Test

55€ Gaming-Maus von AliExpress getestet: Übernimmt China jetzt auch hier?

AJAZZ AJ179 APEX von oben

Der Markt chinesischer Peripheriegeräte wächst und wächst. Während Tastaturen samt eigener Switches schon recht lange am Markt vertreten sind, gibt es mittlerweile auch zahlreiche Mäuse mit Fokus auf Gaming. So auch die AJAZZ A179 APEX, eine Gaming-Maus, die auf dem Datenblatt mit großen Versprechungen daherkommt. Kabellos, superleicht und bereits im Lieferumfang mit einer Ladestation inklusive Display. Der Clou dabei: Es gibt die Maus schon für um die 60€.

Technische Daten der AJAZZ AJ179 APEX

KategorieAJAZZ AJ179 APEX
SensorPixArt 3950 (PAW3950 Apex)
DPI (Auflösung)50 bis 30.000 DPI (per Overclocking bis zu 42.000 DPI)
Polling-Rate (Abtastrate)8.000 Hz (kabellos) / 1.000 Hz (kabelgebunden)
Switches (Haupttasten)Huano Green White Switches (ausgelegt für 100 Millionen Auslösungen)
Mausrad-EncoderFengshi Weiqi Encoder (ausgelegt für 2 Millionen Umdrehungen)
Tasten-Layout5 Tasten: Linksklick, Rechtsklick, Mausrad (Mittelklick), 2 Seitentasten links (keine Linkshänder-Version)
Gewicht60 g (geschlossenes Gehäuse)
Akku-Kapazität400 mAh
Laden & KonnektivitätMagnetische Ladestation inklusive Display (fungiert gleichzeitig als USB-C-Funkdongle für den PC)
Preisca. 60 €

Vor- und Nachteile der AJAZZ AJ179 APEX

  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (ca. 60€)
  • Ultraleichtes Design (60 g) mit hochwertigem, geschlossenem Gehäuse
  • Praktische magnetische Ladestation mit Display (fungiert als Dongle) inklusive
  • Stets voller Akku durch unkompliziertes Andocken nach der Nutzung
  • PixArt 3950 Sensor für präzise und fehlerfreie Eingaben
  • Extrem hohe Polling-Rate von 8.000 Hz im kabellosen Betrieb
  • Langlebige Huano Green White Switches (ausgelegt für 100 Mio. Klicks)
  • Keine Linkshänder-Version verfügbar
  • Kabelgebundener Modus ist auf 1.000 Hz Polling-Rate limitiert

Welche Kompromisse geht man bei einer super leichten Maus ein?

Lange konnte ich nicht den Hype um ultraleichte Mäuse verstehen, sobald man aber mal eine länger benutzt, versteht man schnell warum sie so beliebt sind. Schnelle Bewegungen lassen sich einfacher ausführen und die Befürchtung an Wertigkeit zu verlieren, ist bei der AJ179 Apex auch nicht eingetroffen. Zumal leichte Mäuse mittlerweile nicht mehr bedeuten, dass man kein geschlossenes Gehäuse bekommt und die Außenseite wie ein Schweizer Käse aussieht. Klar die Varianten gibt es auch noch, aber für eine Maus um die 50 bis 60 g ist das nicht nötig.

 

AJAZZ AJ179 APEX in der HandWas aber weiterhin der Fall ist, ist der Umfang an Tasten und Komfortfunktionen. Wir bekommen hier den linken und rechten Mausklick, das Mausrad mit mittlerem Mausklick und zwei Seitentasten auf der linken Seite. Eine Version für Linkshänder gibt es auch nicht. Ein butterweiches Mausrad oder Zusatztasten, wie man es von einer Office & Co. Maus wie der MX Master 4 von Logitech kennt, gibt es nicht. Wer einen Allrounder sucht, ist hier eher falsch. Auch MMO-Spieler, welche gerne ein paar mehr Makrotasten zur Verfügung stehen haben, sollten eher nicht zugreifen.

Immer gut gefüllter Akku durch Ladestation

Während kabellose Mäuse ihren kabelgebundenen Geschwistern mehr Komfort voraus haben, gibt es ein entscheidendes Problem zu meistern: die Akkulaufzeit. Wenn man nur begrenzt die Maus ohne Kabel nutzen kann, ist die kabellose Anbindung ja auch nicht sinnig. Bei der Apex verbaut Ajazz einen 400 mAh Akku, der laut dem Hersteller bis zu 65 Stunden hält. Sobald man sie dann nicht mehr nutzt, packt man sie einfach auf die mitgelieferte Station.

