Der neue Sweetspot: Huawei FreeBuds Neo In-Ears für 99€
Es ist fast schon absurd, wie wenig Platz die FreeBuds Neo einnehmen und wie viel Technik Huawei hier tatsächlich untergebracht hat. Machen sie das teure Pro-Modell damit eigentlich überflüssig? Das klären wir im Test.
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Inhalt
Kurzfazit & Vor- und Nachteile
Die Huawei FreeBuds Neo sind für ihr Mini-Format ein erstaunlich starkes Gesamtpaket. Sie bieten ein ANC auf Huawei-Flaggschiff-Niveau und einen emotionalen, ausgewogenen Klang der oberen Mittelklasse. Während die Akkulaufzeit nur durchschnittlich ist, überzeugen sie durch ein sehr gutes Headset, extreme Kompaktheit, Top-Verarbeitung und großer Codecauswahl. Damit sind sie der ideale Sweetspot für alle, denen die Pro-Serie zu teuer und Budget-Modelle zu viele Haken haben.
- Starkes Headset
- Extrem Kompakt
- Huawei-Flagship-ANC
- gutes Klangbild
- Durchschnittliche Laufzeit
- Kein Hybrid-Treiber (vergleich zum Pro-Modell)
- Minimaler Lieferumfang
Technische Daten der FreeBuds Neo
| Treiber | 11 mm Polymer-Composite Dynamic Driver |
| Codecs | L2HC 4.0, LDAC, AAC, SBC |
| Zertifizierungen | Hi-Res, HWA Lossless, QQ Premium |
| ANC | 30 dB (Durchschnitt), Triple Adaptive EQ |
| Telefonie | 3 Mikrofone + VPU Knochenschall-Sensor |
| Bluetooth | Version 6.0 |
| Konnektivität | Dual-Device |
| Steuerung | Tippen, Wischen, Berühren & Halten sowie Kopfgesten (Nicken/Schütteln) |
| Akkulaufzeit lt. Hersteller (ANC an) | 6,5 h / 24 h (inkl. Case) |
| Akkulaufzeit lt. Hersteller (ANC aus) | 10 h / 40 h (inkl. Case) |
| Schnellladen | 10 Min. Laden bis zu 4 h Wiedergabe |
| Schutzklasse | IP55 |
| Maße (H x B x T) | 23,2 mm x 21,56 mm x 24,56 mm |
| Ear-Tips | XS, S, M, L |
| App-Support | iOS / Android |
Ein Paket das zu den Hörern passt
Klein sind nicht nur die Hörer, sondern auch der Lieferumfang. Ein Ladekabel wurde gestrichen. Das ist ein Trend, den man aktuell bei vielen Herstellern sieht. Ich habe da gemischte Gefühle. Einerseits hat vermutlich jeder ein USB-C-Kabel zu Hause, andererseits ist es eben ein Nice-to-have. Kurios ist zudem, dass oft die teureren Modelle darauf verzichten, während Budget-Hörer das Kabel immer noch beilegen.
Neben den Hörern in ihrer Ladebox findet man vier Paar Ohrpolster sowie den üblichen Papierkram aus Quick Start Guide und Garantiekarte.
Kompaktes Design im Hochglanz-Look
Die Huawei FreeBuds Neo gibt es in silbernen, schwarzen, weißen und einer rosa Variante. Die Hörerstäbe fallen hier sehr kurz aus, wodurch das Ladecase eine neue, ovale und flache Form annehmen kann.
Die Oberfläche des Cases ist glatt und glänzend. Es wirkt fast so, als wäre die silberne Oberfläche, die darunter liegt, mit dieser Schicht versiegelt worden. Auf der Vorderseite sitzt eine LED, auf der Klappe das Huawei-Logo.
Die Hörer selbst haben eine ähnliche Oberfläche, sind aber noch chromartiger und spiegeln stark. Mit Maßen von 23,2 mm x 21,56 mm x 24,56 mm sind sie tatsächlich extrem kompakt und verleihen dem Stab-In-Ear Design eine moderne Neuinterpretation.
Auch beim Schutz wurde aufgerüstet, denn die IP-Zertifizierung liegt bei IP55, ein solider Schutz gegen Spritzwasser und groben Staub. Damit liegen die Huawei FreeBuds Neo eine Stufe über den IP54 der Huawei FreeBuds 7i, erreichen aber nicht ganz das Niveau der Huawei FreeBuds Pro 5 mit deren IP57. In Sachen Verarbeitung und Materialwahl macht Huawei wie gewohnt einen exzellenten Job, alles wirkt sehr hochwertig.
