DESS C5Pro Full HD Beamer für 250€ – Sehr helles Bild mit Einschränkungen beim Betriebssystem
Der Projektor Dess C5 Pro, der von Banggood verkauft wird, bietet ein helles Bild, automatische Bildanpassungen und viele Apps über das installierte Android-Betriebssystem. Ob sich der Beamer als Heimkino-Option lohnt, haben wir im Test herausgefunden.
- Dess C5 Pro Beamer
- bei Banggood für ~250€ (Gutschein: BG11e7e7 | EU-Lager)
Inhalt
Technische Daten
| Modell | Dess C5 Pro |
| Typ | LED |
| Auflösung | Full HD 1080P |
| Bildformat | 16:9 |
| max. Bilddiagonale | 150 Zoll |
| Helligkeit | 2200 ANSI Lumen |
| Kontrast | 20.000:1 |
| Stromverbrauch | k.A. |
| Anschlüsse | 1x HDMI, 1x USB-A, Audio |
| Maße | 275 x 283 x 110 mm |
| Gewicht | 2,7 kg |
| Lautsprecher | 5 W |
Kurzfazit
Der DESS C5 Pro hat ein für seine Preisklasse sehr helles Bild, was aber bei maximaler Helligkeitsstufe durch den lauten Lüfter getrübt wird. Die Bildkorrektur ist schnell und präzise. Dank Android-OS gibt es viele Streaming-Apps; leider ist die Version bereits älter und es gibt bei einigen Kompatibilitätsprobleme. Insgesamt bleibt ein durchwachsener Gesamteindruck.
- Helles Bild
- Höhenverstellbar
- Gute Autokorrektur
- Android TV
- Bei maximaler Helligkeit sehr lauter Lüfter
- Nicht alle Streaming-Apps kompatibel
Gewöhnlicher Beamer – ungewöhnliche Mechanik
Optisch erfindet der C5 Pro das Rad nicht neu. Das Gehäuse hat ein paar Akzente und geschwungene Linien, im Wesentlichen ist es aber ein Beamer wie alle anderen. Das Kunststoffgehäuse ist fast vollständig schwarz, lediglich die Front bietet einige graue und metallene Elemente.
Eine Besonderheit versteckt sich aber unter dem Beamer. Einerseits gibt es hier vier Gumminoppen, die ein Verrutschen des Projektors verhindern – so weit, so normal. Zusätzlich gibt es aber eine ausfahrbare Stütze, durch welche die Vorderseite angehoben wird. Damit lässt sich das Bild diagonal nach oben an die Wand werfen.
Es ist eine einfache Lösung für das Problem, dass die Leinwand oft höher hängt und man den Beamer dafür sonst neigen muss. Andere Modelle lösen das mit einer Aufhängung, die allerdings einiges an Platz einnimmt. Beim DESS C5 Pro verschwindet die kleine Stützstruktur einfach im Gehäuse. Beim Ausschalten wird sie automatisch wieder eingefahren, merkt sich aber die Position und beim Einschaltet fährt sie direkt wieder aus.
Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse; hier haben wir zwei USB-A-Slots und einen HDMI-Eingang, sowie einen LAN-Anschluss. Letzteren solltet ihr eigentlich nicht benötigen, da der Beamer natürlich auch WLAN unterstützt. Die USB-Anschlüsse sind ebenfalls eher Nebensache und wohl eher gelegentlich mal nützlich, wenn man einen Stick mit Bild- oder Videodateien anschließen will. Womöglich will man aber auch mal eine Maus mit dem Beamer nutzen – dazu später mehr.
Erwähnt sei noch die schöne, weiße Fernbedienung, die sich tatsächlich hochwertiger anfühlt als der Projektor selbst.
Sehr helles Bild auf Kosten der Lüfter-Lautstärke
Die 2200 ANSI Lumen sind eine starke Ansage und tatsächlich auch die größte Stärke des C5 Pro. Der Nachteil, der damit einhergeht, ist die Lüfterlautstärke, die mit 48 dB angegeben wird. Der Lüfter ist (im „hellen Modus“) damit tatsächlich sehr laut und beim gewöhnlichen Filme- und Serien-Schauen quasi nicht auszublenden. Wirklich nutzbar halte ich den Beamer so eigentlich nur auf Veranstaltungen im Freien oder mit lauter Musik und anderen Umgebungsgeräuschen.
