Sony WH-CH730N im Test: Solider Klang und Falt-Design für die Mittelklasse
Mit dem WH-CH730N bringt Sony ein wichtiges Ausstattungsmerkmal in seine Mittelklasse: Die Ohrmuscheln lassen sich nun einklappen. Zusammen mit einer beachtlichen Akkulaufzeit und einem flexiblen 10-Band-Equalizer schnürt der Hersteller ein rundes Paket für unter 120 €. Im Test zeigt sich allerdings auch deutlich, an welchen Stellen Sony gegenüber den teuren Flaggschiffen den Rotstift angesetzt hat.
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Inhalt
Technische Daten des Sony WH-CH730N
| Kategorie | Sony WH-CH730N |
| Design & Gewicht | Zusammenklappbar (Faltmechanismus mit metallverstärktem Scharnier), matter Kunststoff / ca. 207 g |
| Treiber & Klang | 30-mm-Treiber, DSEE-Technologie (zur Aufwertung komprimierter Musik) |
| Geräuschunterdrückung (ANC) | Active Noise Cancelling (2 Mikrofone pro Ohrmuschel), zuschaltbarer Ambient-Modus, adaptive Geräuschsteuerung |
| Bluetooth & Codecs | Bluetooth 6.0, Multipoint-Verbindung (2 Geräte parallel) / SBC, AAC, LC3 (kein LDAC) |
| Mikrofone | KI-gestützte Beamforming-Mikrofone |
| Bedienung & Sensoren | Physische Tasten / Keine Trageerkennung |
| App-Funktionen | Sony Sound Connect App, flexibler 10-Band-Equalizer |
| Akku & Laufzeit | Bis zu 50 Stunden (mit ANC) / Bis zu 75 Stunden (ohne ANC), Akku durch Nutzer austauschbar (gemäß neuen EU-Regularien) |
| Ladefunktion | Aufladung via USB-C, Schnellladung (3 Minuten laden für 90 Minuten Laufzeit) |
| Lieferumfang | 1,2 m langes 3,5-mm-Klinkenkabel (ohne USB-C-Ladekabel und ohne Transport-Case) |
| Preis | 119,99 € (UVP) |
Kurzfazit: Was taugt der Sony WH-CH730N im Alltag?
Der Sony WH-CH730N punktet als unkomplizierter Begleiter mit hohem Tragekomfort und einem angenehm leichten Gehäuse. Klanglich liefert der Over-Ear-Kopfhörer ab Werk eine recht kräftige Bassabstimmung, die sich dank des 10-Band-Equalizers in der App aber wirkungsvoll bändigen lässt. Das Noise Cancelling arbeitet zuverlässig, bleibt aber auf solidem Mittelklasse-Niveau. Wer auf Komfortmerkmale wie eine Trageerkennung verzichten kann, erhält einen stimmigen Kopfhörer.
- Hoher Tragekomfort dank geringem Gewicht
- Praktischer Faltmechanismus spart Platz im Gepäck
- Ausgewogener Klang nach Anpassung im 10-Band-Equalizer
- Ausdauernde Akkulaufzeit von bis zu 50 Stunden mit ANC
- Zuverlässige Multipoint-Verbindung für zwei Geräte
- Bass dominiert die Standardabstimmung spürbar
- Keine Trageerkennung für automatische Wiedergabepause
- Kein Ladekabel oder Transport-Case im Lieferumfang
- Kein hochauflösender LDAC-Codec an Bord
Gehäuse, Faltmechanismus und Tragekomfort
Beim Gehäuse setzt Sony rundherum auf matten Kunststoff, der Fingerabdrücke gut abwehrt. Die Konstruktion wirkt robust und solide verarbeitet, vermittelt aber natürlich nicht den edlen Eindruck der 300-Euro-Klasse. Das Scharnier ist mit Metall verstärkt und hinterlässt einen verlässlichen Eindruck.
