Gamakay TK75HE V2 Tastatur im Test: Hall-Effect & QWERTZ für unter 70€?
Hall-Effect-Tastaturen gelten oft als teure Nische – erst recht, wenn man ein deutsches Layout sucht. Die Gamakay TK75HE V2 bricht diesen Trend auf und bietet moderne Gaming-Features wie Rapid Trigger und Snap Tap für den kleinen Geldbeutel. Wir haben die Tastatur mit den leisen Phoenix-Switches getestet.
- Gamakay TK75HE V2
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Inhalt
Technische Daten der Gamakay TK75HE V2
| Kategorie | Gamakay TK75HE V2 |
| Layout & Formfaktor | 75% (ohne Ziffernblock), ISO-DE (QWERTZ) |
| Switches (Technologie) | Magnetische Hall-Effect-Schalter (Hot-Swap-fähig) |
| Switch-Optionen | Phoenix Silent (Linear, 40 gf, 3,8 mm Weg, leise) oder Mercury (Linear, 30 gf, 3,5 mm Weg, schnell) |
| Tastenkappen (Keycaps) | PBT im Cherry-Profil, lichtdurchlässig, doppelte Beschriftung (Windows/macOS) |
| Konnektivität | Bluetooth, 2,4 GHz Wireless (Dongle), Kabel (USB-C) |
| Gaming-Features | Rapid Trigger (Auslösepunkt 0,005 mm bis 3,7 mm einstellbar), Snap Tap |
| Display & Steuerung | 0,85 Zoll TFT-Display (Bilder/GIFs oder Statusanzeige), konfigurierbarer Drehregler |
| Software | Web-Treiber (Browser) oder klassische Installation |
| Beleuchtung | RGB-Einzeltastenbeleuchtung + zusätzliche Lichtleiste (rein ästhetisch) |
| Besonderheiten | Dongle-Fach im Standfuß, Standby-Modus (nach 2 Min.) |
| Preis | ca. 70€ |
Vor- und Nachteile der Gamakay TK75HE V2
Mit der TK75HE V2 beweist Gamakay, dass moderne Hall-Effect-Technik und ein deutsches ISO-Layout kein Vermögen kosten müssen. Für rund 70 Euro schnürt der Hersteller ein attraktives Paket: Die magnetischen Switches ermöglichen High-End-Features wie Rapid Trigger und Snap Tap, während die verbauten „Phoenix“-Schalter so leise sind, dass die Tastatur problemlos im Büro genutzt werden kann. Die Software-Lösung via Web-Treiber ist vorbildlich. Abstriche muss man bei der Verarbeitung im Detail machen: Das schlecht konstruierte Dongle-Fach und das Display, das unter „Einbrennen“ leidet, trüben den Gesamteindruck etwas. Wer über diese Schwächen hinwegsehen kann, erhält jedoch einen Preis-Leistungs-Tipp.
- Günstiger Einstieg in die Hall-Effect-Technik (Rapid Trigger & Snap Tap)
- Echtes ISO-DE Layout (QWERTZ) ab Werk
- Leise „Phoenix“-Switches sind bürotauglich
- Software flexibel nutzbar (Web-Treiber oder Installation)
- Lichtdurchlässige PBT-Keycaps mit Dual-Beschriftung (Win/Mac)
- Tri-Mode Konnektivität (Bluetooth, 2,4 GHz, Kabel)
- Hot-Swap-fähige Platine
- Dongle-Fach schlecht konstruiert (klemmt oder Dongle fällt heraus)
- Display zeigt entweder Status ODER eigenes Bild (keine Kombi möglich)
- Bildschirm neigt zu temporärem „Einbrennen“ (Image Retention)
- Akku-Anzeige auf dem Display ist zu klein & unauffällig
- Lichtleiste rein dekorativ ohne Zusatznutzen
Kompaktes 75%-Format mit ISO-DE (QWERTZ)
Die Gamakay setzt auf das beliebte 75%-Layout. Das bedeutet, dass der Ziffernblock wegfällt, um Platz auf dem Schreibtisch zu sparen, wichtige Tasten wie die Pfeiltasten und die F-Reihe aber erhalten bleiben. Eine Besonderheit in diesem Preissegment ist das echte ISO-DE Layout (QWERTZ) ab Werk. Die verwendeten PBT-Keycaps im Cherry-Profil fühlen sich griffig an und sind lichtdurchlässig, sodass die konfigurierbare RGB-Beleuchtung auch im Dunkeln gut zur Geltung kommt. Praktisch ist zudem die doppelte Beschriftung der Tasten für Windows und macOS. Zwischen dem Hauptastenfeld und den weiteren Tasten auf der rechten Seite befindet sich auch noch eine Lichtleiste. Diese kann ebenfalls angepasst werden, bietet aber nur ästhetische Möglichkeiten. Hier hätte man z.B. auch noch die Möglichkeit einbauen können, den Akkustand anzuzeigen oder die Höhe der Lautstärke.
Verbindungstechnisch ist die Tastatur flexibel und arbeitet per Bluetooth, Kabel oder über den 2,4 GHz Empfänger. Der Dongle sitzt in einer Aussparung hinter einem der ausklappbaren Standfüße. Das Herausnehmen wirkt erstmal extrem frickelig, da man trotz der Aussparungen auf der Seite den Dongle nicht vernünftig aus der Halterung herausbekommt.
