Test

Huawei FreeClip 2: Der beste Open-Ear-Clip-Kopfhörer im Test

Mit den Huawei FreeClip 2 Open-Ear-Clip-Kopfhörern macht Huawei seinen sehr guten, innovativen Clip-Kopfhörer noch besser. Warum die Huawei FreeClip 2 die besten Clip-Kopfhörer auf dem Markt sind, erfahrt ihr in diesem Test.

Huawei FreeClip 2 Titel

Vor- und Nachteile der Huawei FreeClip 2

  • Fallerkennung (Verlust-Alarm)
  • Automatische Links-Rechts-Erkennung
  • Bedienung mit Beschleuningungssensoren
  • Tragekomfort
  • kein LDAC- oder aptX-Codec
  • Android App nur über Huawei AppGallery oder als .apk download

Spärlicher Lieferumfang

Die Huawei FreeClip 2 kommen in einem Huawei-typischen weißen, viereckigen Karton mit goldener Schrift und einer Abbildung der Kopfhörer auf der Vorderseite. Im Inneren findet man lediglich einen Quickstart-Guide sowie die Kopfhörer selbst, die in ihrer Ladeschale liegen. Auf weiteres Zubehör verzichtet Huawei vollständig, selbst auf ein Ladekabel.

Huawei FreeClip 2 Lieferumfang

Noch kompakter und filigraner als ihre Vorgänger

Am grundsätzlichen Design der Huawei FreeClip 2 hat sich nichts Entscheidendes geändert. Weiterhin besteht jeder Hörer aus dem rückseitigen Akkumodul, dem vorderen Hörermodul und der dazwischenliegenden C-Bridge, die beide Teile miteinander verbindet. Die C-Bridge ist jetzt allerdings mit einem neuen Ummantelungsmaterial versehen. Statt optisch stärker mit dem vorderen und hinteren Korpus zu verschmelzen, hebt sich das neue gummierte Material nun klarer ab, wirkt funktionaler und unterstreicht die hohe Flexibilität dieser Verbindung.

Huawei FreeClip 2 Hoerer

Die Huawei FreeClip 2 sind in Hellblau, Schwarz und Weiß erhältlich. Laut Huawei messen die Hörer 25,4 mm × 26,7 mm × 18,8 mm. Vor allem das hintere Akkumodul ist dabei noch einmal kompakter geworden, wodurch die Hörer insgesamt kleiner wirken. Gleichzeitig wurde auch das Gewicht reduziert, denn mit 5,1 Gramm pro Hörer statt zuvor 5,7 Gramm sind sie etwas mehr als ein halbes Gramm leichter. Das klingt auf dem Papier nach wenig, macht sich beim direkten Vergleichstragen aber tatsächlich bemerkbar.

Huawei FreeClip 2 und 1 Groessenvergleich
Links FreeClip 2; rechts FeeClip 1

Auch das Ladecase wurde überarbeitet. Statt der muschelartigen Form des Vorgängers setzt Huawei nun auf ein eher klassisches, viereckiges Case-Design. Mit Maßen von 50 mm × 49,6 mm × 25 mm fällt das Case nicht nur deutlich kleiner aus als beim Vorgänger, sondern ist sogar kompakter als viele herkömmliche In-Ear-Ladecases.

Ungewohnte Hörerposition im Case

Die Art, wie die Hörer darin platziert sind, ist ungewöhnlich. Sie werden senkrecht eingesetzt, sodass die Hörer auf dem Akkuteil stehen und das vordere Hörermodul gewissermaßen frei im Ladecase „schwebt“. Diese sonderbare Positioniereung, sorgt beim ersten Öffnen der Box bei mir aber auch für einen kleinen „Wow, das ist anders“-Moment. So eine Lösung habe ich bisher bei keinem anderen Clip-Kopfhörer gesehen, obwohl es mittlerweile eine ganze Reihe davon auf dem Markt gibt.

Huawei FreeClip 2 und 1

Die Hörer selbst sind nach IP57 gegen Wasser und Staub geschützt, das Ladecase nach IP54 zertifiziert. In Sachen Materialwahl und Verarbeitung gibt es für mich absolut nichts zu beanstanden. Die Huawei FreeClip 2 wirken hochwertig, präzise gefertigt und durchdacht – genau das, was man von Huawei kennt und auch erwarten darf.

