Test

Creative Aurvana Ace 3 wireless In-Ears mit Hybrid-Treiber für 119,99€

Die Creative Aurvana Ace 3 haben eine Menge zu bieten: duale Treiber, Snapdragon Sound, LDAC-Codec, Handy-App und transparentes Case-Design, das mein Nerd-Herz an den transparenten Gameboy Color erinnert. Kann er sich preislich am Markt behaupten? Das erfahrt ihr in diesem Test.

Creative Aurvana Ace 3 Titel

Vor- und Nachteile der Creative Aurvana Ace 3

  • Klang mit XMEMS-Solid-State-Treiber
  • Transpaerntes Design
  • Handy-App Funktionen
  • Gr0ße Codec-Auswahl
  • ANC nicht auf Flagship-Niveau

Verpackung und Lieferumfang ein bisschen 2018

Die Kopfhörer kommen in einem schicken schwarzen Karton, auf dessen Vorderseite die Kopfhörer samt Ladecase abgebildet sind. Auf den Seiten findet man einige Produktspezifikationen und Hinweise.

Im Lieferumfang enthalten sind die Kopfhörer, die Akkubox, ein USB-A-zu-USB-C-Ladekabel, insgesamt fünf Paar Ohrpolster, eine Bedienungsanleitung sowie eine kleine samtige Transporttasche für die Akkubox. Letztere ist eine nette Beigabe, die man bei In-Ear-Kopfhörern eher selten sieht.

Creative Aurvana Ace 3 Lieferumfang

Weniger gelungen wirkt für mich die Art der Verpackung im Inneren. Die Ladebox ist noch einmal in einer weiß-milchigen Plastiktüte verpackt, was mich ehrlich gesagt ein bisschen zurück ins Jahr 2018 versetzt, als nahezu alle Kopfhörer so kamen. Diesen Schritt sparen sich mittlerweile die meisten Hersteller und er wirkt auf mich auch nicht besonders hochwertig. Das Gleiche gilt für das USB-Ladekabel und die zusätzlichen Ohrpolster, die ebenfalls jeweils in einzelnen Plastiktüten verpackt sind. Das hätte man sich aus meiner Sicht sparen können. Andere Hersteller präsentieren ihre Produkte beim Auspacken inzwischen deutlich wertiger und nachhaltiger.

Design mit teiltransparenter Akkubox

An sich sind die Creative Aurvana Ace 3 optisch und vom Formfaktor her erst einmal ein recht gewöhnlicher In-Ear-Kopfhörer. Die Akkubox hat mit 64,7 × 49,1 × 27 mm eine sehr gängige Größe und Form. Auch die Ohrhörer selbst bewegen sich mit Maßen von 35 × 23,7 × 26,1 mm im üblichen Rahmen, selbst wenn die Hörerstäbe bei manchen aktuellen Modellen inzwischen etwas kürzer ausfallen. Das Gewicht ist mit rund 5 g pro Hörer und etwa 43 g für die Akkubox ebenfalls absoluter Durchschnitt.

Creative Aurvana Ace 3 Hoerer in Hand

Das Besondere an den Creative Aurvana Ace 3 ist vor allem die Farbwahl und das teiltransparente Design der Akkubox. Die Hörer selbst sind in einem dunklen Blauton gehalten, während das Ladecase, abgesehen vom Deckel, leicht durchsichtig ist. Dadurch lassen sich beispielsweise die Hörerstäbe und deren Führung erkennen, ebenso schimmert die Platine im Inneren durch das Gehäuse. Auf der Rückseite sieht man sogar die Spule für das kabellose Qi-Laden durchscheinen. Das erinnert optisch ein wenig an die transparente Version des Gameboy Colors. Für mich als Gadget-Nerd ist das ein nettes Detail, da man einen kleinen Einblick bekommt, was sich im Inneren der Akkubox befindet. Etwas, das man bei nur wenigen In-Ear-Kopfhörern sehen kann.

Creative Aurvana Ace 3 Qui Spule

Der Kopfhörer ist ausschließlich in dieser dunkelblauen Farbvariante erhältlich. Weitere Farboptionen scheint es nicht zu geben, was für ein als Topmodell positioniertes Produkt eher unüblich ist. Mir persönlich gefällt dieser Ansatz aber gut, sowohl farblich als auch optisch.

