Hands-On

Samsung Galaxy Buds4 Halb-In-Ear Kopfhörer für 179,99€

Mit den Samsung Galaxy Buds4 bietet Samsung auch eine Halb-In-Ear-Variante innerhalb des neuen Wireless-Kopfhörer-Line-ups an. Für wen sich der Kauf lohnt und welche Alternativen möglicherweise die bessere Wahl sein könnten, erfahrt ihr hier.

Samsung Galaxy Buds4 Titel

Vor- und Nachteile der Samsung Galaxy Buds4

  • Perfekt für Samsung-Ökosystem
  • Angenehm zu tragen
  • Einschränkungen mit Nicht-Samsung-Android-Geräten
  • ANC mit geringem Effekt

Spärlicher Lieferumfang

Im Lieferumfang der Samsung Galaxy Buds4 findet sich lediglich das Nötigste: die Kopfhörer selbst, ein mehrsprachiger Quickstart-Guide und eine Garantiekarte. Ein Ladekabel ist nicht (mehr) enthalten – schade. Samsung setzt hier auf Minimalismus, was nicht besonders kundenfreundlich wirkt.

Samsung Galaxy Buds4 Lieferumfang

Gleiches Design wie Pro-Modell

Optisch unterscheiden sich die Samsung Galaxy Buds4 kaum von der Pro-Variante, abgesehen vom Hörerkorpus ohne Gummipolster. Die Kopfhörer sind in Schwarz und Weiß erhältlich. Auf den Hörerstäben befindet sich eine Zierleiste aus Metall, die dem Design eine hochwertige Note verleiht.

Samsung Galaxy Buds4 In Hand in Box

Mit Maßen von 30,5 x 18,3 x 19,3 mm und einem Gewicht von 4,6 g pro Hörer sind sie etwa 0,5 g leichter als die In-Ear-Pro-Variante. Der Schutz gegen Staub und Spritzwasser entspricht IP54, nicht der beste Wert, aber für den Einsatz im Fitnessstudio oder anderen Sportarten ausreichend.

Samsung hat bereits vor einigen Jahren mit den Galaxy Buds Live einen Halb-In-Ear-Kopfhörer im Bohnen-Look ausprobiert, der jedoch nicht gut ankam. Seit dem letzten Jahr orientiert sich Samsung daher stark am Apple-Line-Up und bietet mit den Galaxy Buds3 und nun den Galaxy Buds4 Halb-In-Ear-Kopfhörer an, die optisch den Apple AirPods 4 ähneln. Es scheint, als habe Samsung eingesehen, dass Apple den Markt für Halb-In-Ear-Kopfhörer definiert hat und ein ähnliches Modell im eigenen Line-Up unverzichtbar ist.

Samsung Galaxy Buds4 Hoererinnenseite

Das Lade-Etui hat mit 51 x 28,3 x 51 mm exakt die gleichen Maße wie beim Pro-Modell und wiegt 45,1 g. Optisch ist es dem Pro-Modell zum Verwechseln ähnlich, lediglich das Inlay ist für die Halb-In-Ear-Hörer angepasst. Die durchsichtige Oberseite des Cases ermöglicht es, auf einen Blick zu erkennen, ob die Kopfhörer darin liegen.

In Sachen Verarbeitung und Material gibt es nichts auszusetzen, das ist bei einem Hersteller wie Samsung und einem Preis von 180 Euro auch selbstverständlich.

Sound: Dynamischer Singletreiber mit Kompromissen

Die Samsung Galaxy Buds4 sind mit einem dynamischen Singletreiber ausgestattet. Eine genaue Spezifikation fehlt leider in den technischen Daten von Samsung. Wie bei Halb-In-Ear-Kopfhörern üblich, ist der Sitz im Ohr entscheidend dafür, wie der Klang wahrgenommen wird. Im Gegensatz zu In-Ear-Kopfhörern mit Ohrpolstern gibt es hier keine Möglichkeit, den Kopfhörer individuell an das Ohr anzupassen. Entweder passt er gut oder nicht.

Samsung Galaxy Buds4 Treiber

Bei mir sitzen Halb-In-Ear-Kopfhörer meist etwas lockerer, was die Basswiedergabe eher mittelmäßig erscheinen lässt. Grundsätzlich kommen in Halb-In-Ear-Kopfhörern oft größere dynamische Treiber zum Einsatz, die tiefere Frequenzen besser schwingen können, um den Bassverlust durch die lockere Passform auszugleichen. Das geht jedoch zu Lasten des Hochtons, da eine Membran, die langsam tiefe Frequenzen erzeugt, nicht gleichzeitig präzise hohe Töne wiedergeben kann.

Da es sich bei den Galaxy Buds4 im Vergleich zur Pro-Variante nicht um einen Zwei-Wege-Lautsprecher, sondern um einen Ein-Wege-Lautsprecher handelt, fehlt hier deutlich an Frequenzumfang im Hochton und Mitteltonspektrum.

