Camp Snap Pro für 99€: Genialer Retro-Spaß oder überteuerte Spielzeug-Kamera?
Die Camp Snap – Kameras haben letztes Jahr einen kleinen Social-Media-Hype ausgelöst. Einfaches Point&Shoot, ohne Display, ohne Nachdenken, mit Bildern im Retro-Look. Der Erfolg war groß und jetzt bringt der Hersteller mit der Camp Snap Pro ein Upgrade für die Kamera. Mehr Megapixel, ein echter Xenon-Blitz und eine überarbeitete Optik sollen neue Käufer anlocken. Glückt das Experiment? Wir haben uns die günstige Retro-Kamera genauer angesehen.
- Camp Snap Pro
Inhalt
Technische Daten der Camp Snap Pro
| Camp Snap Pro | |
| Sensor | 16 MP |
| Objektiv | Fixfokus |
| Display | Kein Bild-Display (nur LED-Fotozähler) |
| Blitz | Xenon-Blitz |
| Speicher | 4 GB microSD-Karte (vorinstalliert, ca. 2000 Fotos) |
| Akku / Laden | Integrierter Akku, USB-C Anschluss |
| Filter-Modi | Standard, Vintage 1, Vintage 2, Schwarz/Weiß (über Drehrad) |
| Material | Kunststoff in Leder-Optik mit Metall-Akzenten |
| Preis | 99€ |
Kurzfazit zur Camp Snap Pro
Die Camp Snap Pro ist keine Konkurrenz zu „richtigen“ Digitalkameras mit Display. Hier wird eher eine Philosophie vermittelt: Retro-Charme, der einfach dazu anhalten soll mal wieder Fotos zu machen, bei denen nicht alles perfekt ist. Gerade in Zeiten in denen durch KI vieles nicht mehr „echt“ zu sein scheint, gewinnt so ein Gadget wieder an Relevanz.
Es macht einfach Spaß die Kamera zu benutzen und sich die Ergebnisse erst später anzuschauen. Das mag für viele ein Rückschritt sein, kann aber auch ordentlich entschleunigen. Wer hier aber High-End-Hardware erwartet ist komplett fehl am Platz. Die Camp Snap Pro ist tatsächlich einfach ein klassisches Gadget.
- schickes Retro-Design…
- Klassische Point&Shoot-Kamera ohne viel Schnickschnack…
- Vier verschiedene Bildmodi (darunter 2x Vintage, 1x Schwarz/Weiß und 1x Standard)…
- Günstiger Preis…
- …dass aber billig verarbeitet wirkt
- …aber auch ohne Display
- …aber das Framing ist durch den Sucher schwierig
- …aber andere Kameras können für den gleichen Preis mehr und haben ein Display
Wer schreibt dieses Hands-On?
Hi, ich bin Fred! Alles was mit Uhren und Handys zu tun hat, fällt in mein Revier. Und Gadgets natürlich. Gadgets gehen immer!
Was unterscheidet die Camp Snap Pro von anderen Kameras?
Ihr habt es beim Kurzfazit schon erkannt: Die Camp Snap Pro hat viele Nachteile. Kein Display, keine Möglichkeit sich die Bilder noch einmal anzusehen, keine extreme Auflösung. Die Bilder, die aus dieser Kamera kommen, sind alles andere als perfekt. Das wollen sie aber auch gar nicht sein.

Der Gedanke dahinter ist „Digital Detox“. Statt nach jedem Foto zu prüfen, ob die Haare sitzen oder die Belichtung stimmt, drückst du einfach ab und steckst die Kamera einfach wieder weg. Die Überraschung kommt erst zu Hause am PC. Das unterscheidet sie radikal von jeder Smartphone-Kamera und auch von günstigen Digitalkameras vom Discounter. Es ist das Gefühl einer Einwegkamera, nur ohne die laufenden Entwicklungskosten.
Was steckt unter der Haube?
Rein technisch gesehen haben wir es hier mit einfachster Kost zu tun. Ein 16 Megapixel Sensor, der eher an ältere Webcams erinnert, trifft auf ein Fixfokus-Objektiv. Das Gehäuse der „Pro“-Version versucht durch eine strukturierte Oberfläche Leder zu imitieren und setzt auf silberne Akzente, die nach Metall aussehen sollen.

Fasst man die Kamera an, merkt man aber schnell: Es ist und bleibt Plastik. Das Gewicht ist sehr leicht, fast schon zu leicht für den „Pro“-Anspruch. Ein bisschen hat man das Gefühl ein Spielzeug für Kinder in den Händen zu halten. Ein echtes Upgrade gegenüber dem Vorgänger ist aber der neue Drehregler für die Filter (dazu gleich mehr) und der Xenon-Blitz. Statt einer funzeligen LED gibt es jetzt diesen charakteristischen, hellen „Blitz-Look“, der besonders bei Partys für einen witzige Bilder sorgen kann.

