8€ DIY-Projekt: Alter 3D-Drucker wird zum Schneideplotter!
Habt ihr auch noch einen in die Jahre gekommenen 3D-Drucker im Keller stehen, der eigentlich nur noch Staub fängt? Bevor ihr die Maschine endgültig entsorgt, solltet ihr euch dieses geniale DIY-Projekt genauer ansehen. Ein findiger Maker hat nämlich seinen sieben Jahre alten Anycubic Mega S mit minimalem Aufwand in einen voll funktionsfähigen Schneideplotter für Vinylfolien verwandelt. Dafür sind weder teure Software-Abos noch komplexe Firmware-Hacks nötig.
- Roland-Style Schleppmesser (Klon) inkl. Klingen:
Ein simples Messer ersetzt teure Plotter
Klassische Schneideplotter von bekannten Marken kosten oft mehrere hundert Euro. Stattdessen nutzt dieser clevere Umbau ein simples Schleppmesser („Drag Knife“). Ein solches Werkzeug kostet bei AliExpress als Nachbau gerade einmal um die 8€. Da die Klinge auf einem winzigen Drehpunkt sitzt, richtet sie sich bei einer Bewegung automatisch nach der Fahrtrichtung aus. So zieht der Druckkopf die Klinge einfach passiv hinter sich her. Deshalb benötigt die Maschine weder einen Laser noch eine rotierende laute Spindel.

Außerdem müsst ihr das Messer natürlich am Druckkopf befestigen. Dafür hat der Maker eine simple Halterung entworfen und einfach aus PETG selbst gedruckt. Eine ähnliche Halterung für den Mega-S gibt es beispielsweise bei Printables. Wer sich mit CAD-Programmen nicht auskennt, findet im Netz außerdem unzählige fertige Vorlagen für verschiedene Druckermodelle.
Ein einfaches Gummiband an der Halterung sorgt dafür, dass die Klinge konstant nach unten gedrückt wird. Dadurch gleicht das improvisierte System ein leicht unebenes Druckbett völlig mechanisch aus. Wer es etwas professioneller mit einer Druckfeder mag, kann sich dieses Modell bei Printables ansehen.

Open-Source-Software ohne Firmware-Frust
Wer kein Ultra-Bastler ist, schreckt oft vor komplexen Umbauten zurück. Hier können wir Entwarnung geben: Ein nerviger und fehleranfälliger Firmware-Flash fällt komplett weg. Der Drucker verarbeitet weiterhin ganz normalen G-Code. Die eigentliche Magie passiert stattdessen auf dem PC mit der kostenlosen Open-Source-Software PolyCut.

Dieses schlanke Programm wandelt Vektorgrafiken (SVG-Dateien) in exakte Fahrwege für euren Drucker um. Falls ihr lediglich normale Bilder (PNG oder JPG) besitzt, könnt ihr diese über kostenlose Web-Tools vorab mit einem Klick in Vektoren konvertieren. Danach exportiert ihr den generierten G-Code auf eine SD-Karte. Schließlich startet ihr den Druckvorgang am Drucker exakt so, als würdet ihr ein normales 3D-Modell fertigen.
Wo die Grenzen des 8-Euro-Plotters liegen
Trotz der genialen Idee gibt es bei diesem Umbau natürlich mechanische Limits. Zunächst ist die maximale Schneidefläche strikt auf den XY-Verfahrweg eures alten Druckers begrenzt. Für kleine Sticker oder Etiketten ist das jedoch meist völlig ausreichend. Zudem erfordert die allererste Einrichtung viel Fingerspitzengefühl. Die exakte Z-Höhe entscheidet nämlich über Erfolg oder Misserfolg des Projekts.
Ist die Düse zu hoch eingestellt, ritzt die Klinge die Folie nicht sauber an. Sinkt der Kopf hingegen zu tief ab, durchtrennt ihr das hintere Trägerpapier und zerkratzt im schlimmsten Fall das Druckbett. Daher sind kleine Testschnitte vor dem eigentlichen Projekt absolut erforderlich. Hat man diesen Sweetspot jedoch einmal gefunden, erhält man für läppische acht Euro eine fantastische Kreativ-Maschine, die alter Hardware ein sinnvolles zweites Leben schenkt.
Dieses Projekt erinnert uns ein wenig an die Zeiten des manuellen Levelns bei 3D-Druckern – irgendwie charmant. Wie ist es mit euch? Habt ihr noch alte Drucker-Dinosaurier, die ihr für solche Plotter-Experimente reaktivieren würdet? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
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