FiiO SnowSky Disc: Der „Discman“ für das digitale Zeitalter

Wisst ihr noch, wie es war, einfach nur Musik zu hören? Ohne WhatsApp-Benachrichtigung, ohne Instagram-Feed und ohne, dass der Akku vom Handy leer gesaugt wird. Der chinesische Audio-Spezialist FiiO bringt mit dem SnowSky Disc einen DAP (Digital Audio Player) heraus, der genau dieses Gefühl zurückbringen will. Er sieht aus wie ein geschrumpfter Discman, ist vollgestopft mit moderner Technik für Audiophile. Ist das der perfekte Begleiter für die „Smartphone-Detox“-Kur?

snowsky disc beitragsbild

Technische Daten des FiiO SnowSky Disc

FiiO SnowSky Disc
DisplayRundes Touchscreen-Display (IPS)
SoC / DACIngenic X2000 | 2x Cirrus Logic CS43131
Ausgangsleistung280 mW @ 32 Ohm (Symmetrisch)
Anschlüsse3,5 mm Klinke (Single Ended / SPDIF)
4,4 mm Klinke (Symmetrisch)
USB-C (Laden & DAC-Mode)
SpeicherMicroSD Slot (bis zu 2 TB)
KonnektivitätBluetooth 5.4 (LDAC, SBC), WiFi (OTA, Roon, AirPlay)
AkkuBis zu 12 Stunden Laufzeit
BesonderheitenUSB-DAC Funktion, magnetische Befestigung am Handy, „Discman“-Design
Preisca. 69€ (UVP)

Design: Nostalgie trifft Moderne

Der Name ist Programm: Der SnowSky Disc setzt auf ein rundes Gehäuse, das optisch stark an die tragbaren CD-Player der 90er Jahre erinnert – nur eben viel kompakter. Zentrales Element ist das runde Touchscreen-Display, über das man durch Alben-Cover swipen kann, fast wie bei einer CD-Sammlung. FiiO bietet verschiedene Themes an, um die Anzeige anzupassen.

snowsky disc bedienung

Der Clou ist aber die Vielseitigkeit im Formfaktor: Du kannst den Player einfach in die Hosentasche stecken oder ihn – ähnlich wie eine Powerbank oder ein Wallet – an der Rückseite deines Smartphones befestigen. So wird aus deinem Handy und dem Disc eine Art „Sandwich“, das dir endlich wieder vernünftige Kopfhöreranschlüsse liefert.

Technik: Echter HiFi-Sound für kleines Geld

Im Inneren arbeitet keine billige Smartphone-Hardware, sondern dedizierte Audio-Technik. Herzstück sind zwei Cirrus Logic CS43131 DAC-Chips. Diese sorgen für eine saubere Wandlung der digitalen Signale. Besonders spannend für Kopfhörer-Fans: Neben der normalen 3,5 mm Buchse gibt es einen symmetrischen 4,4 mm Ausgang.

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Mit einer Ausgangsleistung von 280 mW bei 32 Ohm (am symmetrischen Ausgang) hat der kleine „Puck“ ordentlich Power. Das reicht locker für alle gängigen In-Ear-Monitore (IEMs) und treibt auch viele große Over-Ear-Kopfhörer souverän an. FiiO verspricht zudem zwei Verstärkungsstufen (Gain), um sowohl empfindliche In-Ears als auch hungrigere Kopfhörer optimal zu bedienen.

