Amazon plant angeblich neues Smartphone: Projekt „Transformer“ soll den Fire-Phone-Flop vergessen machen
Mehr als ein Jahrzehnt nach einem der größten Hardware-Flops der Unternehmensgeschichte wagt Amazon offenbar einen neuen Anlauf auf dem Smartphone-Markt. Der E-Commerce-Gigant soll aktuell unter dem Codenamen „Transformer“ an einem neuen Mobilgerät arbeiten. Der Fokus liegt dabei voll auf Künstlicher Intelligenz und einer tiefen Integration des hauseigenen Ökosystems.
Inhalt
Projekt „Transformer“: KI statt App-Store
Das neue Amazon-Smartphone soll sich fundamental von klassischen Geräten wie dem iPhone oder der Samsung Galaxy-Reihe unterscheiden. Anstatt Nutzer durch ein Menü voller Apps navigieren zu lassen, soll das „Transformer“ als persönliches KI-Steuergerät fungieren. Dabei soll die Sprachassistentin Alexa eine zentrale Rolle spielen.

Ähnlich wie beim Konzept des T-Phone 3 der Telekom sollen klassische App-Downloads künftig teilweise überflüssig werden. Die KI soll Aufgaben wie den Einkauf auf Amazon, das Streamen über Prime Video und Music oder auch Essensbestellungen über Partnerdienste direkt über Sprachbefehle oder automatisierte Abläufe ausführen. Letztlich dient das Smartphone in erster Linie dazu, die Kunden noch nahtloser an die Dienste von Amazon zu binden und die allgemeine KI-Nutzung im Alltag zu forcieren.
Vom Flaggschiff bis zum Feature Phone
Entwickelt wird das Gerät von einer neuen, internen Gruppe namens ZeroOne, die explizit auf „bahnbrechende“ Gadgets spezialisiert sein soll. Geleitet wird das Team von dem ehemaligen Microsoft-Manager J. Allard, der bereits durch die Xbox und den Zune-Player bekannt wurde, während Amazons Hardware-Chef Panos Panay den generellen Vorstoß der Sparte in Richtung Profitabilität verantwortet. Spannend ist, dass sich Amazon laut den Insidern noch nicht auf einen finalen Formfaktor festgelegt hat und in zwei Richtungen experimentiert.

Neben einem voll ausgestatteten klassischen Smartphone, das direkt mit den Branchengrößen konkurrieren soll, steht auch ein Feature-Phone im Raum. Dieses minimalistische Gerät soll vom rund 700 US-Dollar teuren Light Phone inspiriert sein, auf einen Browser sowie klassische App-Stores verzichten und so die Bildschirmabhängigkeit reduzieren. Ein solches Feature-Phone könnte von Amazon gezielt als Zweitgerät vermarktet werden, das Nutzer zusätzlich zu ihrem bestehenden iPhone oder Galaxy-Smartphone bei sich tragen.
Der lange Schatten des Fire Phone
Wer an ein Smartphone von Amazon denkt, erinnert sich unweigerlich an das Jahr 2014, als Jeff Bezos stolz das Fire Phone präsentierte. Das Gerät scheiterte jedoch grandios bei den Käufern. Ein Hauptgrund war das proprietäre Fire OS, das schlichtweg keinen Zugang zu den beliebten Android- oder iOS-Apps bot.

Zudem fraß das aufwendige 3D-Kamerasystem extrem viel Akku und ließ das Gerät häufig überhitzen. Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten: Nach nur 14 Monaten wurde der Verkauf komplett eingestellt. Für Amazon bedeutete das damals eine gewaltige Abschreibung von satten 170 Millionen US-Dollar für unverkaufte Bestände.
Einschätzung: Ein hochriskantes Spiel
Dass Amazon es noch einmal wissen will, ist mutig. Der Markt wird zu rund 40 Prozent von Apple und Samsung dominiert, und die weltweiten Smartphone-Verkäufe sind aktuell ohnehin rückläufig. Zudem ist die jüngste Historie von reiner KI-Hardware geprägt von vernichtenden Kritiken und schnellen Produkteinstellungen. Wir erinnern uns da an den Humane AI Pin und den Rabbit R1.
Amazon hat zwar mit AWS, Prime und Alexa eine gigantische Infrastruktur im Rücken, doch das Zeitfenster für Innovationen ist extrem klein, da auch Apple und Google längst an tief integrierten KI-Lösungen auf Systemebene arbeiten. Wann – und ob – das „Transformer“-Phone jemals auf den Markt kommt, steht aktuell noch in den Sternen. Das Projekt befindet sich noch mitten in der Entwicklung und könnte jederzeit wieder eingestampft werden.
Quellen:
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