Test

EarFun Clip 2 Open-Ear Clip-Kopfhörer für 59,99€

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Die EarFun Clip 2 Wireless Open-Ear-Kopfhörer für unter 100 € kommen mit größeren Treibern, mehr Mikrofonen und kleineren Hörern, eine gelungene Weiterentwicklung? Das erfahrt ihr in diesem Test.

  • EarFun Clip 2 Clip-Kopfhörer  

Kurzfazit & Vor- und Nachteile

Die EarFun Clip 2 überzeugen mit langer Akkulaufzeit, umfangreichen App-Funktionen und solider Klangqualität für deutlich unter 100 €, ideal als Sport-Kopfhörer. Allerdings ist eine Tragekomfort-Anpassung nicht möglich und das Headset könnte in lauten Umgebungen besser Stimmen filtern. Für den Preis sind die Clip 2 aber durchaus eine gute Open-Ear-Alternative!

  • Akkulaufzeit
  • Preis-Leistung
  • Umfangreiche App
  • Keine Tragekomfortanpassung
  • Headset schwächelt

Lieferumfang: Ohne Überraschungen, aber vollständig

Im Lieferumfang der EarFun Clip 2 finden sich ein USB-A-zu-USB-C-Ladekabel, eine mehrsprachige Bedienungsanleitung sowie die Kopfhörer samt Ladebox. Weiteres Zubehör ist nicht enthalten, bei Open-Ear-Clip-Kopfhörern dieser Art ist das jedoch auch nicht unbedingt nötig.

Earfun Clip 2 Lieferumfang

Design: Kompakter, ovaler und mit klaren Unterschieden zum Vorgänger

Die EarFun Clip 2 sind in Schwarz und Weiß erhältlich und das Gehäuse ist um 11% verkleinert, im Vergleich zum Vorgänger. Das bohnenförmige Hinterteil ist nun etwas flacher und nicht mehr ganz so breit, dazu ist der vordere Teile nicht mehr vollständig rund, sondern etwas ovaler geformt sind.

Earfun Clip 2 und Vorgaenger oben

Optisch erinnern mich die Clip 2 an die Huawei FreeClip, setzen aber eigene Akzente. Das EarFun-Logo ist auf dem hinteren, grau gerahmten Teil abgehoben, der Rest des Kopfhörers bleibt schwarz. Das Gehäuse EarFun Clip 2 besteht wie üblich fast vollständig aus Kunststoff, lediglich die flexible C-Bridge ist mit Gummi überzogen.

Earfun Clip 2 Rueckseiten

Die Verarbeitung ist sauber, sichtbare Schwächen konnte ich nicht finden. Mit IP55-Schutz gegen Staub und Spritzwasser und einem Gesamtgewicht von 49,6 Gramm (inkl. Akkubox) machen die Clip 2 auf mich einen soliden Eindruck.

Sound der EarFun Clip 2

Die EarFun Clip 2 sind mit einem dynamischen Treiber und einem Membrandurchmesser von 12 mm ausgestattet. Etwas größer im Vergleich zum Vorgänger, der mit einer 10,8-mm-Membran ausgestattet ist. Klanglich sorgt der größere Treiber im Test für einen etwas voluminöseren Klang und im Rahmen des Möglichen für einen Open-Ear-Kopfhörer auch für einen etwas stärkeren Tiefton, der aber natürlich nicht mit einem gewöhnlichen In-Ear-Kopfhörer vergleichbar ist.

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Im Vergleichstest zur Alternative Baseus Bowie MC1 Pro klingt der EarFun Clip 2 spürbar voluminöser und bietet einen höheren Detailgrad, kann aber wie zu erwarten nicht mit den High-End-Flagships wie Huawei FreeClip oder Soundcore AeroClip mithalten.

Für diesen Preisbereich ist der EarFun Clip 2 ein solider Open-Ear-Clip-Kopfhörer, gerade wenn man ihn als Zweitmodell, beispielsweise zum Joggen oder für den Sport nutzen möchte, wo es wichtig ist, die Umgebung weiterhin wahrzunehmen, während man Musik hört. In diesem Kontext ist er definitiv eine adäquate Option. Wer den Kopfhörer jedoch als Hauptmodell nutzen möchte und höhere Ansprüche an den Klang stellt, sollte vielleicht doch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Der Klang eines Open-Ear-Clip-Kopfhörers ist meins Erachtens nicht mit einem hochwertigen In-Ear-Modell vergleichbar. Man könnte es mit dem Hören von Musik über ein kleines Radio in der Ferne vergleichen. Wer sich dieser Einschränkung, gerade im Tieftonbereich bewusst ist, erhält mit dem EarFun Clip 2 ein klanglich solides Produkt.