Drei Arten, Musik zu hören

Das Geniale am SnowSky Disc ist, dass er nicht nur ein einfacher MP3-Player ist. Du hast drei Möglichkeiten, ihn zu nutzen:

  1. Der Klassiker (Offline): Du packst eine bis zu 2 TB große microSD-Karte voll mit deinen FLAC- oder MP3-Dateien. Das proprietäre Linux-System scannt laut Hersteller 5.000 Titel in nur 30 Sekunden. Dann hörst du Musik völlig unabhängig vom Handy – 12 Stunden lang.
  2. Der Dongle-Modus (USB-DAC): Du verbindest den Disc per USB-C mit deinem Smartphone (Android oder iPhone) oder PC. Jetzt fungiert er als hochwertige externe Soundkarte. Der Vorteil: Er nutzt seinen eigenen Akku und saugt nicht dein Handy leer.
  3. Der Streamer (Bluetooth & WiFi): Dank Bluetooth 5.4 (mit LDAC Support) kannst du auch kabellose Kopfhörer verbinden. Noch spannender ist die WLAN-Anbindung: Der Player unterstützt AirPlay und ist Roon Ready. Das heißt, du kannst ihn in dein Heimnetzwerk einbinden und vom PC oder Tablet aus steuern.

Einschätzung: Starke Hardware, Software (noch) mit Kinderkrankheiten

Für rund 96 Euro klingt der FiiO SnowSky Disc fast zu gut, um wahr zu sein. Er löst das Problem fehlender Klinkenbuchsen elegant und liefert mit dem Dual-DAC und dem symmetrischen Ausgang Hardware-Specs, die in dieser Preisklasse top sind. Doch bei aller Euphorie über das charmante Retro-Design und den HiFi-Sound gibt es auch Schattenseiten, die frühe Nutzer bereits bemerkt haben. Die Software wirkt aktuell noch etwas unausgereift und trübt den „Detox“-Spaß ein wenig.

Ein echtes Ärgernis für Musik-Puristen ist derzeit die Navigation durch die Musiksammlung: Titel werden Berichten zufolge teils stur alphabetisch statt in der korrekten Album-Reihenfolge abgespielt, was bei Konzeptalben ein absolutes No-Go ist. Auch die Bluetooth-Verbindung scheint noch launisch zu sein, da manche Kopfhörer nicht zuverlässig koppeln wollen. Da es sich hierbei sehr wahrscheinlich um Software-Bugs handelt, stehen die Chancen gut, dass FiiO diese Probleme per Firmware-Update behebt – immerhin ist OTA-Support an Bord. Stand jetzt bekommt ihr also extrem starke Hardware zum Kampfpreis, müsst aber softwareseitig (noch) ein paar Abstriche in der Bedienung machen.

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Fred

Ganz schön smart: Alles was mit Uhren und Handys zu tun hat, fällt in mein Revier. Und Gadgets natürlich. Gadgets gehen immer!

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Kommentare (18)

Hilfreiche Kommentare

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  • Profilbild von Habe den schon
    0 # 09.02.26 um 22:14

    Habe den schon

    Da der Disc nicht so teuer ist, habe ich ihn mir mal zugelegt. Das Scannen der microSD-Karte mit >10.800 Songs geht wirklich sehr schnell. Schneller als bei anderen DAP von Hiby, Shanling oder auch Fiio.
    Leider fehlt Replay Gain, das ist wirklich unpraktisch. Auf gapless playback kann ich hingegen gern verzichten.
    Die Software ist nicht wirklich auf das sichtbare, runde Display optimiert, teilweise ist der Text der GUI dann am Rand abgeschnitten. Man hat auch immer einen schwarzen Trauerrand, hübscher wäre es, wenn das nutzbare Display auch dem sichtbaren Display entspräche.
    Klanglich (mit IEMs mit 4,4 mm) ist das Gerät aber sehr gut für unter 100 Euro.
    BT mit IEM mit LDAP funktioniert auch, aber es ist immer etwas nutzlos, bei einem DAP einen BT-Kopfhörer zu nutzen, da Kabel halt immer besser klingt. Die Tatenbedienung über den BT-IEM gelang aber nur teilweise, stop/start funktionierte, vor/zurück hingegen nicht.

    Einen allzu großen Unterschied zu teureren DAPs kann ich beim Kabel-IEM nicht feststellen. EQ nutze ich nicht (außer zum Testen). Hier gibt's auch nur vorgegeben EQ-Einstellungen, die klingen beim Testen für mich auf jedem Gerät immer bescheiden. Dann lieber kein EQ.

