Teurer Speicher: Redmi Note 17 Pro wird zum krassen Downgrade-Opfer
Mit dem Redmi Note 17 Pro bringt Xiaomi mal wieder einen neuen Vertreter seiner beliebten Mittelklasse auf den Markt, der besonders all jene abholen soll, die abseits der Steckdose lange durchhalten müssen. In Zeiten steigender Produktionskosten versucht der Hersteller hier den Spagat zwischen bezahlbarem Preis und starker Hardware. Ein starkes Upgrade beim Akku steht auf dem Papier, doch die technischen Abstriche werfen direkt einen Schatten auf das Datenblatt. Kann der gigantische Akku die offensichtlichen Downgrades wirklich rechtfertigen?
Inhalt
Technische Daten des Redmi Note 17 Pro
| Display | 6,83″ 1.5K AMOLED, 2772 x 1280 Pixel, 120 Hz Bildwiederholrate, bis zu 3.500 nits Peak-Helligkeit, Corning Gorilla Glass Victus 2 |
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 6s Gen 4 (4 nm), Octa-Core bis 2,4 GHz |
| Grafikchip | Adreno 710 GPU |
| Kamera | Hauptkamera: 50 MP (1/2.76″, f/1.8) Tiefenkamera: 2 MP (1/5″, f/2.4) |
| Frontkamera | 8 MP |
| Speicher | 128 GB (UFS 2.2), 256 GB oder 512 GB (UFS 3.1) |
| Arbeitsspeicher | 8 GB oder 12 GB LPDDR4X |
| Akku | 9.000 mAh, 67 W Fast Charging (kabelgebunden), 22,5 W Reverse Charging |
| Features | IP66/68/69/69K Zertifizierung (Staub- und Wasserschutz), Infrarot-Sender, optischer Fingerabdrucksensor im Display, Stereo-Lautsprecher |
| Konnektivität | Dual-SIM (5G), Wi-Fi 5, Bluetooth 5.1, NFC, USB-C |
| Betriebssystem | HyperOS 3 (basierend auf Android 16) |
| Abmessungen / Gewicht | 163,45 × 78,27 × 8,46 mm / 226 g |
| Farben | Lila, Blau, Weiß, Schwarz |
Riesiger Akku und OLED-Display
Highlight des Smartphones ist natürlich der riesige 9.000 mAh Akku, der ganze 2.000 mAh größer ist als noch beim Vorgänger in China. Aufgeladen wird dieses Kraftpaket mit ordentlichen 67W über den USB-C Anschluss, was im Vergleich zu den 45W des Vorgängers eine spürbare Steigerung ist. Überdies unterstützt das Gerät eine 22,5W Reverse-Charging Funktion, mit der man andere Gadgets aufladen kann.
Beim Bildschirm geht man eigentlich keine Kompromisse ein und verbaut ein 6,83″ großes 1.5K AMOLED Display mit einer flüssigen 120 Hz Bildwiederholrate. Das Datenblatt verspricht hier eine maximale Helligkeit von beeindruckenden 3.500 nits, was sicherlich auch bei direkter Sonneneinstrahlung im Sommer absolut ausreicht. Geschützt wird die Front von Corning Gorilla Glass Victus 2 und das Gehäuse ist mit einer IP66/68/69/69K Zertifizierung extrem stark gegen Wasser und Staub abgedichtet.
Prozessor-Downgrade und ein unübersichtliches Speicher-Setup
Im Inneren steckt der Qualcomm Snapdragon 6s Gen 4, ein im 4 nm Verfahren gefertigter Octa-Core Prozessor mit bis zu 2,4 GHz Taktung. Auch wenn der Qualcomm-Prozessor in der Regel etwas bessere Treiber für Spiele mitbringt, lässt einen dieser Wechsel im Vergleich zum MediaTek Dimensity 7400 Ultra des Vorgängers schon mit der Stirn runzeln. In Benchmarks erreicht der neue Chip nämlich leider schlechtere Werte (Antutu 1,047,842 vs. 817,331).
