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Bambu Lab S1 angekündigt: Der erste eigene 3D-Scanner schließt das Maker-Ökosystem

Bambu-Lab-S1-Aufmacher

Bambu Lab hört einfach nicht auf zu expandieren. Nachdem das Unternehmen den 3D-Druck-Markt umgekrempelt, kürzlich den CO2-Lasercutter R1 auf den Markt geworfen und einen Desktop-UV-Drucker bestätigt hat, folgt nun der nächste logische Schritt: Bambu Lab hat offiziell seinen allerersten 3D-Scanner namens Bambu Lab S1 für November 2026 angekündigt. Unter dem Motto „Easy in Hand. Pro in Every Scan.“ will der Hersteller das Digitalisieren realer Vorlagen massentauglich machen. In einer Mitteilung an unsere Redaktion verrät man nun erste Details zum Einsatzzweck des Scanners.

Preisübersicht & Verfügbarkeit: Bambu Lab S1

  • Geplanter Release: November 2026 (offiziell bestätigt)
  • Preise: Noch nicht offiziell beziffert
  • Modellbezeichnung (FCC): DS001 (FCC-ID: 2A6J8-DS001)

Technisches: Das verraten die ersten Zulassungsdokumente

FeatureBambu Lab S1 (DS001)
GerätetypTragbarer Handheld-3D-Scanner mit Pistolengriff
Konnektivität5-GHz-WLAN (unterstützt 20, 40 und 80 MHz Kanalbreiten)
Stromversorgung20 Volt / 3 Ampere (60 Watt Leistungsaufnahme)
BedienelementeTrigger-Taste am Griff, runder Drehregler an der Seite
Optisches SystemMehrere Kamera-/Projektorlinsen hinter Glasfront
NutzungsbereichFür Innenräume zertifiziert (SAR: max. 3,81 W/kg)
Software-AnbindungDirekte Verzahnung mit Bambu Studio & MakerWorld

Bauart erinnert an 3Dmakerpro Raven: Was steckt hinter der schwarzen Hülle?

Das erste offizielle Teaser-Bild und Zeichnungen der US-Zulassungsbehörde FCC gewähren bereits erste Eindrücke zum Gehäuse. Der Bambu Lab S1 kommt in einem mattschwarzen Design mit ergonomisch geformtem Pistolengriff daher. Vorne hinter einer schmalen Glasfront sitzen mehrere kreisrunde Optiken. Am Griff befindet sich ein Zeigefinger-Trigger, während an der linken Gehäuseseite ein runder Multifunktionsknopf eingelassen ist.

bambu lab s1 scanner

Die Bauform erinnert uns etwas an den 3Dmakerpro Raven, der im Frühjahr 2026 für rund 1.600 Euro auf den Markt kam. Ob Bambu Lab beim S1 genau wie der Raven auf ein optisches LiDAR-System setzt, mit blauem Laserlicht arbeitet oder Infrarot-Strukturlicht nutzt, behält der Hersteller aktuell noch für sich. Fest steht dank des Prüfberichts von SGS North America vom 22. September 2026 lediglich: Der Scanner funkt über schnelles 5-GHz-WLAN und zieht bis zu 60 Watt Leistung über das Netzteil.

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3Dmakerpro Raven: Im März 2026 gelaunchter 3D-Scanner mit Pistolengriff.

Vom Auto-Tuning bis zum 3D-Körperscan: Was Bambu Lab verspricht

In einem Schreiben an unsere Redaktion ordnet Bambu Lab den Schritt in die Scanner-Welt strategisch ein: Nach 3D-Druckern und Lasercuttern sei das Scannen die logische Erweiterung der Vision eines ganzheitlichen „Personal Manufacturing Hubs“ – also einer kompletten Mini-Fabrik für den Schreibtisch.

