Honor Magic 8 Pro Air blamiert Apple & Samsung: So geht Air!

Echt jetzt? Noch ein Air? Wir dachten eigentlich, dass das Konzept gescheitert ist. Weit gefehlt: Das neue Honor Magic 8 Pro Air will beweisen, dass das dünne Handy nicht tot ist – sondern nur der Akku bisher zu schlecht war. Wir konnten uns das China-exklusive Honor etwas genauer anschauen und bereuen jetzt umso mehr, dass das Gerät nicht nach Deutschland kommt.
- Honor Magic 8 Pro Air (16/512 GB)
Inhalt
Technische Daten des Honor Magic 8 Pro Air
| Honor Magic 8 Pro Air | |
| Display | 6,31″ OLED, 1216 x 2640 px, 120Hz, 6000 Nits, Giant Rhino Glass |
| Prozessor | MediaTek Dimensity 9500 (3 nm @ 4,2 GHz) |
| Grafik | ARM Mali G1 |
| RAM | 12 GB / 16 GB |
| Interner Speicher | 256/512/1024 GB |
| Kamera | 50 MP (ƒ/1,6) + 64 MP (Periskop Tele, 3.2x opt., ƒ/2.6) + 50 MP (Ultraweitwinkel, ƒ/2.2) |
| Frontkamera | 50 MP, ƒ/2.0 |
| Akku | 5.500 mAh (China), 80W/50W Wireless |
| Konnektivität | DualSIM, WiFi 7, Bluetooth 6.0, NFC, GPS, USB-C 2.0 |
| Features | KI-Taste, IP68/IP69-Zertifizierung (wasserdicht), Ultraschall-Fingerabdrucksensor |
| Betriebssystem | MagicOS 10 auf Basis von Android 16 |
| Maße / Gewicht | 150,5 x 71,9 x 6,1 mm / 155 g |
| Farben | Schwarz, Weiß, Violett, Orange |
| Preis | China: ab 4.999 Yuan (~617€) |
| Release | 20.01.2026 (China) |
Rückblick: Warum Samsung & Apple strauchelten
Machen wir einen kurzen Realitätscheck: Das Experiment „Ultra-Slim-Smartphone“ galt eigentlich als gescheitert. Samsung war mit dem Galaxy S25 Edge mutig der Erste am Markt, danach folgte das iPhone Air. Beide Geräte sahen futuristisch aus – und beide liegen anscheinend wie Blei in den Regalen.
Der Grund? Niemand hat Lust auf ein Handy, das um 16 Uhr ausgeht. Das hielt andere Hersteller aber nicht ab, ebenfalls auf den Zug aufzuspringen. Nubia und Huawei starteten ebenfalls Air-Modelle. Auch Motorola wagte sich ins Feld der dünnen Smartphones.
Honor Magic 8 Pro Air: Physik ausgetrickst?
Wie rettet man ein gescheitertes Konzept? Mit roher Gewalt – oder besser gesagt: Mit Chemie. Honor nutzt beim Magic 8 Pro Air die neueste Generation ihrer Silizium-Karbon-Akkus. Während die anderen Hersteller um jeden Millimeter kämpfen, packt Honor starke 5.500 mAh in das schlanke Gehäuse. Der direkte Vergleich ist ist eindeutig:
iPhone Air: 3.149 mAh (Powerbank ist Pflicht)
Samsung Galaxy S25 Edge: 3.900 mAh (Knapp für einen Tag)
Motorola Edge 70: 4.800 mAh (Solide Mitte)
Honor Magic 8 Pro Air: 5.500 mAh (Der neue Spitzenreiter)
Nicht nur, dass der Akku besonders groß ist, er lässt sich auch schnell laden. Mit Honors SuperCharge-Technik sind 80W Ladeleistung möglich, kabellos sind sogar 50W drin. Das sorgt für eine „normale“ Akkulaufzeit für so ein dünnes Smartphone, denn das Honor Magic 8 Pro Air kommt problemlos durch den Tag. Das dürfte aber auch der Fall beim Edge 70 sein, das iPhone Air dagegen macht abends in der Regel schlapp.