Es gibt allerdings einen sogenannten „stillen Modus“, in dem die Bildhelligkeit auf 1500 ANSI Lumen reduziert wird. Das ist immer noch ein auf dem Papier sehr guter Wert, der Lüfter wird dabei außerdem merklich leiser. Verdunkeln müsst ihr den Raum trotzdem: Zwar erkennt man noch das Meisten in hellen Szenen, sobald es aber dunklere Szenen bei Nacht gibt, wird es schon deutlich schwerer.
Das Bild wird automatisch angepasst, was auch wichtig ist, wenn ihr den Beamer in der Höhe verstellt. Die Trapezkorrektur sowie der Autofokus erfolgen schnell und sehr genau, sodass ich hier nie manuell nachjustieren musste, obwohl es dafür auf der Fernbedienung sogar zwei extra Tasten gibt.
Am Bild lässt sich grundsätzlich noch viel optimieren und einstellen. Hier stehen euch eine Vielzahl an Optionen zur Auswahl, von Kontrast und Farbsättigung über Spiegeln und Verkleinern des Bildes bis hin zu einem Gaming-Modus, der die Latenz reduziert, wobei ihr dabei auf die Trapezkorrektur verzichten müsst. Die angegebenen 39 ms Latenz im Gaming-Modus sind dabei außerdem kein besonders niedriger Wert.
Android-Betriebssystem mit Schwächen
Die Benutzeroberfläche nutzt Android 9 als Basis, was nicht mehr die aktuellste Android-Version ist. Insgesamt ist der Projektor recht langsam, was aber auch an der verbauten Hardware liegen dürfte. Die Einrichtung des Betriebssystems dauert eine Weile, auch das Herunterladen und Installieren von Apps ist nicht besonders schnell. Der Wechsel durch die verschiedenen Reiter auf der Startseite sorgt regelmäßig für Ruckler und Verzögerungen.
Besonders störend ist aber, dass die verschiedenen Streaming-Apps nicht für die Nutzung am Beamer optimiert wurden. Netflix und Prime Video lassen sich installieren und grundsätzlich nutzen, aber nicht mit der Fernbedienung bedienen. Auch ein virtueller Mauszeiger, der ohnehin schon anstrengend zu nutzen ist, ist hier keine Lösung. Es hilft lediglich, eine externe Maus per USB anzuschließen, dann könnt ihr in den Apps auch scrollen.
Netflix fragt beim Start nach einem Update, was bei mir aber zum Hinweis führte, dass die aktuelle App-Version auf dem Gerät gar nicht mehr unterstützt wird. YouTube funktioniert, ich hatte aber auch schon den Fehler, dass Videos einfach nicht abgespielt wurden. Ich habe auch in verschiedenen Apps leider eine mal mehr, mal weniger deutlich wahrnehmbare Verzögerung zwischen Bild und Ton erlebt.
Man muss hier leider festhalten, dass die Software veraltet oder zumindest nicht für das Gerät optimiert wurde. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich und Android-Nutzern vertraut, kommt aber eben nicht ohne diese vielen kleinen Macken aus.
Ein Beamer mit Stärken und Schwächen
Was bleibt, ist ein gemischter Gesamteindruck. Der Dess C5 Pro bringt ein paar interessante Ideen mit, hat aber auch Probleme. Das sehr helle Full-HD-Bild ist für den Preis des Projektors ordentlich. Die Option, einen hellen und einen energiesparenden und dafür auch leiseren Modus anzubieten, ist eine gute Idee, nur leider ist der Lüfter im hellen Modus so laut, dass man diesen kaum nutzen wird.
Die Höhenverstellbarkeit durch den ausfahrbaren Standfuß ist nett, die automatische Bildkorrektur sogar überdurchschnittlich schnell und gut. Die vielleicht größte Schwäche, die nicht optimierten Streaming-Apps, kann man ausgleichen, indem man per HDMI eine externe Quelle wie einen Laptop oder TV-Stick anschließt.
Das größte Problem des Beamers ist die Menge an Alternativen – selbst unter 300 Euro. Vor Kurzem habe ich den Xgody N8 testen können, der in der gleichen Preisklasse liegt und mir persönlich insgesamt besser gefällt. Nur, wenn man über die Schwachpunkte des C5 Pro ausdrücklich hinwegsehen kann, weil man einen sehr speziellen Anwendungsfall hat, oder der Preis deutlich in Richtung 200 Euro sinkt, sehe ich ihn als lohnende Alternative.
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