Test

Noch einer?! EarFun Air Pro 4i wireless In-Ear mit ANC für 48,99€

EarFun Air Pro 4i Hoerer

Mit den neuen EarFun Air Pro 4i diversifiziert der chinesische Hersteller die Vierer-Serie seines Wireless-In-Ear-Kopfhörers um ein günstigeres Modell. Worauf man verzichten muss und wofür es sich lohnt, erfahrt ihr hier.

Kurzfazit & Vor- und Nachteile

Die EarFun Air Pro 4i wireless In-Ear Kopfhörer sind ein solider, preiswerter Allrounder, der out-of-the-box mit einem ausgewogenen Klangbild überzeugt. Allerdings fällt das ANC etwas schwächer aus als bei der Konkurrenz im selbigen Preisbereich und die Headset-Mikrofone eignen sich nicht besonders gut für laute Umgebungen. Wer auf der Suche nach einem soliden Mittelklasse Kopfhörer ist, wird hier sicherlich zufrieden, wer High-End im Bereich ANC oder Klang sucht, der muss leider tiefer in die Tasche greifen.

  • Preis-Leistung
  • LDAC-Codec
  • Multipoint
  • Ohrpolster-Auswahl
  • ANC schwächer als Liberty 5
  • Kein Qualcomm Chipsatz
  • Kaum Unterschied zu Air Pro 4

Lieferumfang: Großzügige Polsterauswahl

Der Lieferumfang der EarFun Air Pro 4i fällt umfangreich aus. Beiliegend sind fünf Paar Ohrpolster, was im Vergleich zu vielen Mitbewerbern eine größere Auswahl bietet. Zusätzlich enthält die Verpackung eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen sowie ein USB-A-zu-USB-C-Ladekabel.

EarFun Air Pro 4i Lieferumfang

Die Verpackung ist weitesgehend Kunststofffrei, das gefällt mir. Der Karton selbst ist gelb-weiß gehalten und entspricht damit dem typischen Design der Signature-Farben von EarFun.

Design & Verarbeitung: Solide, aber nicht auffällig

Die EarFun Air Pro 4i sind lediglich in Schwarz erhältlich. Der gesamte Hörerkorpus ist in glänzenden Schwarz gehalten, während die von außen sichtbaren Teile der Hörerstäbe in einem dunklen, matten Grau gehalten sind und das EarFun-Logo tragen. Die Hörer selbst verfügen über eine höhere ergonomische Form, die sich gut ins Ohr einhakt. Sie sind mit IP55 gegen Staub und Wasser geschützt.

EarFun Air Pro 4i in Akkubox in Hand

Die Akkubox ist in Schwarz-matt gehalten, wobei auf der Oberseite das EarFun-Logo prangt. Ähnlich wie bei den Samsung Galaxy Buds 4 Pro liegen die Hörer flach in der Ladeschale.

EarFun Air Pro 4i Hoerer und Akkubox

Das Design wirkt auf den ersten Blick sehr gewöhnlich für ein Wireless-In-Ear-Modell und hebt sich kaum von anderen Produkten des Herstellers ab, selbst Kenner werden hier keine besonderen Highlights erkennen. Die Materialgüte ist für den Preis in Ordnung. Es ist klar, dass es sich nicht um ein Premium-Modell handelt, aber die Verarbeitung ist sauber und frei von sichtbaren Spaltmaßen. Das Scharnier der Akkubox besteht aus Kunststoff und ist nicht metallverstärkt, was bei vielen hochpreisigeren Modellen üblich ist.

Sound der EarFun Air Pro 4i ausgewogener als Soundcore

Die EarFun Air Pro 4i sind mit einem dynamischen Treiber und einem Membrandurchmesser von 11 mm ausgestattet, damit ist die Membran 1 mm größer als beim EarFun Air Pro 4. Es handelt sich jedoch nicht um einen Hybridtreiber-In-Ear, wie die EarFun Air Pro 4+.

EarFun Air Pro 4i treiber

Im Test zeigt sich, dass die EarFun Air Pro 4i klanglich auf Augenhöhe mit dem Soundcore Liberty 5 liegen, während mir die EarFun Air Pro 4+ im Vergleichstest etwas detailreicher im Hochton klingen. Der Air Pro 4i ist allerdings standardmäßig etwas ausgewogener und weniger basslastig als der Soundcore-Kopfhörer abgestimmt. Damit ist das Modell von EarFun aus meiner Sicht ein etwas besserer Allrounder, während der Soundcore Liberty 5 vor allem auf basslastige Musik ausgelegt ist, da diese Frequenzen hier out-of-the-box etwas stärker betont sind.

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Beide Kopfhörer lassen sich über die App natürlich im Equalizer anpassen. So kann man den Bass sowohl zurückdrehen als auch aufdrehen, wodurch beide Modelle sehr ähnlich klingen können, wenn man die entsprechenden Einstellungen wählt.