Ein ganz schönes Leichtgewicht
Optisch orientiert sich Honor am Look der bereits erschienenen Air-Smartphones. Die flachen Kanten und das Kamera-Layout kommen uns irgendwie bekannt vor. Hier treffen fast zwei Welten aufeinander: Apple und Google, schließlich erinnert das Kameravisier an die aktuellen Pixel-Modelle. Erhältlich ist da Gerät dabei in den Farben Schwarz, Weiß, Violett und Orange. Und damit hätten wir spätestens die zweite Welt: Apple. Honor kopiert hier schon fast schamlos das Cosmic Orange des iPhone 17 Pro (Max).
Mit 6,1 mm Durchmesser ist das Gerät zwar nicht das Schlankste auf dem Markt, bringt aber nur 155 Gramm auf die Waage. Und ja, das iPhone Air ist schon noch mal etwas dünner, aber schon das Honor fühlt sich sehr dünn und tatsächlich „magisch“ an. Das macht so Spaß in der Hand zu haben und ohne Case zu benutzen (obwohl eins im Lieferumfang ist), dass ich den Vorzug der Air-Smartphones schon nachvollziehen kann. Auch die orange Farbe gefällt mir sehr gut, sie ist noch mal satter als bei Apple und auch das Pixel Visier fügt sich gut ein. Ja, das Smartphone fühlt sich irgendwie zusammen geklaut, aber doch extrem gut an.
An der Seite ist trotz der Dünne noch Platz für eine AI-Taste, die in China für Honors YOYO Sprachassistent da ist. Mit einem Doppelklick kann man darüber auch die Kamera öffnen. Leider ist der Button aber nicht frei belegbar, in den Einstellungen lässt sich nur die Empfindlichkeit einstellen. Einen IP69 Schutz hat es dabei trotzdem, womit es theoretisch sogar gegen Hochdruckreiniger geschützt ist, falls ihr euer Smartphone zum Säubern abkärchern wollt.
Selbst das Display erinnert ans iPhone
Mit 6,31″ ist das Magic 8 Pro Air schon fast klein für ein China-Handy. Damit ist gleich groß wie ein iPhone 17 und trotzdem ist der Akku so groß. Die Auflösung liegt bei 2640 x 1216p und die Helligkeit von 6.000 nits peak fällt sehr hoch aus. Auch die minimale Helligkeit gibt Honor an: 1 nit. Ebenfalls ein Flagship-Wert, so kann man das Handy auch nachts nutzen, ohne sich stark zu blenden.
Gerade die kompakte Größe ist mein ganz persönliches Highlight. Es spielt so auf dem Niveau eines iPhone 17 oder Samsung Galaxy S25. Bei der maximalen Helligkeit handelt es sich um einen Maximalwert in einem sehr kleinen Bereich des Panels. Abgesehen davon, wird der Bildschirm aber hell genug, um ihn auch bei Gegenlicht gut abzulesen. Zudem ist es mit einem Ultraschallfingerabdrucksensor ausgestattet, der schnell und zuverlässig funktioniert, aber auch gut positioniert ist.
Flagship-Specs für dünnes Handy
Das Honor Magic 8 Pro Air möchte ein Flagship sein, setzt aber nicht auf den gleichen Chip wie das hierzulande erhältliche Honor Magic 8 Pro. Stattdessen sitzt im Inneren der MediaTek Dimensity 9500, der mit bis zu 4,2 GHz taktet und ein absoluter Flagchip (checkt ihr?) bestehend aus acht Kernen ist. Dazu gibt es bis zu 16 GB RAM und 1 TB Massenspeicher.
Die Performance ist wirklich 1A. Klar, in Benchmarks holt der Snapdragon 8 Elite Gen 5 mehr raus, wer sich aber einfach auf die Benutzererfahrung und nicht auf synthetische Benchmarks konzentriert, merkt die Schnelligkeit hier. Bootvorgang, Apps, Fotoverarbeitung – alles öffnet sich flink und erlaubt keinen Lag. Das dürfte auch für die nächsten Jahre so bleiben, einer der größten Vorteile eines Flagship-Prozessors. Das zeigt wiederum auch wie stark sich MediaTek-Chips in den letzten Jahren entwickelt haben, was wir schon mal in einem ausführlichen Prozessorvergleich bewiesen haben.