Klang der Huawei FreeClip 2 Open-Ear-Clip-Kopfhörer

Die Huawei FreeClip 2 sind mit einem neuartigen dynamischen Treiber mit einem Membrandurchmesser von 10,8 Millimetern ausgestattet. Dieser verfügt über zwei separate Schwungeinheiten und soll dadurch noch einmal besser performen als beim Vorgänger. Im Test konnte ich diese Verbesserung auch klar nachvollziehen.

Huawei FreeClip 2 Treiber

Wie schon beim ersten Modell bieten die Huawei FreeClip 2 einen sehr detailreichen Hochton, der nun nochmals etwas filigraner auflöst. Gerade Stimmen, akustische Instrumente und feine Details profitieren davon hörbar. Auch im Tieftonbereich hat Huawei leicht nachgelegt. Der Bass ist etwas kräftiger geworden, der Fortschritt bleibt hier jedoch eher marginal.

Das liegt weniger an der Abstimmung als vielmehr am Open-Ear-Prinzip selbst. Bei Clip-Kopfhörern entsteht kein abgeschlossener Resonanzraum im Gehörgang, wie man ihn von In-Ear-Kopfhörern kennt. Dadurch fällt die Basswahrnehmung grundsätzlich schwächer aus und bleibt auch bei den FreeClip 2 eher zurückhaltend.

Huawei FreeClip 2 und Soundcore AeroClip

Im direkten Vergleich liefern die Soundcore AeroClip im Tiefton noch einen Hauch mehr Druck, sind dafür im Hoch- und Mitteltonbereich deutlich weniger detailreich und fein aufgelöst. Genau hier spielen die Huawei FreeClip 2 ihre größte Stärke aus.

Für mein klangliches Empfinden sind die Huawei FreeClip 2 damit aktuell die bestklingenden Clip-Kopfhörer auf dem Markt. Huawei hat es nicht nur geschafft, mit dem ersten FreeClip einen neuen Kopfhörertyp zu etablieren, an dem sich später eine ganze Industrie orientiert hat, sondern mit der zweiten Generation diese Position durch gezielte Verbesserungen und echte Innovation weiter zu festigen.

Headset-Mikrofone der Huawei FreeClip 2

Die Huawei FreeClip 2 sind, wie man es von Huawei kennt, mit sehr guten Mikrofonen zum Telefonieren ausgestattet. Zwar gibt es hier kein extremes Marketing-Versprechen wie bei den Huawei FreeBuds 7i oder den Huawei FreeBuds Pro 4, bei denen Telefonate selbst bei Umgebungslautstärken von 90 bis 100 Dezibel beworben werden. Das halte ich persönlich für den Alltag auch nicht zwingend notwendig.

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Dennoch liefern die Huawei FreeClip 2 eine sehr gute Mikrofonqualität. Normal laute Umgebungsgeräusche, etwa in einem Café, an einer viel befahrenen Straße oder in anderen typischen Alltagssituationen, werden zuverlässig reduziert. Die eigene Stimme wird dabei klar, verständlich und sauber an den Gesprächspartner übertragen.

Damit sind die FreeClip 2 zwar nicht Huaweis absolute Referenz im Bereich Headset-Mikrofone, bei denen teilweise sogar Telefonate bei Konzert-Lautstärke möglich sind. Für den Alltag sind sie aus meiner Sicht aber mehr als ausreichend. In ruhigen Umgebungen überzeugt zudem die Stimmqualität, sodass sich die Huawei FreeClip 2 nicht nur für kurze private Gespräche eignen, sondern durchaus auch für längere Business-Telefonate eine gute Figur machen.

Guter Tragekomfort mit Fallerkennung

Wie bereits erwähnt, sind die Huawei FreeClip 2 mit einem Gewicht von nur 5,1 Gramm pro Hörer etwas mehr als ein halbes Gramm leichter als ihr Vorgänger. Dieser scheinbar kleine Unterschied wirkt sich im Alltag spürbar positiv auf den Tragekomfort aus.

Im Test halten die Huawei FreeClip 2 selbst bei sehr starken, ruckartigen Bewegungen überraschend sicher im Ohr und zwar bei mir sowie bei zwei weiteren Kollegen. Dabei ging es um Bewegungen, die deutlich über das hinausgehen, was beim normalen Sport, Laufen oder Rennen üblicherweise auf den Kopf einwirkt. In dieser Hinsicht liefern die FreeClip 2 eine überdurchschnittlich gute Stabilität.