Zudem lassen sich die Ohrmuscheln einklappen, wodurch das Packmaß deutlich schrumpft. Auf der Waage bringt es der Kopfhörer auf lediglich rund 207 Gramm. Die Ohrmuscheln fallen angenehm geräumig aus und bieten meinen Ohren ausreichend Platz.
Die weichen Polster an Muscheln und Kopfbügel sorgen dafür, dass der WH-CH730N selbst nach längeren Hörsessions bequem sitzt und nicht drückt. Auch als Brillenträger hab ich hier keine Komfortprobleme.
Beim Zubehör zeigt sich Sony jedoch extrem sparsam. In der Verpackung liegt lediglich ein 1,2 Meter langes 3,5-mm-Klinkenkabel. Ein passendes Transport-Case fehlt komplett, weshalb der Kopfhörer ungeschützt in die Tasche wandert. Zwar befürchte ich keine schnellen Brüche, feine Kratzer auf dem Kunststoff sind so aber vorprogrammiert.
Bedienung ohne Touch und fehlende Sensoren
Bei der Bedienung verzichtet Sony auf Touchflächen und verbaut stattdessen physische Tasten. An der rechten Ohrmuschel sitzen die Drücker für Lautstärke, Wiedergabe sowie eine leicht abgesetzte Taste für das Noise Cancelling. Links befinden sich der Einschalter, die Klinkenbuchse und der USB-C-Anschluss.
Die Tasten lassen sich blind ertasten, den Knopf für das Noise Cancelling hätte man aber anders formen oder woanders platzieren können. Hier hab ich schon das ein oder andere Mal stattdessen die Lautstärketaste gedrückt. Kann aber natürlich bei längere Gewöhnung auch weniger ein Problem sein. Allerdings fühlen sich die Knöpfe haptisch recht simpel an und erinnern eher an Modelle aus der 50-Euro-Klasse.
Ein echter Wermutstropfen im Alltag ist das Fehlen einer Trageerkennung. Setzt man den Kopfhörer ab, läuft die Musik einfach weiter, sofern man die Wiedergabe nicht manuell stoppt. Das führt schnell dazu, dass der Akku unbemerkt schwindet und man auch beim kurzen Absetzen selbstständig pausieren muss.
Klangqualität und Equalizer-Anpassung
Ausgestattet mit 30-Millimeter-Treibern liefert der Kopfhörer ab Werk ein sehr warmes Klangbild. Ohne manuelle Korrektur drängt sich der Bass etwas zu stark auf und legt sich spürbar über die Mitten und Höhen. Diese Abstimmung mag manchen Hörern gefallen, wirkt in meinem Eindruck bei vielen Titeln aber zu dominant.
Glücklicherweise lässt sich das Klangbild in der Sound Connect App über den neuen 10-Band-Equalizer sehr fein justieren. Wählt man dort etwa das Profil „Klar“ oder hebt die Höhen manuell an, wandelt sich der WH-CH730N zu einem richtig guten Allrounder. Mitten und Höhen kommen dann sauber und ausgewogen zur Geltung, während der Tiefton präzise bleibt. Dennoch liefern höherpreisige Modelle wie die XM6 von Sony nochmal ein besseres Klangerlebnis. Ich denke aber, dass die meisten mit dem Klang der CH730N mehr als glücklich werden.
Zudem empfiehlt sich ein Blick in die App, um die DSEE-Technologie manuell einzuschalten. Diese Funktion war ab Werk deaktiviert, hilft im Alltag aber dabei, komprimierte Musikdateien aufzuwerten. Einen geführten Einrichtungsassistenten, der per Hörtest den perfekten Equalizer ermittelt, bietet die App für dieses Modell leider nicht.
Bluetooth, Codecs und Mikrofone
Der Kopfhörer unterstützt Bluetooth 6.0 und bietet zuverlässiges Multipoint, wodurch sich zwei Geräte parallel verbinden lassen. Der Wechsel zwischen Laptop und Smartphone funktionierte bei uns reibungslos. Neben SBC und AAC wird auch LC3 unterstützt, auf Sonys hochauflösenden LDAC-Codec muss man in dieser Preisklasse allerdings verzichten.
