Shining 3D Einstar 2 3D-Scanner vorgestellt: Profi-Scans für den Hobby-Keller?
Wer bisher schwarze Kunststoffteile oder glänzende Oberflächen scannen wollte, verzweifelte oft an günstigen Infrarot-Geräten oder musste zu teurem Mattierungsspray greifen. Der neue Shining 3D Einstar 2 will dieses Problem lösen. Mit einer Kombination aus blauen Laserlinien und Infrarot-Licht schließt er die Lücke zum Profi-Segment. Wir haben die Details zum 1.199 Euro teuren Nachfolger des beliebten Einstar.

- Shining 3D Einstsar 2 3D-Scanner:
Inhalt
Technische Daten im Überblick
| Technologie | Hybrid: 17 blaue Laserlinien (HD) + Infrarot VCSEL (Rapid) |
| Auflösung | bis zu 0,05 mm (Laser HD) |
| Arbeitsabstand | 100 – 600 mm (Laser HD) |
| Scangeschwindigkeit | Extrem hoch: bis zu 2.500.000 Punkte/s |
| Lichtquelle | Blaues Laserlicht & Infrarot |
| Stromversorgung | Wechselbarer Akku (5500 mAh / ~3 Std.) |
| Gewicht | 420g (inkl. Akku) |
| PC-Anforderung (Empfohlen) | NVIDIA RTX 3060, 64 GB RAM, i7-13700H |
Warum „Blue Laser“ den Unterschied macht
Der Vorgänger nutzte rein strukturiertes Infrarot-Licht. Das funktioniert hervorragend bei organischen Formen, stößt aber bei schwarzen oder metallischen Oberflächen physikalisch an seine Grenzen. Der Einstar 2 integriert nun 17 blaue Laserlinien für den HD-Modus. Blaues Laserlicht ist energiereicher und hat eine kürzere Wellenlänge, wodurch es dunkle und glänzende Oberflächen deutlich besser erfassen kann.

Das bedeutet in der Praxis, dass ihr Motorteile, schwarze Gehäuse oder Werkzeuge oft ohne vorheriges Einsprühen digitalisieren könnt – zumindest in der Theorie. Die Detailgenauigkeit steigt dabei auf bis zu 0,05 mm.
Ein wichtiger Hinweis für die Anwendung: Im hochpräzisen Laser-Modus benötigt der Scanner fast immer Marker-Klebepunkte auf dem Objekt, um sich zu orientieren. Für schnelle Scans von Personen oder großen Objekten schaltet das Gerät einfach auf den bewährten Infrarot-Modus um, der auch ohne Marker funktioniert.

Mit Akku & USB-C-Kabel für PC-Power
Shining 3D hat auch an der Ergonomie gearbeitet. Statt eines festen Kabels, das an einem externen Netzteil hängt, besitzt der Einstar 2 jetzt einen wechselbaren 5500 mAh Akku direkt im Griff, der bis zu drei Stunden durchhalten soll.
Anders als bei manchen Konkurrenten findet die Berechnung der Punktewolke aber weiterhin auf eurem PC statt (verbunden via USB-C). Das hat den Vorteil, dass der Scanner die volle Power einer Desktop-Grafikkarte nutzen kann und riesige Datenmengen von bis zu 2,5 Millionen Punkten pro Sekunde verarbeitet.

Der Nachteil ist wie auch schon beim Test des Revopoint MetroY Pro der Hardware-Hunger: Shining 3D empfiehlt für den optimalen Betrieb satte 64 GB Arbeitsspeicher und eine moderne NVIDIA RTX Karte. Wer nur ein Office-Notebook besitzt, wird hier nicht glücklich.
Einstar 2: Hybrid-Technik mit Potenzial
Mit einem Preis von 1.199 Euro ist der Einstar 2 zwar teurer als sein Vorgänger, siedelt sich preislich aber unter einem MetroY Pro an, der aber auch 34 statt 17 Laser-Linien bietet. Die Hybrid-Technik aus Laser und Infrarot macht ihn zum potenziell sehr vielseitigen Werkzeug für Maker, die sowohl technische Bauteile als auch mal eine Person scannen wollen. Die Schattenseiten sind zum einen der immense Hardware-Hunger und zum anderen die bei 3D-Scannern leider immer noch sehr steile Lernkurve – das solltet ihr im Hinterkopf haben.
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