MagicOS 10 ist ein iOS Klon
Vorinstalliert ist MagicOS 10 auf Basis von Android 16, welches – wer hätte es erwartet – optisch starke Ähnlichkeiten zu iOS bietet. Was man in der Hardware beginnt, bringt man in der Software konsequent zu Ende. Kontrollzentrum? Sieht aus wie bei iOS. Widgets? Sehen aus wie bei iOS. Eine Standby-Funktion? Gibt es auch und sieht aus wie bei iOS. Die Annäherung zwischen Android und iOS schreitet industrieweit immer weiter voran, wird hier aber auf die Spitze getrieben. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Das große Problem ist bei einer China-Version aber die Sprache. Gute Nachrichten: Auch die China-Version lässt sich auf Deutsch einstellen und dann ist das Handy auch zu gut 90% auf Deutsch nutzbar. In Untermenüs oder einzelnen Pop-Ups findet man teilweise noch Chinesisch oder Englisch. Auch Google-Dienste sind kein Problem. Über die Honor eigene Phone Clone-App konnte ich einfach alle Apps rüberziehen, nur der Play Store wurde nicht mitinstalliert. Der ließ sich aber problemlos über die „Honor Market“-App (Eigener App Store) nachinstallieren. Das Problem: Es sind auch sehr viele chinesische Apps vorinstalliert, die sich aber leicht deinstallieren lassen.
Auch wenn die China-Version insgesamt gut nutzbar ist, gibt es einige Einschränkungen. Dazu gehört zum Beispiel der nicht vorhandene Google Discovery-Feed oder fehlendes Android Auto.
iPhone? Eine Kamera. Honor? Drei Kameras!
Das iPhone Air hat eine Kamera. Das Honor Magic 8 Pro Air hat dagegen gleich drei. Einen 50 MP Hauptsensor mit ƒ/1.6 Blende und 23 mm Brennweite mit optischer Bildstabilisierung, eine 50 MP Ultraweitwinkelkamera und sogar eine 64 MP Periskop-Telekamera mit 3,2-fach optischem Zoom. Videos sind mit 60 fps bei 4K Auflösung möglich, so dass auch eine Slow-Mo drin ist und Selfies knipst man mit 50 Megapixeln.
Damit hat mein ein Setup, das sich für jede Situation eignet. Ich bin mit unseren Testfotos auch insgesamt sehr zufrieden, da sie gerade in puncto Schärfe genügend Detail liefern, so dass man auch leicht zoomen kann. Das Farbprofil ist warm und überzeugt mit satten und nahezu lebensechten Farben. Mit der Hauptkamera lassen sich auch Makrofotos aufnehmen, die aufgrund des guten Sensors noch mal deutlich besser aussehen als mit der Ultraweitwinkelkamera. Die ist leider eh eine der größten Schwächen des Handys, da sie nicht mit den anderen beiden Sensoren mithalten kann. Ein Highlight ist dafür die Telekamera, die 3,2-fache Vergrößerung ist im Alltag oft genau die richtige Brennweite. Durch die höhere Brennweite hat man ein echtes Bokeh, allerdings benötigt sie eine ruhige Hand, sonst verwackeln die Bilder schnell.
Das haben Apple & Samsung nicht geschafft
Es ist faszinierend: Die Marktführer Samsung und Apple haben sich an diesem Formfaktor die Finger verbrannt, und jetzt kommen die Herausforderer, um zu zeigen, was noch möglich ist. Das Honor Magic 8 Pro Air merzt den größten Schwachpunkt der dünnen Handys aus und liefert endlich eine anständige Akkulaufzeit. Dazu gibt es dann sogar noch direkt drei Kameras und schnelles Laden. Im Gänze ist das Honor Magic 8 Pro Air wohl bisher das spannendste und best ausgestattete Air-Gerät. Auch wenns lustig ist, dass sie sich nach Xiaomi mit dem 17 Pro Max auch einer direkten Kopie von Apple versuchen. Aber ja, das Magic 8 Pro Air ist das Handy, welches weder Apple noch Samsung geschafft haben.
Das andere große Problem mit Air-Geräten war bisher der Preis. Ist das bei dem Magic 8 Pro Air anders? Mal abgesehen davon, dass es bisher nur in China verfügbar ist und vermutlich auch nur da bleibt, kostet es da umgerechnet 620€, was in etwa der Hälfte des iPhone Airs entspricht, wenn man das so umrechnen könnte. Bei dem Import-Händler TradingShenzhen bekommt ihr die CN-Version ab 783€.
Mir hat das Honor Magic 8 Pro Air in diesem kurzen Hands-On wirklich extrem gut gefallen! Was denkt ihr? Sind die „Air“-Smartphones noch konkurrenzfähig?
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