Huawei FreeClip 2 Tragekomfort

Gleichzeitig bringt der sehr hohe Tragekomfort auch eine kleine Besonderheit mit sich. Trägt man die Hörer längere Zeit, insbesondere ohne Musik abzuspielen, könnte es passieren, dass man ein Herausfallen zunächst gar nicht bewusst wahrnimmt. Ähnlich wie bei einer Brille oder einer Kappe bleibt das Gefühl am Ohr noch kurz bestehen, obwohl der Hörer bereits nicht mehr dort sitzt.

Für dieses Szenario hat Huawei bei den FreeClip 2 eine clevere Lösung integriert. Mithilfe der verbauten Gyro- und Beschleunigungssensoren wird erkannt, wenn ein oder beide Hörer aus dem Ohr fallen. In diesem Moment geben die Hörer sofort einen Signalton von sich.

Das ist eine sehr sinnvolle und durchdachte Innovation von Huawei, die effektiv verhindert, dass man die FreeClip 2 Hörer unbemerkt verliert. Gerade bei einem so leichten und komfortablen Clip-Kopfhörer ist dieses Feature ein echter Mehrwert im Alltag.

Die FreeClip 2 besitzen zudem keinen festen linken oder rechten Hörer. Über Gyrosensoren erkennen sie selbstständig, in welchem Ohr sie getragen werden, und ordnen die Audiokanäle automatisch zu. Eine Funktion, die bereits beim Vorgänger vorhanden war und hier erneut überzeugt.

Bedienung und Handy-App der Huawei FreeClip 2

Die Huawei FreeClip 2 setzen wie schon ihr Vorgänger auf eine besondere Bedienlogik, die hier nicht ausschließlich über klassische Touchsensoren funktioniert, sondern zusätzlich Beschleunigungssensoren nutzt. Entscheidend ist dabei nicht die Berührung selbst, sondern die Bewegung. Es ist daher egal, ob man die Hörer auf der Vorderseite, Rückseite oder an der C-Bridge antippt, das Tippen wird über die Bewegung erkannt. Im Test funktioniert dieses Konzept weiterhin überraschend zuverlässig.

Huawei FreeClip 2 Hoerer

Es stehen die Gesten zweimal tippen und dreimal tippen zur Verfügung. Neu hinzugekommen ist ein Touchsensor auf dem hinteren Modul, über den sich eine Streich-Geste ausführen lässt.

Die Gestensteuerung ist in der AI Life App anpassbar, allerdings mit einem eher begrenzten Funktionsumfang:

  • Zweimal tippen: Wiedergabe/Pause, nächster Titel, vorheriger Titel, Sprachassistent aktivieren oder Funktion deaktivieren
    Zusätzlich dient diese Geste zum Annehmen, Ablehnen und Beenden von Anrufen.
  • Dreimal tippen: nächster oder vorheriger Titel
  • Streichgeste: Lautstärke anpassen oder Titel vor/zurück

Weitere Gesten stehen nicht zur Verfügung, wodurch die Individualisierungsmöglichkeiten insgesamt etwas eingeschränkt bleiben. Aber es gibt eine Optionale Kopf-Gesten-Steuerung, mit der Anrufe durch Nicken angenommen und durch Kopfschütteln abgelehnt werden können

Zudem stehen in der App folgende Funktionen zu Verfügung:

  • Equalizer
    • Vier Presets
    • individueller 10-Band-Fader
  • Kopfsteuerung aktivieren
  • intelligente Trageerkennung aktivieren
  • automatische Links-Rechts Hörerzuordnung
  • Niedriglatenzmodus aktivieren
  • Fallerkennung aktivieren
  • Firmware-Updates installieren

Insgesamt bieten die Huawei FreeClip 2 mit der Huawei AI Life App eine gute und moderne App-Integration. Sie deckt alle wichtigen Funktionen ab, ist in manchen Bereichen aber nicht ganz so umfangreich wie bei einigen Konkurrenzmodellen.

Bluetooth-Verbindung mit leichten Einschränkungen in EU

Die Huawei FreeClip 2 sind mit einem modernen Bluetooth-6.0-Chip ausgestattet und unterstützen die Standard-Audio-Codecs AAC und SBC. Zusätzlich gibt es Unterstützung für L2HC, eine von Huawei entwickelte Codec-Eigenlösung, die vor allem im asiatischen Markt verbreitet ist, in Europa jedoch selten bedient wird.

Darüber hinaus setzen die FreeClip 2 auf NearLink 2.0, eine ebenfalls von Huawei entwickelte Übertragungstechnologie, die über 2,4-GHz- und 5-GHz-Frequenzen arbeitet. NearLink ist als Alternative zu klassischem Bluetooth gedacht und ermöglicht eine höhere Datenübertragungsrate, setzt allerdings kompatible Huawei-Geräte voraus und spielt im europäischen Alltag bislang kaum eine Rolle.

