xTool P3 Test: 80W CO2-Monster mit unfassbarer Power haut uns um!
Wenn eine riesige Holzkiste auf einer Palette zu uns gerollt wird, wissen wir: Es wird ernst. Der xTool P3 verspricht die ultimative Revolution im Bereich der Desktop-Laser. Mit einer echten 80-Watt-CO2-Röhre, einem gigantischen Bauraum und cleverer LiDAR-Kameratechnik will der Hersteller die Lücke zwischen Industriemaschinen und Desktop-Geräten schließen. Wir haben das 105 Kilo schwere Gerät wochenlang in unserem Makerspace gequält. Dabei haben wir herausragende Funktionen, aber auch nervige Software-Macken entdeckt.
- xTool P3 (80W CO2-Laser):
- bei xTool ab 6779€ (Preis variiert je nach Zubehör-Bundle)
Inhalt
Kurzfazit zum xTool P3
Der xTool P3 ist ein echtes Desktop-Monster. Die rohe 80W-Schneidleistung pflügt durch 22 Millimeter dickes Holz, während die Dual-Kamera das Design präzise platziert. Das genial umgesetzte Batch-Processing und intelligente Was-Funktionen sparen extrem viel Zeit. Dennoch trüben kleine Software-Bugs im xTool Studio, ein unvollständiges Handbuch und leichte Verarbeitungsmängel am Gehäuse den Premium-Anspruch. Wer diese Hürden kennt und umschifft, bekommt hier eine stark gekühlte Maschine, die kleine Handwerksbetriebe auf ein neues Produktions-Level hebt.
- Brachiale Schneidleistung (80W CO2)
- Riesige Arbeitsfläche (915 x 458 mm)
- Integrierter Inverter-Wasserkühler
- Geniale Batch-Processing-Funktion
- Physischer USB-C-Sicherheitsschlüssel
- Großer Fundus an Testmaterialien inklusive
- Extrem schwer (105 kg)
- Teils Softwarebuggs (xTool Studio)
- Versteckte Schrauben am Bodenblech
- WLAN-Setup erfordert anfangs ein USB-Kabel
- Bluetooth-Dongle für Filter passte nicht
- Manche Software-Features mit Account-Zwang
Wer schreibt diesen Test?
Ich bin Thommy und ich begeistere mich für Smart Home, Dashcams & Co. Meine Leidenschaft sind aber FDM 3D-Drucker, seitdem mir meine Frau (natürlich die beste) 2018 einen Anycubic Mega-S geschenkt hat.
Technische Daten: P3 steht für Protzen Hoch 3
| Hersteller | Modell | xTool | P3 |
| Laser-Quelle | 80W CO2-Laser (optional um 5W IR-Modul erweiterbar) |
| Arbeitsbereich | 915 × 458 mm |
| Optik & Kühlung | Wechselbare Fokuslinsen (S, M, L) / Inverter-Wasserkühler |
| Max. Geschwindigkeit | 1.200 mm/s |
| Kameras & Fokus | 4 Kameras (inkl. 16MP Panorama), LiDAR-Abstandsmessung |
| Sicherheit | Klasse 1, 8 Flammensensoren, Temperatursensor |
| Abmessungen | Gewicht | 1.250 × 780 × 496 mm | 105 kg |
Aufbau und Inbetriebnahme: Ein 105-Kilo-Kraftakt
Die Einrichtung des Geräts ist eigentlich simpel konzipiert. Die größte Hürde besteht jedoch darin, fünf kräftige Leute zu finden. Mit satten 105 Kilogramm muss der Koloss erst einmal aus der Box auf den passenden Arbeitstisch gehievt werden.
Zum Lasercutter gehört die separat erhältliche AP2 Max Filtereinheit. Diese reinigt die Abluft mit einem satten Luftstrom von 700 m³/h extrem zuverlässig. Das „SuperCyclone“-System stapelt dafür sechs verschiedene Filter übereinander. Eine clevere NFC-Einheit am Absaugschlauch überträgt den Filterstatus direkt auf das Smartphone. Positiv außerdem in Sachen Lieferumfang: xTool liefert direkt einen großen Fundus an Testmaterialien mit.
Bei der digitalen Einrichtung stolpert man dann allerdings über das lückenhafte Handbuch. Um das Gerät ins heimische WLAN einzubinden, muss man den Laser zwingend zuerst per USB-Kabel mit dem Rechner verbinden – zumindest ist das bei unserem Vorführgerät der Fall. Dieser Zwischenschritt fehlt im Quick-Start-Guide völlig.
