XTU S7 Pro Actioncam – 4K@50fps mit „Superstabilisierung“ für 84,95€
Mit der XTU S7 Pro ist eine 4K-Actioncam auf den Markt gekommen, die mit 4K und 50 fps, Bildstabilisierung und Frontdisplay zu einem günstigen Preis vor allem Neueinsteiger ansprechen will.
- XTU S7 Pro
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Inhalt
Technische Daten der XTU S7 Pro
| Sensor | 1/2“ CMOS 48 MP |
| Blende | F2.8 |
| Videoqualität |
|
| Bildschirm | 2.29“ Touchscreen 800 x 840p, 426 ppi |
| Akku | 1800 mAh |
| Maße | 70 x 30 x 45 mm |
| Gewicht | 110 g |
Verarbeitung, Lieferumfang, Zubehör
Wie immer gibt es die Kamera in verschiedenen Paketen, die sich durch das beiliegende Zubehör unterscheiden. Wir haben die Standard-Version bekommen, in der neben der Kamera ein USB-C-Ladelkabel und eine Magnethalterung enthalten sind. Alternativ gibt es Pakete mit einem zusätzlichen Akku, einer wasserdichten Hülle, einem Bluetooth-Mikrofon oder gleich allem davon im „Ultimativen Paket“.
Die Kamera selbst macht einen soliden Eindruck; das Gehäuse wirkt gut verarbeitet. Es gibt nur zwei Tasten, eine zum Einschalten und einen Auslöser. Rechts befindet sich das Fach für Akku und SD-Karte, links der Ladeanschluss. Kleiner Makel an dieser Stelle: Die Silikonabdeckung über dem USB-C-Slot ist nicht wirklich fest verbunden und fällt leicht ab, wenn man sie öffnet. Auffällig ist sonst noch das zweite Display auf der Vorderseite. Durch ein Gedrückthalten des Auslösers für drei Sekunden wechselt die Anzeige auf das Front-Display und wieder zurück. Das hilft bei „Selfie“-Aufnahmen, da man dabei sehen kann, ob der Bildausschnitt passt.
Die Unterseite ist magnetisch und hat einen zusätzlichen Steckverschluss für die passende Halterung. Das sorgt im Einsatz dafür, dass man die Kamera wirklich sehr leicht auf die Halterung stecken und wieder abnehmen kann, während gleichzeitig aber ein sicherer Halt geboten wird. Das gefällt mir gut.
Bedient wird die Kamera vollständig über das Touch-Display (alternativ über die App, aber dazu später mehr). Hier werden beim ersten Start alle Funktionen kurz erklärt, danach ist die Bedienung aber relativ unkompliziert. Wischen nach unten ruft die allgemeinen Einstellungen auf; Wischen nach oben lässt einen den Aufnahmemodus wechseln. Nach rechts geht es zu den gespeicherten Aufnahmen und links zu den Aufnahmeeinstellungen.
Einige Symbole sind nicht immer leicht zu treffen, was vielleicht aber auch an meinen Fingern liege könnte. Gerade, wenn ich ein Symbol in einer Bildschirmecke drücke, brauche ich dafür aber oft mehrere Versuche. Ich habe hier aber nicht wirklich viel auszusetzen, zumal man die Einstellungen in der Regel einmal vornimmt und die Aufnahme dann einfach über die Taste auf der Kamera starten und beenden kann. Durch kurzes Drücken des Power-Buttons kann man auch durch die verschiedenen Aufnahmemodi wechseln.
Die Kamera selbst ist nicht wasserfest und benötigt zwingend das entsprechende Case, das als Teil der andere Pakete erworben werden kann. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass zwar die Magnethalterung mit dabei ist, nicht aber das passende Verbindungsstück. Will man die S7 Pro am Lenker, Helm, Brustgurt oder Selfiestick befestigen, braucht man das entsprechende Zubehör.
Stabilisierte 4K-Aufnahmen
Die XTU S7 Pro hat einen 1/2“-Sensor mit 48 MP; der Kamerawinkel beträgt 152°. Sie nimmt Videos in 4K auf. Die maximale Bildrate sind hier 50 fps. 60 fps sind nur in 1920 x 1440p möglich und dabei muss man dann mit dem Seitenverhältnis von 4:3 leben. Reduziert man die Auflösung auf 1080p, kann man auch mit 120fps aufnehmen.
Praktisches Feature: Die Kamera kann auch im Hochformat aufnehmen und nahtlos zwischen 16:9 und 9:16 wechseln. Wer also Videos ohnehin nur auf dem Handy anschaut und auf Social Media teilen will, der bekommt hier direkt das passende Format geboten.
Der Hersteller wirbt mit der „5.0 Superstabilisierung“, die für ein wackelfreies, stabilisiertes Bild sorgen soll. Diese funktioniert auch gut, gerät aber auch an ihre Grenzen, wenn man die Kamera am Fahrradlenker befestigt und auf holprigem Untergrund unterwegs ist. Hier sind die kleinen Wackler im Bild dann gut zu erkennen. Zusätzlich gibt es eine Horizontkorrektur um bis zu 45°, die eine Schräglage der Kamera ausgleichen soll.