Aktive Geräuschunterdrückung nicht die Beste fürs Geld

Die EarFun Air Pro 4i setzen auf die gleiche QuietSmart-3.0-Technologie wie auch die EarFun Air Pro 4 und EarFun Air Pro 4+. Diese ermöglicht eine Geräuschunterdrückung von bis zu 50 dB.

Im Test bleibt die aktive Geräuschunterdrückung der EarFun Air Pro 4i jedoch etwas hinter dem Soundcore Liberty 5 zurück. Das ANC unterdrückt monotone und tieffrequente Umgebungsgeräusche zuverlässig. Je höher und frequenzschwankender die Umgebungsgeräusche werden, desto schwieriger ist es für die ANC-Technologie, diese zu mindern.

EarFun Air Pro 4i Hoerer und Innenseite

Für die Preisklasse ist das ANC der EarFun Air Pro 4i ein starkes, alltagstaugliches Feature, das einen spürbaren Nutzen hat, aber eben nicht das beste in seiner Klasse ist. Hier hat der Soundcore Liberty 5 aus meiner Sicht die Nase weiterhin vorne. Meine Erfahrungen mit dem ANC der EarFun Air Pro 4i decken sich damit mit den anderen Modellen der 4er-Serie.

Tragekomfort und Headset

Die EarFun Air Pro 4i liefern mit den bereits angebrachten Ohrpolstern in mittlerer Größe einen guten Tragekomfort, der auch nach längerem Tragen nicht unangenehm wird. Dank der üppigen Ohrpolsterauswahl sollte hier für jeden die passende Polstergröße für einen angenehmen Tragekomfort dabei sein.

Die Headset-Mikrofone sind mit KI-gestützter Umgebungsgeräuschunterdrückung ausgestattet. Windgeräusche und typischer Stadtlärm an einer belebten Straße werden gut reduziert, sodass man verständlich bleibt. Allerdings werden dabei auch Sprachdetails leicht gedämpft, sodass Stimmen etwas weniger klar wirken. In absolut ruhigen Innenräumen, wie zu Hause, machen die Mikrofone einen besseren Eindruck. Stimmen wirken hier klarer und natürlicher.

EarFun Air Pro 4i Tragekomfort

Weniger geeignet sind die Kopfhörer zum Telefonieren in einem Café oder anderen belebten Orten, wo viele Stimmen zu den Umgebungsgeräuschen zählen. Hier fällt es der KI schwer, zwischen der Stimme des Telefonierenden und den Stimmen aus der Umgebung zu unterscheiden, wodurch die Umgebungsgeräusche weniger gut unterdrückt werden können. Sie sind also kein Tipp für Viel-Telefonierer, aber gelegentliche private Telefonate sind damit in den meisten Umgebungen gut machbar.

Bedienung und Handy-App mit vielen Optionen

Die EarFun Air Pro 4i sind mit Touch-Sensoren auf den Hörer-Rückseiten ausgestattet, die im Test zuverlässig auf berührungen reagiert haben.

EarFun Air Pro 4i Hoerer

Unterstützt werden folgende Gesten:

  • Einmal tippen
  • Zweimal tippen
  • Dreimal tippen
  • Berühren und halten

Für die Gesten „einmal tippen“ und „zweimal tippen“ stehen diese Funktionen zur Verfügung:

  • Lautstärke anpassung
  • Vorheriger Titel
  • Nächster Titel
  • Play/Pause
  • Sprachassistent

Für die Gesten „dreimal tippen“ und „berühren und halten“ stehen diese Funktionen zur Verfügung:

  • Play/Pause
  • Lautstärke anpassung
  • Vorheriger Titel
  • Nächster Titel
  • Sprachassistent
  • Game Mode
  • Theater-Modus
  • Adaptives ANC
  • Wahlwiederholung

Zudem können alle Funktionen auch separat oder insgesamgt deaktiviert werden.

In der EarFun-App stehen folgende Funktionen zur Verfügung:

  • ANC-Modi durchschalten
  • Game Mode
  • Equalizer anpassen (
    • diverse Presets
    • benutzerdefinierter Equalizer mit 10-Band-Fader
  • Theater-Modus
  • Touch-Steuerung deaktivieren
  • Touch-Steuerung anpassen
  • Multipoint-Verbindung
  • Einstellung des Sprachassistenten
  • Gehörschutz
  • Automatisches Ausschalten
  • Ohrhörer mit Signalton suchen
  • Firmware-Updates installieren

Im Test haben sowohl App-Funktionen als auch die Touch-Sensoren zuverlässig funktioniert. Das ist für mich keine Überraschung, da EarFun hier schon seit Jahren konsistent gut liefert.

