Flashforge VDS: Neuer Filament-Trockner für trockenes Filament & bessere Drucke
Feuchtigkeitsziehendes Filament ist der Endgegner für jeden sauberen 3D-Druck. Stringing, Bläschen im Hotend und brüchige Bauteile sind die Folge. Trockenboxen gibt es auf dem Markt mittlerweile wie Sand am Meer, doch der 3D-Drucker-Hersteller Flashforge bringt nun ein Gerät heraus, das einen Nachteil bei vielen Konkurrenten vermeidet: Das neue Flashforge VDS (Ventilated Drying System) trocknet nicht nur mit starken 500 Watt und bis zu 85 Grad Celsius, sondern liefert zwei völlig autarke Heizkammern. Alleine ist der Trockner damit auf dem Markt aber nicht.
Inhalt
Technische Daten: Trockenbox mit bis zu 85°C
| Feature | Flashforge VDS |
| System | 2 unabhängig steuerbare Trockenkammern |
| Temperaturbereich | 45 °C bis 85 °C (mit 360° Heißluftzirkulation) |
| Leistung | Maximal 500 Watt |
| Timer-Funktion | 1 bis 48 Stunden Dauerbetrieb |
| Spulengröße | Durchmesser: ≤ 202 mm / Breite: ≤ 72 mm |
| Unterstütztes Filament | 1,75 mm / 2,85 mm (letzteres nur über oberen Auslass) |
| Feuchtigkeitskontrolle | Automatisch, inkl. wiederverwendbarem Trockenmittel (Desiccant) |
| Sicherheit | Dualer Überhitzungsschutz |
| Abmessungen | 400 × 281 × 248 mm |
| Kompatibilität (Remote) | App-Steuerung nur in Verbindung mit Flashforge-Druckern |
Zwei getrennte Kammern: Das Ende der Kompromisse
Wer bisher mehrere Spulen gleichzeitig trocknen wollte, griff oft zu Geräten wie dem Sunlu S4. Das Problem solcher großen Boxen: Sie besitzen nur eine einzige durchgehende Klimakammer. Wollt ihr links eine empfindliche PLA-Rolle und rechts hitzehungriges Nylon trocknen, müsst ihr einen Kompromiss bei der Temperatur eingehen – oder schmelzt im schlimmsten Fall euer PLA zu einem Plastikklumpen zusammen.
Genau hier setzt das Flashforge VDS an. Die Box ist intern in zwei völlig unabhängige Kammern unterteilt. Ihr könnt auf der linken Seite problemlos PLA bei sanften 45 Grad Celsius entfeuchten, während auf der rechten Seite technisches Filament bei heißen 85 Grad Celsius gebacken wird. Ein 360-Grad-Umluftsystem sorgt laut Hersteller dafür, dass die Hitze gleichmäßig durch die gesamte Spule zirkuliert.
85 Grad Celsius und smarte Entfeuchtung
Die maximale Temperatur von 85 °C ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Günstige Trockenboxen erreichen oft nur 65 °C, was für PETG und PLA völlig ausreicht. Für technische Kunststoffe wie PA (Nylon) oder Polycarbonat (PC) benötigt ihr jedoch zwingend Temperaturen jenseits der 80-Grad-Marke, um die Feuchtigkeit tief im Kern der Rolle herauszudrücken. Ein dualer Überhitzungsschutz soll den Dauerbetrieb (bis zu 48 Stunden am Stück) absichern.
Zusätzlich zur reinen Hitze verbaut Flashforge ein smartes Feuchtigkeitsmanagement. Sensoren überwachen die Luftfeuchtigkeit im Inneren. Überschreitet diese einen gewissen Schwellenwert, wird die feuchte Luft aktiv abgeführt. Das verbaute Trockenmittel (Silica-Gel) ist wiederverwendbar und regeneriert sich durch die Heizeinheit selbst. Spannendes Detail für Nutzer von Ultimaker-Systemen: Die Box schluckt neben dem 1,75-mm-Standard auch dickes 2,85-mm-Filament – letzteres lässt sich aufgrund der Biegeradien jedoch nur durch die oberen Gehäuseauslässe fädeln.
Der System-Haken: Remote-Steuerung nur für Flashforge-Nutzer
Die Box bewirbt eine smarte Remote-Steuerung, doch hier müsst ihr das Datenblatt genau lesen: Die Fernsteuerung und Überwachung per App funktioniert ausschließlich, wenn ihr das VDS mit einem Flashforge-3D-Drucker koppelt.
Wer einen Drucker von Bambu Lab, Prusa, Creality oder Qidi nutzt, kann die Box natürlich als ganz normalen Filament-Trockner für die Zuführung verwenden. Ihr müsst die Temperaturen und Timer dann jedoch klassisch lokal über das Display direkt am Gerät einstellen. Eine offene Wi-Fi-App für markenfremde Nutzer gibt es nicht.
Einschätzung: (Zu) teures, aber durchdachtes Nischenprodukt
Das Flashforge VDS adressiert genau die Pain Points, die ambitionierte Maker beim Multi-Spulen-Trocknen stören. Die unabhängigen Heizkammern und die echten 85 Grad Celsius sind ein Mehrwert für alle, die regelmäßig mit technischen Filamenten arbeiten und nicht ständig Spulen umräumen wollen. Genau deshalb nutzen wir im Makerspace etwa den Creality SpacePi X4 – der ziemlich genau dieselben Specs wie Flashforges VDS aufweist – mit einem Unterschied beim Preis: Er kostet regulär 179€, ist aber schon um die 100€ zu haben.
Flashforge hingegen fordert zumindest im US-Shop 199 US-Dollar. Das ist unser Ansicht nach zu teuer. Wer ohnehin nur PLA oder PETG verdruckt, fährt mit simpleren Single-Boxen für 40 Euro deutlich wirtschaftlicher.
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