Lightmake L4: Dieser 3D-Drucker druckt mit 4 Köpfen gleichzeitig!
Ihr habt ein und dasselbe Bauteil, wollt es aber nicht nur 4x drucken, sondern auch quasi in vierfacher Geschwindigkeit – und das fast ohne Filamentmüll? Dann schaut euch mal das noch recht unbekannte Startup Lightmake an. Denn das kündigt eine Kickstarter-Kampagne für den Lightmake L4 an – und zwar ohne klassische Riemen. Dafür gibt es Linearmotoren und – Achtung – gleich vier Druckköpfe, die zeitgleich (!) über das Heizbett jagen.
- Lightmake L4 3D-Drucker:
- Preis: Bisher unbekannt
- Verfügbarkeit: Demnächst über Kickstarter
(Hinweis: Bisher gibt es weder einen offiziellen Launch-Termin noch einen finalen Preis. Stand: Juni 2026)
Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.
Inhalt
Die Specs des LightMake L4: 0 Riemen – 4 Druckköpfe
| Bauraum (Single Color / Multi Color) | 354 x 370 x 386 mm / 354 x 350 x 386 mm |
| Druckköpfe | 4 (gleichzeitig operierend, unabhängig steuerbar) |
| Kinematik | Keine Riemen, sondern Linearmotoren (±1μm Closed-Loop) |
| Druckgeschwindigkeit | 1000 mm/s (realistisch: 300 mm/s) |
| Hotend-Temperatur | 320°C |
| Werkzeugwechsel | 1 Sekunde |
| Materialien | PLA, ABS, PETG, TPU, ASA, PVA, PET, xCF |
| Features | 4 gleichzeitig druckende Köpfe, Zinkdruckguss-Rahmen, Dual-HD-Kameras, 6,5-Zoll Touchscreen, RFID-Erkennung, 5mm Z-Lift pro Kopf, AutoQueue-Software |
Kein Müll? Toolchanger & IDEX im Vergleich
Man merkt es immer deutlicher: Toolchanger bzw. Systeme, welche mehrere Druckköpfe, Hotends oder eben Düsen wechseln können, stehen in der Branche hoch im Kurs. Bambu Lab experimentiert dafür mit dem Vortek-System und Creality neuerdings mit KliTek – beides Ansätze für einen schnellen Düsen- bzw. Hotend-Wechsel. Bondtech bzw.

Prusa kontert mit den induktiv beheizten INDX-Düsen. Dazu gesellen sich klassische Toolchanger wie der Prusa XL, der Flashforge Creator 5 oder der Snapmaker U1, die direkt den kompletten Druckkopf tauschen. All diesen Systemen ist aber eine Sache gemein: Es ist immer nur exakt ein Kopf zur gleichen Zeit im Einsatz.
Selbst bei IDEX-Druckern (Independent Dual Extruders), die zwei Köpfe auf der X-Achse haben, arbeitet bei mehrfarbigen Objekten immer nur eine Düse, während die andere parkt. Der Lightmake L4 geht hier einen anderen Weg. Das System besitzt vier vollkommen unabhängige Druckköpfe. Die hängen jeweils im Doppelpack an den oberen Linearschienen und befinden sich dauerhaft aktiv im Bauraum.
Laut Hersteller dauert der Wechsel zwischen zwei Farben dadurch nur rund eine Sekunde. Das nervige Spülen (Purgen) des Filaments entfällt fast komplett. Lightmake verspricht bis zu achtmal weniger Abfall.
Linearmotoren & AutoQueue: Präzision für die Druckerfarm
Auffällig beim L4 ist aber auch die Kinematik: Lightmake schmeißt die klassischen Zahnriemen komplett raus und verbaut elektromagnetische Linearmotoren. Diese Technik kennt man sonst eher aus extrem teuren Industriemaschinen. Das System arbeitet völlig kontaktlos und verschleißfrei. Der Hersteller verspricht dadurch eine Präzision von ±1 Mikrometer und eine Lebensdauer der Motoren von über 50.000 Stunden. Damit bei einer (angeblichen) Maximalgeschwindigkeit von 1.000 Millimetern pro Sekunde keine Artefakte entstehen, nutzt das System einen speziellen Algorithmus zur Vibrationsunterdrückung.
Diese Architektur erlaubt zwei völlig verschiedene Druck-Modi. Ihr könnt den L4 nutzen, um ein einziges Bauteil in vier Farben in Rekordzeit zu drucken. Alternativ schaltet ihr in den Produktionsmodus. Dann drucken alle vier Köpfe gleichzeitig ihr eigenes, identisches Objekt. Aus einem Drucker werden so quasi vier Maschinen.
Damit die inaktiven Düsen beim Navigieren keine bestehenden Schichten abreißen, hebt das System die ungenutzten Werkzeuge mechanisch um 5 Millimeter an. Spannend sicherlich auch für Print-Farmen: Die Software bringt eine AutoQueue-Funktion mit, die Druckaufträge und Echtzeit-Statusberichte an bis zu 1.000 Maschinen im Netzwerk vollautomatisch verteilt.
LightMake L4: Kickstarter-Traum oder echte Revolution?
Klar, dieser Drucker klingt natürlich besonders schön fürs Nerd-Herz: Ein massiver Rahmen, Linearmotoren, 320 Grad an der Düse, AutoQueue-Software und – vor Allem – vier unabhängig agierende Werkzeugköpfe klingen nach einer ultimativen Lösung für anspruchsvolle Maker. Zu bedenken ist hier aber dreierlei: Der Drucker scheint erstens nicht eingehaust zu sein, was das Drucken von ABS & Co. wohl recht nervig bis unmöglich machen wird. Zweitens solltet ihr den massiv kleineren Bauraum beachten, wenn ihr 4 Teile gleichzeitig druckt.
Und drittens schließlich: Wer ist LightMake überhaupt? Dahiner steht nämlich ein bisher völlig unbekanntes Startup, vermutlich aus Hongkong. Die Kombination aus brandneuer Hard- und Software ist fehleranfällig. Wer das System perfektionieren will, muss einen Slicer entwickeln, der vier Köpfe völlig kollisionsfrei koordiniert – eine programmiertechnische Mammutaufgabe. Zudem dürften die Linearmotoren den Preis ordentlich in die Höhe treiben. Wir behalten die kommende Kickstarter-Kampagne definitiv im Auge, raten aber bei teuren First-Gen-Geräten von frischen Startups grundsätzlich zu einer gesunden Skepsis.
Was meint ihr zum LightMake L4? Glaubt ihr, dass dieses 4-Kopf-Konzept die Zukunft des 3D-Drucks ist, oder bleibt ein Toolchanger wie der Snapmaker U1 für euch der realistischere Ansatz? Lasst eure Meinung in den Kommentaren da!
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