Bluetooth ohne Snapdragon Sound aber mit LDAC

Die EarFun Air Pro 4i sind mit einem Bluetooth-5.4-Chipsatz ausgestattet. Dieser unterstützt neben den Standard-Codecs AAC und SBC auch den hochauflösenden LDAC-Codec von Sony.

Im Vergleich dazu sind sowohl die EarFun Air Pro 4 als auch die EarFun Air Pro 4+ mit einem Qualcomm-Chipsatz ausgestattet, der Snapdragon Sound und damit die aptX-Codecs unterstützt. Aus meiner Sicht sind Qualcomms Codecs durch die breite Implementierung von LDAC auch nicht mehr so ein großer Mehrwert, wie es vielleicht früher einmal war.

Die Verbindung zwischen Kopfhörer und Handy bleibt auf eine Distanz von etwa 13 Metern auf freier Fläche stabil. In geschlossenen Räumen ist die Reichweite immer etwas geringer, maßgeblich davon abhängig, wie massiv Hindernisse sind, die die drahtlose Verbindung überbrücken muss. Innerhalb eines Raumes hat man aus meiner Erfahrung aber keine Probleme.

Die Hörer sind Multipoint-fähig und können somit zum Beispiel gleichzeitig mit einem Smartphone und einem Laptop verbunden werden. Zudem wird Google Fast Pair unterstützt, und es gibt einen Gaming-Modus, der die Latenz reduziert.

Solide Akkulaufzeit

Die Hörer der EarFun Air Pro 4i sind jeweils mit einem 60-mAh-Akku ausgestattet, die Akkubox verfügt über 520 mAh. Die Akkukapazität weicht damit nur geringfügig von den Modellen Air Pro 4 und Air Pro 4+ ab.

Der Hersteller gibt eine Laufzeit von 6,5 Stunden mit ANC und 9,5 Stunden ohne ANC pro Ladung an. Mit dem Akkubox sind insgesamt 40 Stunden möglich. Die angegebenen Werte wurden bei 50 % Lautstärke und dem AAC-Codec gemessen, da der LDAC-Codec nicht nur eine größere Bandbreite, sondern auch einen erhöhten Energieverbrauch mit sich bringt.

EarFun Air Pro 4i USB C Anschluss

Im Test konnte ich mit eingeschaltetem ANC und AAC-Codec bei einer gemischten Lautstärke von 50 % bis 70 % eine Laufzeit von etwa 5,5 bis 6 Stunden erreichen. Mit dem LDAC-Codec und gleichen Bedingungen lag die Laufzeit bei ca. 4,5 Stunden, was so zu erwarten war. Ich finde die Laufzeit damit für einen Kopfhörer in dieser Preisklasse in Ordnung, da andere Hersteller mit deutlich höherem Preis teilweise sogar eine geringere Laufzeit liefern.

Die Akkubox kann die Hörer etwa viermal vollständig neu aufladen. Sie lässt sich per USB-C oder kabellos aufladen.

Fazit

Die EarFun Air Pro 4i sind insgesamt ein solider Kopfhörer, dessen Daseinsberechtigung ich neben den beiden weiteren Modellen der 4er-Serie aber ein bisschen in Frage stelle. Der maßgebliche Unterschied zum Air Pro 4 ist, dass hier kein Qualcomm-Chipsatz verbaut ist, sondern lediglich LDAC-Codec-Unterstützung neben den Standard-Codecs angeboten wird.

Ansonsten sind die Unterschiede zwischen der normalen 4-Version und der 4i-Version aus meiner Sicht so verschwindend gering, dass man sich diesen Kopfhörer aus meiner Sicht hätte sparen können. Es geht hier meines Erachtens maßgeblich darum, im News-Cycle präsent zu bleiben, um mit neuen Produkten im digitalen Warenregal größere Aufmerksamkeit zu erreichen.

Davon abgesehen ist der Kopfhörer aber nicht schlecht. Ich schätze seine ausgewogene klangliche Abstimmung, die dafür sorgt, dass er out-of-the-box ein besserer Allrounder ist, als die Soundcore Liberty 5. Allerdings ist die Geräuschunterdrückung hier etwas schlechter, und auch das Headset könnte im Vergleich zu mittelklassigen Alternativen von Huawei noch etwas besser sein.

Besonders auffällig ist, dass kabelloses Laden unterstützt wird, was bei vielen mittelklassigen Kopfhörern nicht der Fall ist. Zudem funktioniert die App zuverlässig und bietet gute Funktionen. Insgesamt ist es ein guter Kopfhörer. Wenn der Preis noch ein bisschen fällt, kann das eine lohnende Preis-Leistung-Alternative zu anderen Kopfhörern im Preisbereich von um die 50 Euro sein.

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Tim

Gadget-Nerd bei China-Gadgets seit 2015 und immer auf der Suche nach günstigen, hochwertigen Audio-Alternativen.

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