Beim Telefonieren leisten die KI-gestützten Beamforming-Mikrofone ordentliche Arbeit. Bei Anrufen und Videokonferenzen ist man klar und deutlich verständlich. Ein besonders dynamischer Stimmklang wird allerdings nicht geboten. Für den alltäglichen Einsatz im Homeoffice oder unterwegs genügt die Qualität aber vollkommen.
Geräuschunterdrückung und Ambient-Modus
Das Active Noise Cancelling nutzt zwei Mikrofone pro Ohrmuschel und reduziert gleichmäßige Außengeräusche merklich. Im Zug oder auf belebten Straßen filtert die Technik das typische Rauschen verlässlich heraus. An die Spitzenleistung eines Flaggschiffs wie dem kommenden WH-1000XM6 reicht das System jedoch nicht heran, da Stimmen weiterhin gedämpft durchdringen.
Der zuschaltbare Ambient-Modus leitet Stimmen und Durchsagen verständlich und ohne störende künstliche Verfälschungen an das Ohr weiter. Die App bietet zudem eine adaptive Geräuschsteuerung, die je nach Bewegung automatisch zwischen Geräuschunterdrückung und Ambient-Modus wechselt.
Akkulaufzeit und sparsamer Lieferumfang
Bei der Ausdauer spielt der Kopfhörer seine größte Stärke aus. Laut Sony hält der Akku bis zu 50 Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung durch. Schaltet man das ANC komplett ab, sollen sogar bis zu 75 Stunden Spielzeit möglich sein. Im Testalltag hielt die erste Ladung derart ausdauernd durch, dass die Reserven kaum zu erschöpfen waren.
Sollte der Akku doch einmal leer sein, sorgt die Schnellladung laut Hersteller nach drei Minuten für weitere 90 Minuten Laufzeit. Allerdings verzichtet der Hersteller neben dem Case auch auf ein USB-C-Ladekabel im Lieferumfang. Zwar finden sich passende Kabel mittlerweile in fast jedem Haushalt, da sich in den Bewertungen aber bereits negative Stimmen dazu finden, sei es zumindest mal erwähnt. Ebenso ist das hier eine der ersten Modelle von Sony, wo der Akku nach den neuen EU-Regularien durch den Nutzer austauschbar ist.
Der Sony WH-CH730N im Vergleich
Im Vergleich mit den günstigeren CMF Headphones Pro setzt sich der Sony klanglich spürbar ab. Das CMF-Modell wirkt im direkten Hörtest deutlich matschiger im Bassbereich und kann bei Mitten und Höhen nicht mithalten. Hier zeigt der WH-CH730N die eindeutig bessere Klangqualität.
Rückt man preislich näher zusammen, trifft der Kopfhörer auf die Nothing Headphone (a). Klanglich agieren beide Modelle auf Augenhöhe und bieten nach passender EQ-Einstellung ein überzeugend ausgewogenes Klangbild. Die Nothing-Kopfhörer bieten jedoch abseits des Klangs etwas mehr Ausstattung, wertigere Bedienelemente und die Unterstützung hochauflösender Codecs. Sie sind aber merklich schwerer als die Sony-Kopfhörer.
Solide Kopfhörer ohne wirklich großes Highlight
Der Sony WH-CH730N konzentriert sich erfolgreich auf das Wesentliche. Das geringe Gewicht, der bequeme Sitz und der integrierte Klappmechanismus machen ihn zu einem angenehmen Begleiter im Alltag. Mit einer UVP von 119,99€ und bisherigen Angebotspreisen um die 100€ stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Klanglich liefert das Modell nach einem kurzen Eingriff über den Equalizer eine wirklich saubere Qualität ab. Der Rotstift zeigt sich jedoch bei den einfachen Tasten, der fehlenden Trageerkennung sowie dem kargen Zubehör ohne Tasche und Ladekabel. Wer einfach einen verlässlichen Over-Ear-Hörer mit guter Ausdauer und gutem Klang sucht, macht hier dennoch wenig falsch.
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