CMF by Nothing Clip Pro Open-Ear-Kopfhörer für 79,99€
Ob die neuen CMF by Nothing Clip Pro oder ein anderes der mittlerweile unzähligen Clip-Kopfhörer-Modelle. Sie erfreuen sich vor allem in Asien einer enormen Beliebtheit. Mit dem CMF by Nothing Clip Pro bringt ein weiterer Hersteller ein Clip-Hörer Modell mit interessantem Design auf den Markt. Ist dies der Clip-Kopfhörer, der den Trend auch in Deutschland salonfähig macht?
- CMF by Nothing Clip Pro
- bei Nothing für 79,99€
Inhalt
Kurzfazit & Vor- und Nachteile
Die CMF by Nothing Clip Pro überzeugen mich im Test mit herausragendem Tragekomfort, einem schicken Design und innovativen Features wie der Steuerung über das Ladecase. Klanglich bieten die Open-Ear-Hörer einen detailreichen Sound im Hoch- und Mittelton, allerdings ist der Bass etwas Flach oder neigt, je nach Bass Enhance-Einstellung, auch zum leichten Übersteuern. Für 79,99 € bieten sie eine durchaus gelungene Alternative für Sport und Alltag.
- Innovaative Case-Steuerung
- Stylisches Design
- Hochauflösender Klang
- Tragekomfort
- Sparsamer Lieferumfang
- Bass übersteuert je nach Modi
- Headset schwächelt bei zu großem Lärm
- kein kabelloses Laden
Sparsamer Lieferumfang
Im Karton der CMF by Nothing Clip Pro findet man den Clip-Kopfhörer in der Akkubox und eine mehrsprachige Bedienungsanleitung. Weitere Zubehör gibt es nicht, nicht mal ein Ladekabel. Schade.
CMF Clip Pro: Markantes Design trifft auf Flexibilität
CMF by Nothing bleibt sich auch bei seinem neuesten Kopfhörer treu und liefert ein markantes, eigenständiges Design. Anders als plumpe Kopien, die sich am Soundcore AeroFit oder dem Huawei FreeClip orientieren, geht CMF by Nothing eigene Wege, auch wenn das Hinterteil des Hörers leicht an Konstruktion Bose Ultra Open erinnert.
Farblich haben Käufer die Wahl zwischen klassischem Schwarz, Weiß und einem auffälligen Orange. Das Ladecase präsentiert sich in einem hochkanten Format mit den Maßen 52,1 x 26,69 x 51,01 mm und einem Gewicht von 38,81 g. Auf der Oberseite des Cases findet sich ein rundes Element, das CMF-Kennern durchaus vertraut vorkommen dürfte. Bei Bedarf kann es auch als Bedienelement fungieren, dass sich über die Nothing X App aktivieren lässt, aber dazu später mehr.
Die Hörer wiegen pro Stück 5,92 g und haben laut Datenblatt die Maße von 30,75 x 24,84 x 18,21 mm. Das Verbindungsstück zwischen dem vorderen Treiber-Element und dem hinteren Akku-Modul, die C-Bridge lässt sich flexibel dehnen. Möglich macht das ein integrierter Titanium-Draht. Er soll dafür sorgen, dass sich die Hörer einerseits bequem an das Ohr anpassen, ohne zu drücken, andererseits zuverlässig in ihre Ursprungsform zurückkehren. Für den Alltag und leichte sportliche Aktivitäten sind die CMF by Nothing Clip Pro zudem mit einer IP54-Zertifizierung gegen Staub und Spritzwasser geschützt.
Bei unserem Testmodell in Orange gefällt mir das Zusammenspiel aus mattierter und glänzender Oberfläche. Der mattierte Kunststoff der Akkubox scheint zumindest auf den ersten Blick recht robust gegen Mikrokratzer zu sein.
Sound der CMF Clip Pro mit Anti-Leakage
Akustisch setzen die Clip Pro auf einen dynamischen Single-Treiber mit einem recht großen Membrandurchmesser von 10,8 mm. Bei Open-Ear-Kopfhörern entsteht keine abdichtende Druckkammer im Gehörgang. Das führt naturgemäß zu einem flacheren Bass. Ein größerer Treiber hilft dabei, diesen Verlust auszugleichen.