    Wie bei allen kleinen Geräten ist die geringe Größe des Bildschirms dann auch ein Kritikpunkt. Die Bedieung ist immer etwas fummelig, aber immerhin etwas besser als beim winzigen Shanling M0(pro).
    Das sich drehende Bild der Musikdatei ist ein putziges Gimmick. Verbraucht dann aber auch mehr Akkuleistung, wenn man's lange nutzt.
    Etwas unpraktisch ist auch, dass es keine Taste gibt, um zum nächsten Song zu springen. Dafür muß man immer das Display nutzen.
    Externe Playlists kann das Gerät leider nicht. Man kann nur eine einzige interne Playlist erstellen. Hier gibt's also noch diversen Verbesserungsbedarf durch Firmwareupdate. Aktuell ist derzeit V1.56.

Alle Kommentare

  • Profilbild von Habe den schon
    0 # 09.02.26 um 22:14

    Habe den schon

    Da der Disc nicht so teuer ist, habe ich ihn mir mal zugelegt. Das Scannen der microSD-Karte mit >10.800 Songs geht wirklich sehr schnell. Schneller als bei anderen DAP von Hiby, Shanling oder auch Fiio.
    Leider fehlt Replay Gain, das ist wirklich unpraktisch. Auf gapless playback kann ich hingegen gern verzichten.
    Die Software ist nicht wirklich auf das sichtbare, runde Display optimiert, teilweise ist der Text der GUI dann am Rand abgeschnitten. Man hat auch immer einen schwarzen Trauerrand, hübscher wäre es, wenn das nutzbare Display auch dem sichtbaren Display entspräche.
    Klanglich (mit IEMs mit 4,4 mm) ist das Gerät aber sehr gut für unter 100 Euro.
    BT mit IEM mit LDAP funktioniert auch, aber es ist immer etwas nutzlos, bei einem DAP einen BT-Kopfhörer zu nutzen, da Kabel halt immer besser klingt. Die Tatenbedienung über den BT-IEM gelang aber nur teilweise, stop/start funktionierte, vor/zurück hingegen nicht.

    Einen allzu großen Unterschied zu teureren DAPs kann ich beim Kabel-IEM nicht feststellen. EQ nutze ich nicht (außer zum Testen). Hier gibt's auch nur vorgegeben EQ-Einstellungen, die klingen beim Testen für mich auf jedem Gerät immer bescheiden. Dann lieber kein EQ.

    Wie bei allen kleinen Geräten ist die geringe Größe des Bildschirms dann auch ein Kritikpunkt. Die Bedieung ist immer etwas fummelig, aber immerhin etwas besser als beim winzigen Shanling M0(pro).
    Das sich drehende Bild der Musikdatei ist ein putziges Gimmick. Verbraucht dann aber auch mehr Akkuleistung, wenn man's lange nutzt.
    Etwas unpraktisch ist auch, dass es keine Taste gibt, um zum nächsten Song zu springen. Dafür muß man immer das Display nutzen.
    Externe Playlists kann das Gerät leider nicht. Man kann nur eine einzige interne Playlist erstellen. Hier gibt's also noch diversen Verbesserungsbedarf durch Firmwareupdate. Aktuell ist derzeit V1.56.

    • Profilbild von Lisa S. Quillen
      0 # 10.02.26 um 09:07

      Lisa S. Quillen

      Klingt doch nicht verkehrt.
      Wenn man überlegt wie teuer die Apple Geräte damals waren.
      Und aus meinem Freundeskreis habe ich über diese chinesische Firma aus viel positives und nur wenig negatives gehört.
      Das Geld werde ich riskieren und mir das Gerät zulegen.

      Eventuell sollten china-gadgets / Fred es in Betracht ziehen so ein Gerät zu testen.

      • Profilbild von Lisa S. Quillen
        0 # 10.02.26 um 09:13

        Lisa S. Quillen

        Leider ist der Code ungültig :
        Entschuldigung, dieser Code kann nicht angewendet werden. Er ist möglicherweise falsch, inaktiv oder bereits verwendet worden.