An der Unterseite findet sich das Fach, in dem die SD-Karte verschraubt ist. Über die Knöpfe lassen sich noch das Datum und die Lautstärke des Auslöser-Knopfs einstellen. Geladen wird zeitgemäß per USB-C. Camp Snap verspricht 500 Fotos mit einer Akkuladung. Die 4GB Speicherkarte liegt schon im passenden Steckplatz und reicht locker für 2000 Bilder.
Das Fach ist allerdings verschraubt: Nachdem die Schraube entfernt ist, lässt es sich einfach öffnen und muss dann auch nicht wieder extra verschraubt werden. Das soll wohl nur eine Art zusätzliche Sicherung sein, damit die SD-Karte sicher an ihrem Platz bleibt. Aber keine Sorge: Das hält auch so.
Die Fotos: Top oder Flop?
Kommen wir zum Elefanten im Raum: Die Bildqualität. Wer hier die Bildqualität von High-End-Kameras erwartet, sollte sofort aufhören zu lesen. Die Camp Snap Pro liefert Bilder, die aussehen, als wären sie 2004 entstanden oder auf einem günstigen Analogfilm entwickelt worden.
Und genau das ist der Punkt. Bei gutem Tageslicht sind die Farben erstaunlich charmant. Es ist eben nicht alles perfekt. Je nach Modus kommen die Farben satt rüber, es ist aber auch nicht alles scharf. Sobald das Licht schwindet, rauscht es gewaltig – oder der Xenon-Blitz rettet die Situation mit gnadenloser Überbelichtung des Vordergrunds. Das ist weit entfernt von perfekt. Aber genau deswegen mag ich die Kamera.
Vier Fotomodi direkt über den Drehregler einstellbar
Ein riesiger Vorteil der Pro-Version ist der Drehschalter an der Linse. Beim Vorgänger musstet ihr die Kamera noch an den PC anschließen und eine Config-Datei ändern, um den Filter zu wechseln. Jetzt geht das einfach direkt am Gerät selbst, wenn ihr unterwegs seid. Ihr habt die Wahl zwischen Standard (natürliche Farben), Schwarz/Weiß und gleich zwei Vintage-Modi, die Farbtemperatur und Körnung simulieren. Besonders die Vintage-Modi machen Spaß, da sie diesen Instagram-Filter-Look direkt in die Hardware brennen.
Der Vintage 1 – Modus eignet sich besonders für Fotos in der Stadt oder Landschaftsbilder. Die rot/orangenen Farben werden hier hervorgehoben und sind somit perfekt für Ausflüge oder Urlaubsfotos geeignet. Der zweite Vintage-Modus verstärkt die grünen Elemente in euren Bildern. Besonders geeignet zum Beispiel für einen Trip in die Natur.
Selfies besser nur im Standard-Modus
Wer Selfies machen will, muss raten. Da es kein Display gibt (auch nicht vorne), hält man die Kamera einfach auf gut Glück ins Gesicht.
Mein Tipp: Nutzt hierfür den Standard-Modus. Die Vintage-Filter neigen dazu, Hauttöne manchmal etwas seltsam verfärbt darzustellen oder den Kontrast so hochzuziehen, dass Schatten im Gesicht zu dunkel werden. Da man das Ergebnis nicht kontrollieren kann, ist „Standard“ die sicherste Bank.
Probleme bei Nahaufnahmen
Hier zeigt sich die größte Schwäche der Fixfokus-Linse. Die Kamera weiß schlicht nicht, was ihr fotografieren wollt. Es gibt keinen Autofokus. Ich habe das hier mal an einem Busch probiert. Da merkt man, dass das Display fehlt. Die Naheinstellung kommt hier definitiv an ihre Grenzen.

