Im Test: Günstiges Schwebestativ S40 für 47,97€ (aus DE)

Wer kein Bock auf ruckelige Videos hat, nutzt zur Stabilisation ein Schwebestativ. So lassen sich schöne, ruhige Kamerafahrten, wie z.B. bei der Dreirad Szene in Kubricks Shining, realisieren. Heute möchte ich euch den S40 Handheld Stabilizer für DSLR/DSLM Kameras vorstellen.

S40 Steadycam mit Kamera

Auszugshöhe 29,5-40 cm
Tragfähigkeit maximal 2 kg
Material Aluminiumlegierung
Material (Griff) Schaumstoff
Abmessungen 29,5 x 18,5 x 9,5 cm
Gewicht (mit Gewichten) 1641,3 g
Farbe Schwarz

Verpackung & Lieferumfang

Das Schwebestativ kommt in einer schwarzen Tragetasche an. Im Lieferumfang enthalten sind die Tasche, die Steadycam, vier Gewichte (2x 99,8 g, 2x 200,4 g), eine recht lange Schnellwechselplatte, mit zwei Schrauben für 1/4 Zoll Gewinde, und eine zusätzliche Klemmplatte. Hier überrascht nichts, mehr wird aber auch nicht benötigt.

S40 Steadycam Tragetasche

S40 Steadycam mit Gewichten

Design & Verarbeitung

Zum Design lässt sich nicht viel sagen, die Schwebestative im unteren Preissegment sehen alle mehr oder weniger gleich aus und unterscheiden sich oft nur durch das Material des Griffs – beim S40 setzt man auf Schaumstoff. So besteht zwar ein angenehme Haptik, doch durch die Röhrenform rutscht der Griff manchmal etwas nach oben. Bevor das Stativ genutzt wird, sollte es zudem gut gelüftet werden, bis der, anfangs recht strenge, Geruch des Schaumstoffs verflogen ist.

Weiter sind die zwei Wasserwaagen zu erwähnen, diese sind zwar vorhanden, haben aber effektiv überhaupt keinen Nutzen. Besonders positiv empfinde ich dafür die die allgemeine Verarbeitung. An sensiblen Stellen, wie z.B. den Festellschrauben, wird häufig nur auf Kunststoff gesetzt, das ist hier nicht der Fall. Alle Teile sind aus einer Aluminiumlegierung gefertigt, so entgeht man ungewollten Brüchen und hat lange Spaß am S40.

S40 Steadycam Wasserwaage

S40 Steadycam Feststellschraube

Einrichtung & Bedienung

Youtube Video Preview

Bevor ihr das Schwebestativ nutzen könnt, müsst ihr es ausbalancieren. Stellt dafür zuerst sicher, dass ihr eure Kamera fertig eingestellt habt. Für jede noch so kleine Gewichtsverlagerung, wenn bspw. die Bildschirmausrichtung geändert wird, muss die Steadycam neu ausbalanciert werden. Es empfiehlt sich also die gleichen Akkus und ein Schnellwechseladapter zu nutzen. Zum Ausbalancieren entfernt ihr die zweite Schraube aus der Schnellwechselplatte, befestigt eure Kamera und entfernt die Gewichte. Ist eure Kamera momentan der Schwerpunkt des Stativs, müsst ihr auf die Gewichte zurückgreifen.

S40 Steadycam Unterseite

Sobald der Schwerpunkt verlagert ist, bringt das Stativ in eine waagerechte Position und lasst los. Nutzt nun die Auszugshöhe, damit die Steadycam ca. 2 1/2 Sekunden braucht, um in die Senkrechte zurückzukehren. Anschließend müsst ihr die Schnellwechsel- und Klemmplatte, je nach Bedarf, nach vorne/hinten bzw. links/rechts verschieben, bis das Stativ ausbalanciert ist. Nun könnt ihr die Auszugshöhe feinjustieren. Am Anfang ist dieser Vorgang sehr schwierig und dauert recht lange, mit ein wenig Übung hat man es aber schnell raus.

S40 Steadycam Schnellwechsel- und Klemmplatte

Nun könnt ihr das Schwebestativ nutzen. Dazu noch drei Tipps:

  1. Haltet das Stativ, mit der nicht dominanten Hand, mit ausgestreckten Fingern, leicht unter der 3-Achsenstabilisierung fest. So könnt ihr ungewollte Drehungen vermeiden und die Ausrichtung bewusst steuern.
  2. Geht bei einer Fahrt ausschließlich vorwärst/rückwärts, niemals seitlich. Ansonsten kann es schnell passieren, dass ihr stolpert und wer möchte das schon?
  3. Bleibt bei einer Kamerafahrt nie abrupt stehen, bremst das Stativ stattdessen langsam aus. Versehentliches Nachschwingen kann so verhindert werden.