Um das typische Bass-Defizit von Open-Ear-Modellen weiter zu kompensieren, integriert CMF by Nothing ein „Bass Enhance Feature“, einen Algorithmus, der tiefe Frequenzen aktiv verstärken und so das volle akustische Potenzial ausschöpfen soll.
Im Test liefern die CMF Clip Pro für diese Treibergröße einen überraschend hochauflösenden Klang. Besonders die Höhen und Mitteltöne gefallen mir gut und bleiben trotz des Abstands zwischen Hörer und Gehörgang überraschend verzerrungsfrei. Nothing hat die Treiber somit gut an das Open-Ear-Konzept angepasst.
Ist der Bass-Enhance-Modus ausgeschaltet, sind die -ClipKopfhörer allerdings, wie für diese Bauform üblich, ziemlich schwach im Tiefton. Schaltet man das Feature hinzu, fällt der Bass auf Stufe 1 bereits kräftiger aus. Auf Stufe 2 des Bass Enhance Modus stößt der Treiber jedoch ab einer gewissen Lautstärke an seine Grenzen. Das Klangbild verzerrt bei jedem Bass schlag in einem unangenehmen Übersteuern. Das hätte Nothing aus meiner Sicht technisch besser lösen müssen, etwa indem sich der Bass ab einem bestimmten Lautstärkepegel automatisch reguliert. So muss man hier händisch regulieren oder so wie ich, eben die zweite Stufe des Bass Enhance Modus nicht verwenden.
Abgesehen von dieser technischen Unsauberkeit bin ich im Rahmen seiner Preisklasse mit dem Klang insgesamt aber dennoch ziemlich zufrieden. An die deutlich teureren Huawei FreeClip 2 kommt er aber nicht heran und die teureren Soundcore AeroClip sind zwar nicht ganz so hochauflösend, bieten dafür aber einen kräftigeren Bass, ohne Übersteuern.
Für mich extrem guter Tragekomfort
Natürlich variiert der Tragekomfort von Ohr zu Ohr, weshalb ich hier immer nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen kann. Für meine Ohren sind die CMF Clip Pro, von allen Clip-Kopfhörern die ich bisher testen durfte, am besten geeignet. Sie halten sehr sicher und treffen die perfekte Balance zwischen festem Halt und einem lockeren Tragegefühl.
Dabei ist die vordere Treiberkugel perfekt vor meinem Gehörgang positioniert. Dadurch gelangt der Schall trotz der Halb-In-Ear-Bauform bestmöglich in mein Ohr, während gleichzeitig noch genügend Abstand bleibt, um die Umgebung weiterhin wahrzunehmen. In diesem Punkt hat Nothing für mich die bisher beste Bauform abgeliefert, die ich bei einem Clip-Kopfhörer im Test hatte.
Solides Headset
Gewöhnlicher Umgebungslärm und Windgeräusche werden von den CMF Clip Pro zuverlässig herausgefiltert. Solange man schweigt, bleibt die Übertragung komplett ruhig. Sobald man selbst spricht, können Umgebungsgeräusche, je nach Lautstärke, bruchstückhaft hörbar sein. Im Test ist mir das vor allem bei prägnanten Lauten Geräuschen, wie einem piependen, rückwärtsfahrenden LKW oder bei Hintergrundstimmen aufgefallen.
Draußen, in Cafés oder an viel befahrenen Straßen reicht es so für kurze Absprachen. Bei langen, wichtigen Telefonaten kann es für den Gesprächspartner jedoch anstrengend werden. In ruhigen Umgebungen funktioniert das Headset jedoch problemlos und bietet eine verständliche Stimmqualität.
Bedienung mit Akkucase als „Fernbedienung“
Auf der Oberseite des hinteren Akkumoduls der CMF Clip Prositzt jeweils ein physischer Druckknopf. Durch seine raue Oberfläche ist er leicht zu ertasten und greift man das hintere Element zwischen Daumen und Zeigefinger, lässt sich der Knopf zuverlässig drücken. Mir persönlich gefällt diese mechanische Lösung sehr gut, da sie gerade beim Sport meiner Erfahrung nach zuverlässiger bedienbar ist, als eine Touchbedienung.