Die Hörer sind nach IPX5 gegen Spritzwasser geschützt. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Wie bei nahezu allen Wireless-In-Ear-Kopfhörern besteht das Gehäuse aus Kunststoff, Verarbeitungs- oder Materialfehler konnte ich im Test nicht feststellen. Creative erfindet mit den Aurvana Ace 3 das Rad also nicht neu. Es bleibt ein insgesamt sehr gewöhnlicher In-Ear-Kopfhörer, der sich jedoch durch das teiltransparente Ladecase als Hingucker absetzt und einen Einblick bietet, den man bei nur wenigen anderen Modellen bekommt.

Sehr guter Sound mit Hybrid-Treibersystem

Die Creative Aurvana Ace 3 sind mit einem hybriden Treibersystem ausgestattet. Zum Einsatz kommt jeweils ein XMEMS-Solid-State-Treiber, der sich um einen klaren und präzisen Hochton kümmert, sowie ein zusätzlicher dynamischer Treiber mit einem Membrandurchmesser von 10 Millimetern, der für den Tiefton verantwortlich ist.

Im Test liefern die Creative Aurvana Ace 3 Wireless-In-Ear-Kopfhörer eine überraschend große und detailreiche Klangbühne. Vor allem im Hochtonbereich performen sie für ihren Preisbereich aus meiner Sicht überdurchschnittlich. Gerade bei Live-Mitschnitten, klassischer instrumentaler Musik oder Unplugged-Alben machen die Kopfhörer eine sehr gute Figur. Man kann regelrecht in den Raum „hineinhören“, Instrumente wirken sauber getrennt und insgesamt sehr natürlich.

Creative Aurvana Ace 3 Hoerer Innenseite

Gleichzeitig machen die Kopfhörer auch bei elektronischer Musik oder anderen basslastigen Genres Spaß. Der 10-mm-Dynamiktreiber sorgt für einen satten, tiefen und wuchtigen Bass, wenn dieser gefordert ist. In ruhigeren oder weniger bassbetonten Passagen bleibt der Tiefton hingegen kontrolliert. Stimmen oder Instrumente, die keinen Bassanteil haben sollten, werden nicht künstlich aufgebläht oder überbetont wiedergegeben.

Damit liefern die Creative Aurvana Ace 3 für mich insgesamt ein sehr ausgewogenes und hochwertiges Klangbild. Im direkten Vergleich zu Modellen wie den Soundcore Liberty 5 empfinde ich den Sound der Aurvana Ace 3 als deutlich überlegen. Klanglich können sie aus meiner Sicht problemlos mit vielen aktuellen Flagship-ANC-In-Ear-Kopfhörern im Preisbereich um 200 Euro mithalten.

Aktive Geräuschunterdrückung leider nur Mittelmaß

Die Creative Aurvana Ace 3 sind mit einer adaptiven aktiven Geräuschunterdrückung ausgestattet. Im Test liefert die aktive Geräuschunterdrückung eine solide Performance, kann aber nicht mit dem Flagship-ANC von Sony, Apple, Samsung oder auch Soundcore mithalten. Das relativiert gleichzeitig den Preis ein Stück weit. Denn wer diesen Kopfhörer vor allem wegen seines Klangs kauft, ist hier sehr gut aufgehoben. Wer hingegen besonders großen Wert auf eine möglichst starke aktive Geräuschunterdrückung legt, sollte sich eher bei anderen Modellen umsehen.

Das ANC der Creative Aurvana Ace 3 unterdrückt vor allem tieffrequente, monotone und gleichbleibende Geräusche zuverlässig. Ab einer gewissen Grundlautstärke der Musik sind diese Umgebungsgeräusche dann kaum noch wahrnehmbar. Deutlich schwächer fällt die Leistung jedoch bei hohen und in der Frequenz schwankenden Umgebungsgeräuschen aus. Hier ist die Geräuschunterdrückung weniger effektiv als beispielsweise bei der Soundcore Liberty 5.

