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Raspberry Pi AI HAT+ 2: Bau dir deine eigene KI mit 40 TOPS & 8GB RAM

Ich liebe Einplatinenrechner, allen voran natürlich die kleinen Raspis, von denen die Generationen 3 und 4 bei mir in der Wohnung und im Keller herumfliegen. Dummerweise habe ich noch keinen Raspberry Pi 5. Den brauche ich aber, um mir das brandneue Add-on „Raspberry Pi AI HAT+ 2“ zu holen – denn damit kann ich KI-Modelle lokal auf dem Raspi laufen lassen. Schauen wir uns einmal an, was das Add-on drauf hat und warum wir dafür erst einmal ein paar Fachbegriffe klären müssen.

raspberry pi ai hat plus 2 aufmacher

Technische Daten im Vergleich

FeatureRaspberry Pi AI HAT+ (V1)Raspberry Pi AI HAT+ 2 (Neu)
ChipHailo-8LHailo-10H
Leistung26 TOPS (INT8)40 TOPS (INT4)
SpeicherKein dedizierter RAM (nutzt System)8 GB LPDDR4X On-Board
Haupt-EinsatzBilderkennung (Object Detection)Generative AI (Llama, Whisper, VLMs)
Preisca. 80€ca. 140€
Produktionsgarantiebis Jan. 2032bis Jan. 2036

Hailo, TOPS & INT4: Was bedeutet das?

Bevor wir die Platine aufschrauben, müssen wir kurz die Schulbank drücken, denn die Specs klingen beeindruckend, sind aber erklärungsbedürftig. Auf der Platine sitzt ein Hailo-10H Chip. Hailo ist ein israelischer Chiphersteller, der sich auf KI-Prozessoren für Endgeräte spezialisiert hat – also Chips, die KI direkt vor Ort berechnen, statt Daten in eine Cloud zu senden.

Raspberry Pi AI Hat Plus 2 Chip

Die Leistung wird mit 40 TOPS angegeben. TOPS steht für „Tera Operations Per Second“, also Billionen von Rechenschritten pro Sekunde. Zum Vergleich: Das ist ein Wert, mit dem sich aktuelle NPU-Einheiten in modernen Intel- oder AMD-Laptop-Prozessoren messen.

Aber Vorsicht: Die Angabe bezieht sich auf INT4. Das bedeutet, der Chip rechnet mit einer 4-Bit-Integer-Präzision. Das ist ungenauer als die im PC-Bereich oft üblichen FP16 (Floating Point 16-Bit) oder INT8, reicht aber für das Ausführen (Inferenz) von fertig trainierten KI-Modellen meist völlig aus und ist dabei extrem effizient.

Raspberry Pi AI Hat Plus 2 Detail

Der eigentliche Gamechanger ist aber der Speicher: Der AI HAT+ 2 bringt 8 GB dedizierten LPDDR4X-RAM mit. Das bedeutet, eure KI-Modelle fressen nicht den Arbeitsspeicher eures Raspberry Pi auf, sondern laufen isoliert im Speicher des Add-ons. Das sorgt für geringere Latenzen und entlastet das Hauptsystem massiv.

Wofür brauche ich das? Llama 3.2, Whisper & LoRA

Mit dem Vorgängermodell (AI HAT+ mit 26 TOPS) konnte man schon prima Objekte in Kamera-Streams erkennen. Das neue 40 TOPS Modell zielt aber auf Generative KI und Large Language Models (LLMs). Und hier wird es jetzt konkret, denn zum Marktstart werden bereits prominente Modelle unterstützt:

  • Llama 3.2 3B Instruct: Metas aktuelles, kompaktes Sprachmodell läuft hier lokal. Damit baut ihr euch einen eigenen Chatbot, der ohne Internetverbindung antwortet.
  • ASR Whisper Base: Das bekannte Modell von OpenAI zur Spracherkennung. Ideal, um Gesprochenes in Text umzuwandeln – die Basis für eine echte, lokale Sprachsteuerung im Smart Home.
  • QWEN 2.5 VL 3B: Ein „Vision Language Model“. Das bedeutet, die KI kann Bilder sehen und verstehen.

Besonders spannend für Fortgeschrittene: Ihr seid nicht auf vorgekaute Modelle beschränkt. Dank Unterstützung für LoRA (Low-Rank Adaptation) könnt ihr generativen Modellen den „Feinschliff“ verpassen und sie auf eure eigenen Daten nachtrainieren.

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Installation: Passt der Active Cooler?

Die Installation ist Raspi-typisch: Das HAT (Hardware Attached on Top) wird auf den Raspberry Pi 5 geschraubt und verbindet sich über die GPIO-Leiste sowie – und das ist entscheidend – über das flache PCIe-Kabel. Da nur der Raspberry Pi 5 diesen PCIe-Anschluss besitzt, schauen Besitzer eines Pi 4 (wie ich) leider in die Röhre.

Softwareseitig macht es uns die Raspberry Pi Foundation leicht: Das aktuelle Raspberry Pi OS erkennt den Hailo-Chip automatisch. Die Kamera-Software ist bereits integriert, sodass Bildverarbeitungsaufgaben direkt an die NPU ausgelagert werden.
Ein wichtiges Hardware-Detail: Im Lieferumfang ist ein 16mm Stacking Header enthalten. Damit sitzt die Platine hoch genug, um den offiziellen Raspberry Pi Active Cooler darunter montiert zu lassen. Ein eigener Kühlkörper für den Hailo-Chip liegt ebenfalls bei.

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Einschätzung: Teurer Spaß oder mächtiges Werkzeug?

Mit rund 140 Euro kostet das Add-on mehr als der Raspberry Pi 5 selbst. Das ist schon ein wenig happig. Für den einfachen Bastler, der nur eine LED blinken lassen will, ist das natürlich Overkill. Für Datenschutz-Liebhaber im Smart Home Bereich, die KIs lokal laufen und feintunen wollen, ist das Board aber ein (teures) Träumchen. Die Möglichkeit, Modelle wie Llama 3.2 oder Whisper rein lokal und mit eigenem Arbeitsspeicher auszuführen, macht den Raspi quasi zu einer KI-Workstation im Kreditkartenformat. Ich muss mir wohl doch endlich einen Pi 5 bestellen…

Seid ihr schon im „Local AI“ Thema drin oder nutzt ihr lieber ChatGPT in der Cloud?

Quelle(n):

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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Kommentare (1)

  • Profilbild von FreddyK86
    # 17.01.26 um 22:12

    FreddyK86

    Ui das klingt ja mal genial, Lokale Sprachsteue, warte ich schon lange drauf, ade Alexa, hello world 🤣✌️

    Danke für den Tip, dann bin ich mlt Intel NUC im Keller als HA Server, unabhängigen ZigBee Hub und nen eigenen Sprachassistent, endlich am Ziel 😍

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