        DECNY10 = -10€ Dadurch kostet das Gerät 99,39€

  • Profilbild von mh
    0 # 09.02.26 um 17:10

    mh

    Warum zu AE verlinken, wenn man den selbst in Deutschland günstiger bekommt?

  • Profilbild von Christian
    0 # 08.02.26 um 10:17

    Christian

    Schade dass kein Spotify, Amazon prime music o.ä. funktioniert. Wenn ich mein Handy mitschleppen muss, ist das Teil total sinnlos

    • Profilbild von Simon
      0 # 09.02.26 um 10:26

      Simon

      der Sinn von diesem Teil ist doch darin, vom Handy weg zu kommen… weg von dem ganzen Streaming Gedöns, eigene Musiksammlung und so. Bist halt leider nicht die Zielgruppe 😉
      Finde das Teil klasse, für mich, und werde es mir sicher in einer Aktion holen.

  • Profilbild von Vincenc
    0 # 08.02.26 um 08:42

    Vincenc

    Kein Radio Empfang, große nachteil

  • Profilbild von MRXY60
    0 # 08.02.26 um 08:17

    MRXY60

    welche Geräte will man denn bitte mit einem 4,4mm Klinkenstecker anschließen? Habe noch nie einen hochwertigen Kopfhörer damit gesehen. die habe alle 6,3mm Klinkenstecker

    • Profilbild von Max Muster
      0 # 19.03.26 um 08:32

      Max Muster

      Höherwertige, meist Studiokopfhörer, haben 4,4 mm Pentaconn (Symetrisch/Balanced) Anschlüsse.
      3,5 oder 6,3 sind nicht Symetrisch. Bei 4,4mm werden
      zumeist mind. die doppelte Leistung abgegeben ( zumindest bei den meisten Dual DACs)

    • Profilbild von Dan Clark
      0 # 08.02.26 um 11:09

      Dan Clark

      Mein du das ernst? Jeder hochwertige Kopfhörer wird über 4,4mm Pentacon symmetrisch zu Höchstleistungen angetrieben. 6,3 und 3,5mm sind unsymmetrisch und nicht mit symmetrischen Anschlüssen vergleichbar.

  • Profilbild von MRXY60
    0 # 08.02.26 um 08:02

    MRXY60

    Viel gelaber, wenig Inhalt. Eigener Test? Messungen? Bei der Vorstellung "audiophiler" Hardware reicht ein bloßer Höreindruck nicht.

    Sinn und Zweck ergibt sich für mich nicht. Detox mit Musik abspielen Kriege ich auch mit dem Ultra Energiesparmodus meines Smartphones oder meiner SmartWatch hin.

    • Profilbild von Fred
      0 # 09.02.26 um 09:37

      Fred CG-Team

      Es ist kein Test, nur eine Vorstellung, es gibt keinen "Höreindruck". Tests und HandsOns sind bei uns dementsprechend gekennzeichnet.

  • Profilbild von Dr. H. Odensack
    0 # 08.02.26 um 05:39

    Dr. H. Odensack

    Ist halt China Gadgets… 🤷

    • Profilbild von B-e-r-n-d
      0 # 10.02.26 um 06:07

      B-e-r-n-d

      Hat sich der Kevin wohl einen neuen, Geistreichen Namen gegeben und geht uns jetzt weiterhin auf selbigen?

  • Profilbild von llllll
    0 # 07.02.26 um 19:07

    llllll

    an den Kommentaren sieht man wieder, Freddie hat es einfach nicht drauf. Vielleicht sollten sich einige bei CG lieber einen anderen Job suchen.

  • Profilbild von Brauni 1961
    0 # 07.02.26 um 17:43

    Brauni 1961

    69 € UVP ??

  • Profilbild von Steza
    0 # 07.02.26 um 17:40

    Steza

    Kein Wort zum Equalizer und ob der…wenn vorhanden…auch über Blauzahn funktioniert…🤔

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