Die Samsung Galaxy Buds4 und die Xiaomi Buds 5 sind sich sehr ähnlich, sowohl in der Bedienung als auch in den Spezifikationen. Beide orientieren sich an den Apple AirPods 4. Im direkten Vergleich klingt die Xiaomi-Variante für mich etwas basslastiger mit stärker betonten Mitten, während der Hochton etwas unpräziser wirkt. Die Samsung Galaxy Buds4 bieten einen etwas gedämpfteren Tiefton, zurückgenommene Mitten und einen präziseren Hochton.

Samsung Galaxy Buds4 und Xiaomi Buds 5

Die Unterschiede sind subtil und fallen vor allem auf, wenn man beide Kopfhörer direkt vergleicht. Beide sind gute Halb-In-Ear-Kopfhörer, mit denen man zufrieden sein kann, wenn man diese Bauform bevorzugt.

Die Xiaomi Buds 5 sind im Angebot bereits für etwa 50 Euro erhältlich, während die Samsung Galaxy Buds4 mit 180 Euro UVP zu Buche schlagen. Zwar wird der Preis der Samsung-Modelle voraussichtlich mit der Zeit näher an die 100-Euro-Marke heranrücken, doch aktuell stellt sich die Frage: Wofür zahlt man bei Samsung 180 Euro, wenn die Xiaomi Buds 5 klanglich gleichwertig sind und deutlich günstiger?

Aktive Geräuschunterdrückung: Kaum spürbarer Effekt

Die Samsung Galaxy Buds4 sind, ähnlich wie die Modelle von Xiaomi und Apple, mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) ausgestattet. Doch bei Halb-In-Ear-Kopfhörern steht und fällt der Effekt der ANC-Technologie mit der Passform. Selbst die beste ANC-Technologie nutzt nichts, wenn Störgeräusche direkt am Gehörgang vorbeidringen, weil der Kopfhörer nicht richtig abdichtet.

Beim Einschalten des ANC ist zwar eine leichte Reduzierung der Umgebungsgeräusche spürbar, aber der Effekt ist sehr gering. Das gilt für die Samsung Galaxy Buds4 genauso wie für alle anderen Halb-In-Ear-Kopfhörer, die ich bisher getestet habe.

Samsung Galaxy Buds4 ANC

Die Implementierung von ANC in Halb-In-Ear-Kopfhörern wirkt oft wie ein unnötiges Feature, das lediglich die Akkulaufzeit verkürzt. Ich würde ANC bei diesen Kopfhörern ausgeschaltet lassen und stattdessen eine längere Laufzeit bevorzugen.

Tragekomfort: Ohne drückende Hörer

Ich habe den Tragekomfort bereits mehrfach angesprochen, insbesondere, wie er sich auf Klang und ANC auswirkt. Aufgrund der offenen Passform fallen beide Aspekte bei Halb-In-Ear-Kopfhörern tendenziell schlechter aus. Allerdings hat diese Bauform ohne Gummipolster auch einen großen Vorteil: Die Hörer drücken nicht im Ohr und lassen sich dadurch viel angenehmer tragen.

Viele Nutzer empfinden den Druck von In-Ear-Kopfhörern als unangenehm und bevorzugen daher die offene Bauform der Halb-In-Ear-Kopfhörer, was ich absolut nachvollziehen kann. Wie bei anderen Halb-In-Ear-Modellen ist der Sitz locker und angenehm, allerdings fallen sie mir persönlich dadurch deutlich schneller aus den Ohren als In-Ear-Kopfhörer.

Für Krafttraining im Fitnessstudio oder eine Runde Radfahren reichen die Galaxy Buds4 aus. Bei heftigen Bewegungen wie einem Sprint zum Bus oder Kopfschütteln fallen sie mir jedoch schnell aus dem Ohr. Daher sind sie für mich persönlich nicht ideal für intensiven Sport geeignet.

Ein Kopfhörer für das eigene Ökosystem

Die Samsung Galaxy Buds4 sind, wie die Galaxy Buds4 Pro, vor allem für Nutzer des Samsung-Ökosystems interessant. Wer also nicht all seine Android-Geräte aus dem Hause Samsung hat, der bekommt es, je nach Nutzung, ggf. mit Einschränkungen zu tun.

Bedienung & App

Die Bedienung erfolgt über Berührungsgesten, bei denen man die Hörerstäbe einmal, zweimal oder dreimal zusammendrückt, zusammenhält oder eine Streichgeste zur Lautstärkeregulierung nutzt. Diese Bedienung ist stark an die Apple AirPods Pro angelehnt und wird mittlerweile von vielen Halb-In-Ear-Kopfhörern übernommen.

