35-Gramm-Wunder: Huaweis neue KI-Brille schlägt Meta!
Da steht man nichtsahnend auf einer Audiolabor-Führung auf dem Huawei-Campus in der Nähe von Shanghai und bemerkt eine bis dato unbekannte smarte Brille auf der Nase eines Huawei Mitarbeiters. „Die haben doch gar keine smarte Brille mit Kamera?“ habe ich mich gewundert. Jetzt doch, denn nur wenige Tage danach hat Huawei die Huawei AI Glasses vorgestellt, die ein klarer Angriff auf die Meta Ray Ban sind und dabei deutlich leichter auf der Nase sitzen.
Nur 35 g auf der Nase
Die AI Glasses lassen sich als Nachfolger der Huawei Eyewear 2 verstehen, die sich noch komplett auf Audiofunktionen konzentriert hat. Die AI Glasses gibt es in drei Ausführungen: Einmal mit Halbrand im Stil der Ray Ban Clubmaster und zwei mal mit Vollrand, als Sonnenbrille und als optische Brille. Alle Modelle bieten einen schwarzen Rahmen, die Sonnenbrille bietet zudem einen Übergang in Silber. Spannend ist dabei vor allem die Größe, denn die Brille wiegt nur 35,5 g und die Bügel sind nur 6,25 mm dick. Deswegen ist uns diese Brille auch zuerst gar nicht als smarte Brille aufgefallen, da diese sonst etwas dickere Bügel haben. Sie ist zudem mit einem IP54 Rating gegen Staub und Spritzwasser geschützt.
An der Seite prangt das Huawei Logo, bei dem Prototyp, den wir entdecken konnten, stand da noch ein Fantasiename. Auf der linken Seite befindet sich die AI-Taste, mit der man die Brille betätigt. Hält man die Taste gedrückt, kann man Fragen stellen. Alternativ kann man die eigene AI „Xiaoyi“ aber auch per Sprachbefehl aktivieren, dabei kann man sogar flüstern, falls einem das Gespräch mit der KI in der Öffentlichkeit unangenehm sein sollte.
Die chinesische KI kann man für grundlegende Funktionen benutzen und z.B. Musik abspielen, Termine in den Kalender eintragen oder Freunde anrufen. Sie unterstützt aber auch die simultane Übersetzung von bis zu 20 Sprachen, so dass man z.B. in Meetings in fremder Sprache teilnehmen kann. Wer tief im HarmonyOS Ökosystem ist, kann mit der Brille aber auch sein Smart Home steuern. Gerade auf Reisen ist auch die Smart Broadcast-Funktion interessant, bei der man eine Zusammenfassung seiner Reise erhalten kann und z.B. Fluginformationen erhält oder erfährt wie lang das DiDi (chinesisches Uber) noch entfernt ist.
Bis zu 12h Akkulaufzeit?
Dafür integriert Huawei Lautsprecher wie beim Vorgänger, aber auch insgesamt drei Mikrofone. Da die Uhr auch mit einem eigenen KI-Chip angetrieben wird, werden die Signale damit verarbeitet, um z.B. auch Geräuschunterdrückung zu ermöglichen. Für die Funktionen ist aber eine aktive Verbindung zum Smartphone oder einem WLAN erforderlich, denn die Brille hat kein 4G oder 5G, dafür aber Dual-Band WiFi 6 und Bluetooth 6. Der Akku misst 252 mAh und soll bis zu 12h kombinierte Nutzung ermöglichen. Das entspricht 3h Musikwiedergabe, 30 Minuten Sprachanrufe, 8 Fotos, 9 Minuten Videoaufnahme, 4 Minuten Videocalls sowie acht AI-Abfragen. Die 12h inkludieren dann also auch Standby-Nutzung. Geladen wird über ein magnetisches Kabel, womit man die Brille auch beim Laden benutzen kann.
Das Highlight ist aber definitiv die integrierte Kamera mit 12 Megapixeln, die auf einem 1/2.8″ Sensor basiert. Das ist kein besonders großer Sensor, reicht aber um Videos mit einer Auflösung von 1920 x 1440p bei 30 fps aufzunehmen. Die Videos sind dabei elektronisch bildstabilisiert und auch ein low-light-Modus ist enthalten. Fotos lassen sich mit einer 12 MP Auflösung aufnehmen. Solltet ihr die Brille z.B. beim Radfahren tragen und ein Workout machen, könnt ihr auch eure Echtzeitsportdaten als Overlay auf das Video legen. Die Videos werden dann automatisch in die dazugehörige App übertragen.
Wir konnten vor Ort schon ein kurzen Blick auf das gesammelte Footage werfen, es aber nicht detaillierter analysieren. Auf den ersten Blick sah das auf jeden Fall gut aus und dürfte sich auf dem Niveau der Ray Ban Meta bewegen. Spannend ist aber, dass man mit der Uhr auch kontaktlos bezahlen kann! Nein, dafür verbaut man kein NFC – in China bezahlt man per WeChat oder AliPay und das funktioniert über QR-Codes. Die kann die Kamera natürlich leicht erkennen – ob eine extra Bestätigung notwendig ist, wissen wir bisher aber nicht.
Kommt sie auch nach Deutschland?
Die Huawei AI Glasses wären ein astreiner Gegner für die Ray Ban Meta, die aktuell noch ziemlich alleine auf dem Markt sind. Die AI Glasses bieten ein wohl noch etwas schlankeres Design und haben in China den Vorteil des kontaktlosen Bezahlens. Aber genau da ist das Problem: Bisher wurde die smarte Brille nur für den chinesischen Markt vorgestellt und ist somit auch nur mit der chinesischen Sprache kompatibel. Dort kostet sie leider auch über 300€ und ist damit vergleichbar teuer wie die Ray Ban Meta. Wir rechnen leider nicht mit einer globalen Variante, fänden diese aber sehr spannend!
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