Sound der Huawei FreeBuds Neo: Präzision statt Bass-Gewitter
Im Inneren arbeitet ein 11-mm-dynamischer Single-Treiber. Im Gegensatz zum Pro-Modell gibt es hier kein hybrides System mit einem Planar-Treiber, sondern eine klassische Bauweise wie bei den Huawei FreeBuds 7i oder den Soundcore Liberty 5.
Der Bass ist im Test präzise und kontrolliert. Er hat zwar einen kräftigen Punch, verzichtet aber auf die wuchtige, unterschwellige Gewalt der Huawei FreeBuds Pro 5. Im Vergleich zu den Soundcore Liberty 5 fällt auf, dass diese zwar deutlich mehr Bass liefern, dieser dort aber unkontrollierter wirkt und das Klangbild überlädt.
Die Mitten sind für einen dynamischen Treiber dieser Größe überraschend präsent. Stimmen klingen klarer als bei den Soundcore Liberty 5, was vor allem bei Pop- und Rockmusik für deutlich mehr Spaß sorgt. Die Huawei FreeBuds Neo wirken hier insgesamt filigraner und stimmiger abgestimmt.
Auch die Höhen sind präzise aufgelöst. Im Vergleich zu den Huawei FreeBuds 7i ist der Sprung enorm. Diese klangen im Hochtonbereich verwaschen, während die Huawei FreeBuds Neo eine saubere Wiedergabe bieten. Natürlich können sie nicht mit dem Planar-Treiber der Pro-Serie mithalten, der Details in die Höhen zaubert, die ein Single-Treiber physikalisch nicht leisten kann.
Insgesamt liefern die Huawei FreeBuds Neo im Test einen tollen Klang der oberen Mittelklasse. Sie sind in allen Belangen eine massive Verbesserung gegenüber den Huawei FreeBuds 7i und spielen in einer anderen Liga als die basslastigen Soundcore Liberty 5. Während sich das Pro-Modell an Audiophile richtet, sind die Huawei FreeBuds Neo perfekt für Spotify-Nutzer mit Niveau, die Wert auf Balance legen. Für Live-Aufnahmen, Pop und Rock sind sie die ideale Wahl.
Aktive Geräuschunterdrückung im Test
Bei hochfrequenten Tönen wie Stimmen oder Kinderschreien zeigen die Huawei FreeBuds Neo im Test eine beachtliche Leistung. Dass sie das überhaupt schaffen, ist vor allem wegen ihrer Bauweise überraschend. Im Vergleich zu den Soundcore Liberty 5 sind die Hörerstäbe der Neo deutlich kürzer und das Gehäuse insgesamt viel kompakter. Trotz dieses geringen Platzangebots ziehen die Huawei FreeBuds Neo im Test mit den Huawei FreeBuds Pro 5 gleichauf und erzeugen eine wesentlich dichtere Stille als die Huawei FreeBuds 7i, die hier deutlich mehr Umgebungsgeräusche durchließen.
Im Vergleich zu den Soundcore Liberty 5, einem soliden Mittelklassemodell für unter 100 €, ist die Geräuschunterdrückung fast identisch. Es fällt mir schwer, hier echte Unterschiede auszumachen. Dabei spielt natürlich auch der individuelle Sitz im Ohr eine große Rolle, was die Wirkung des ANC massiv beeinflusst.
Die Funktion Smart Conversation arbeitet zuverlässig. Die Kopfhörer erkennen, wenn ihr anfangt zu sprechen, und schalten automatisch vom ANC in den Transparenzmodus um. So müsst ihr die Huawei FreeBuds Neo für kurze Gespräche nicht mehr aus dem Ohr nehmen.
Auch der Transparenzmodus überzeugt durch ein natürliches Abbild der Umgebung. Es fühlt sich fast so an, als hätte man gar keine In-Ears im Ohr.
Insgesamt bieten die Huawei FreeBuds Neo eine starke aktive Geräuschunterdrückung, die innerhalb der eigenen Familie das Flagship-Niveau erreicht und die Huawei FreeBuds 7i deutlich in den Schatten stellt. Im Vergleich zu anderen Herstellern bewegen sie sich auf einem ähnlichen Level wie die gehobene Mittelklasse, während absolute Topmodelle von Apple oder Samsung weiterhin eine bessere ANC-Technik bieten.
Winzige Hörer, maximaler Komfort!