Dreht man die Tastatur dann aber einmal um, merkt man, dass der Dongle da eigentlich gar nicht fest drin sitzt. So bekommt man den Dongle leicht heraus, kann die Tastatur aber auch nicht aufgestellt benutzen, ohne dass der Dongle herausfällt. Eventuell handelt es sich hier um schwankende Toleranzen und nicht jede Tastatur ist betroffen, bei unserem Testmodell ist es aber so. Die drei Modi können über einen Schalter an der Rückseite der Tastatur gewechselt werden.
Die Wahl der Switches: Phoenix oder Mercury?
Das Herzstück der TK75HE V2 sind die magnetischen Hall-Effect-Schalter. Unser Testgerät ist mit den Phoenix Silent Switches ausgestattet. Diese arbeiten linear und erfordern eine Betätigungskraft von 40 gf. Im Praxisbetrieb bedeutet das einen angenehmen Mittelweg: Die Tasten bieten genug Widerstand, um nicht versehentlich ausgelöst zu werden, fühlen sich aber dennoch leichtgängig an. Zudem sind sie gedämpft und arbeiten sehr leise, was sie bürotauglich machen.
Alternativ bietet der Hersteller die Mercury Switches an. Diese sollten mit 30 gf Anfangswiderstand spürbar leichtgängiger sein und haben einen verkürzten Gesamtweg (3,5 mm statt 3,8 mm). Das zielt auf Nutzer ab, die maximalen Speed wollen und kaum Widerstand beim Drücken spüren möchten.
Das Tippgefühl ist bei beiden Varianten linear, es gibt also keinen spürbaren Druckpunkt oder Klick. Ob man dies zum Schreiben mag, ist reine Geschmackssache. Viele Nutzer schätzen die „smoothness“ linearer Schalter auch bei langen Texten. Das typische Klackern von mechanischen Tastaturen hat man hier aber so nicht. Sollte einem der gewählte Schaltertyp später nicht mehr zusagen, ist das kein Problem: Die Platine ist Hot-Swap-fähig, passende magnetische Switches können also einfach ausgetauscht werden.
Software: Web-Treiber oder klassische Installation
Ein Highlight ist die Flexibilität bei der Konfiguration. Gamakay überlässt dem Nutzer die Wahl, ob er eine klassische Software herunterlädt oder den Web-Treiber direkt im Browser nutzt. Der Funktionsumfang ist identisch. Zu beachten ist, dass manche Einstellungen nur funktionieren, wenn ihr die Tastatur per Kabel angeschlossen habt. Primär betrifft diese Einschränkung die Bildübertragung an den Bildschirm.
Hier lassen sich die technischen Stärken der magnetischen Erfassung ausspielen. Der Auslösepunkt der Tasten ist nicht fest mechanisch vorgegeben, sondern lässt sich per Software zwischen 0,005 mm und 3,7 mm frei einstellen. Auch Gaming-Features wie Snap Tap (priorisiert die zuletzt gedrückte Taste bei schnellen Wechseln) lassen sich hier aktivieren. Viele Funktionen sind in der Software mit erklärenden Hinweisen versehen, was die Einrichtung der Rapid-Trigger-Einstellungen erleichtert.
Eingebauter Bildschirm: Nicht ganz rund
Rechts unten befindet sich ein 0,85 Zoll TFT-Display und oben ein Drehregler. Der Regler steuert standardmäßig Lautstärke und Medienwiedergabe, lässt sich aber komplett umbelegen.
Das Display selbst lässt uns mit gemischten Gefühlen zurück. Zwar lassen sich eigene Bilder und GIFs hochladen, doch das System erzwingt eine Entscheidung. Sobald man eigene Grafiken nutzt, verschwinden nützliche Statusanzeigen wie Uhrzeit, Datum, CapsLock-Status und der Akkustand. Eine Kombination aus beidem ist aktuell nicht möglich, was den Nutzwert des Bildschirms einschränkt. Ohne die Statusanzeige hat man auch keinen Indikator mehr, wie voll der Akku der Tastatur ist, außer man hat sie per Bluetooth verbunden.
Allgemein ist der Indikator auch auf dem Bildschirm etwas zu klein gewählt, weswegen sie mir während der Benutzung auch einfach mal leer ging, ohne dass ich es rechtzeitig merkte. Ebenso musste ich feststellen, dass sich Bilder bei statischer Nutzung bereits nach wenigen Stunden Benutzung „einbrennen“. Nachdem die Tastatur ausgeschaltet war, hat sich dies wieder behoben. Wie sich das Ganze bei der gesamten Lebenszeit der Tastatur auswirkt, können wir nicht beantworten.
Damit die LED-Beleuchtung im kabellosen Modus bei Nichtbenutzung nicht den Akku leersaugt, geht die Tastatur standardmäßig nach 2 Minuten in den Standby. Dieser Zeitraum lässt sich aber auch anpassen. Auch genügt ein Tastenanschlag, um sie dann wieder aufzuwecken.
Fazit: Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
Die Gamakay TK75HE V2 liefert viel Leistung für ihren Preis. Die Kombination aus magnetischen Switches, flexiblem ISO-DE Layout und der Wahlfreiheit bei der Software ist in dieser Preisklasse recht gut. Die Hardware leistet sich kleine Schwächen wie das gleichzeitig fummelige und unsichere Dongle-Fach oder die unflexible Display-Anzeige.
Wer Wert auf eine sehr leise Akustik legt, greift zur Version mit den Phoenix Switches. Wer hingegen den schnellst- und leichtestmöglichen Tastenanschlag sucht, ist bei den Mercury Switches besser aufgehoben. Im Endeffekt hinterlässt die Tastatur aber einen guten Eindruck, wenn man ihre Schwächen beachtet.
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