Samsung Galaxy Buds4 Hoererstaebe

Für Samsung-Handys sind die Buds4 direkt in die Systemeinstellungen integriert, was eine individuelle Anpassung ermöglicht. Nutzer anderer Android-Geräte können auf die Samsung Wearable App zurückgreifen. Dort stehen Funktionen wie:

  • Equalizer-Anpassung mit 9-Band-Fader oder Presets
  • ANC-Modi (durchschaltbar)
  • Firmware-Updates
  • 360-Grad-Sound

zur Verfügung.

Samsung Galaxy Buds4 Equalizer

Konnektivität

Die Galaxy Buds4 sind mit einem Bluetooth-6.1-Chipsatz ausgestattet und unterstützen neben den Standard-Codecs AAC und SBC auch Samsungs eigenen hochauflösenden SSC-Codec. Dieser funktioniert jedoch nur mit Samsung-Geräten und ermöglicht eine maximale Bitrate von 24 Bit und 96 kHz.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Bluetooth-Multipoint-Verbindung ausschließlich mit Samsung-Geräten funktioniert. Innerhalb des Ökosystems ist die Verbindung stabil und zuverlässig, ähnlich wie bei Apple. Sobald die Kopfhörer einmal mit einer Samsung-ID verbunden sind, werden sie automatisch mit allen anderen Geräten, die dieselbe ID nutzen, gekoppelt.

Außerhalb des Samsung-Ökosystems ist Multipoint jedoch nicht nutzbar. Das ist ein Nachteil, da viele Nutzer möglicherweise ein Samsung-Handy, aber kein weiteres Samsung-Gerät besitzen. Die Verbindungsreichweite beträgt im Test etwa 15 Meter und ist stabil.

Akzeptable Akkulaufzeit

Die Samsung Galaxy Buds4 sind pro Hörer mit einem 45-mAh-Akku ausgestattet, während das Lade-Etui eine Kapazität von 515 mAh bietet. Im Vergleich zum Pro-Modell (61 mAh pro Hörer) sind die Akkus der Buds4 deutlich kleiner.

Laut Herstellerangaben beträgt die Laufzeit bei mittlerer Lautstärke und aktiviertem ANC unter Nutzung des AAC-Codecs bis zu 5 Stunden. Im Praxistest erreichte ich bei gemischter Lautstärke jedoch nur etwa 4 Stunden mit aktiviertem ANC.

Die Akkubox ermöglicht etwa 3,5 vollständige Aufladungen der Hörer. Das Aufladen des Cases ist sowohl per USB-C als auch kabellos möglich.

Ich bin etwas enttäuscht, dass die Akkus im Vergleich zum Pro-Modell so deutlich kleiner ausfallen. Eine Laufzeit von 6 Stunden mit ANC wäre wünschenswert gewesen. Bei einem Preis von 180 Euro ist die Laufzeit akzeptabel, aber nicht überzeugend.

Einschätzung: Ein Kopfhörer von Samsung für Samsung

Die Samsung Galaxy Buds4 lohnen sich aus meiner Sicht nur, wenn man mehrere Samsung-Geräte besitzt, mit denen man ihr volles Potenzial ausschöpfen kann. Heißt, Multipoint-Verbindungen, den hochauflösenden Samsung-Codec und die direkt ins System integrierten Einstellungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus gibt es wenig, was die Buds4 besser macht als die Konkurrenz. Der Sound ist okay, aber stark davon abhängig, wie gut sie im Ohr sitzen. Das ANC hat für mich einen geringen Effekt, auch hier hängt die Wirkung vom Sitz ab. Der Tragekomfort ist angenehm, aber ebenfalls abhängig von der vorgegebenen, nicht anpassbaren Korpusform.

Ich hätte mir gewünscht, dass Samsung auf die ANC-Technik verzichtet, die bei einer offenen Bauform ohnehin fragwürdig ist, und stattdessen den Kopfhörer 50 Euro günstiger anbietet. So wäre er aus meiner Sicht deutlich attraktiver.

Alternativen wie die Xiaomi Buds 5 bieten einen ähnlich guten Klang, einen vollständigen Funktionsumfang (inklusive Multipoint-Verbindungen) und sind deutlich günstiger. Zudem ist der hochauflösende Codec bei Xiaomi dank Snapdragon Sound nicht an das Betriebssystem gekoppelt, sondern immerhin an den verbauten Prozessor.

Zusammenfassend ist der Kundenkreis, für den sich die Samsung Galaxy Buds4 wirklich lohnen, relativ klein. Für alle anderen gibt es gleichwertige, aber günstigere Alternativen, die besser mit Android (nicht nur Samsung) funktionieren.

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Tim

Gadget-Nerd bei China-Gadgets seit 2015 und immer auf der Suche nach günstigen, hochwertigen Audio-Alternativen.

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