Durch die magnetische Basis muss man hier auch nicht herumfummeln, sondern sie wird an die richtige Position gezogen. So ist es mir in dem fast halben Jahr Nutzungszeitraum nicht einmal passiert, dass ich eine leere Maus hatte. Zeitgleich ist die Station auch der Funkdongle für den PC. Wie üblich verbindet ihr die Station einfach mit dem USB-C-Kabel an den PC und schon kann es losgehen.

AJAZZ AJ179 APEX Rueckseite

Etablierte Komponenten, die auch Razer & Sony nutzen

Ajazz verspricht eine 8.000 Hz Pollingrate im kabellosen Modus. Solltet ihr ein Kabel nutzen, sind es nur noch 1.000 Hz. Grund dafür sind unter anderem Kosteneinsparungen bei der Hardware für die Verarbeitung. Der Hersteller geht davon aus, dass ihr die Maus sowieso im kabellosen Modus nutzt, wieso also Kosten für die schnelle Verarbeitung der Signale im kabelgebundenen Modus aufwenden?

Die DPI kann dabei zwischen 50 und 30.000 eingestellt werden. Per Overclocking sollen noch 42.000 möglich sein. Als Trigger kommen Huano Green White Switches zum Einsatz, die 100 Millionen Auslösungen versprechen. Für das Mausrad nutzt man einen Fengshi Weiqi Encoder, welcher für 2 Millionen Umdrehungen geprüft wurde. Als Sensor nimmt man den beliebten PixArt 3950 (PAW3950 Apex) in einer angepassten Version. Dieser steckt ebenfalls abgewandelt z. B. auch in der Sony Inzone Mouse-A.

In der Praxis kein Unterschied zu spüren

In der Praxis reagiert die Maus zuverlässig und mir ist kein Moment aufgefallen, wo sie nicht das gemacht hat, was ich erwarten würde. Die Bewegungen sind präzise ohne Ruckler oder Ausfälle. Auch die Maustasten lösen verlässlich aus. Aus der Nutzerperspektive hab ich hier keine andere Erfahrung, als mit etablierten Marken wie Logitech oder Razer. Ich gehöre aber auch nicht zu den unter ein Prozent der Spieler, welche aus minimalen Hardwareanpassungen noch mehr Leistung im Spiel herausholen.

Nach einem Nutzungszeitraum von einem knappen halben Jahr ist für mich daher nur noch die Langlebigkeit interessant. Zwar sollen die Switches & Co. für lange Zeiträume ausgelegt sein, aber die Realität sieht ja teilweise dann doch anders aus. Nicht, dass die eben genannten etablierten Hersteller nicht auch schon Probleme mit Triggerdefekten & Co. gehabt hätten, aber dort hat man gegebenfalls dann doch den besseren Ansprechpartner durch die Niederlassungen in Europa.

Wenig genutzt aber trotzdem erwähnenswert ist die Begleitsoftware. Diese stellt die Informationen für die Infos des Displays bereit (Datum, Uhrzeit) und erlaubt es euch Anpassungen zu treffen. So könnt ihr jede Taste der Maus komplett umbelegen oder Makros aufnehmen. Auch könnt ihr weitere DPI-Profile festlegen und einzelne Parameter der Maus anpassen. Es gibt zudem die Option eine Weboberfläche zu nutzen, die bietet aber nicht denselben Funktionsumfang und begrenzt sich eher auf die Station.

Gaming-Mäuse aus China sind mehr als konkurrenzfähig

Bei den Gaming-Mäusen scheint sich der gleiche Trend wie in vielen anderen Techbereichen durchzusetzen. Während erste Modelle aus chinesischer Entwicklung noch belächelt wurden und nur eine Option waren, wenn man nicht viel Geld ausgeben wollte, ändert sich das die letzten Jahre. Man bekommt hier einfach echt viel geboten und das trotzdem zu einem Bruchteil von dem, was die etablierten Größen verlangen. Da wird sich die Marktverteilung in den nächsten Jahren vermutlich auch sehr wandeln. Mit Lamzu gibt es z. B. schon eine bekanntere Marke im E-Sport-Bereich und mit Ajazz, WLMouse und zahlreichen mehr, fehlt es eigentlich nur noch an Bekanntheit und gefestigter Reputation.

