iScooter i8M E-Scooter für 179€ – Klein, leicht und wirklich nur für die ganz kurzen Strecken
Während viele aktuelle E-Scooter gefühlt von Generation zu Generation schwerer, klobiger und teurer werden, schlägt der iScooter i8M genau in die entgegengesetzte Kerbe. Mit schlanken 13 kg Gewicht, extrem kompakten Maßen und einem Preis von unter 200 Euro verspricht er ein Leichtgewicht für Pendler zu sein. Doch um diesen Fliegengewicht-Status zu erreichen, musste der Hersteller spürbar den Rotstift bei den sonstigen Features ansetzen. Ob der i8M im Alltag als praktischer Stadtflitzer überzeugt oder ob das Einsparen beim Akku den Fahrspaß komplett ausbremst, haben wir im Test herausgefunden.
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Inhalt
Kurzfazit zum iScooter i8M
Der i8M ist klein und leicht, wie es ein E-Scooter sein sollte. Für kurze Strecken in der Stadt ist er damit ideal, denn er ist leicht gefaltet und getragen. Das größte Manko ist aber die geringe Reichweite, die noch deutlich unter den Herstellerangaben liegt. Nur, wer darüber hinwegsehen kann, bekommt hier einen immerhin sehr günstigen Roller für kurze Pendelstrecken.
- Straßenzulassung
- Mit nur 13 kg sehr leicht
- Niedriger Preis
- Geringe Reichweite, je nach Fahrweise deutlich unter dem angegebenen Maximum
- Unausgereifte App
Technische Daten iScooter i8M
| Maximale Reichweite | 25 km |
| Maximale Geschwindigkeit | 20 km/h |
| Maximales Transportgewicht | 120 kg |
| Batterie | 36 V, 5,2 Ah, 187 Wh |
| Motorleistung | 420 W (500 W Spitzenleistung) |
| Eigengewicht | 13 kg |
| Abmessungen (Länge/Höhe/Breite) | 115 x 116 x 44 cm |
| Abmessungen (zusammengeklappt) | 115 x 48 x 44 cm |
| Preis | 198,99€ |
Klein und kompakt – So muss ein E-Scooter sein
Ich wusste, mich erwartet ein kompakter E-Scooter, aber beim Karton musste ich schon staunen, nachdem wir in der letzten Zeit vor allem viele Schwergewichte getestet haben. Schon der Karton des i8M ist vergleichsweise klein und entsprechend leichter fällt auch der Transport und das Auspacken. Euer Rücken wird es euch danken.
Die Größe ist dann auch beim Roller selbst das auffälligste Merkmal. Weniger als 1,20 m in der Länge (115 cm) und ein Gewicht von gerade einmal 13 kg, das findet man nur noch selten. Das Gewicht fällt besonders auf, wenn man ihn hochhebt. Das Verstauen im Kofferraum ist kein Problem und auch Bahnhofstreppen kommt man problemlos hinauf. Es ist auch irgendwie ein Scooter für alle, die ohne Aufzug im vierten Stock wohnen.

Das schlanke Design bedeutet natürlich auch Kompromisse, die man eingehen muss. Das Trittbrett ist sehr schmal und die Füße müssen hier jeweils schräg und hintereinander stehen, anders geht es gar nicht. Kleineren Personen oder jenen mit zumindest kleineren Füßen fällt das weniger auf und insgesamt ist es kein all zu großer Kritikpunkt.
Die Reifen sind nur 8,5 Zoll groß, während viele aktuelle Modelle eigentlich schon 10-Zoller haben (selbst einige ähnlich günstige). Und auch der Lenker ist mit nur 48 cm sehr schmal, was einhändiges Fahren nicht unmöglich, aber gefährlich macht. Bedingt gilt das für alle E-Scooter; die Richtungsanzeige per ausgestreckter Hand sollte immer besonders vorsichtig erfolgen.
Was dem i8M ebenfalls fehlt, sind fast alle Neuerungen, die E-Scooter in den letzten Jahren so erfahren haben. Blinker, die ab 2027 bei neuen Modellen in Deutschland verpflichtend werden könnten, hat er keine. Es gibt keine Federung der Reifen und das Display ist das gleiche, das Xiaomi vor fast 10 Jahren in seinen Rollern verbaut hat. Zuletzt gefällt mir der Verschluss des Faltmechanismus nicht besonders; ich empfinde ihn etwas umständlich zu öffnen. Auch hier gilt: Das sind notwendige Einsparungen, um den E-Scooter so klein, leicht und günstig zu halten. Blinker sind zumindest Stand jetzt keine Pflicht und die kleinen Reifen und fehlender Federung sind im Stadtverkehr bei Fahrten auf Asphalt zu verschmerzen.
Es gibt immerhin eine Scheibenbremse, keine Trommelbremse im Hinterrad. Dennoch ist die Bremsleistung maximal mittelmäßig. Eine Vollbremsung bei 20 km/h hat einen Bremsweg von etwa 4 Metern und selbst bei langsameren Geschwindigkeiten rutscht das Hinterrad, weil die elektronische Bremse im Vorderrad viel zu schwach ist. Insgesamt muss man festhalten, dass hier an allen Ecken gespart wurde, um den Preis möglichst gering zu halten. Die „Basics“, die einen E-Scooter ausmachen, sind aber da.
Modell i9M als größere Alternative
Es gibt auch ein auf den ersten Blick sehr ähnliches Modell mit der Produktbezeichnung i9M, das ebenfalls eine ABE und Straßenzulassung in Deutschland hat. Der E-Scooter bietet größere 10-Zoll-Reifen und damit mehr Stabilität während der Fahrt. Außerdem ist ein größerer Akku mit 270 Wh verbaut, der laut Herstellerangaben bis zu 30 km schaffen soll (gegenüber den versprochenen 25 km beim i8M).
Der iScooter i9M kostet rund 50 Euro mehr als der hier getestete i8M, ist mit unter 250 Euro aber immer noch eines der günstigsten, erhältlichen E-Scooter-Modelle. Getestet haben wir das Modell nicht, viele der Erfahrungen mit dem i8M dürften sich aber darauf übertragen lassen, da der Funktionsumfang bis auf den Akku und die Reifen größtenteils identisch ist.