Ein echtes Manko ist heutzutage aber der Speicher, wo die Basiskonfiguration mal wieder bei nur 128 GB anfängt und nicht bei 256 GB. Wer sich für diese kleinste Version entscheidet, bekommt zudem nur den langsameren UFS 2.2 Speicher, während die 256 GB und 512 GB Varianten auf den deutlich flotteren UFS 3.1 Standard setzen. Beim Arbeitsspeicher bleibt es beim bewährten LPDDR4X, wobei man sich hier beim Kauf wohl genau entscheiden muss. Ein Gerät mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher gibt es schlichtweg nicht, da in der Top-Ausstattung bei 512 GB nur 8 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Das ist halt irgendwie ein unglücklicher Kompromiss.
Bei den Verbindungen liefert man hingegen den Standard mit Wi-Fi 5, Bluetooth 5.1 sowie NFC für kontaktloses Bezahlen und einem Infrarot-Sender für die Steuerung von Heimgeräten. Als Betriebssystem kommt ab Werk HyperOS 3 auf Basis von Android 16 zum Einsatz, welches z.B. jetzt eine Deepfake Erkennung bei Videocalls bietet. HyperOS 4 mit Android 17 ist aber noch nicht vorhanden.
Die Kamera verliert den Ultraweitwinkel
Auf der Rückseite platziert Xiaomi wieder einen 50 MP Hauptsensor, welcher von alltäglichen Schnappschüssen bis hin zu Porträts sicherlich ordentliche Ergebnisse liefern wird, aber auch leicht zum Vorgänger geschrumpft ist. Etwas schade ist aber das offensichtliche Kameradowngrade beim zweiten Objektiv.
Die praktische Ultraweitwinkelkamera fällt leider komplett weg und wird durch eine fast schon nutzlose 2 MP Tiefenkamera ersetzt. Das ist ein ziemlich ärgerlicher Schritt zurück. Auf der Front sitzt für Selfies zudem eine 8 MP Kamera, die auch schlechter als die 20 MP vom Vorgänger ist.
Ein Opfer der gestiegenen Speicherkosten
Es war wohl abzusehen, dass Xiaomi Probleme haben wird, ihre Budgetgeräte dauerhaft zu ähnlichen Preisen mit der gleichen starken Ausstattung der letzten Jahre zu liefern. Der Speicher ist auf dem Weltmarkt nun einfach massiv teurer geworden, was man beim Redmi Note 17 Pro leider überdeutlich spürt. Gegenüber dem Einstiegsmodell der Vorjahre mit 8/256 GB zahlt man hier mit umgerechnet 207€ einen Aufpreis von ca. 40€ bei nur noch 128 GB Speicher. Man zahlt hier also im Grunde mehr, bekommt weniger Speicher, muss auf eine Ultraweitwinkelkamera verzichten und hat auch noch einen langsameren Prozessor unter der Haube.
Sowas hört man als Fan natürlich nicht gerne, aber sie hatten wahrscheinlich einfach keine andere Wahl. Xiaomi setzt besonders in China generell sehr geringe Margen an, weshalb sie durch die erhöhten Speicherkosten schlichtweg Kompromisse finden mussten, um das Smartphone überhaupt profitabel anzubieten. Das einzige wirklich klare Upgrade ist hier der gewaltige 9.000 mAh Akku, der für viele Käufer neben der Kamera sicherlich zu den Top-Prioritäten gehört.
Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Wir werden die europäische Variante vermutlich gegen Ende des Jahres mit dem Zusatz „5G“ auf den Markt bekommen. Für gewöhnlich ändern sich bei dem globalen Sprung dann aber noch einige Details wie das Kamera-Setup oder die Akkugröße. Sicherlich werden wir uns aber auch hierzulande auf eine spürbare Preiserhöhung einstellen müssen.
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