Anschließend kalibriert sich der Laserkopf durch eine automatische Fahrt über das gesamte Bett, welches dank AutoLift-Basis surrend hoch und runter fährt. Zuletzt richtet man die Kameras über zwei überlappende optische Punkte ein. Danach ist die Maschine nach knapp 25 Minuten einsatzbereit. Im Test erhielten wir zudem Fehlermeldungen zur Kommunikation mit dem Filter. Wir wissen nicht, ob dies am nicht passenden beiliegenden Bluetooth-Dongle lag. Wir haben das Filtersystem also jeweils manuell dazugeschaltet.
Hardware-Design: Wasserkühlung und Konstruktions-Wünsche
Das Hardware-Design liefert viel Licht. Alles schreit geradezu nach „hochwertig“ und xTool genießt hier nicht umsonst den Ruf eines „Apples“ für Lasergeräte. Die CO2-Röhre wird durch einen integrierten Inverter-Wasserkühler auf Temperatur gehalten. Das ist ein gewaltiges Industrie-Feature. Lobenswert ist zudem der angeschlossene USB-C-Stick an der linken Seite. Dieser fungiert als physischer Sicherheitsschlüssel gegen unbefugte Nutzung. Zudem lässt sich beim P3 die Linse wechseln: Die M-Linse ist verbaut, für extrem feine Gravuren (S) oder tiefere Schnitte (L) gibt es optionale Linsen.
Auch das Display mit dem sogenannten Jog-Wheel (Drehrad mit Druckfunktion) sieht schick aus. Durch einen 2-Sekunden-Druck gelangt man ins Hauptmenü (Auto, Manuell, Feed, Lift). Dennoch lassen sich hierüber bisher nur rudimentäre Einstellungen vornehmen. Eine Anzeige der verbleibenden Bearbeitungszeit fehlt am Gerät komplett. Dort steht lediglich „Verarbeitung“.
Zudem wirkte unser Testgerät leicht unsauber verarbeitet. Die vordere Klappe schloss nicht perfekt bündig ab, sondern wies rechts eine Lücke auf. Dies mag vielleicht mit dem Status des Geräts als offensichtlich bereits oft versendetes Testexemplar zusammenhängen.
Nicht unbedingt intuitiv ist das Handling der Bodenplatte (Tray) gelöst. Um diese herauszuziehen, blockieren weiße Klebeteile den Weg. Obendrein muss man versteckte Schrauben lösen, was in der Anleitung mit keinem Wort erwähnt wird. Hier wünschen wir uns künftig klarere Guidelines. Da die konzentrischen Markierungskreise auf dem Bett nicht verdeckt werden dürfen, wäre ein intelligenter Anschlag für Materialien hinten links genial. Man könnte ihn mit einem Federmechanismus versenkbar machen, sodass er durch einen kleinen eingelassenen Knopf herausspringt. Das würde die Materialplatzierung massiv beschleunigen.
Software: Luft nach oben
Im Testalltag kristallisierte sich die xTool Studio Software (nur für Windows und Mac) als größte Baustelle heraus. Das größte Rätsel betrifft – zumindest für absolute Einsteiger in diese Materie – die Kamera-Erkennung. Um ein sauberes Vorschaubild zu erhalten, muss man den Deckel vollständig bis zum Anschlag öffnen.
Der Grund ist simpel: Die Panorama-Kamera ist direkt im Griff verbaut. Nur im komplett geöffneten Zustand erfasst sie den Bauraum. Das Blöde dabei: Diese simple Notwendigkeit ist nirgends dokumentiert. Stadtdessen ist von einer „Automatikfokus-Taste“ die Rede, wenn man die integrierte KI nach einer Lösung für die automatische Fokussierung fragt. Obendrein vergisst das Programm bei jedem neu geöffneten Tab das zuvor gescannte Bild.
Ein weiterer Bug fiel uns bei einer wirklich schön gravierten Box aus Buchensperrholz auf: In der Software eigentlich ausgeblendete Objekte wurden nämlich einfach mitgelasert. Man muss hier zwingend die Farb-Ebenen deaktivieren, anstatt die Pfade nur auszublenden.
Zudem hoffen wir in der Zukunft auf intelligentere Smart-Features: Die KI warnt nicht, wenn kein QR-Code auf dem Material erkannt wurde. Stattdessen schlägt sie dann teils falsche Standardwerte vor. Für ein Gerät dieser Preisklasse wünschen wir uns für den Nachfolger eine echte KI-Materialerkennung via Laser-Spektrografie. Auch Step-by-Step-Tutorials für die vier meistgenutzten Materialien fehlen in der Software bisher.

Labor-Ergebnisse: Diese Schneidleistung ist Wahnsinn!
Im Laser-Alltag gibt es aber auch eine Reihe positiver Aspekte an der Software. Sie „frisst“ per Drag & Drop gewissermaßen jedes gebräuchliche Format rund um JPG, SVG & Co. Auch die Tools zum Designanpassen sind nach einer kleinen Lernkurve gut brauchbar. Zusammen mit der Preview-Funktion kann man sich das Endergebnis vorher schon ziemlich gut vorstellen.