Die Clip Pro unterstützen folgende Gesten:
- Einmal drücken (Fest reserviert für Wiedergabe/Pause und Anruf annehmen/beenden)
- Zweifach drücken
- Dreifach drücken
- Drücken & Halten
- Zweimal drücken & Halten
In der Nothing X App sind die Gesten frei belegbar, so ist eine vollumfängliche Steuerung direkt am Ohr möglich.
Ein Hingucker ist das Bedienelement auf der Akkubox selbst, das als Fernsteuerung für die Kopfhörer fungiert. Standardmäßig ist diese Option deaktiviert. Mit der Geste zweimal drücken & Halten kann das Steuerelement aktiviert oder deaktiviert werden, alternativ ist das auch über die App möglich.
Es Unterstützt zudem die Gesten:
- einmal Drücken
- zweifach Drücken
- dreifach Drücken
- Drehen des Rads
Für die Drück-Gesten stehen die Funktionen:
- Wiedergabe/Pause
- Nächster/Vorheriger Titel
- Sprachassistent
- Niedriglatenzmodus
- Anrufe auflegen/ablehnen
zur Verfügung. Drehen des Rads ist nur für die Lautstärkeregelung geeignet. Insgesamt finde ich das Feature im Test gelungen. Es ist zwar keine Funktion, die man zwingend vermisst hätte, aber ich schätze das an den Produkten von Nothing beziehungsweise CMF. Sie geben ihren Geräten immer einen besonderen Twist und relaisieren kreative Ideen, die man bei anderen Herstellern nicht findet.
Weitere Funktionen der Nothing X App
In der Nothing X App lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen und Funktionen steuern:
- Räumlicher Audiomodus aktivieren
- Bass-Enhance-Modus aktivieren und einstellen
- Bedienelemente individualisieren
- Niedriglatenzmodus aktivieren
- Dual-Geräte-Verbindung aktivieren
- Hörer finden (per Signalton)
- Updates installieren
Die App insgesamt sechs verschiedene Equalizer-Presets zur Klanganpassung. Als frei individualisierbarer Equalizer steht leider nur ein Dreiband-Fader zur Verfügung. Eine weitere Besonderheit ist der integrierte Anti-Leakage-Modus. Für mein Empfinden wird im Test hierbei schlichtweg der Hochton deutlich verringert. Das hat zur Folge, dass die Frequenzspitzen, die bei Open-Ear-Kopfhörern normalerweise am ehesten nach außen dringen, leiser werden. Es einstellbar, dass sich der Modus bei Telefonaten automatisch aktiviert, beim Musikhören drückt er für mich persönlich zu sehr das Klangbild.
Bluetooth nicht ganz auf aktuellem Stand
Bei der Verbindung setzt man auf Bluetooth 5.4. Das ist zwar nicht der allerneueste Bluetooth-Standard, sorgt im Alltag aber dennoch für eine stabile Verbindung. Features wie Google Fast Pair, Microsoft Swift Pair, eine duale Geräteverbindung, sowie ein Low-Latency-Modus runden das Paket ab.
Die Hörer sind offiziell Hi-Res Audio Wireless zertifiziert. Dafür nötig ist die Unterstützung des hochauflösenden LDAC-Codecs, der neben den Standard-Codecs AAC und SBC zur Verfügung steht.
Trotz des nicht ganz aktuellem Bluetooth-Chipssatz habe ich im Testzeitraum wie zu erwarten keinerlei Probleme mit der Bluetooth-Verbindung. Auf freier Fläche ist die Verbindung auf eine Distanz von etwa 10 Metern stabil, innerhalb eines Raums hat man so immer guten Empfang. Darüber hinaus ist es wie immer von den zu überwindenen Hindernissen Abhängig.
Akkulaufzeit
Leider schweigt der Hersteller bei den CMF Clip Pro über die genauen Akkukapazitäten. Auf dem Papier werden jedoch solide Werte versprochen. Die Kopfhörer sollen eine Laufzeit von bis zu 10 Stunden am Stück bieten. Zusammen mit dem Ladecase sind insgesamt bis zu 32,5 Stunden möglich, was etwas mehr als zwei zusätzliche, vollständige Aufladungen mit dem Case entspricht.
