Redmi A7 Pro: Wenn die Sparmaßnahmen außer Kontrolle geraten
Noch vor wenigen Jahren waren Einsteiger-Smartphones echte Preis-Leistungs-Geheimtipps. Man bekam für knapp 100 Euro Geräte, die den Alltag problemlos meisterten. Doch die Realität im Jahr 2026 sieht leider düsterer aus. Die weltweite Bauteil- und Speicherkrise zwingt die Hersteller zu drastischen Maßnahmen. Wie schmerzhaft das für uns Käufer wird, zeigt Xiaomi nun eindrucksvoll mit dem Redmi A7 Pro.
- Redmi A7 Pro
Inhalt
Technische Daten des Redmi A7 Pro
| Display | 6,9″ IPS LCD, 1600 x 720 px, 254 ppi, 120 Hz, 800 Nits |
| Prozessor | Unisoc T7250 (12 nm) Octa-Core (2x 1,8 GHz + 6x 1,6 GHz) |
| Grafikchip | Mali-G57 MP1 |
| Kamera | Hauptkamera: 13 MP, ƒ/2.2, 1/3.06″ |
| Frontkamera | 8 MP, ƒ/2.0 |
| Speicher | 64 GB / 128 GB UFS 2.2 (erweiterbar via microSDXC) |
| Arbeitsspeicher | 4 GB |
| Akku | 6000 mAh, Laden mit 15 W |
| Features | Staub- und spritzwassergeschützt, Fingerabdrucksensor (seitlich), 3,5mm-Kopfhöreranschluss, UKW-Radio |
| Konnektivität | 4G, Dual-SIM (Nano-SIM), 4G/LTE, Dual-Band WiFi (a/b/g/n/ac), Bluetooth 5.2, GPS, USB-C 2.0, (kein NFC) |
| Betriebssystem | Android 16 mit HyperOS 3 |
| Abmessungen / Gewicht | Abmessungen: 171,6 x 79,5 x 8,2 mm Gewicht: 208 g |
| Farben | Black, Mist Blue, Palm Green, Sunset Orange |
| Preis (UVP) | Ab 129,99 € |
Display: Groß, aber grobkörnig
Wer auf große Bildschirme steht, wird beim Redmi A7 Pro erst einmal große Augen machen: Satte 6,9 Zoll misst das IPS-Panel in der Diagonalen. Doch die Ernüchterung folgt beim Blick auf die Auflösung. Xiaomi verbaut hier lediglich ein 720p-Display (1.600 x 720 Pixel). Auf einer derart riesigen Fläche wirkt die Darstellung schlichtweg nicht mehr scharf, einzelne Pixel lassen sich bei genauem Hinsehen problemlos erkennen.
Zwar wirbt der Hersteller mit einer Bildwiederholrate von 120 Hz, die für besonders flüssiges Scrollen sorgen soll. In der Praxis stellt sich jedoch die Frage, ob der verbaute Prozessor diese hohe Bildrate bei Alltags-Apps überhaupt ruckelfrei auf den Bildschirm zaubern kann. Besonders kurios: Rund um die Tropfennotch am oberen Rand zeigt das Betriebssystem jetzt die „Hyper Island“ an – das erinnert stark an die Dynamic Island aus dem Hause Apple. Und wirkt hier in Verbindung mit der Notch etwas seltsam.
Hardware aus der Mottenkiste
Apropos Prozessor: Unter der Haube arbeitet der Unisoc T7250. Wer diesen Namen schon einmal gehört hat, hat ein gutes Gedächtnis, denn genau dieser Chip verrichtete bereits im Vorjahresmodell seinen Dienst. Es handelt sich um einen Chip aus dem Jahr 2022, der noch im völlig veralteten 12-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Energieeffizienz und flottes Multitasking darf man hier nicht erwarten.
Unterstützt wird das System von mageren 4 GB RAM und 64 oder 128 GB internem Speicher. Immerhin lässt sich letzterer per microSD-Karte erweitern. Wer auf den schnellen 5G-Mobilfunkstandard hofft, wird ebenfalls enttäuscht: Das Redmi A7 Pro funkt maximal im LTE-Netz.
Die Kamera ist ein schlechter Scherz
Dass man in der Einsteigerklasse keine High-End-Fotos erwarten darf, ist logisch. Was Xiaomi jedoch hier abliefert, ist ein massives Downgrade. Zur Erinnerung: Das Redmi A5 kam noch mit einer halbwegs brauchbaren 32-Megapixel-Kamera auf den Markt.
Beim A7 Pro schrumpft die Hauptkamera auf gerade einmal 13 Megapixel zusammen. Um das Kamera-Modul optisch aufzuwerten, klebt Xiaomi noch einen 0,8-Megapixel-QVGA-Sensor für angebliche „Tiefeneffekte“ daneben. Solche Alibi-Sensoren kennen wir eigentlich nur noch aus Handys, die vor zehn Jahren produziert wurden. Für mehr als das Abfotografieren von Dokumenten ist dieses Setup kaum zu gebrauchen.
Große Akkukapazität = lange Laufzeit?
Den einzigen wirklichen Pluspunkt sammelt das Redmi A7 Pro bei der Akkukapazität. Die steigt nämlich auf durchaus beachtliche 6.000 mAh. Dass sich der größere Akku mit dem miesen Prozessor im Alltag gut schlägt darf aber bezweifelt werden. Ich würde hier nicht mit einer mehrtägigen Laufzeit rechnen.
Schnelles Laden ist hier aber auch ein Fremdwort: Während der Vorgänger noch mit 18 Watt geladen werden konnte, drosselt Xiaomi die Ladeleistung nun auf langsame 15 Watt. Um 6.000 mAh mit dieser Geschwindigkeit voll aufzuladen, sollte man das Gerät am besten über Nacht anstöpseln.
Fazit: Keine Kaufempfehlung
Ich bin ehrlich gesagt schockiert was Xiaomi uns hier serviert. Das Redmi A7 Pro ist das Paradebeispiel dafür, wie stark die Smartphone-Industrie aktuell unter Druck steht. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 129,99 Euro (64 GB) bzw. 149,99 Euro (128 GB) startet das Gerät rund 20 Prozent teurer als das Redmi A5 – und bietet gleichzeitig eine drastisch schlechtere Kamera, langsameres Laden und null Innovation beim Prozessor.
Auch wenn das Smartphone in den nächsten Monaten sicher günstiger wird, fällt ein positives Urteil schwer. Wer in dieser Preisklasse sucht, fährt mit dem Vorgänger Redmi A5 oder Geräten wie dem POCO C75 derzeit schlichtweg deutlich besser. Das Redmi A7 Pro ist leider nur ein überteuerter Rückschritt. Setzen, sechs.
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