Bambuddy: Die mächtige Open Source Offline-Zentrale für euren Bambu Lab Drucker!
Ihr liebt euren Bambu Lab Drucker, aber die Abhängigkeit von der Hersteller-Cloud nervt euch? Nutzt ihr nicht den Lan-Only-Modus, macht nämlich jeder Druckauftrag erst einmal einen Umweg über fremde Server. Dazu kommen anhaltende Diskussionen um die Software-Politik des Herstellers und mögliche Verstöße gegen Open-Source-Lizenzen (AGPLv3). Wer die volle Kontrolle über seine Hardware zurückerobern will, bekommt jetzt ein extrem mächtiges Werkzeug an die Hand: Bambuddy. Das quelloffene Projekt kappt die Verbindung zur Bambu-Cloud komplett und liefert Features, die man bei der offiziellen Software vergeblich sucht. Wir schauen uns an, was das Self-Hosted-Dashboard auf dem Kasten hat.
- Bambuddy (Open Source / GitHub)
- Kostenlos verfügbar via GitHub (Docker / Windows / Linux / macOS)
- Live-Demo ohne Installation im Browser testbar
Inhalt
Die Befreiung aus der Cloud: Setup & Firmware-Downgrades
Bambuddy ist kein simples Slicer-Plugin, sondern eine eigenständige Steuerzentrale, die ihr lokal in eurem Netzwerk hostet. Die Software läuft ressourcenschonend als Docker-Container auf einem NAS, einem Raspberry Pi oder direkt über einen nativen Windows-Installer auf dem PC. Das Ziel ist klar: Euren 3D-Drucker komplett von der Außenwelt abschotten.
Bambuddy unterstützt dabei nicht nur die älteren A1- und P1/X1-Serien, sondern greift auch bei den neuen H2-, X2- und A2-Modellen problemlos ein. Das Tool umgeht außerdem Bambu Labs strikte Update-Politik und ermöglicht sogar Firmware-Downgrades (Rollbacks) auf ältere Versionen.
Voraussetzung: Der Entwicklermodus
Damit Bambuddy euren Drucker steuern kann, müsst ihr diesen im Druckermenü zwingend in den „LAN Only Modus“ versetzen. Das kappt die offizielle Cloud-Verbindung vollständig. Anschließend taucht der „Developer Mode“ auf. Aktiviert ihr diesen, erhaltet ihr einen lokalen Access-Code, den ihr in Bambuddy eintragen müsst. Euer Drucker kommuniziert ab sofort nur noch verschlüsselt innerhalb eures Heimnetzwerks.
Proxy-Modus & Web-Slicer: Slicen direkt am Smartphone
Der größte Kritikpunkt am LAN-Only-Modus von Bambu Lab war bisher immer der Verlust des Fernzugriffs. Wer nicht im gleichen WLAN war, konnte den Druck nicht starten oder überwachen. Bambuddy löst das mit einem genialen Proxy-Modus. Die Software fungiert als sicheres Relay. Ihr könnt euch via TLS-Verschlüsselung (oder über Tailscale) von überall auf der Welt auf euer heimisches Bambuddy-Dashboard einwählen und den Drucker steuern, als wärt ihr zu Hause – ganz ohne Bambu-Server.
Das nächste Highlight ist die Slicer-Integration direkt im Browser. Ihr braucht auf eurem Arbeits-Laptop oder Tablet keinen Desktop-Slicer wie Orca oder Bambu Studio mehr. Ihr zieht einfach eine STL- oder 3MF-Datei per Drag-and-Drop in die Weboberfläche. Ein kleiner Container im Hintergrund berechnet den G-Code und schickt ihn an den Drucker. Liegt ein MakerWorld-Link vor, fügt ihr diesen ein und das System importiert das Projekt vollautomatisch. Auch genial: Da die Oberfläche als Progressive Web App (PWA) optimiert ist, könnt ihr ab sofort Modelle direkt auf dem Smartphone slicen und starten!
Smart Home Anbindung & Farm-Management
Bambuddy speichert eure komplette Druckhistorie lokal ab, zieht sich die Kamera-Streams live ins Interface und bietet on top ein Spulen-Management. Ihr könnt euch für euer Filament-Lager sogar druckbare PDF-Etiketten samt QR-Codes generieren lassen. Die Entwickler haben das Tool zudem tief ins Smart Home integriert. Wer smarte Steckdosen (Tasmota, Shelly, Home Assistant) nutzt, kann den Drucker nach dem Druck automatisch vom Strom trennen lassen und sieht den echten Energieverbrauch auf den Cent genau.
Sogar die KI-Fehlererkennung „Obico“ lässt sich anbinden, um fehlgeschlagene Drucke über die Kamera automatisch zu stoppen – und das völlig kostenlos, sofern ihr die dazugehörige Obico-ML-API selbst lokal auf eurem Heimserver hostet. All das ist darauf ausgelegt, im Zweifel ganze Print-Farmen mit bis zu 40 Druckern und etlichen Nutzern (inklusive Zwei-Faktor-Authentifizierung) zu verwalten.
Einschätzung: Mächtiges, aber leicht überfrachtetes Tool
Bambuddy ist auf den ersten Blick ein Meisterwerk der Open-Source-Community. Es löst elegant die Datenschutzbedenken vieler Nutzer und liefert mit dem Proxy-Fernzugriff, dem Smartphone-Slicer und KI-Überwachung auf Wunsch genau die Funktionen, die Power-User fordern.
Wenn wir von Power-Userrn sprechen, müssen wir aber auch die 08/15-User bedenken. Denn diejenigen darunter, die weniger technikbegeistert sind und vielleicht einen oder zwei Drucker haben, werden ziemlich sicher bei der offiziellen Cloud-Lösung bleiben. Bambu Lab bietet eine extrem bequeme App, die einfach funktioniert. Die Benutzeroberfläche von Bambuddy ist im direkten Vergleich dazu ein wenig überfrachtet. Man wird förmlich von Menüs, Statistiken und Checkboxen erschlagen – hier muss man sich definitiv erst einmal ein wenig einfuchsen, wird dann aber umso mehr belohnt.
Für Bastler, Makerspaces oder Print-Farmen, wo viele Drucker aus Datenschutzgründen ohnehin strikt im LAN-Only-Modus laufen müssen, ist Bambuddy jedoch der absolute Jackpot. Und bei euch? Probiert ihr Bambuddy mal aus?
Quelle(n):
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