Gedacht für Radwege und kurze Strecken in der Stadt
Auf der Straße bietet der i8M kaum Überraschungen. Ein E-Scooter mit kleineren Reifen und ohne Federung tut sich schwerer auf holprigem Untergrund, das war zu erwarten. Und auch durch das geringe Gewicht liegt er weniger stabil auf der Straße, dafür „hüpft“ man auch mal leichter abgesenkte Bordsteine hinauf. Mehr noch als andere E-Scooter gehört dieses Leichtgewicht einfach auf den Radweg oder auf Asphalt; auf ebenem (und trockenem) Boden fährt er sich gut. Im Regen und bei starker Nässe konnten wir ihn nicht testen; mit IPX4 erhält er auch nur den Mindestschutz gegen Wasser.
Der Motor soll laut Hersteller Steigungen bis zu 15% bewältigen können und tatsächlich lässt die Beschleunigung am Hang spürbar nach. Was „steil“ ist, ist auch ein wenig subjektiv, aber erwartet nicht, hier einfach jeden Berg hinaufzukommen. Im Flachen fühlt sich der Roller wohler.
Wo der Roller ebenfalls langsamer wird, ist bei abnehmendem Akku. Das ist normal und bei jedem E-Scooter auf den letzten Batterie-Prozent feststellbar. Beim i8M tritt das nur leider unerwartet schnell auf. Das bringt uns dann auch zum Akku.
Die Reichweite enttäuscht auf ganzer Linie
Der Hersteller wirbt mit einer Reichweite von 20 bis 25 Kilometern. Das entspricht den Angaben auch bei anderen Rollern dieser Gewichtsklasse. Zwar ist zu erwarten, dass die Reichweite in der Realität geringer ausfällt – die Tests, die dem angegebenen Wert zugrunde liegen, werden in der Regel mit 15 km/h und 75 kg leichten Fahrern durchgeführt. Dieser E-Scooter aber, und das muss ich so hart sagen, ist für mich die vermutlich größte Akku-Enttäuschung, die ich je erlebt habe.
Ich sage es, wie es ist: Ich komme nicht weiter als 10 Kilometer und selbst dann merke ich bereits Einschränkungen. Zur Einordnung: Ich wiege 87 kg, das sollte einen Roller, der laut Datenblatt 120 kg tragen kann, nicht an seine Grenzen bringen. Und ich fahre hauptsächlich in Köln, wo die extremste Steigung auf meinem Arbeitsweg während der Fahrt über die Deutzer Brücke zu bewältigen ist. Hier kann die Erfahrung für einen leichteren Fahrer variieren, vielleicht sind da nochmal ein oder zwei Kilometer mehr drin. Dann muss man sich umgekehrt aber auch im Klaren sein, dass man mit 100 kg Körpergewicht auf diesem Roller noch deutlich weniger weit kommt.

