FiiO SnowSky Disc: Der 96€ „Discman“ für das digitale Zeitalter
Wisst ihr noch, wie es war, einfach nur Musik zu hören? Ohne WhatsApp-Benachrichtigung, ohne Instagram-Feed und ohne, dass der Akku vom Handy leer gesaugt wird. Der chinesische Audio-Spezialist FiiO bringt mit dem SnowSky Disc einen DAP (Digital Audio Player) heraus, der genau dieses Gefühl zurückbringen will. Er sieht aus wie ein geschrumpfter Discman, ist vollgestopft mit moderner Technik für Audiophile. Ist das der perfekte Begleiter für die „Smartphone-Detox“-Kur?
- Fii0 SnowSky Disc
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Inhalt
Technische Daten des FiiO SnowSky Disc
| FiiO SnowSky Disc | |
| Display | Rundes Touchscreen-Display (IPS) |
| SoC / DAC | Ingenic X2000 | 2x Cirrus Logic CS43131 |
| Ausgangsleistung | 280 mW @ 32 Ohm (Symmetrisch) |
| Anschlüsse | 3,5 mm Klinke (Single Ended / SPDIF) 4,4 mm Klinke (Symmetrisch) USB-C (Laden & DAC-Mode) |
| Speicher | MicroSD Slot (bis zu 2 TB) |
| Konnektivität | Bluetooth 5.4 (LDAC, SBC), WiFi (OTA, Roon, AirPlay) |
| Akku | Bis zu 12 Stunden Laufzeit |
| Besonderheiten | USB-DAC Funktion, magnetische Befestigung am Handy, „Discman“-Design |
| Preis | ca. 69€ (UVP) |
Design: Nostalgie trifft Moderne
Der Name ist Programm: Der SnowSky Disc setzt auf ein rundes Gehäuse, das optisch stark an die tragbaren CD-Player der 90er Jahre erinnert – nur eben viel kompakter. Zentrales Element ist das runde Touchscreen-Display, über das man durch Alben-Cover swipen kann, fast wie bei einer CD-Sammlung. FiiO bietet verschiedene Themes an, um die Anzeige anzupassen.
Der Clou ist aber die Vielseitigkeit im Formfaktor: Du kannst den Player einfach in die Hosentasche stecken oder ihn – ähnlich wie eine Powerbank oder ein Wallet – an der Rückseite deines Smartphones befestigen. So wird aus deinem Handy und dem Disc eine Art „Sandwich“, das dir endlich wieder vernünftige Kopfhöreranschlüsse liefert.
Technik: Echter HiFi-Sound für kleines Geld
Im Inneren arbeitet keine billige Smartphone-Hardware, sondern dedizierte Audio-Technik. Herzstück sind zwei Cirrus Logic CS43131 DAC-Chips. Diese sorgen für eine saubere Wandlung der digitalen Signale. Besonders spannend für Kopfhörer-Fans: Neben der normalen 3,5 mm Buchse gibt es einen symmetrischen 4,4 mm Ausgang.
Mit einer Ausgangsleistung von 280 mW bei 32 Ohm (am symmetrischen Ausgang) hat der kleine „Puck“ ordentlich Power. Das reicht locker für alle gängigen In-Ear-Monitore (IEMs) und treibt auch viele große Over-Ear-Kopfhörer souverän an. FiiO verspricht zudem zwei Verstärkungsstufen (Gain), um sowohl empfindliche In-Ears als auch hungrigere Kopfhörer optimal zu bedienen.
Drei Arten, Musik zu hören
Das Geniale am SnowSky Disc ist, dass er nicht nur ein einfacher MP3-Player ist. Du hast drei Möglichkeiten, ihn zu nutzen:
- Der Klassiker (Offline): Du packst eine bis zu 2 TB große microSD-Karte voll mit deinen FLAC- oder MP3-Dateien. Das proprietäre Linux-System scannt laut Hersteller 5.000 Titel in nur 30 Sekunden. Dann hörst du Musik völlig unabhängig vom Handy – 12 Stunden lang.
- Der Dongle-Modus (USB-DAC): Du verbindest den Disc per USB-C mit deinem Smartphone (Android oder iPhone) oder PC. Jetzt fungiert er als hochwertige externe Soundkarte. Der Vorteil: Er nutzt seinen eigenen Akku und saugt nicht dein Handy leer.
- Der Streamer (Bluetooth & WiFi): Dank Bluetooth 5.4 (mit LDAC Support) kannst du auch kabellose Kopfhörer verbinden. Noch spannender ist die WLAN-Anbindung: Der Player unterstützt AirPlay und ist Roon Ready. Das heißt, du kannst ihn in dein Heimnetzwerk einbinden und vom PC oder Tablet aus steuern.
Einschätzung: Starke Hardware, Software (noch) mit Kinderkrankheiten
Für rund 96 Euro klingt der FiiO SnowSky Disc fast zu gut, um wahr zu sein. Er löst das Problem fehlender Klinkenbuchsen elegant und liefert mit dem Dual-DAC und dem symmetrischen Ausgang Hardware-Specs, die in dieser Preisklasse top sind. Doch bei aller Euphorie über das charmante Retro-Design und den HiFi-Sound gibt es auch Schattenseiten, die frühe Nutzer bereits bemerkt haben. Die Software wirkt aktuell noch etwas unausgereift und trübt den „Detox“-Spaß ein wenig.
Ein echtes Ärgernis für Musik-Puristen ist derzeit die Navigation durch die Musiksammlung: Titel werden Berichten zufolge teils stur alphabetisch statt in der korrekten Album-Reihenfolge abgespielt, was bei Konzeptalben ein absolutes No-Go ist. Auch die Bluetooth-Verbindung scheint noch launisch zu sein, da manche Kopfhörer nicht zuverlässig koppeln wollen. Da es sich hierbei sehr wahrscheinlich um Software-Bugs handelt, stehen die Chancen gut, dass FiiO diese Probleme per Firmware-Update behebt – immerhin ist OTA-Support an Bord. Stand jetzt bekommt ihr also extrem starke Hardware zum Kampfpreis, müsst aber softwareseitig (noch) ein paar Abstriche in der Bedienung machen.
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