Im Praxistest fiel die tatsächliche Laufzeit mit etwa 8 Stunden am Stück etwas niedriger aus. Die reale Ausdauer ist dabei natürlich maßgeblich davon abhängig, bei welcher Lautstärke ihr Musik hört.
Geladen wird die Akkubox ausschließlich per USB-C, kabelloses Laden wird leider nicht unterstützt. Wenn es einmal schnell gehen muss, gibt es auch einen Fast-Charging-Modus. Nach nur 10 Minuten Ladezeit in der Akkubox sind die Hörer wieder für bis zu 4 Stunden Musikwiedergabe einsatzbereit.
Fazit: Ein mutiges Design & kreative Funktion
Nothing ist es mit den CMF Clip Pro einmal mehr gelungen, ein sehr eigenständiges Design zu kreieren, das nicht nur reine Tech-Enthusiasten, sondern auch eine Lifestyle-orientierte Zielgruppe ansprechen soll. Es ist lobenswert, dass auch unter der günstigeren Submarke Wert auf ein besonderes Erscheinungsbild gelegt wird, während die Konkurrenz in diesem Preissegment meist nur eher generische Standardware abliefern.
Die CMF Clip Pro punkten im Test vor allem mit ihrer innovativen Bedienmöglichkeit über die Akkubox sowie nützlichen Software-Features wie dem Anti-Leak-Modus. Klanglich liefern die Kopfhörer eine solide Leistung ab, auch wenn man, wie für das Open-Ear-Design typisch, einen kräftigen Bass im direkten Vergleich zu klassischen In-Ear-Kopfhörern vergebens sucht.
Ein persönliches Highlight ist für mich der überaus gute Tragekomfort. Die CMF Clip Pro sind die am besten sitzenden Clip-Kopfhörer, die ich bisher testen durfte. Da die Anatomie jedoch individuell ist, kann ich hierbei natürlich nur für meine eigenen Ohren sprechen.
Spannend bleibt die grundlegende Frage der Zielgruppe. Open-Ear-Kopfhörer sind für Aktivitäten im Freien, wie beim Laufen, Radfahren oder auf dem E-Scooter, meiner Meinung nach äußerst sinnvoll, da man seine Umgebung weiterhin sicher wahrnehmen kann. Dennoch zeigt das bisherige Feeback auch von euch, der China-Gadgets Community, dass sich die Begeisterung in Europa oft noch in Grenzen hält und viele Nutzer nach wie vor klassische In-Ears bevorzugen.
Ich den Eindruck, dass diese Modelle hierzulande eher als Zweitkopfhörer fungieren und dementsprechend das Budget dafür kleiner bleibt. In Asien hingegen wird dieses Design bereits deutlich stärker als Hauptkopfhörer angenommen und ist damit für eine weitaus größere Zielgruppe interessant.
Mich würde an dieser Stelle eure Meinung interessieren: Sind solche Open-Ear-Clip-Kopfhörer für euch eine echte Alternative für den Alltag? Oder glaubt ihr, dass dieser Trend aus Asien sich in unseren Breitengraden auf Dauer nicht durchsetzen wird?
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum CMF Clip Pro
🔌 Unterstützt das Ladecase der CMF Clip Pro kabelloses Laden?
Nein, kabelloses Laden wird nicht unterstützt. Die Akkubox wird ausschließlich per USB-C geladen.
🎵 Welche Bluetooth-Codecs werden unterstützt?
Die CMF Clip Pro nutzen Bluetooth 5.4 und unterstützen neben den Standard-Codecs SBC und AAC auch den hochauflösenden LDAC-Codec.
🔒 Was bewirkt der Anti-Leakage-Modus?
Er sorgt durch das absenken der Hochton-Frequenzen für mehr Privatsphäre, insbesondere bei Telefonaten.
💦 Sind die CMF Clip Pro wasserdicht?
Die Kopfhörer sind nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt.
📲 Können die CMF Clip Pro mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden werden?
Ja, über die Nothing X App lässt sich eine Dual-Geräte-Verbindung (Multipoint) aktivieren.
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