Creative Aurvana Ace 3 und Soundcore Liberty 5

Am Ende hängt die Entscheidung stark vom eigenen Anspruch ab. Wer ANC eher als nettes Zusatzfeature betrachtet und sich darüber freut, dass es in Bus und Bahn etwas ruhiger wird, kann mit dem ANC der Aurvana Ace 3 gut leben. Wer jedoch möglichst ungestört in Cafés, im Büro oder anderen lauten Umgebungen arbeiten möchte und nahezu nichts von seiner Umwelt wahrnehmen will, ist mit einem stärker auf ANC fokussierten Modell vermutlich besser beraten.

Headset und Tragekomfort

Die Creative Aurvana Ace 3 bieten dank der großen Auswahl an Ohrpolstern für mich einen guten Tragekomfort. Je nach Ohrform und persönlicher Passform kann das natürlich variieren, sodass eure eigenen Erfahrungen hier etwas anders ausfallen können. In meinem Test saßen die Hörer angenehm im Ohr und auch über längere Zeit ohne Druckgefühl.

Creative Aurvana Ace 3 Tragekomfort

Das Headset der Creative Aurvana Ace 3 liefert insgesamt eine solide Leistung. Beim Telefonieren werden Umgebungsgeräusche bis zu einem gewissen Lautstärkegrad zuverlässig reduziert. In ruhigen Umgebungen oder bei kurzen Telefonaten funktioniert das Headset ohne Probleme und die Stimme wird klar und verständlich übertragen. In sehr lauten Umgebungen stößt die Geräuschunterdrückung der Mikrofone allerdings an ihre Grenzen, bleibt insgesamt aber auf einem ordentlichen Niveau für den Alltag.

Bedienung und Handy-App

Die Creative Aurvana Ace 3 sind auf den Hörerrückseiten mit Touchsensoren ausgestattet, die sich in der Creative App individualisieren lassen. Unterstützt werden die Gesten Doppeltippen, dreimal Antippen sowie Tippen und Halten. Letztere Geste ist fest für die Lautstärkeregelung vorgesehen, also Lautstärke verringern beziehungsweise erhöhen, und kann nicht anders belegt werden.

Creative Aurvana Ace 3 Hoerer auf Tisch

Die Gesten Doppeltippen und dreimal Antippen lassen sich in der App flexibel mit folgenden Funktionen belegen:

  • Wiedergabe / Pause
  • Nächster Titel
  • Umgebungsgeräuschsteuerung (ANC / Transparenz)
  • Sprachassistent
  • Anruf annehmen oder beenden

Eine Geste für einmal tippen gibt es bei den Creative Aurvana Ace 3 leider nicht, auch nicht optional, was die Bedienung etwas einschränkt.

In der Creative App lässt sich zudem der Klang umfangreich anpassen. Es gibt mehrere voreingestellte Equalizer-Presets sowie einen individuellen Equalizer mit 10-Band-Fader. Zusätzlich steht ein Sound-Personalisierungstest zur Verfügung, der auf Basis eines Hörtests ein persönliches Klangprofil erstellt.

Darüber hinaus können in der App die ANC-Modi konfiguriert werden. Es gibt einen Niedriglatenz-Modus, der sich beispielsweise für Videos oder Games eignet, sowie die Möglichkeit, den LDAC-Codec zu aktivieren. Ebenfalls lassen sich Audioansagen deaktivieren, was ich persönlich empfehle, da die englischen Sprachansagen nicht besonders gelungen sind.

Weitere Funktionen in der App sind die Trageerkennung, also automatisches Pausieren und Fortsetzen der Wiedergabe beim Ein- und Herausnehmen der Hörer, sowie natürlich Firmware-Updates. Insgesamt bietet die Creative App einen soliden Funktionsumfang.

Bluetooth mit einem breiten Codec-Angebot

Die Creative Aurvana Ace 3 Wireless In-Ear-Kopfhörer unterstützen neben den Standard-Codecs AAC und SBC auch LC3, aptX Adaptive, aptX Lossless inklusive Snapdragon Sound sowie zusätzlich den LDAC-Codec. Diese Kombination aus aptX-Codecs und LDAC ist eher selten, da man bei vielen Modellen meist nur eines von beiden bekommt. Hier hat man die Wahl, welchen hochauflösenden Codec man nutzen möchte.