Tragekomfort und Headset: Guter Halt, bessere Mikrofone

Bei mir persönlich halten die EarFun Clip 2 im Test gut. Selbst stärkere Bewegungen, wie beispielsweise ein Sprint, sorgen nicht dafür, dass sie mir aus den Ohren fallen. Extrem starkes Kopfschütteln (wenn man es provozieren möchte) sorgt natürlich dafür, dass die Kopfhörer vom Ohr fliegen. In normalen Alltagssituationen passiert das aber nicht.

Earfun Clip 2 C Bridge gedehnt

Leider gibt es hier, im Vergleich beispielsweise zu den Soundcore-Clip-Kopfhörermodellen, keine Möglichkeit, den Abstand zwischen vorderem und hinterem Teil des Ohrclips durch Gummi-Aufsätze oder Ähnliches zu verändern. So gilt hier, dass der Kopfhörer entweder an euer Ohr passt oder eben nicht, ähnlich wie bei den Huawei FreeClip.

Das Headset arbeitet nun mit insgesamt vier statt nur zwei Mikrofonen und schafft damit eine deutliche Verbesserung. Die zusätzlichen Mikrofone sorgen vor allem dafür, dass die Umgebungsgeräuschreduzierung Umgebungsgeräusche besser einfängt und reduziert. Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad gut, insbesondere bei Alltagsumgebungsgeräuschen wie Straßenlärm, einer laufenden Waschmaschine oder dem Brummen eines Autos, wenn man selbst in der Fahrerkabine sitzt.

Earfun Clip 2 Tragekomfort

Weniger gut reduziert werden hingegen Umgebungsgeräusche, die aus Stimmen bestehen. Hier fällt es dem System schwer zu unterscheiden, welche Stimmen Umgebungsgeräusche sind und welche die gerade relevante Stimme fürs Telefonieren ist. Insgesamt kann man aber sagen, dass es im Vergleich zum Vorgänger eine Verbesserung gibt.

Steuerung mit physischen Tasten und EarFun-App

Die physischen Tasten der EarFun Clip 2 befinden sich auf dem hinteren Hörer-Element und lassen sich im Test gut bedienen, wenn man das hintere Teil zwischen Daumen und Zeigefinger nimmt und mit dem Zeigefinger die Taste drückt.

Earfun Clip 2 Knoepfe

In der EarFun-App sind die Gesten der Knöpfe individualisierbar. Unterstützt werden:

  • Einmal drücken
  • Zweimal drücken
  • Dreimal drücken
  • Drücken und halten

Für alle Gesten stehen folgende Funktionen zur Verfügung:

  • Lauter/Leiser
  • Vorheriger/Nächster Titel
  • Play/Pause
  • Sprachassistent

Für die Gesten „dreimal drücken“ und „drücken und halten“ zusätzlich:

  • Game Mode
  • Wahlwiederholung
  • Privatmodus

Bei Anrufen:

  • Dreimal drücken: Annehmen
  • Gedrückt halten: Ablehnen

Zudem können alle Gesten einzeln oder auch die Gesamte Steuerung mit einem Klick deaktiviert werden.

In der EarFun-App stehen folgende zusätzliche Funktionen zur Verfügung:

  • Game Mode aktivieren
  • Theater-Modus (Spatial Audio für räumliches Klangerlebnis)
  • Privatmodus (halbiert die Lautstärke für mehr Privatsphäre)
  • Spiel-Sound-Effekte-Verstärkungsmodus (boostet Höhen)
  • Equalizer (diverse Presets oder benutzerdefinierter 10-Band-Fader)
  • KI-Übersetzer-Funktion (ähnlich Google Translate, Echtzeit-Modi nach Anmeldung kostenpflichtig)
  • Multipoint-Verbindung
  • Energiesparmodus
  • Signal-Töne aktivieren/deaktivieren
  • Systemsprache/Feedback ändern
  • Balance-Fader
  • Automatische Abschaltung
  • Ohrhörer mit Signalton suchen
  • Firmware-Updates installieren

Die EarFun Clip 2 bieten im Test damit umfangreiche Funktionen, die für mich keine Wünsche offen lassen. EarFun bewirbt die Clip 2 als ersten KI-Übersetzer-Kopfhörer seiner Art, allerdings bietet auch Soundcore mit ANKA eine ähnliche Funktion in der App an, die für alle Soundcore Kopfhörer, inklusive der Clip-Modelle, nachgerüstet wurde. Ich persönlich halte solche KI-Übersetzer-Funktionen für fragwürdig, insbesondere wenn sie mit zusätzlichen Kosten verbunden sind, da es auch kostenlose Alternativen, wie beispielsweise Google Translate gibt, die ähnliches leisten.