Ich nutze im Test die vorinstallierten Ohrpolster in Größe M. Diese sitzen bombenfest und verrutschen überhaupt nicht, sodass ich sie nie nachjustieren muss. Durch die kurzen Stäbe gibt es keine Hebelwirkung auf das Ohr. Das macht die Huawei FreeBuds Neo besonders bei Sport oder intensiven Bewegungen extrem stabil. Natürlich ist der Tragekomfort immer eine individuelle Angelegenheit, da jede Ohrform anders ist. Für mich persönlich gehören sie aktuell zu den bequemsten In-Ears am Markt.
Beim Headset gibt es ein klares Ranking bei der Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen. Während die Huawei FreeBuds 7i bis 90 dB bewältigen und die Huawei FreeBuds Pro 5 bis zu 100 dB, liegen die Huawei FreeBuds Neo mit 95 dB genau dazwischen. Schon die Leistung der 7i war überzeugend, aber hier ist es im Praxistest noch ein Stück besser. Man kann tatsächlich bei Festival-Lautstärke telefonieren. Das macht die Kopfhörer sowohl für private als auch für berufliche Telefonate unterwegs absolut brauchbar. In ruhigen Umgebungen klingt die Stimme noch einen Tick klarer.
Wer viel telefoniert, ist mit den Huawei FreeBuds Neo bestens bedient. Sie bieten ein professionelles Paket aus Stabilität und Sprachqualität, das im Alltag voll überzeugt.
Gestensteuerung und App-Features
Die Steuerung der Huawei FreeBuds Neo erfolgt über verschiedene Interaktionen an den Hörerstäben. Besonders die Streichgeste funktioniert auf den kurzen Stäben überraschend gut. Ich hatte hier mit Komplikationen gerechnet, was sich im Test jedoch nicht bewahrheitet hat.
Folgende Gesten stehen zur Verfügung:
- Zweimal berühren
- Dreimal berühren
- Berühren und halten
- Streichen (Swipe)
In der App lassen sich diese Funktionen teils individualisieren oder komplett deaktiviert werden. Damit bieten die Huawei FreeBuds Neo eine vollumfängliche Bedienungsmöglichkeit.
Die HUAWEI Audio App dient als Zentrale für alle Einstellungen. Hier lassen sich folgende Optionen steuern:
- ANC-Modi (durchhalten/anpassen)
- Raumaudio aktivieren
- Sechs Equalizer-Presets oder ein individueller 10-Band-Fader für eigene Klangprofile
- Kopfsteuerung aktivieren
- Gerät mit Signalton finden
- Passtest durchführen und Firmware aktualisieren
- Duale Geräteverbindung sowie der Niedrig-Latenz-Modus
Auch die Kopfsteuerung, mit der man Anrufe per Nicken oder Schütteln annehmen oder ablehnen kann, funktioniert im Test zuverlässig. Es ist zwar kein exklusives Feature mehr und wird mittlerweile von mehreren Herstellern angeboten, aber in der Umsetzung läuft es hier flüssig.
Insgesamt arbeiten alle Funktionen und Gesten der Huawei FreeBuds Neo im Praxistest absolut zuverlässig.
Aktuelles Bluetooth & Codec-Auswahl
Ausgestattet mit einem Bluetooth 6.0 Chipsatz und der Wahl aus AAC-, SBC-, LDAC- und L2HC 4.0-Codec liefern die Huawei FreeBuds Neo alles in Sachen Bluetooth, was ich mir von einem wireless In-Ear wünsche. Wobei ich den Mehrwert von hochauflösenden Audio-Codecs bei wireless In-Ears mit Single-Treiber hier abermals in Frage stellen möchte. Denn für die meisten wird die Qualität der eigenen Musikdaten eher das Nadelöhr sein, als die Übertragungsbandbreite. Zumal der AAC-Codec mittlerweile sowohl in Android als auch bei iOS Smartphones gleichermaßen gut implementiert ist.

Im Test konnte ich auf freier Fläche eine gute Reichweite von rund 15 Metern erreichen. In Innenräumen kommt es innerhalb eines Raums so nicht zu Verbindungsstörungen. Darüber hinaus ist es stark von den zu überwindenden Hindernissen abhängig, beispielsweise Betonwände oder Gipskartonwand, auf welche Distanz die Verbindung stabil bleibt.