Der verbaute Bluetooth-Chip arbeitet mit Bluetooth 5.4. Im Test konnte ich auf freier Fläche eine stabile Verbindungsreichweite von rund 15 Metern erreichen. In geschlossenen Räumen fällt die Reichweite, wie üblich, je nach Art und Beschaffenheit der Hindernisse etwas geringer aus. Innerhalb eines Raums gibt es jedoch keine Verbindungsprobleme.

Gute Akkulaufzeit

Die Hörer sind jeweils mit einem 52 mAh Akku ausgestattet, hinzu kommen 470 mAh in der Akkubox. Das sind insgesamt recht gewöhnliche Werte, wie man sie so oder in ähnlicher Form auch bei vielen anderen Wireless-In-Ear-Kopfhörern findet.

Creative gibt eine Laufzeit von bis zu sieben Stunden pro Ladung an. Dieser Wert dürfte mit dem energieeffizienten AAC-Codec und einer konstanten Lautstärke von etwa 50 % gemessen worden sein. Im Test konnte ich mit dem LDAC-Codec bei gemischter Lautstärke eine Laufzeit von rund fünf Stunden erreichen, was immer noch ein solider Wert ist.

Creative Aurvana Ace 3 USB C Anschluss

Dabei muss man berücksichtigen, dass der AAC-Codec deutlich energieeffizienter arbeitet als LDAC oder aptX, die im Gegenzug eine höhere Datenrate und damit potenziell bessere Klangqualität bieten. Je nach persönlicher Priorität lässt sich hier also gut abwägen, ob maximale Klangqualität oder maximale Laufzeit wichtiger ist.

Mit der Akkubox lassen sich die Hörer etwa dreimal vollständig aufladen. Die Ladebox selbst kann sowohl per USB-C als auch kabellos via Qi-Laden wieder aufgeladen werden.

Fazit: Ein klanglich sehr guter Kopfhörer

Die Creative Aurvana Ace 3 überzeugen vor allem beim Klang. Das hybride Treibersystem liefert ein sehr detailreiches, räumliches und gleichzeitig druckvolles Klangbild, das in dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich ist. Gerade für Hörerinnen und Hörer, denen Feinzeichnung, Bühne und Präzision wichtig sind, spielen die Aurvana Ace 3 ganz klar in der oberen Liga.

Ein weiterer Pluspunkt ist die teiltransparente Akkubox, die optisch aus der Masse heraussticht und dem Kopfhörer einen echten Wiedererkennungswert verleiht. Dazu kommt die außergewöhnlich breite Codec-Unterstützung mit LDAC, aptX Adaptive, aptX Lossless und Snapdragon Sound, die man in dieser Kombination nur sehr selten findet und die den Kopfhörer technisch extrem flexibel macht.

Abstriche muss man hingegen bei der aktiven Geräuschunterdrückung machen. Das ANC ist solide, bleibt aber klar im Mittelfeld und kann nicht mit den besten Lösungen von Sony, Apple oder auch Soundcore mithalten. Für den Alltag, Bus und Bahn reicht es aus, wer jedoch besonders viel Wert auf maximale Ruhe legt, wird hier nicht vollständig zufrieden sein.

Unterm Strich sind die Creative Aurvana Ace 3 ein sehr guter Kopfhörer für Klangliebhaber, bei dem der Fokus klar auf Audioqualität liegt. Ist ANC für euch zweitrangig und der Klang das wichtigste Kaufkriterium, passt das Gesamtpaket gut zum Preis. Wer hingegen primär ein möglichst starkes ANC sucht, findet mit Modellen wie den Soundcore Liberty 5, die zudem etwas günstiger sind, die passendere Alternative.

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Tim

Gadget-Nerd bei China-Gadgets seit 2015 und immer auf der Suche nach günstigen, hochwertigen Audio-Alternativen.

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Kommentare (1)

  • Profilbild von lox1
    # 01.02.26 um 19:14

    lox1

    ich dachte mir "Ein Gerät in der Preisklasse in 2026 und kein Auracast? Absolutes No-Go für mich"
    Hat wohl doch Auracast, hat der Autor wohl nur nicht für wichtig genug gehalten um es zu erwähnen.

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