BYD Shark: Der 436-PS-Hybrid-Pick-up greift die Diesel-Konkurrenz an
Dass chinesische Hersteller kompakte Elektro- und Luxuslimousinen bauen können, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Doch nun wagt sich BYD in ein Terrain, das in Europa bislang fest in der Hand traditionsreicher Diesel-Platzhirsche wie dem Ford Ranger oder Toyota Hilux liegt: das Pick-up-Segment. Mit dem BYD Shark schickt der Konzern seinen ersten Plug-in-Hybriden mit Ladefläche nach Europa. Ein 5,46 Meter langer Pick-Up mit 436 PS Systemleistung, das Anfang 2027 auf den deutschen Markt rollen soll.
Inhalt
Zwischen Nutzwert und SUV-Komfort: Das Cockpit
Optisch bedient der Shark das klassische Pick-up-Klischee: bullige Front, kantige Silhouette und durchgehende LED-Lichtbänder an Front und Heck. Praktisch für deutsche Innenstädte? Sicher nicht, Parkhausschranken und enge Parklücken dürften Fahrer vor kleinere Schweißausbrüche stellen. Wer sich jedoch auf die Zielgruppe – Handwerk, Forst und Outdoor-Enthusiasten – konzentriert, findet interessante Ansätze.
Aufgebaut ist der Shark auf einem klassischen Leiterrahmen, in den die hauseigene Blade-Batterie nach dem Cell-to-Chassis-Prinzip (CTC) geschützt integriert wurde. Im Cockpit setzt BYD auf eine Mischung aus modernem Bildschirm-Wettrüsten und praktischer Nutzbarkeit. Neben dem digitalen 10,25″-Fahrerdisplay dominiert vor allem der 15,6″ große Infotainment-Bildschirm die Armatur, flankiert von einem Head-up-Display.
Trotz des dominanten Glas-Fokus haben die Entwickler die Zielgruppe nicht vergessen. Zentrale Fahrzeugfunktionen lassen sich weiterhin über physische Tasten steuern, die sich zusammen mit den soliden Haltegriffen auch mit dicken Arbeitshandschuhen treffsicher bedienen lassen sollen. Überraschend komfortabel fällt zudem die zweite Reihe aus. Dank des völlig ebenen Fahrzeugbodens, fast 90 cm Beinfreiheit und einem entspannten Lehnenwinkel von 27 Grad erinnert das Raumgefühl im Fond eher an ein großes Familien-SUV als an das traditionell spartanische Gestühl eines Arbeitsgeräts.
DMO-Hybridantrieb: Viel Kraft, moderate Ladeleistung
Herzstück des Shark ist die sogenannte DMO-Plattform (Dual Mode Off-road). Hier arbeitet ein längs eingebauter 1,5-Liter-Turbobenziner im Verbund mit zwei Elektromotoren – 231 PS an der Vorderachse, 204 PS hinten. Zusammengerechnet ergibt das 436 PS und ein Drehmoment von 650 Nm.
Dass ein 2,7 Tonnen schweres Nutzfahrzeug in 5,7 Sekunden von null auf 100 km/h sprintet, ist zwar im Arbeitsalltag eher eine Spielerei als Notwendigkeit, unterstreicht aber das Drehmoment-Potenzial des Allradantriebs. Wesentlich relevanter für den Alltag sind Akku und Reichweite.
Gespeist wird das System von einem 32,2 kWh fassenden LFP-Blade-Akku, der eine rein elektrische WLTP-Reichweite von bis zu 90 Kilometern bereitstellt. Für die alltägliche Pendelstrecke oder emissionsfreie Fahrten im Nahbereich reicht das allemal, während auf der Langstrecke der 60-Liter-Benzintank übernimmt und das Gesamtdurchhaltevermögen auf 675 Kilometer streckt. Geht der Strom zur Neige, zieht der Shark an einer Wechselstrom-Wallbox dreiphasig zeitgemäße 11 kW und füllt den Akku in gut drei Stunden. Unterwegs am DC-Schnelllader genehmigt er sich bis zu 55 kW Gleichstrom – das reicht aus, um den Speicher in etwa 21 Minuten von 30 auf 80 Prozent zu hieven. Das bricht zwar keine Rekorde, geht für die Batteriegröße eines Plug-in-Hybriden aber vollkommen in Ordnung.
Powerbank für die Baustelle: V2L mit 6 kW
Ein Ausstattungsdetail verdient besondere Erwähnung: die integrierte Vehicle-to-Load-Funktion (V2L). Über Steckdosen im Innenraum und auf der Pritsche liefert der Akku bis zu 6 kW Dauerleistung bei 230 Volt. Das macht separate Stromaggregate auf Baustellen oft überflüssig – selbst energiehungrige Großgeräte wie Schweißgeräte, Flex oder Kärcher lassen sich direkt über das Fahrzeug betreiben. Auch für Camper ist das ein praktisches Komfortplus.
Wichtig für die Praxis: Die vollen 3,5 Tonnen Anhängelast sind an Bord. Bei der Nutzlast müssen Käufer jedoch leichte Abstriche machen. Bedingt durch das hohe Leergewicht des Hybridstrangs liegt die Nutzlast bei 790 Kilogramm – traditionelle Diesel-Eintönner bieten hier auf dem Papier teils etwas mehr Reserven.
Die Fakten zum BYD Shark im Überblick
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Abmessungen (L / B / H) | 5.457 mm / 1.971 mm / 1.925 mm (Radstand: 3.260 mm) |
| Antriebssystem | DMO-Allrad (1.5L Turbo + 2 E-Motoren) |
| Systemleistung / Drehmoment | 436 PS (321 kW) / 650 Nm |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 5,7 Sekunden |
| Batteriekapazität | 32,2 kWh (BYD Blade-Batterie, LFP) |
| Reichweite (WLTP) | Bis zu 90 km elektrisch / ca. 675 km kombiniert |
| Ladeleistung | 11 kW AC / max. 55 kW DC |
| Anhängelast / Nutzlast | 3.500 kg / 790 kg |
| Ladeflächenvolumen / Wattiefe | 1.200 Liter / 700 mm |
| Vehicle-to-Load (V2L) | Bis zu 6 kW (Innenraum & Pritsche) |
Der erste Pick-Up von BYD
BYD liefert auf dem Papier ein erstaunlich durchdachtes Gesamtpaket ab: Fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest, zeitgemäße Sicherheitsassistenten und ein Ausstattungsniveau mit Dynaudio-Soundsystem sowie belüfteten Sitzen, das man in dieser Klasse selten ab Werk sieht.
Der Marktstart für Deutschland ist für Mitte des ersten Quartals 2027 avisiert. Wie konkurrenzfähig der BYD Shark am Ende tatsächlich ist, wird maßgeblich von zwei Faktoren abhängen: der finalen Preisgestaltung und der Frage, wie bereit die oft konservative Pick-up-Kundschaft ist, dem Plug-in-Konzept eine echte Chance zu geben.
Was haltet ihr vom BYD Shark?
Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem eBay und das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.







Kommentar schreiben