Einen Handheld mit rotierenden Touchscreen gab es noch nicht – Anbernic RG Rotate für 100€
Hat die Gaming-Welt auf einen Handheld mit „rotierendem“ Display gewartet? Anbernic wartet die Antwort darauf gar nicht ab, sondern bringt mit dem Anbernic RG Rotate eine der ungewöhnlichsten Taschen-Konsolen auf den Markt, die wir bisher gesehen haben.
- Anbernic RG Rotate
- bei AliExpress für 101,39€ | Anbernic für 114,56$ (ca. 100€)
Inhalt
Technische Daten
| Name | Anbernic RG Rotate |
| Display | 3,5 Zoll IPS | 720 x 720p |
| Betriebssystem | Android 12 |
| CPU | Unisoc Tiger T618 64-bit Octa-Core 2x A75@2,0GHz + 6x A55@2,0GHz |
| GPU | Mali G52 mit 850 MHz |
| RAM | 3 GB |
| Speicher | 32 GB eMCP (per SD-Karte bis 2 TB) |
| Anschlüsse | USB-C, 3,5 mm Klinke |
| Akku | 2.000 mAh (bis zu 5 Stunden Laufzeit) |
Warum ein „rotierendes“ Display?
Anbernic stellt sich die Frage, was man nach Falt- und Slider-Displays noch alles machen kann und findet als Antwort darauf das „rotierende“ Display. Sieht das ziemlich cool aus? Ja. Hat es irgendeinen Vorteil? Nicht wirklich. Ist es der erste Teil der Konsole, der kaputt geht? Höchstwahrscheinlich. Aber ganz so harsch wollen wir mal nicht sofort urteilen. Denn am Ende könnte das ausgefallene Design durchaus manchen überzeugen.
So soll es mehr sein, als nur ein Gaming-Handheld und unterwegs zur Musikwiedergabe, zu Hause als dekoratives Display und Zeitanzeige genutzt werden. Auf den Produktbildern erinnert es mich da sehr an ein Flip-Phone. Der Hauptanschaffungsgrund dürfte dann auch ein ähnlicher sein, nämlich, dass man das Design einfach „irgendwie cool“ findet.

Wie bei allen mechanischen Teilen und anderen falt- schieb- und klappbaren Displays stellt sich auch hier die Frage nach der Langlebigkeit. Man wird bei Anbernic hoffentlich ausgiebig getestet haben, damit der Mechanismus nicht nach wenigen Monaten schon ausleiert. So oder so bleibt sicher ein Restrisiko, das ausgeklappte Display abzubrechen, wenn man zu grob damit umgeht oder es fallen lässt. Das gilt natürlich irgendwo für alle Handhelds und wer behutsam mit seiner Konsole umgeht, wird hier hoffentlich keine Probleme haben.
Hochauflösendes Quadrat-Display für die Hosentasche
Besonders ist neben dem rotierenden Display auch dessen Auflösung und Seitenverhältnis. Es ist nämlich einerseits quadratisch, besitzt dabei aber auch eine HD-Auflösung von 720 x 720 Pixeln. Die Bildschirmdiagonale ist 3,5 Zoll, was für eine hohe Pixeldichte und ein scharfes Bild sorgt.
Unter dem Touch-Display verbergen sich die Tasten des Handhelds. Hier gibt es auf der Front nur die absoluten Basics in Form der A/B/X/Y-Tasten, Start/Select/Home und eines Steuerkreuzes. Damit sie unter das Display passen sind sie sehr flach gehalten. Einen Stick gibt es nicht und dafür wäre wohl auch gar kein Platz gewesen.
Lautstärkewippe und Power-Tasten befinden sich an der Seite und es gibt auf jeder Seite zwei, nebeneinander liegende Schultertasten. All das presst Anbernic in einen Formfaktor von gerade einmal 8 x 8 x 2,16 cm bei einem Gewicht von rund 200 g. Es mag damit nicht das ergonomisch beste Gerät sein, aber definitiv eines, dass man problemlos sogar in der Hosentasche mitnehmen kann. Man hat zudem die Auswahl zwischen einer schwarzen und einer silbernen Variante.
Leistungsstarker Android-Handheld
Im Innern setzt man auf einen Unisoc Tiger T618 mit 8 2,0-GHz-Kernen und einem 850-MHz-Grafikchip. Dazu gibt es 3 GB Arbeitsspeicher und insgesamt 32 GB Speicherplatz, der per SD-Karte erweitert werden kann. Wie üblich verkauft Anbernic den Handheld wahlweise auch gleich mit SD-Karte, auf der je nach Größe auch eine große Anzahl an Spielen bzw. ROMs direkt installiert ist.

Die Leistung ist durchaus beachtlich und versprochen wird hier sogar die Unterstützung von Titeln auf PS2, NGC und Wii. Hier gilt es dann aber zu bedenken, dass dem durch die Anzahl an Tasten und dam Fehlen von Joysticks Grenzen gesetzt sind. Das Handheld-Format hier eignet sich besser für SNES und die verschiedenen Gameboy-Varianten. Da auf dem Gerät Android 12 läuft, sind aber auch Android-Spiele spielbar.
Ein quadratischer Bildschirm ist außerdem für fast keine Konsole das optimale Format, am ehesten kommt da noch der klassische Gameboy heran, während das 4:3-Format der Prä-HD-Ära bereits schwarze Ränder aufweist oder gestreckt/gezoomt werden muss. Bei quadratischen Displays muss man auch immer einen Kompromiss eingehen.
Überzeugt durch Charme, nicht durch Nutzen
Der größte Vorteil des Anbernic RG Rotate ist sicherlich das Design, und damit meine ich nicht, dass es einen praktischen Vorteil hätte. Aber gleich, ob er einem optisch gefällt oder nicht, der Handheld ist einzigartig. Der Dreh-Mechanismus wird jeden überraschen, der die Konsole zum ersten mal im Einsatz sieht, und wegen des kleinen Formfaktors kann ich mir hier durchaus vorstellen, auf dem kleinen Display unterwegs auch mal etwas anderes zu tun als zu zocken, etwa Nachrichten zu checken oder das Gerät wirklich zur Musikwiedergabe zu nutzen.
Nochmal: Als reiner Gaming-Handheld fällt der Anbernic RG Rotate alleine seiner mangelnden Ergonomie wegen hinter vielen anderen Geräten zurück. Das aber wird jedem, der sich den Mini-Handheld zulegen will, herzlich egal sein.
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