Bluetooth 6 mit LDAC-Codec

Die EarFun Clip 2 sind mit Bluetooth 6 ausgestattet und unterstützen neben den Standard-Codecs AAC und SBC auch den hochauflösenden LDAC-Codec. Damit sind sie offiziell Hi-Res-zertifiziert – ähnlich wie ihr Vorgänger.

Earfun Clip 2 in Hand

Zusätzlich bieten die Clip 2 Google Fast Pair, einen Game Mode mit niedriger Latenz und eine duale Geräteverbindung, sodass sie beispielsweise gleichzeitig mit einem Laptop und einem Smartphone verbunden werden können.

Im Test blieb die Bluetooth-Reichweite auf einer Distanz von etwa 14 Metern auf freier Fläche stabil. In geschlossenen Räumen ist die Reichweite wie immer etwas geringer, abhängig davon, wie massiv die Hindernisse sind, die überwunden werden müssen (zum Beispiel Betonwand vs. Rigipswand).

Sehr gute Laufzeit – aus gutem Grund

Die EarFun Clip 2 sind jeweils mit einem 60-mAh-Akku ausgestattet, die Ladebox bietet zusätzlich 490 mAh. Laut Hersteller beträgt die Laufzeit bis zu 11 Stunden am Stück. Im Test konnte ich mit dem AAC-Codec eine Laufzeit von etwa 9,5 Stunden bestätigen, mit dem LDAC-Codec immerhin noch ca. 8 Stunden. Die Herstellerangabe halte ich für legitim, da ich mit schwankender Lautstärke, etwa zwischen 50% bis 70 % getestet habe, sehr wahrscheinlich wurde die Angabe unter Laborbedingungen bei durchgängig 50 % Lautstärke gemessen.

Earfun Clip 2  USB C Anschluss
Das Ladecase ist sowohl per USB-C, als auch kabellos aufladbar

Die Hörer lassen sich etwa dreimal vollständig mit der Akkubox aufladen, was eine Gesamtlaufzeit von bis zu 40 Stunden ermöglicht. Auch eine Schnellladefunktion ist vorhanden, damit sollen 10 Minuten Ladezeit laut Hersteller für bis zu 2,5 Stunden Musik reichen, im Test erreichte ich etwa 1,5 Stunden.

Die Akkulaufzeit der Clip 2 ist wirklich gut, was vor allem daran liegt, dass es keine ANC-Technik gibt. Bei einem Open-Ear-Kopfhörer wäre eine aktive Geräuschunterdrückung ohnehin nicht sinnvoll, wodurch massiv Energie eingespart wird. Trotz durchschnittlicher Akkugrößen kann sich die Laufzeit also durchaus sehen lassen.

Fazit: Solide Open-Ear-Kopfhörer mit starkem Funktionsumfang und guter Laufzeit

Die EarFun Clip 2 bieten ein ausgewogenenes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein gutes Paket weit unterhalb der 100€ Marke. Besonders positiv fallen der große Funktionsumfang der App, die lange Akkulaufzeit und die solide Klangqualität für einen Open-Ear-Kopfhörer auf.

Im Vergleich zur Soundcore C-Reihe fehlt mir hier aber eine Anpassungsmöglichkeit des Tragekomforts (z. B. durch Gummi-Aufsätze). Das könnte für manche Nutzer ein Problem darstellen. Zudem könnte das Headset in lauten Umgebungen mit vielen Stimmen noch besser differenzieren.

Insgesamt sind die EarFun Clip 2 aber eine gelungene Weiterentwicklung mit starken Argumenten, besonders für den Sport oder als Zweit-Kopfhörer. Wer die Einschränkungen von Open-Ear-Modellen akzeptiert, bekommt hier ein solides Gesamtpaket.

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Tim

Gadget-Nerd bei China-Gadgets seit 2015 und immer auf der Suche nach günstigen, hochwertigen Audio-Alternativen.

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Kommentare (1)

  • Profilbild von Gast aus HAJ
    0 # 29.04.26 um 19:39

    Gast aus HAJ

    Eine Sache fehlt mir bei dieser Art Kopfhörer immer.
    Bei Over-Ear habe ich gerade bei Transparenz extreme Windgeräusche. Bei In Ear ist es okay. Wie ist das hier? Wäre eigentlich gut, wenn ihr das Mal beim Test mit aufnehmen würdet. vielleicht einfach auf einen E-Scooter?

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