Hat man also die Software (und ihre Bugs) einigermaßen verstanden, zeigt der P3 sein wahres Gesicht. Die 80 Watt starke CO2-Röhre pflügt gnadenlos durch die Werkstoffe – und das mit einer oft fast schmauchfreien Präzision, die wir bisher nicht gesehen haben – Chapeau! Unsere zwei bisherigen 40-Watt-Diodenlaser haben dagegen absolut keine Chance.
Wir haben u.a. 5 Millimeter starkes MDF, 2,5 mm Graukarton und sogar 22 Millimeter massives Fichtenholz getestet. Bei 100 Prozent Leistung und 15 bis 20 Millimetern pro Sekunde durchtrennt der Strahl auch dickes MDF mühelos. Wie bei jedem Laser entstehen natürlich Schmauchspuren. Dieses Problem lässt sich durch simples Abkleben mit Kreppband (Masking-Tape) vor dem Schnitt elegant umgehen.
Ein absolutes Highlight ist das „Batch Processing“ (Serienfertigung) in Verbindung mit dem intelligenten Nesting (intelligente Objekt-Anordnung). Die Software quetscht die Bauteile mit angeblich 98,7 Prozent Materialausnutzung auf das Holz. Hat man die Funktion einmal verstanden, wirft man einfach Dutzende Motive auf das Bett. Die Kamera erkennt das und richtet das Design (in unserem Fall das Meme „John Pork“ auf 10, 20 und 24 mm Tokens) vollautomatisch aus. Das spart enorm viel Zeit. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei theoretischen 1.200 mm/s. Beim reinen Gravieren hätten wir uns jedoch gewünscht, dass die Maschine noch ein kleines bisschen zügiger arbeitet.
xTool P3: Industrielles Kraftpaket mit kleinen Software-Macken
Der xTool P3 schließt die Brücke zwischen ambitioniertem Maker und industrieller Manufaktur. Wer den Auto-Modus und das Batch-Processing verinnerlicht hat, möchte dieses Gerät nicht mehr hergeben – alleine schon wegen der enorm guten Schnitte und Gravuren, die damit möglich sind. Die Kamera-Ausrichtung ist verdammt präzise und der Laser schneidet selbst dicke Hölzer mit einer atemberaubenden Leichtigkeit. Wer das System erweitern will, kann ein 5W IR-Modul für Metalle, das MagSwap RA3 Rotationsmodul oder sogar ein Förderband (Conveyor Feeder) für unendlich lange Objekte nachrüsten.
Dennoch merkt man der Maschine an, dass die Software noch nicht ganz mit der Premium-Hardware mithalten kann. Ein gravierender Bug bei ausgeblendeten Objekten, fehlende Material-Tutorials und kleine Hardware-Ärgernisse (versteckte Schrauben) trüben den hochpreisigen Anspruch aber nur wenig. Wer diese Bugs jedoch kennt und umschifft, bekommt hier eine beeindruckend gekühlte Industriemaschine (Klasse 1), die jeden Handwerksbetrieb auf ein völlig neues Produktions-Level hebt.
Nun zu euch: Wäre eine echte 80-Watt-CO2-Röhre das Upgrade, auf das eure Werkstatt gewartet hat, oder reicht euch die Leistung moderner Diodenlaser völlig aus?
FAQs zum xTool P3
⚡ Wie stark sind 80 Watt CO2 wirklich?
Sehr stark. Im Consumer-Bereich gelten 40W Diodenlaser als High-End. Mit der 80W CO2-Röhre kann der P3 bis zu 22mm dickes Holz oder klares Acryl schneiden. Die 80W Röhre wird dabei durch einen integrierten Wasserkühler aktiv gekühlt.
🔋 Muss ich die AP2 Max Filtereinheit zwingend kaufen?
Nein, aber wir raten dringend dazu. CO2-Laser produzieren beim Schneiden massive Rauchentwicklungen. Ohne industriellen Abluftschlauch nach draußen ist der Filter absolute Pflicht.
💻 Läuft xTool Studio auf dem iPad oder Smartphone?
Nein. Die Desktop-App für den komplexen P3 ist aktuell nur für Windows und macOS verfügbar.
🧐 Was ist der Unterschied zu einem Diodenlaser?
Ein CO2-Laser nutzt eine komplett andere Wellenlänge. Dadurch kann der P3 im Gegensatz zu Diodenlasern beispielsweise klares, durchsichtiges Acryl schneiden. Zudem ist die Kantenqualität bei Holz oft deutlich sauberer.
Quelle(n):
- xTool
- Testerfahrungen
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