Die Kamera verfügt über die üblichen Video- und Foto-Modi, die man bei Actioncams erwartet. Dazu gehören etwa Zeitraffer-Aufnahmen, bei denen alle 2; 1 oder 0,5 Sekunden ein Bild aufgenommen wird. Ebenso gibt es eine Zeitlupenfunktion, bei der mit möglichst hoher Bildrate gefilmt und die Aufnahme verlangsamt wird. Fotos können einzeln oder als „Burst“-Aufnahme aufgenommen werden und es gibt auch hier eine Timelapse-Funktion mit Fotos über einen längeren Zeitraum. Möglich ist auch der Einsatz als Dashcam, wobei die Aufnahmen als Loop gespeichert und nach einem bestimmten Zeitraum wieder überschrieben werden.
Fotos haben immer den Actioncam-typischen Fisheye-Effekt. Die Möglichkeit für Fotos zu haben ist natürlich gut, grundsätzlich sehe ich so eine Kamera einfach für Videoaufnahmen. Für schönere Fotos kann ich auch gleich das Handy selbst nehmen.
Ein besonderer Nachtmodus soll unterstützt durch KI auch dunkle Szenen besser erkennbar machen. Über einen 4-fachen digitalen Zoom kann man Aufnahmen vergrößern, was aber entsprechend mit einem Qualitätsverlust einhergeht, weswegen davon in den meisten Fällen abzuraten ist.
Der Akku hat eine Kapazität von 1800 mAh und soll laut Hersteller für Aufnahmen bis zu 200 Minuten dienen. In der Praxis hängt das stark vom Aufnahmemodus ab und in 4K bei 50fps sind es deutlich weniger. Dafür ist der Akku schnell wieder aufgeladen. Da Power Delivery unterstützt wird dauert es nur 46 Minuten, um den Akku wieder auf 80% seiner Kapazität zu bringen.
Funktionale App mit Einschränkungen
Die Kamera kommt ganz ohne Cloud-Funktionen zum Speichern der Aufnahmen aus. Es gibt auch kein kostenpflichtiges Abo und es braucht nicht einmal einen Nutzeraccount, um die App zu nutzen. Letztere trägt den Namen XTU Go und kann kostenlos heruntergeladen werden. Der Hauptgrund für die Nutzung der App ist die Fernsteuerung der Kamera sowie die Möglichkeit, Aufnahmen direkt auf das Smartphone zu übertragen.
Ansonsten lassen sich hier alle Einstellungen vornehmen, die man sonst auch direkt an der Kamera tätigen kann. Der Vorteil ist, dass es ein wenig übersichtlicher ist als auf dem kleinen Kamera-Display. Das betrifft aber vor allem Feineinstellungen. Nur für den Wechsel der Video-Modi würde ich immer einfach das Display oder die Taste an der Kamera verwenden.
Hinzu kommt, dass die App optisch nicht die „schönste“ ist, auch wenn das ein wenig subjektiv sein mag. Es gibt kein einheitliches Button-Design; Text ist teilweise abgeschnitten, merkwürdig abgekürzt oder von anderen Anzeigen überdeckt. Die Verbindung zur Kamera per WiFi und das Erteilen sämtlicher Berechtigungen für den Speicherzugriff fühlen sich auch irgendwie holprig an. Nichts davon ist ein wirklich gravierender Kritikpunkt, aber in Summe sehe ich hier noch deutlich Raum für Verbesserungen.
Am deutlichsten ist das während des Update-Vorgangs. Neben Warnmeldungen sieht man hier eine Wand aus rotem und fettgedrucktem Text, die einem aber widersprüchliche Anweisungen gibt. So heißt es, dass man die Kamera während des Updates nicht ausschalten soll. Auf einmal erscheint aber ein aggressiv blinkender Schriftzug, der darauf hinweist, nun die Kamera neu zu starten. Tut man das, „brickt“ man aber die Kamera und muss anschließend neue Firmware über die SD-Karte aufspielen. Kurz gesagt empfand ich das Updaten der Firmware einfach nicht als besonders benutzerfreundlich.
Günstige Alternative für Hobby-Filmer
Mit einem Preis von rund 100 Euro (wechselt je nach aktuellem Angebot) liegt die XTU S7 Pro deutlich unter dem, was aktuelle Actioncams von GoPro, DJI oder Insta360 kosten. Der Funktionsumfang fällt dafür ordentlich aus mit guter Bildstabilisierung auch bei 4K@50fps, Hochkantaufnahmen und Frontdisplay. Bei anderen sind das allerdings die Mindestanforderungen und andere Funktionen fehlen ganz. Ohne Case ist die Kamera nicht wasserdicht; mit entsprechendem Zubehör ist man schon eher bei 200 Euro Anschaffungskosten und die (immerhin kostenlose und abofreie) App könnte besser sein.
Insgesamt richtet sich die XTU S7 Pro damit eher an Gelegenheitsfilmer, Hobbysportler und Urlauber, die ihre Aktivitäten gerne mit der Kamera festhalten möchten. Wer ein enges Budget hat, wird den gleichen Funktionsumfang außerdem nicht viel günstiger finden und bekommt hier eine vollwertige Actioncam mit einfacher Bedienung.
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