NexPhone vorgestellt: Das 3-in-1 Smartphone mit Android, Linux & Windows 11
Das Startup Nex Computer wagt sich an den „Heiligen Gral“ der Tech-Welt: Ein Smartphone, das den PC wirklich ersetzen soll. Das NexPhone läuft nicht nur mit Android 16, sondern bootet auf Wunsch auch ein vollwertiges Debian Linux oder sogar Windows 11 ARM. Revolution oder Spielerei?

- NexPhone
Inhalt
Technische Daten des NexPhone
| NexPhone | |
| Display | 6,58″ IPS LCD, FHD+ (2408 x 1080), 120 Hz |
| Prozessor | Qualcomm QCM6490 (IoT-Chip, ca. Snapdragon 778G Niveau) |
| RAM / Speicher | 12 GB RAM | 256 GB (erweiterbar via microSD) |
| Betriebssysteme | Android 16 (NexOS), Debian Linux, Windows 11 (Dual Boot) |
| Kamera (Rückseite) | 64 MP Hauptkamera (Sony IMX787) 13 MP Ultraweitwinkel |
| Frontkamera | 10 MP |
| Akku / Laden | 5000 mAh | 18W Kabel | Wireless Charging vorh. |
| Konnektivität | 5G, WiFi 6E, Bluetooth 5.2, USB-C (DisplayPort), NFC |
| Besonderheiten | IP68 & IP69K (wasserdicht), MIL-STD-810H |
| Preis (UVP) | 549$ (Anzahlung: 199$) |
Ein Handy, drei Seelen: Das Software-Wunder
Das Alleinstellungsmerkmal des NexPhone ist ganz klar die Software-Architektur. Im Alltag nutzt man es als normales Android 16 Smartphone mit einer eigenen Oberfläche („NexOS“). Der Clou: Man kann jederzeit ein vollwertiges Debian Linux starten, das parallel zu Android läuft – ideal, um das Handy an einen Monitor anzuschließen und wie einen Desktop-PC zu nutzen.
Doch es geht noch weiter: Das Gerät unterstützt Dual-Boot für Windows 11. Nach einem Neustart landest du im Microsoft-Betriebssystem. Da Windows 11 auf so kleinen Displays kaum bedienbar ist, hat Nex Computer eine eigene Benutzeroberfläche entwickelt, die verdächtig nach den alten Windows Phone Kacheln aussieht. Natürlich lässt sich Windows 11 auch per USB-C an einen externen Monitor anschließen und mit Maus und Tastatur nutzen – die kachelartige Oberfläche dient vor allem als Notlösung für die Bedienung direkt am Smartphone-Display.
Die Hardware: Der Haken an der Sache
Wer jetzt Flaggschiff-Leistung erwartet, wird enttäuscht. Um den Preis von 549 Dollar zu halten und vor allem langfristigen Treibersupport zu garantieren, setzt der Hersteller auf den Qualcomm QCM6490. Das ist ein spezieller „Industrial Internet of Things“ (IIoT) Chip. Die gute Nachricht: Er bekommt extrem lange Updates (bis zu 10 Jahre Support von Qualcomm). Die schlechte Nachricht: Die Leistung entspricht etwa einem Snapdragon 778G aus dem Jahr 2021. Für Android reicht das locker, aber ob ein vollwertiges Windows 11 damit Spaß macht, darf bezweifelt werden.
Auch beim Display (LCD statt OLED) und vor allem beim Laden (nur 18 Watt!) merkt man den Rotstift deutlich. Dafür ist das Gehäuse extrem robust gebaut (IP69K & MIL-STD-810H) und bietet sogar einen microSD-Slot zur Speichererweiterung – ein Feature, das bei Smartphones inzwischen selten geworden ist.
Einschätzung: Der ultimative Bastler-Traum?
Das NexPhone ist kein Konkurrent für das Galaxy S25 oder ein iPhone. Es ist ein Nischenprodukt für Tech-Enthusiasten, Linux-Fans und Leute, die dem alten Windows Phone nachtrauern. Die Idee, drei Betriebssysteme in der Hosentasche zu haben hat schon was. Doch man muss realistisch bleiben: Der Prozessor ist alt, das Laden extrem langsam und das LCD-Panel nicht mehr zeitgemäß. Wer einfach nur sein Smartphone an einen Monitor anschließen und wie einen PC nutzen möchte, ist mit Samsung DeX auf einem aktuellen Galaxy-Gerät deutlich besser bedient. Samsungs Lösung läuft auf moderner Hardware viel flüssiger und ist softwareseitig ausgereifter. Hier bleibt dann aber eben alles bei Android.
Das NexPhone ist dagegen die Alternative für diejenigen, denen DeX nicht reicht, weil sie zwingend ein echtes Desktop-Betriebssystem (Linux oder Windows) mit voller Programmier- und Dateisystem-Freiheit benötigen – auch wenn sie dafür Leistungseinbußen in Kauf nehmen müssen. Das Gerät soll im 3. Quartal 2026 ausgeliefert werden. Aktuell kann man es auf der Herstellerseite für 199$ Dollar reservieren, der Endpreis liegt bei 549$ (ca. 500€). Ob und wann es regulär nach Deutschland kommt, ist noch unklar, aber NexDock versendet traditionell weltweit.
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