Ich bin die 10 Kilometer dabei nicht am Stück gefahren, sondern in zwei Etappen. Nach 5 Kilometern, also etwa 20 Minuten fahrt innerstädtisch, zeigt das Display bereits nur noch einen von fünf Strichen der Batteriekapazität an. Die Akkuanzeige in der App ist größtenteils unbrauchbar. Bei der zweiten Fahrt am nächsten Tag, vor der ich den Akku zu Testzwecken bewusst nicht geladen habe, starte ich dann mit zwei Strichen auf dem Display und fahre mit der ständigen Sorge, es nicht mehr bis zum 5 Kilometer entfernten Bahnhof zu schaffen – was tatsächlich auch jedes Mal der Fall war.
Wirklich leer war der Akku zugegeben erst nach etwa 11 Kilometer, aber bereits ab Kilometer neun lässt die Beschleunigung merkbar nach und bis auf Fahrten bergab schafft der i8M dann auch keine 20 km/h mehr. Ab diesem Punkt spreche ich eigentlich von einem entleerten Akku, zumal es für die Batterie auch nicht gut ist, sie jedes Mal vollständig zu entladen.
Es gibt eine App – brauchen tut man sie nicht
Bleibt noch die App, die einen durchschnittlichen Roller nicht alleine „gut“ macht, die aber die Benutzung vereinfachen und wichtige oder interessante Zusatzinformationen bereitstellen kann. Die App iScooter club ist leider nichts davon.
Schon bei der Anmeldung und auch bei der späteren Eingabe von Daten in der App sind die Umrisse der Textfelder nicht sichtbar. Das ist unpraktisch, sieht aber vor allem unschön aus. Einen Account erstellt man nicht wirklich, man muss sich aber einen Code zum Freischalten an per E-Mail schicken lassen.
Angezeigt werden die üblichen Informationen zum Akku wie Temperatur, Restladung und auch die insgesamt gefahrene Strecke. Die einzelnen Fahrten werden aber nicht gesondert aufgelistet. Dafür gibt es viele Zusatzfunktionen, die man eigentlich nicht braucht, etwa sehr viele Social-Media-Verknüpfungen und eine Livestream-Option, bei der man die Smartphone-Kamera mit der App bzw. der Community teilt. Warum ist dieses Feature in einer E-Scooter-App? Die Zielgruppe hierfür dürfte doch eher klein sein, aber vielleicht freut sich der ein oder andere ja darüber.

Einstellungen hingegen fehlen größtenteils. Das Zahnrad-Symbol, das gemeinhin für „Einstellungen“ steht, führt mich zu einer leeren Seite ohne Inhalt. Dabei würde ich gerne Einstellungen vornehmen, etwa meinen bevorzugten Fahrtmodus. Stattdessen startet der Roller nach dem Einschalten immer im Fußgängermodus und mit eingeschaltetem Licht. Das muss ich jedes Mal manuell umstellen, wobei der Roller Systemtöne abgibt, die ich ebenfalls nicht abstellen kann. Die Akkuanzeige in der App ist leider ziemlich nutzlos, weil sie keine wirkliche Auskunft darüber gibt, wie weit man tatsächlich noch fahren kann.

Es gibt eine elektronische Motorsperre und ein Navi mit auf Google Maps basierenden Kartendaten. Nett, wobei ich Google Maps ja ebenfalls auf dem Handy habe. Eine Motorsperre ist besonders bei einem leichten E-Scooter zudem kein wirksamer Diebstahlschutz, aber immerhin eine zusätzliche Abschreckung, da man den Roller dann nicht mehr fahren kann. Ratsam ist es immer, den E-Scooter auch abzuschließen, wenn man ihn irgendwo in der Öffentlichkeit stehen lässt.
Insgesamt wundert es mich jedenfalls nicht, dass die App im Playstore auf 2,3 Sterne kommt.
Fazit: Nur ein Scooter für SEHR kurze Strecken
Wo landen wir am Ende mit dem iScooter i8M? Dass man bei einem leichten E-Scooter Abstriche bei der Reichweite machen muss, ist vollkommen normal. Zehn Kilometer halte ich aber für zu wenig, selbst, wenn die Herstellerangabe nicht 20-25 km gewesen wäre.
In der Praxis kann man es sich nicht leisten, den i8M auch nur einmal nach einer Fahrt nicht wieder aufzuladen, wenn man nicht absolut sicher weiß, dass man nur einen oder zwei Kilometer weit fährt. Auch muss das Ladekabel bei Strecken über 4 km immer mit dabei sein, damit man auch wieder zurückkommt.
Die App ist Murks – geschenkt; es gibt auch E-Scooter, die ganz ohne App auskommen. Das wäre für mich kein K.O.-Kriterium. Und als Fortbewegungsmittel für die Strecke vom Parkplatz oder dem Bahnhof zum Büro gibt es kaum Praktischeres, als einen kleinen, leichten E-Scooter. Das trifft auch auf den i8M zu. Personen deutlich unter 80 kg, die wirklich nur einen Kilometer vom Parkplatz zu Büro oder von der Wohnung zur Uni fahren, könnten über einen Kauf nachdenken, zumal der Roller immerhin mit seinem sehr niedrigen Preis punkten kann. Für weitere Strecken und Personen über 80 kg ist der i8M nach meiner Testerfahrung aber nicht zu empfehlen.
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