Akkulaufzeit zwischen Theorie und Praxis
Über die genaue Akkukapazität schweigt Huawei. Laut Hersteller soll die Laufzeit ohne ANC bis zu 10 Stunden betragen, mit aktiviertem ANC bis zu 6,5 Stunden. Zusammen mit der Ladebox kommen sie auf insgesamt 40 Stunden. Im Kleingedruckten steht allerdings, dass diese Werte mit einem Huawei Mate 80 Series Telefon bei einer konstanten Lautstärke von 50 % und dem AAC-Codec gemessen wurden.
Das ist gängige Praxis bei Herstellermessungen, erinnert mich aber an die WLTP-Reichweiten bei Elektroautos. In der Praxis kommt man fast nie so weit wie angegeben. Im Test habe ich den LDAC-Codec bei einer Lautstärke zwischen 50 und 70 % genutzt. Dabei konnte ich im Schnitt eine Laufzeit von etwa 4,5 bis 5 Stunden erreichen.
Das ist absolut ausreichend, geht aber besser – wie Soundcore regelmäßig beweist. Die Akkulaufzeit ist fast immer die Achillesferse von Huawei-Kopfhörern. Mit den Werten der Huawei FreeBuds Neo kann man im Alltag klarkommen, aber es ist eher als ausreichend denn als gut zu bewerten.
In der Ladebox können die Hörer rund dreimal vollständig erneut aufgeladen werden. Geladen wird klassisch über ein USB-C-Kabel.
Fazit: Der neue Sweetspot in Huaweis In-Ear Line-Up!
Die Huawei FreeBuds Neo sind ein echtes Kuriosum. Es ist beeindruckend, wie viel Technik in dieses winzige Gehäuse passt. Dass das ANC im Test auf dem Niveau der Pro-Serie spielt und die Verarbeitung makellos ist, macht sie zu einem extrem starken Paket.
Klanglich bewegen wir uns in einer sehr guten oberen Mittelklasse. Wer kein Audiophiler ist, wird kaum einen Mangel spüren. Im Vergleich zu den FreeBuds 7i sind sie ein massives Upgrade.
Interessant wird der Vergleich zu den Soundcore Liberty 5. Das ANC ist zwischen beiden Modellen fast identisch, aber die Huawei FreeBuds Neo liefern das bessere Klangbild. Die Liberty 5 sind wahrscheinlich günstiger, doch Huawei lässt sich den extrem kompakten Formfaktor bezahlen.
Am Ende ist es eine Budgetfrage. Wenn Geld keine Rolle spielt, entscheide ich mich für die Huawei FreeBuds Neo. Wer aufs Budget achten will, greift zu den Soundcore Liberty 5 und ist damit ebenfalls glücklich. Für alle anderen sind die Neo die ideale Lösung, da sie fast alle Pro-Features in einem Format bieten, das im Ohr quasi verschwindet.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu den Huawei FreeBuds Neo
📏 Wie kompakt sind die Huawei FreeBuds Neo im Vergleich zu anderen In-Ears?
Mit den Hörer-Maßen von 23,2 mm x 21,56 mm x 24,56 mm und eines flachen, ovalen Cases gehören sie zu den kleinsten Modellen ihrer Klasse.
🔇 Wie gut ist die aktive Geräuschunterdrückung der Huawei FreeBuds Neo?
Das ANC erreicht im Test Flaggschiff-Niveau der Huawei FreeBuds Pro 5 und schlägt die Huawei FreeBuds 7i deutlich, besonders bei hohen Tönen.
🔋 Welche Akkulaufzeit bieten die Huawei FreeBuds Neo in der Praxis?
Im Praxistest mit LDAC erreichen sie im Test etwa 4,5 bis 5 Stunden Laufzeit, was für den Alltag absolut ausreichend ist.
🙆♂️ Was bewirken die Kopfgesten bei den Huawei FreeBuds Neo?
Durch Nicken oder Schütteln lassen sich Anrufe intuitiv annehmen oder ablehnen, ohne die Hörer berühren zu müssen.
💦 Sind die Huawei FreeBuds Neo wasserdicht?
Mit der Zertifizierung IP55 sind sie Staub- und Strahlwasser geschützt, Sport und Regen sind also kein Problem.
📱 Funktionieren die Huawei FreeBuds Neo auch mit iPhones?
Ja, sie sind voll kompatibel mit Android und iOS inklusive App-Unterstützung für beide Plattformen.
📡 Was bringt Bluetooth 6.0 bei den Huawei FreeBuds Neo?
Dank des spezifischen Chips bieten die Huawei FreeBuds Neo eine besonders stabile Verbindung und hohe Audioqualität via L2HC 4.0.
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