Hands-On

Makerworld: Vom Bild zum 3D-Modell – Wahnsinn, wie gut das GRATIS geht!

Gestern habe ich einen 3D-Druck-Workshop gegeben. Eine Frage lautete: „Kann man ein normales Foto in ein 3D-Modell umwandeln?“ Ich habe auf „Makerlab“ von Makerworld verwiesen und das heute zum Anlass zu nehmen einmal zu schauen, wie sich dort das Thema bei Bambu Labs „MakerLab“ weiterentwickelt hat. Die dortige App „Image to 3D Model“ verwandelt ein einziges hochgeladenes Bild in ein druckfertiges Mesh – und das erst einmal komplett kostenlos. Aber wie gut funktioniert das Tool wirklich? Ich hab’s ausprobiert.

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Wie funktioniert die KI-Magie im MakerLab?

Die Bedienung im Browser ist denkbar simpel, lässt fortgeschrittenen Nutzern allerdings kaum kreativen Spielraum. Detaileinstellungen zur Generierung sucht man vergebens. Man lädt exakt ein einziges Bild hoch und wählt anschließend zwischen drei verschiedenen KI-Modellen aus: Tripo AI 3.0 (benötigt rasante 1,5 Minuten), Hunyuan3D 3.1 (braucht etwa 2 bis 3 Minuten) und das kürzlich tief integrierte Meshy 6 (nimmt sich 4 bis 5 Minuten Zeit).

Das absolut Geniale an diesem Prozess ist der Export. Neben klassischen STL- oder GLB-Dateien gibt das System auf Wunsch direkt eine 3MF-Datei aus, bei der die Farben für den Multicolordruck mit einem Bambu Lab AMS bereits zugeordnet sind. Das manuelle Anmalen im Slicer entfällt somit komplett. Als eingeloggter Nutzer erhaltet ihr zum Start 170 kostenlose Credits. Der Export eines fertigen Modells kostet jeweils überschaubare zwei Credits, das Herumspielen und Generieren selbst ist also ausgiebig testbar.

Image to 3D Meshy 6 Makerlab  X Wing 3 Format

Der Praxistest: Ein Auto, ein X-Wing und Turnschuhe

Um die drei KIs ein wenig ins Schwitzen zu bringen, haben wir drei völlig unterschiedliche Motive gewählt. Den Anfang macht ein Foto des brandneuen Xiaomi SU7 Facelift-Modells.

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Hier sichert sich die Tripo AI 3.0 souverän den ersten Platz. Wir bekommen ein verhältnismäßig scharfes 3D-Modell, dessen Farbwiedergabe einigermaßen an unsere Fotovorlage herankommt. Das Modell von Hunyuan3D 3.1 ist nur minimal schlechter, patzt jedoch bei der Darstellung des Hecks. Abgeschlagen auf dem letzten Platz landet Meshy 6.0: Das generierte Auto ist detailarm, unscharf und von unschönen Dreiecks-Artefakten überzogen.

Für den zweiten Testlauf laden wir das Bild eines 3D-gedruckten X-Wings hoch. Hier wendet sich das Blatt.

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Meshy sichert sich den Sieg, obwohl das Modell erneut unter Artefakten leidet und den Standfuß kurzerhand vergisst. Der entscheidende Faktor ist jedoch, dass Meshy als einzige KI den X-Flügler korrekt symmetrisch aufbaut. Hunyuan scheitert genau an dieser Symmetrie, während der vorherige Sieger Tripo hier völlig versagt und aus dem ikonischen Raumschiff ein Gebilde mit nur zwei statt vier Triebwerken und massiven Flügel-Artefakten bastelt.

Zum Abschluss digitalisieren wir Nike-Kinder-Turnschuhe, die wir vor kurzem auf Kleinanzeigen gepackt haben.

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Bei dieser organischen Form glänzt Hunyuan am meisten und liefert die beste Gesamtform ab. Dicht dahinter positioniert sich Tripo mit einem guten Detailgrad und feiner Farbtreue. Meshy landet abermals mit deutlichem Abstand auf dem letzten Platz. Ein interessantes Detail am Rande: Keine der drei KIs schafft es, den markanten Nike-Schriftzug korrekt auf das 3D-Modell zu übertragen – hier stoßen die aktuellen Algorithmen bei der Textverarbeitung aus einem einzigen Bildwinkel noch an ihre Grenzen.

Wichtiger Praxis-Tipp vor dem Download: Bevor ihr das fertige Modell exportiert, solltet ihr zwingend den Button „reduce color“ (Farben reduzieren) anklicken! Die KI klatscht standardmäßig gerne acht bis zwölf verschiedene Farbtöne auf das Objekt. Reduziert ihr das Ganze auf vier Farben (passend für ein Standard-AMS mit vier Spulen), erspart ihr euch hunderte Filamentwechsel und der Druck dauert am Ende keine sieben Tage mehr. 🙂

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Slicer-Check: Druckfertig ohne Fehlermeldung

Die spannendste Frage nach der Generierung bleibt natürlich, ob die Slicer-Software diese KI-generierten Meshes überhaupt ohne Meckern verarbeiten kann. Wir haben die jeweils besten Versionen unserer drei Tests als 3MF-Datei exportiert und direkt in Bambu Studio gezogen. Das Ergebnis ist nicht perfekt, kann sich aber sehen lassen. Der Slicer meldet keinerlei Mesh-Fehler oder offene Kanten. Die Modelle werden als vollständig geschlossene, druckfertige Objekte erkannt und die automatische Farbzuweisung für das AMS wurde fehlerfrei übernommen.

Einschätzung: Ein riesiger Sprung für die Maker-Community

Die „Image to 3D Model“-Verarbeitung hat in den letzten Monaten einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Dass man aus einem einzigen flachen Foto bereits derart detailreiche und sogar vorgefärbte 3D-Modelle extrahieren kann, ist technologisch einfach faszinierend. Zwar sind die Ergebnisse je nach Motiv und gewählter KI-Engine noch starken Schwankungen unterworfen und erfordern oft einen zweiten Versuch, doch die Integration direkt in MakerWorld senkt die Einstiegshürde für den 3D-Druck massiv.

Da ihr die Funktion dank der kostenlosen Credits völlig unverbindlich im MakerLab ausprobieren könnt, können wir euch nur raten, selbst ein wenig mit euren Handyfotos zu experimentieren.

Habt ihr den Generator schon ausprobiert? Welches Objekt aus eurem Alltag digitalisiert ihr als Nächstes? Ab in die Kommentare!

Quelle(n):

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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