Klassische, weit verbreitete hochauflösende Audio-Codecs wie LDAC oder Qualcomms aptX-Varianten werden von den Huawei FreeClip 2 leider nicht unterstützt. Für den europäischen Markt bleibt damit vor allem der AAC-Codec relevant. Positiv ist jedoch, dass AAC eine problemlose Nutzung mit allen iPhones und Android-Smartphones ermöglicht, ohne Einschränkungen bei der Kompatibilität.

Zusätzlich unterstützen die Huawei FreeClip 2 eine duale Geräteverbindung, sodass sie gleichzeitig mit zwei Geräten, etwa Smartphone und Laptop, verbunden sein können. Das funktioniert im Alltag zuverlässig und erhöht den Komfort deutlich.

Gute Akkulaufzeit dank Wegfall von ANC

Die Huawei FreeClip 2 sind pro Hörer mit einem 60-mAh-Akku ausgestattet, hinzu kommt ein 537-mAh-Akku in der Ladeschale. Da Open-Ear-Kopfhörer auf eine energieintensive Active-Noise-Cancelling-Technologie verzichten, erreichen die Huawei FreeClip 2 eine insgesamt sehr ordentliche Akkulaufzeit.

Huawei gibt eine Laufzeit von bis zu 8 Stunden pro Hörerladung bei 50 % Lautstärke und Nutzung des AAC-Codecs an. Im Test konnte ich bei gemischter Lautstärke eine Laufzeit von rund 7 Stunden bestätigen, was ein alltagstauglicher Wert ist.

Huawei FreeClip 2 Hoerer in Case

Mit der Akkubox lassen sich die Hörer etwas mehr als dreimal vollständig aufladen, womit man insgesamt problemlos durch mehrere Tage Nutzung kommt. Zusätzlich gibt es eine Schnellladefunktion: Laut Hersteller sollen 10 Minuten Ladezeit in der Ladeschale bis zu 3 Stunden Musikwiedergabe ermöglichen. In der Praxis lag der Wert bei mir eher bei etwa 2 Stunden, was dennoch absolut in Ordnung ist.

Geladen wird die Akkubox klassisch per USB-C-Kabel. Insgesamt bieten die Huawei FreeClip 2 damit keine rekordverdächtige, aber eine sehr gute und zuverlässige Akkulaufzeit, mit der man im Alltag definitiv problemlos klarkommt.

Fazit: Huawei FreeClip 2 noch besser mit innovativen Neuerungen

Die Huawei FreeClip 2 bauen konsequent auf den Stärken ihres Vorgängers auf und machen einen sehr guten Clip-Kopfhörer im Detail noch besser. Die Hörer sind kompakter und leichter, was den Tragekomfort spürbar verbessert. Dazu kommen sinnvolle neue Funktionen wie die Fallerkennung und die Swipe-Geste zur Lautstärkeregelung, die den Alltag merklich erleichtern.

Klanglich legen die FreeClip 2 ebenfalls zu und bleiben ihrer Linie treu. Detailreicher, sauberer Sound für ein Open-Ear-Format, kombiniert mit bewährten, innovativen Funktionen wie der automatischen Links-Rechts-Erkennung und der Gestensteuerung über Beschleunigungssensoren. Gerade Letzteres sorgt für eine sehr zuverlässige und einfache Bedienung, weil es weniger darauf ankommt, wo man den Hörer berührt, sondern nur dass man ihn antippt.

Kritikpunkte gibt es nur wenige. Für den europäischen Markt fehlt weiterhin ein klassischer hochauflösender Audio-Codec. Zwar bietet Huawei mit NearLink 2 und dem L2HC-Codec in Asien sehr hohe Übertragungsraten, hierzulande bleibt man aber auf die gängigen Standards beschränkt. Zudem ist die Huawei AI Life App nicht direkt im Play Store verfügbar, sondern muss über die Huawei AppGallery oder als APK installiert werden.

Abseits dieser zwei Einschränkungen sind die Huawei FreeClip 2 für mich sowohl klanglich als auch funktional der beste und innovativste Clip-Kopfhörer, den man aktuell kennt. Huawei hat nicht nur diese Produktkategorie maßgeblich geprägt, sondern setzt mit der zweiten Generation weiterhin den Maßstab.

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Tim

Gadget-Nerd bei China-Gadgets seit 2015 und immer auf der Suche nach günstigen, hochwertigen Audio-Alternativen.

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