Die Drohne als fliegender Camping-Scheinwerfer – HEONE-X auf Kickstarter
Wie verschafft man sich Nachts im Freien am besten Licht? Mit Taschenlampen oder dem Smartphone? Warum nicht mit einer Drohne, die ausgestattet mit hellen Scheinwerfern über einem kreist? Was im ersten Moment unglaublich klingt, ist tatsächlich der Gedanke hinter dieser Kickstarter-Kampagne.
- HEONE-X Drohne
Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.
Ein fliegende Scheinwerfer
So verkehrt wirkt der Gedanke nicht. Der Vorteile einer Drohne mit Scheinwerfern gegenüber jeder anderen Art der Beleuchtung ist, dass sie sehr hoch und komplett unabhängig vom Untergrund „aufgestellt“ werden kann. Jede Lichtquelle am Boden spendet nur in der Ebene Licht und jedes Hindernis taucht den Bereich dahinter wieder in Dunkelheit.
Campinglampen, die man auf Gestelle setzt, strahlen von einem etwas höheren Punkt, lösen das Problem aber auch nicht und sind zusätzlich auf einen sicheren Untergrund angewiesen.
Die HEONE-X schwebt hingegen über den Dingen. Und zwar genau da, wo man die Beleuchtung gerne hätte. Im Promo-Material wird unter anderem auch ein Beachvolleyball-Feld gezeigt, für das sie als Flutlicht dient. Primär denkt man wohl an den Einsatz beim Camping, aber auch in Notsituationen im Dunkeln, etwa dem Reifenwechsel oder sogar Bergungsaktionen, soll die fliegende Lichtquelle helfen.
Wie löst man Stromzufuhr und das Lärmproblem?
Natürlich wirft das Konzept auch eine Menge Fragen auf. Nicht auf alle davon liefern die Kampagnenbetreiber eine Antwort. Das Problem der Stromversorgung wird relativ pragmatisch gelöst, indem man einfach ein langes Kabel an die Drohne steckt. Da die Drohne nicht frei fliegen können muss, stört das nicht, mit der Ausnahme, dass unter der Drohne eben ständig ein Kabel bis zum Boden hängt. Eine exakte Angabe über die Länge macht man nicht, den Aufnahmen nach sieht es aber nach mindestens 6 Metern aus.
Verbunden wird es mit einer Kontroll- und Akku-Einheit. Über die lässt sich die Drohne auch steuern, außerdem sind hier wie in einer Powerstation ein Akkus verbaut. Die 480 Wh sollen ausreichen, um die Drohne bis zu 24 Stunden am Stück in der Luft zu halten. Da die Station tragbar ist, kann man mit dem fliegenden Scheinwerfer sogar umherlaufen, dafür gibt es extra eine Tracking-Funktion, mit der die Drohne der Bewegung folgt.
Ein Problem, dass man nicht ganz lösen kann, ist die Lautstärke. Zwischen 50 und 60 dB soll die Drohne laut sein. Der Wert ist noch vergleichsweise gut, wenn es um Drohnen geht, aber „ruhig“ ist das nicht. Beim Beachvolleyball in ausreichender Höhe mag das nicht ganz so sehr stören, aber beim gemütlichen Sitzen vor dem Zelt die ganze Zeit ein lautes Surren über sich zu hören? Das zerstört schnell die Atmosphäre.
An Schutz vor Wind und Wetter hat man immerhin gedacht. Windgeschwindigkeiten von bis zu 10 m/s kann die Drohne aushalten und dank IPX4-Zertifizierung kann sie auch mal nass werden. Im strömenden Regen sollte man sie aber nicht fliegen lassen.
Interessantes Konzept trotz offener Fragen
Die Kampagne hat die gleichen Risiken wie alle Crowdfunding-Projekte. Eine Garantie, am Ende ein Produkt zu erhalten, gibt es nicht. Bei allen Funktionen wirkt das gezeigt Produkt außerdem immer noch etwas wie ein Prototyp. Ein paar mehr Infos wären zudem wünschenswert gewesen, etwa die Leuchtstärke der Lampen oder eine ungefähre Reichweitenangabe. Sämtliche Aufnahmen, ob Bilder oder Videos, wirken bearbeitet und geben keinen verlässlichen Eindruck davon, wie hell die Beleuchtung wirklich ist.

Hinzu kommt, dass ein erstes, sehr niedrig gestecktes Finanzierungsziel zwar erreicht wurde; die Anzahl der Unterstützer liegt aber im sehr niedrigen, zweistelligen Bereich. Wir raten hier zu Vorsicht, vor allem, da die Investition mit über 800 Euro alles andere als preiswert ist. Geplant ist, die Modelle ab Oktober 2026 zu versenden.
Unabhängig von dieser konkreten Kampagne kann man aber ja über das Konzept sprechen. Und das finden wir bei näherer Betrachtung nicht so schlecht, wie man auf den ersten Blick vielleicht meinen könnte. Auch wir haben uns hier zunächst an einen Aprilscherz erinnert gefühlt. Aber abgesehen von der Lautstärke, für die es noch keine Lösung gibt, ist es eine praktische Lösung, eine Lichtquelle an eine erhöhte Position zu bekommen. Einfacher, als eine mehrere Meter hohe Teleskopstange irgendwie aufzurichten, um daran eine Lampe zu befestigen, ist es allemal, zumal das ganze System mit dem Akku auch leicht zu transportieren ist.
Was meint ihr? Egal, ob die HEONE-X nun bereits die bestmögliche Form dieses Konzeptes ist oder nicht: Hat ein fliegender Scheinwerfer Potential? Wo seht ihr ihn am ehesten im Einsatz? Diskutiert mit im Kommentarbereich.
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Kommentare (2)