Krise bei Nothing: Hersteller dementiert Rückzug, bestätigt aber Stellenabbau
Beim Smartphone-Hersteller Nothing stehen offenbar schwierige Zeiten bevor. Mehrere Berichte sprechen von einem umfangreichen Sparkurs mit Stellenabbau, einem möglichen Rückzug aus mehreren Märkten und einem vorläufigen Aus für neue CMF-Smartphones. Das Unternehmen widerspricht allerdings einem Teil der Berichte und bezeichnet sie als “Fake News”.
Inhalt
Berichte: Nothing plant drastische Einschnitte
Auslöser der Diskussion ist ein Bericht des indischen Magazins Digit.in. Demnach soll Nothing seine weltweite Präsenz deutlich verkleinern und sich aus mindestens zwölf Märkten zurückziehen. Genannt werden unter anderem Japan, der Nahe Osten sowie Teile Europas.

Außerdem heißt es, dass das Unternehmen seine weltweite Belegschaft um rund 40 Prozent reduzieren will. Besonders betroffen seien die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in China und London.
Nothing widerspricht den Rückzugs-Gerüchten
Kurz nach Veröffentlichung der Berichte meldete sich Nothing-Mitgründer Akis Evangelidis auf X zu Wort. Er widersprach den Meldungen über einen Rückzug aus mehreren Märkten deutlich:

Gleichzeitig bestätigte Evangelidis jedoch, dass sich das Unternehmen in einer schwierigen Übergangsphase befindet. Die notwendigen Entscheidungen seien hart für die betroffenen Mitarbeiter, aber unvermeidbar. Damit gilt der Stellenabbau inzwischen als bestätigt, während die angebliche Schließung von Märkten von Nothing ausdrücklich dementiert wird.
Hohe Speicherpreise setzen Nothing unter Druck
Als Hauptgrund für die Sparmaßnahmen gelten die stark gestiegenen Speicherpreise. Counterpoint Research berichtet seit Monaten von massiven Preissteigerungen bei Speicherchips, die insbesondere Hersteller günstiger Smartphones unter Druck setzen. Das erschwert es insbesondere kleineren Herstellern, attraktive Smartphones zu günstigen Preisen anzubieten.
Während Nothing im Jahr 2025 nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Smartphones verkaufen konnte, sollen die aktuellen Auslieferungszahlen deutlich niedriger ausfallen. Besonders im günstigen Preisbereich ist die Nachfrage zuletzt stark eingebrochen.

Die Auswirkungen treffen auch die Submarke CMF. Bereits vor einigen Wochen hatte Nothing bestätigt, dass 2026 kein neues CMF-Smartphone erscheinen wird. Laut Evangelidis sei zwar an einem Nachfolger gearbeitet worden, doch aufgrund der stark gestiegenen Speicherpreise lasse sich derzeit kein Gerät entwickeln, das sowohl einen spürbaren technischen Fortschritt als auch einen für CMF passenden Preis bieten könne. Wir haben ja bereits vermutet, dass das kürzlich erschienene Nothing Phone (4b) auch gut als neues CMF-Phone für dieses Jahr gepasst hätte.
Wie geht es für Nothing weiter?
Trotz der schwierigen Lage gibt es auch positive Signale. In Indien konnte Nothing zuletzt deutlich wachsen und verzeichnete im zweiten Quartal 2026 laut Counterpoint ein Plus von 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings basiert dieses Wachstum auf einer vergleichsweise kleinen Ausgangsbasis und bezieht sich ausschließlich auf die Hauptmarke Nothing – CMF ist dabei nicht berücksichtigt.

Aktuell deutet vieles darauf hin, dass Nothing seine Ressourcen stärker bündeln und sich auf weniger Produkte konzentrieren möchte. Ob das Unternehmen tatsächlich dauerhaft auf bestimmte Märkte verzichtet, bleibt dagegen offen. Nach aktuellem Stand hat Nothing einen solchen Schritt ausdrücklich dementiert. Fest steht aber: Nachdem bereits bei OnePlus der Rotstift angesetzt wurde, bleiben auch andere Hersteller nicht verschont. Wir leben in spannenden Zeiten.
Quellen:
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