner Drohnen nutzen mittlerweile die Bezeichnung „Selfie Drohne“ für sich. Man sollte aber misstrauisch bleiben. Das wichtigste Kriterium ist und bleibt die Kamera, und wenn die Bilder nur in 0,3 MP aufnehmen kann, eignet sich die Drohne nicht für Selfies. Punkt. Wenn wir Drohnen aus China testen, schauen wir deswegen immer genau hin und sagen euch, ob sie zum Fotografieren taugen. Oft sind solche kleinen Drohnen eine durchaus lohenden Investition, wenn man Spaß am Fliegen hat, für Fotos aber wie etwa die oben genannte ELFIE+ nicht wirklich geeignet.

Selfie Drohne ELFIE PLUS Kamera (4)
Auf dem Handy gerade noch OK – Foto mit der ELFIE+

Bei Videos verhält es sich ein bisschen anders. Bewegte Bilder wirken auch in geringerer Auflösung anders als Fotos, und 720p-Videos auf dem Handy-Display sehen nicht unbedingt schlecht aus. Hier spielen dann eher Verwackeln durch die Bewegung der Drohne und Aussetzer durch eine fehlerhafte Übertragung eine Rolle. Auch das prüfen wir genau in unseren Tests.

Wovon man sic ebenfalls nicht blenden lassen darf, ist der sogenannte „Beauty Modus“, den man bei vielen dieser Modell findet. Dabei handelt es sich nur um ein künstliches Aufhellen der Aufnahmen, die so sogar oft schlechter werden.

Welche Selfie Drohne ist die richtige für mich?

Da die Auswahl an „guten“ Modellen hier noch recht übersichtlich ist, ist diese Frage eigentlich leicht zu beantworten. Du hast drei Optionen:

Du möchtest Spaß am Fliegen haben, Fotos und Videos sind eher ein Bonus? Außerdem willst du nicht ganz so viel Geld ausgeben? Dann probier‘ die Xiaomi Mitu aus. Die macht richtig viel Spaß und liefert trotzdem brauchbare Videos in 720p. Einzige Bedingung ist ein kompatibles Smartphone. Schau vorher am besten noch mal in unseren Testbericht zur Xiaomi Mitu.

Zur Xiaomi Mitu >>

Wenn du hauptsächlich Fotos machen willst, also Selfies im klassischen Sinne, dann wirst du mit der Zerotech DOBBY die richtige Drohne bekommen. Sie ist einfach zu steuern, verfügt über gut funktionierendes Face-Tracking und kostet mittlerweile keine 200€ mehr. Dafür bekommst du einen fliegende 4K-Kamera, die in die Hosentasche passt.

Zur Zerotech DOBBY >>

Wenn du auch Aufnahmen aus größerer Entfernung schießen willst, und vielleicht sogar richtig gute Videos, dann greif zur DJI Spark – am besten sogar mit Fernsteuerung. Die Drohne passt problemlos in einen kleinen Rucksack oder sogar Handtasche, und lässt sich für ein schnelles Foto dank der Gesten-Steuerung auch ganz ohne Fernbedienung fliegen.

Zur DJI Spark >>

Jens

Ich bin im Herbst 2015 zu China-Gadgets gestoßen und habe mich seit dem vor allem in den Drohnen-Sport verliebt. Alles rund um Quadrocopter verfolge ich mit Leidenschaft. Mein Handy ist sowieso schon lange ein „China-Phone“.

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Dein CG-Team!

3 Kommentare

  1. Profilbild von CB

    Die Zerotech Dobby hat GPS …

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