DJI Osmo Pocket 4P vorgestellt: Die ultimative „Immer dabei“-Kamera?
DJI hat mit der Osmo Pocket 4P seine erste Gimbal-Kamera mit Dual-Objektiv vorgestellt. Erst in China, jetzt auch offiziell in Europa. Auf dem Papier klingt sie nach einer kleinen Revolution für die Hosentasche: Ein 1-Zoll-Hauptsensor mit satten 17 Blendenstufen Dynamikumfang dank LOFIC-Technologie und eine zusätzliche 60-mm-Porträtlinse. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Die eierlegende Wollmilchsau hat an Gewicht zugelegt und kostet einen ordentlichen Aufpreis gegenüber dem Standardmodell.
- DJI Osmo Pocket 4P
- bei DJI ab 599€
Inhalt
Der direkte Vergleich: Pocket 4P vs. Standard-Pocket 4
Im direkten Vergleich zur normalen DJI Osmo Pocket 4, die für rund 479€ über die Ladentheke geht, muss man für das Pro-Modell (4P) mindestens 599€ auf den Tisch legen. Was bekommt man für diesen Aufpreis von 140€?
Die Standard-Version bietet bereits einen 1-Zoll-Sensor mit 14 Blendenstufen Dynamikumfang, 107 GB internen Speicher und 4K-Aufnahmen bei 240 Bildern pro Sekunde (Zeitlupen-Modus). Die „P“-Version setzt nun noch ein Schippchen drauf: Sie nutzt einen neuen Hauptsensor mit LOFIC-Technologie, was den Dynamikumfang auf gigantische 17 Blendenstufen anhebt und das neue D-Log 2 Farbprofil ermöglicht. Die LOFIC-Technologie kommt zum Beispiel auch im Xiaomi 17 Ultra zum Einsatz. Der wohl offensichtlichste Unterschied ist jedoch die zweite Linse – ein 60-mm-Mittelteleobjektiv für Porträtaufnahmen mit dreifachem optischen Zoom.
Was ist LOFIC? Es handelt sich um die innovative Technologie (Lateral Overflow Integration Capacitor), die schon im Xiaomi 17 Ultra zum Einsatz kam. Die Technologe funktioniert wie eine Art „Überlauftank“, aber für Licht, um überbelichtete Bildbereiche zu verhindern.
Das Versprechen der zwei Linsen
Zwei Kameras in einem winzigen Gehäuse klingen verlockend. Man wechselt einfach per Fingertipp vom weitwinkligen Vlog-Modus in eine engere Porträteinstellung. Das primäre Weitwinkelobjektiv (20 mm Äquivalent, f/2,0) ist dank der erwähnten LOFIC-Technologie selbst für Gegenlicht oder kontrastreichen Szenen gewappnet.
Bei der zweiten Linse, dem 60-mm-Teleobjektiv mit einer Lichtstärke von f/1,8, lohnt sich jedoch ein kritischer Blick aufs Kleingedruckte. DJI bewirbt hier eine beeindruckende Hintergrundunschärfe. Physikalisch entspricht die Schärfentiefe auf dem kleineren Sensor allerdings nur einer Blende von f/6,3 im Kleinbildformat. Wer hier auf ein butterweiches, kinoreifes Bokeh wie bei einer Systemkamera hofft, wird enttäuscht sein – es sei denn, man klebt förmlich am Motiv.
Gewicht, Hitze und Akkulaufzeit: Die Gesetze der Physik
Mit 230 Gramm ist die Osmo Pocket 4P spürbar schwerer geworden als ihre Vorgänger. Die Kamera entfernt sich damit aber noch nicht vom Konzept des „immer dabeihabenden Leichtgewichts“. Auch das wird man noch leicht mit im Rucksack oder der Bauchtasche mitnehmen können und genau das macht die Kamera so beliebt.
Dazu kommt ein altbekanntes Problem, das durch die zusätzliche Hardware und die hohe Rechenleistung für 4K/240fps und D-Log 2 nicht besser wird: die Hitzeentwicklung. Wer die Kamera im Hochsommer länger ausreizt, muss mit vorzeitigen Abschaltungen rechnen. DJI verspricht zwar bis zu 210 Minuten Akkulaufzeit, diese Werte werden in der Praxis – vor allem beim Filmen in maximaler Auflösung mit aktivem Tracking – erfahrungsgemäß deutlich unterschritten. Das schnelle Laden in 18 Minuten auf 80 Prozent lindert diesen Schmerz zwar etwas, macht die Physik aber auch nicht ungeschehen.
Die ultimative „Immer dabei“-Kamera?
Der Preis von 599€ für die Standard-Combo und 689€ für die Vlog-Combo rückt die Pocket 4P in ein hart umkämpftes Segment. Wer nicht zwingend einen mechanischen Gimbal benötigt, sollte auch über den Tellerrand schauen:
Für klassische Vlogger, die maximale Bildqualität und echten Objektivwechsel suchen, ist eine kompakte Systemkamera wie z.B. die Sony ZV-E10 II trotz eines etwas höheren Preises oft die nachhaltigere Investition. Sucht man hingegen die ultimative Robustheit für Action-Einsätze, fährt man mit klassischen Action-Cams wie der Insta360 Ace Pro 2 meist sicherer, da Gimbals von Natur aus extrem sturzanfällig sind.
Die DJI Osmo Pocket 4P ist zweifellos ein technologisches Vorzeigeobjekt auf kleinstem Raum. Wer beruflich filmt, viel mit Farbkorrektur arbeitet und die 17 Blendenstufen sowie die Flexibilität von zwei Brennweiten zwingend braucht, bekommt hier ein hochspezialisiertes Werkzeug. Für den normalen Creator oder Gelegenheits-Vlogger bietet die normale Osmo Pocket 4 jedoch das deutlich bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie spart Geld, Gewicht und liefert für den Alltagsgebrauch eine nahezu identische Bildqualität, ohne den Ballast der zweiten Linse mitzuschleppen. Und selbst da können wir sogar noch den Vorgänger empfehlen, der inzwischen bei AliExpress auch schon für rund 300€ zu haben ist.
Quelle:
- DJI
Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem eBay und das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.





Kommentar schreiben