Die AJAZZ AJ179 APEX lässt mich auf jeden Fall im Test positiv zurück. Man bekommt eine wertige Maus, mit moderner Hardware und das zu einem echt guten Preis. Besonders gut hat mir die Stationslösung gefallen, so bleibt die Maus einfach konstant einsatzbereit, ohne das man sie per Kabel aufladen muss. Eventuell ergeben sich bei einer genauen Messung noch Diskrepanzen zu anderen Herstellern, aber aus der Nutzerperspektive kann ich hier keinen Unterschied wahrnehmen. Wichtig ist auf jeden Fall beim Kauf aufzupassen, dass es sich um die Apex handelt. Weitere Modelle unter der AJ179 Modellnummer sind grundlegend andere Mäuse. Nach dem Test kann ich nur empfehlen einen Blick auf die chinesische Mausvielfalt zu werfen, wenn es mal wieder Zeit für ein Upgrade oder Neuanschaffung ist. Seid ihr schon mit einer China-Maus unterwegs und hab vielleicht weitere Empfehlungen?

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur AJAZZ AJ179 APEX

Wie schwer ist die AJAZZ AJ179 APEX?
Die AJAZZ AJ179 APEX wiegt 60 g. Im Gegensatz zu einigen anderen Modellen in dieser Gewichtsklasse verfügt sie über ein vollständig geschlossenes Gehäuse und verzichtet auf eine durchlöcherte Wabenstruktur.

Wie wird die AJAZZ AJ179 APEX aufgeladen?
Die AJAZZ AJ179 APEX besitzt einen 400 mAh großen Akku und wird über eine im Lieferumfang enthaltene magnetische Ladestation aufgeladen. Die Maus wird bei Nichtgebrauch einfach aufgesetzt und magnetisch in die richtige Position gezogen. Praktischerweise fungiert diese Station gleichzeitig als USB-C-Funkdongle für den PC und ist mit einem kleinen Display ausgestattet.

Welchen Sensor nutzt die AJAZZ AJ179 APEX?
In der AJAZZ AJ179 APEX arbeitet ein leistungsstarker PixArt 3950 (PAW3950 Apex) Sensor in einer angepassten Version. Diese Sensor-Basis wird in ähnlicher Form auch von großen, etablierten Herstellern wie Razer oder Sony verwendet.

Wie hoch sind die DPI und die Polling-Rate (Abtastrate) der AJAZZ AJ179 APEX?
Die AJAZZ AJ179 APEX bietet eine einstellbare Auflösung von 50 bis 30.000 DPI, die sich per Overclocking sogar auf bis zu 42.000 DPI erhöhen lässt. Im kabellosen Betrieb erreicht die Maus eine extrem schnelle Polling-Rate von 8.000 Hz.

Wie viele Tasten hat die AJAZZ AJ179 APEX und eignet sie sich für Linkshänder?
Die AJAZZ AJ179 APEX ist mit 5 Tasten ausgestattet: Linksklick, Rechtsklick, ein Mausrad (mittlerer Klick) sowie zwei Seitentasten auf der linken Seite. Eine spezielle Version für Linkshänder wird nicht angeboten. Aufgrund der wenigen Tasten ist sie als puristische Shooter-Maus konzipiert und für MMO-Spieler, die viele Makros benötigen, weniger geeignet.

Welche Switches sind in der AJAZZ AJ179 APEX verbaut?
Für die Haupttasten der AJAZZ AJ179 APEX werden „Huano Green White Switches“ verwendet. Diese mechanischen Schalter sind auf eine hohe Langlebigkeit von bis zu 100 Millionen Auslösungen ausgelegt. Das Mausrad nutzt zudem einen robusten Fengshi Weiqi Encoder, der auf 2 Millionen Umdrehungen getestet ist.

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Fabian

Als Experte für Saugroboter teste ich für China-Gadgets unzählige Modelle auf Herz und Nieren und bin zudem regelmäßig in unserem Podcast "Technisch Gesehen" zu hören. Meine private Leidenschaft gilt neben den smarten Haushaltshelfern vor allem Kopfhörern, Monitoren und PCs.

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