Video

Hier einmal ein Video, in dem ihr den direkten Unterschied zwischen handheld und dem S40 seht:

Youtube Video Preview

Fazit

Am Anfang braucht es sehr viel Übung, um das Stativ auszubalancieren und ruhige Fahrten hinzubekommen. An sich ist der S40 Handheld Stabilizer aber ein gut verarbeitetes Schwebestativ, mit dem schöne Kamerafahrten realisiert werden können. Zudem liegt eine hochwertige Verarbeitung vor, der Versand erfolgt aus Deutschland und der Preis ist echt ein Knaller. Für die gleiche Qualität zahlt man normalerweise mindestens das Doppelte! Lediglich das Gewicht kann auf Dauer ein wenig anstrengend werden und das Filmen auf dem Kopf ist leider nicht so leicht möglich, da die Position des Griffs bzw. der Stabilisierung nicht verändert werden kann. Overall bin ich aber sehr überzeugt! Ich habe mir dem Stabilizer auch für meinen Privatgebrauch zugelegt und muss sagen, dass er mit teureren Modellen locker mithalten kann.

  • gute 3-Achsenstabilisierung
  • sehr günstig
  • hochwertige Verarbeitung
  • Versand aus Deutschland
  • Gewicht
  • Position der Stabilisierung nicht verstellbar

Julian

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12 Kommentare

  1. Profilbild von JoeX

    Warum schreibt ihr nicht gleich „Steadycam“? Kenne keinen, der den Begriff „Schwebestativ“ benutzt, der ja in sich ein Widerspruch ist…..

    Veröffentlicht mit der China Gadgets-App für Android.
  2. Profilbild von sven

    Der Markenname ist ‚Steadicam‘, und das hier ist ziemlich weit von einer entfernt (ja, die haben inzwischen auch ähnliche Consumermodelle). Die Entkopplung vom Körper des Kameramanns und die kardanische Aufhängung sind zentral für die klassische Steadicam und fehlen hier.

  3. Profilbild von Rai

    @JoeX die Teile heißen überall Schwebestative die Bezeichnet jeder Hersteller, der sowas produziert so. Eine Steadycam hat fast immer eine Weste mit Federarm als Basis.

  4. Profilbild von Gast

    Gibt es die Ausbalncieranleitung auch irgendwo als Video? Ich werde aus Eurem Text leider nicht recht schlau und mein Paket kommt heute Abend, möchte d anicht gleich alles gefrustet in die Ecke werfen, sondern wissen, was ich tun muss 😉

    • Profilbild von Julian
      Julian (CG-Team)

      Habe ein Video gemacht und es in den Artikel eingebunden 😉

      • Profilbild von Gast

        So richtig einen Unterschied sehe ich aber nicht…der linke Abschnitt ist halt mehr auf den Oberkörper gerichtet, der recht mehr auf den Po 😀
        Gut und im linken nimmt man doch die Schwankungen von gehen ein wenig mehr wahr.

      • Profilbild von Gast

        Vielen Dank 😉
        Das mit den „2.5 Sekunden bis die Kamera wieder senkrecht steht“ habe ich zwar nicht gesehen, die pendelte da doch noch ziemlich, aber schiebe das jetzt mal darauf, dass Du mit dem Video fertig werden wolltest 😀

        Vielen Dank für die Mühe, die ich Dir gemacht habe.

        • Profilbild von Julian
          Julian (CG-Team)

          So wie es im Video ist, kommt es ungefähr hin. Du siehst ja, wie stabil das Ganze schon bei so einer recht groben Einstellung ist. Man entwickelt auch ein gewisses Gefühl dafür, was richtig ist. Natürlich sollte man es für seine Aufnahmen dann so genau wie möglich ausbalancieren, nachschwingen wird es aber immer ein wenig 🙃

  5. Profilbild von rtorc

    könnte man bei cg mal testweise ne actioncam draufschrauben ? das wäre sehr nice

    • Profilbild von Julian
      Julian (CG-Team)

      Action Cams sind zu leicht, so dass das Gegengewicht der unteren Platte schon zu groß ist und das Stativ nicht ausbalanciert werden kann. Sonst wäre das natürlich eine tolle Möglichkeit!

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