Dabei nennt der Hersteller vier handfeste Anwendungsbereiche, die weit über das simple Scannen kleiner Spielfiguren hinausgehen. Konkret nennt man als Einsatzzweck etwa Fahrzeug-Tuning & Folierung. Gemeint ist also ein präzises Scannen von Fahrzeugteilen, um passgenaue Folierungen (Wraps) oder Aerodynamik-Anbauteile zu konstruieren. Außerdem sollen sich damit Figuren digitalisieren lassen, was für Sammlerstücke und Repliken natürlich interessant sein kann, gerade auch, wenn man beschädigte Teile restaurieren möchte.

Revoppoint Pop 4 Test App Mobil2
Soll mit dem neuen Bambu Lab S1 einfach klappen: Autoteile scannen (hier: Revopoint POP 4)

Bambu Lab spricht vom Bambu Lab S1 Scanner aber auch im Kontext von Kulturerbe für VR & AR, womit die Konservierung historischer Artefakte für virtuelle Welten gemeint ist. Schließlich sollen zudem auch Körperscans für Maßanfertigungen möglich sein – z.B. für ergonomische Schule, Kleidung oder Prothesen.

Gleichzeitig will Bambu Lab zwei der größten Nervfaktoren des 3D-Scannens beseitigen: unzuverlässige Funkverbindungen und die berüchtigte steile Lernkurve. Das Gerät soll dank starker Hardware und intuitiver Software auch für absolute Einsteiger ohne Vorkenntnisse sofort nutzbar sein.

Revopoint MetroY Pro Aufmacher
Erfordert viel Einarbeitungszeit: 3D-Scanning (hier: Revopoint MetroY Pro)

Der Bauplan zum geschlossenen Maker-Universum
Die Ankündigung des S1 ist ein strategischer Meilenstein. Bislang mussten Nutzer beim Digitalisieren von Vorlagen auf Hersteller wie Creality, Revopoint, 3Dmakerpro oder Einstar ausweichen. Mit dem S1 schließt Bambu Lab die Kette: Ihr scannt das reale Bauteil kabellos mit dem S1, bereitet es direkt im hauseigenen Bambu Studio Slicer auf, teilt es auf MakerWorld und druckt es auf eurem Bambu-Drucker aus. Damit sichert sich Bambu Lab die komplette Kontrolle über den Entstehungsprozess eines 3D-Drucks.

Einschätzung: Schlägt Software-Magie die Hardware-Disziplin?

Wir machen in der Redaktion kein Geheimnis daraus: Wenn es um 3D-Scans geht, sind wir große Fans von All-in-One-Geräten wie dem Revopoint MIRACO, weil ein integrierter Touchscreen das Arbeiten ohne Laptop enorm erleichtert. Der Bambu Lab S1 ist anders konzipiert, denn er streamt die Daten per 5-GHz-WLAN an den Rechner. Das ist bei aktuellen Modellen wie etwa dem Revopoint Pop 4, den wir kürzlich im Test hatten, mit einem hohen PC-Rechenaufwand verbunden und hängt maßgeblich von der Software ab.

Wenn es Bambu Lab jedoch gelingt, die fehleranfällige Punktewolken-Berechnung so radikal zu automatisieren wie das Drucken mit den hauseigenen 3D-Druckern, könnte der S1 den Markt für 3D-Scanner gehörig aufmischen. Die spannendste Frage bis zum November-Launch bleibt die Preisgestaltung: Zielt Bambu Lab auf ein bezahlbares Consumer-Gadget für 500 bis 800 Euro, oder positioniert man sich mit hochpräzisen Sensoren direkt in der professionellen 1.500-Euro-Klasse? Ein Testgerät haben wir bereits angefragt.

Wenn Bambu Lab den S1 einigermaßen bezahlbar macht, würdet ihr euch dann dem Thema 3D-Scanning widmen? Oder setzt ihr auf (KI-gestütztes) Modellieren am Rechner oder Programme/Apps auf Basis von Photogrammetrie?

Quelle(n):

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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