Huawei Nova 14 Pro: Variable Blende trifft auf angestaubten Prozessor
Mit dem Huawei Nova 14 Pro stellt der chinesische Tech-Riese sein neuestes Modell für die gehobene Mittelklasse vor. Wie wir es von der Nova-Serie kennen, liegt der Fokus voll auf Lifestyle, Design und einer Kamera-Ausstattung, die auf dem Papier so manches Flaggschiff alt aussehen lässt. Doch der Blick auf das Datenblatt offenbart auch die bekannten Narben der US-Sanktionen: Während die Optik glänzt, wirkt der Antrieb fast schon antik.
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Inhalt
Technische Daten des Huawei Nova 14 Pro
| Huawei Nova 14 Pro | |
| Display | 6,78″ FHD+, 2776 x 1224 px, 447 ppi, 120 Hz, 1200 nits |
| Prozessor | Kirin 8020 @ 2,29 GHz |
| Grafik | Maleoon 920 2cu |
| RAM | 12 GB |
| Interner Speicher | 512 GB (nicht erweiterbar) |
| Kamera | Hauptkamera: 50 MP, ƒ/1.4. – ƒ/4.0, OIS Ultraweitwinkelkamera: 8 MP, ƒ/2.2 Telekamera: 12 MP, ƒ/2.4, 3-fach-optischer Zoom, OIS |
| Frontkamera | 50 MP, ƒ/2.0 8 MP Portrait-Kamera, ƒ/2.2) |
| Akku | 5100 mAh, Laden mit 100 W |
| Konnektivität | DualSIM, 5G, WiFi 7, Bluetooth 5.2, GPS, NFC, USB-C 2.0 |
| Features | IP65-Zertifizierung, Fingerabdrucksensor unter dem Display |
| Betriebssystem | EMUI 15.0 |
| Maße / Gewicht | 163,4 x 75 x 7,78 mm / 207 g |
| Farben | Kristallblau, Schwarz |
Kamera: Ein Flaggschiff-Feature verirrt sich in die Mittelklasse
Das absolute Highlight des Huawei Nova 14 Pro ist zweifellos die Hauptkamera. Huawei spendiert dem Gerät eine physikalisch variable Blende, die sich stufenlos zwischen f/1.4 und f/4.0 verstellen lässt. Das ist ein Feature, das wir sonst nur aus der teuren Pura-Serie kennen. Damit lässt sich die Tiefenschärfe optisch und nicht nur per Software regeln – ein Traum für Portrait-Fans, da man so einen natürlichen Bokeh-Effekt erzielten kann.
Ergänzt wird dieses starke Hauptmodul durch eine Telekamera mit 3-fach optischem Zoom und optischer Bildstabilisierung (OIS). Auch das ist in diesem Preissegment keine Selbstverständlichkeit und ermöglicht verlustfreie Porträts oder Detailaufnahmen aus der Ferne. Einzig die 8 MP Ultraweitwinkelkamera fällt qualitativ etwas ab und wirkt wie ein Überbleibsel aus der Einsteigerklasse. Auf der Front fährt Huawei ebenfalls groß auf und verbaut ein Dual-Setup aus einem 50 MP Hauptsensor und einer zusätzlichen 8 MP Portrait-Linse, was klar macht, an wen sich das Handy richtet: Vlogger und Selfie-Enthusiasten.
Leistung: Der Flaschenhals heißt Kirin
So modern die Kamera wirkt, so altbacken präsentiert sich der Antrieb. Der verbaute Kirin 8020 taktet mit maximal 2,29 GHz. Im Jahr 2026 ist das für ein Gerät mit dem Namenszusatz „Pro“ schlichtweg zu wenig. Die Leistung dürfte eher im unteren Mittelfeld liegen und bei aufwändigen 3D-Games schnell an Grenzen stoßen. Auch die hauseigene Maleoon 920 GPU hat in der Vergangenheit oft mit Kompatibilitätsproblemen bei westlichen Spielen zu kämpfen gehabt, da viele Entwickler ihre Games nicht auf diese Exoten-Architektur optimieren.
Dazu gesellen sich weitere Sparmaßnahmen bei der Peripherie, die den Gesamteindruck trüben. Besonders der veraltete USB-C 2.0 Standard ist ein Ärgernis. Wer die hochauflösenden Fotos und 4K-Videos der tollen Kamera auf den PC übertragen will, braucht viel Geduld. Auch Bluetooth 5.2 ist nicht mehr ganz taufrisch, während immerhin modernes WiFi 7 an Bord ist. Der Speicher ist mit 512 GB zwar großzügig bemessen, lässt sich aber leider nicht erweitern.
Display und Akku: Solider Standard ohne Überraschungen
Beim Display macht Huawei keine Experimente und liefert solide Kost ab. Das 6,78 Zoll große OLED-Panel löst mit 2776 x 1224 Pixeln angenehm scharf auf und bietet zeitgemäße 120 Hz. Die Helligkeit von 1200 Nits ist für den Alltag völlig ausreichend, reißt aber niemanden mehr vom Hocker – hier bietet die Konkurrenz oft schon das Doppelte an Leuchtkraft für bessere Ablesbarkeit in der Sonne.
Der Akku misst 5100 mAh. Gerade bei Smartphones aus China ein inzwischen fast schon unterdurchschnittlicher Wert. Stark ist hingegen das Ladesystem, denn der Akku lässt sich mit 100 Watt extrem schnell wieder befüllen. Wireless Charging fehlt allerdings laut Datenblatt komplett. Das Gehäuse ist mit 7,78 mm sehr schlank, bietet dafür aber nur einen IP65-Schutz gegen Strahlwasser und ist nicht vollends zum Untertauchen geeignet.
Einschätzung: Ein Smartphone voller Widersprüche
Das Huawei Nova 14 Pro ist ein klassisches „One-Trick-Pony“. Auf der einen Seite bekommen wir ein Kamerasystem mit variabler Blende und starkem Zoom, das in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht und Fotografenherzen höher schlagen lässt. Wer primär fotografiert, Selfies macht und seine Inhalte direkt auf Social Media teilt, wird die Hardware lieben.
Auf der anderen Seite steht die technische Basis, die stellenweise drei Jahre veraltet wirkt. Der langsame Kirin-Prozessor, der alte USB-Standard und die fehlende Grafikleistung machen es schwer, das Gerät der breiten Masse zu empfehlen. Hinzu kommt das ewige Thema der fehlenden Google-Dienste, da EMUI 15 weiterhin ohne Play Store auskommen muss. Es bleibt somit ein Nischengerät für Fotografie-Liebhaber, die wissen, wie sie ohne Google Maps und Co. zurechtkommen – oder für Fans des schicken Designs.
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