Alles ab ca. einem Meter Entfernung ist scharf. Haltet ihr die Kamera aber näher an ein Objekt (Blume, Essen, Haustier), wird der Hintergrund scharf, aber das Motiv verschwimmt komplett. Makro-Aufnahmen sind mit der Camp Snap Pro also unmöglich. Ihr müsst immer schön Abstand halten.
Schön geht aber auch
Klingt euch alles etwas zu negativ? Ich kann euch beruhigen. Die Kamera macht genau, was sie soll. Wenn man sich aber auf die Limitierungen einlässt, gelingen echte Schnappschüsse. Architektur, Landschaften oder Gruppenfotos mit etwas Abstand wirken organisch und haben Charakter. Besonders die Vintage-Filter und der Schwarz/Weiß-Modus laden zum Spielen ein. Die Tatsache, dass man das Ergebnis nicht direkt sieht, macht einen gespannt. Wie ist das Foto wohl geworden?
Wer hier allerdings Perfektion sucht, ist fehl am Platz. Ein genaues Framing durch den Sucher ist unmöglich. Wer also ein bestimmtes Detail an einer speziellen Ecke im Bild haben will muss raten. Ist das für den Anwendungszweck der Kamera schlimm? Absolut nicht.
Fazit: Raus aus der perfekten Foto-Welt!
Die Camp Snap Pro ist objektiv gesehen ihr Geld kaum wert, wenn man nur auf die verbaute Technik schaut. Für 150-170 Euro bekommt man gebrauchte DSLRs oder viel bessere Kompaktkameras. Aber man kauft hier keine Specs, man kauft ein Erlebnis.
Sie ist die perfekte Zweitkamera für Hochzeiten, Festivals oder den Strandurlaub. Man hat keine Angst, dass sie kaputtgeht, jeder weiß sofort, wie man sie benutzen muss. Der Akku hält ewig, und das Fehlen des Displays ist tatsächlich befreiend. Wer den Look von Einwegkameras liebt, wird mit der Camp Snap Pro sehr glücklich werden – auch wenn sie sich etwas billig anfühlt.
Lohnt sich das Pro-Upgrade? Nur, wenn ihr unbedingt den Blitz und den Drehregler wollt. Die Bildqualität an sich ist dürfte kein Quantensprung zum günstigeren Standard-Modell sein. Wer eine Kamera mit Display in einer ähnlichen Preiskategorie sucht, sollte man einen Blick auf die Kodak C1 werfen. Was ist eure Meinung zur Camp Snap Pro? Ist das Kunst oder kann das weg?
FAQ: Die häufigsten Fragen zur Camp Snap Pro beantwortet
🎨 In welchen Varianten ist die Camp Snap Pro erhältlich? Die Kamera setzt auf ein Retro-Gehäuse aus Kunststoff, das durch eine strukturierte Oberfläche eine Leder-Optik imitiert. Abgerundet wird das Design durch silberne Akzente, die wie Metall wirken sollen, um den Vintage-Look zu unterstreichen.
💶 Was kostet die Camp Snap Pro? Die Camp Snap Pro liegt preislich bei ca. 100€.
📷 Welche Technik steckt in der Camp Snap Pro? Unter der Haube arbeitet simple Technik: Ein 16 Megapixel CMOS-Sensor trifft auf ein Fixfokus-Objektiv. Das bedeutet, es gibt keinen Autofokus – alles ab ca. einem Meter Entfernung wird scharf. Für Nahaufnahmen (Makro) ist die Technik nicht geeignet.
🔋 Wie lange hält der Akku, und wie wird geladen? Der Hersteller verspricht ca. 500 Fotos mit einer Akkuladung. Geladen wird zeitgemäß über einen USB-C Anschluss an der Unterseite. Ein Ladekabel liegt in der Regel bei.
🖥️ Hat die Camp Snap Pro ein Display zur Bildvorschau? Nein, und das ist Absicht. Auf der Rückseite befindet sich lediglich ein kleiner LED-Zähler, der anzeigt, wie viele Fotos bereits gemacht wurden. Die Ergebnisse sieht man erst später am Computer.
⚡ Was ist der Unterschied zum Vorgänger-Modell? Die größten Unterschiede sind der neue Xenon-Blitz (statt einer einfachen LED), der für echte Retro-Party-Fotos sorgt, die höhere Auflösung (16 MP) und der physische Drehregler am Objektiv, mit dem man die Filter direkt wechseln kann.
🎞️ Welche Foto-Filter bietet die Kamera? Über den Drehregler an der Linse lassen sich vier Modi einstellen: Standard (natürlich), Schwarz/Weiß sowie Vintage 1 (betont Rot/Orange) und Vintage 2 (betont Grün). Eine nachträgliche Bearbeitung am PC ist dafür nicht mehr nötig.
💽 Wie viel Speicherplatz hat die Kamera? Die Camp Snap Pro wird mit einer vorinstallierten 4 GB microSD-Karte ausgeliefert, was für ca. 2.000 Fotos reicht. Das Kartenfach an der Unterseite ist mit einer Schraube gesichert, lässt sich aber öffnen, falls man die Karte tauschen möchte.
Hier geht's zum GadgetWenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem eBay und das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.













Sortierung: Neueste | Älteste
Kommentare (5)