Huawei Pura 90 Pro & Pro Max: Farbverlauf-Comeback bestätigt, doch ein Modell enttäuscht
Vor wenigen Wochen kursierten die ersten handfesten Gerüchte zur neuen Huawei Pura 90 Serie. Mit dem nun erfolgten offiziellen Launch können wir einen Strich unter die Spekulationen ziehen. Die Leaks bezüglich des neuen, komplett flachen Metallrahmens und der Rückkehr der beliebten Gradient-Farbverläufe haben sich exakt bewahrheitet. Auffällige Töne wie Orange oder Lila stechen bei beiden Geräten massiv hervor. Das Pro-Modell muss aber mit Downgrades leben.
Inhalt
Technische Daten: Huawei Pura 90 Pro vs. Pura 90 Pro Max
| Huawei Pura 90 Pro | Huawei Pura 90 Pro Max | |
| Display | 6,6 Zoll OLED, 2760 x 1256 px, 120 Hz | 6,9 Zoll LTPO OLED, 2880 x 1308 px, 120 Hz |
| Prozessor | HiSilicon Kirin 9030S | HiSilicon Kirin 9030S |
| Grafikchip | Keine Angabe | Keine Angabe |
| Kamera | 50 MP Haupt (f/1.4-4.0) 50 MP Tele (f/2.1, 4x Zoom) 12,5 MP Ultraweitwinkel (f/2.2) | 50 MP Haupt (f/1.4-4.0) 200 MP Periskop-Tele (f/2.6, 4x Zoom) 40 MP Ultraweitwinkel (f/2.2) |
| Frontkamera | 13 MP (f/2.0) | 13 MP (f/2.0) |
| Speicher | 256 GB / 512 GB / 1 TB | 256 GB / 512 GB / 1 TB |
| Arbeitsspeicher | 12 GB / 16 GB | 12 GB / 16 GB |
| Akku | 6.000 mAh (66 W Kabel, 50 W kabellos) | 6.000 mAh (100 W Kabel, 80 W kabellos) |
| Features | IP68/IP69, Satelliten-Notruf (China) | IP68/IP69, Satelliten-Notruf (China) |
| Konnektivität | Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC, GPS, USB-C | Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC, GPS, USB-C |
| Betriebssystem | HarmonyOS 6.1 | HarmonyOS 6.1 |
| Abmessungen / Gewicht | 157,8 x 74,5 x 8,2 mm / 213,5 g | 164 x 77,1 x 8,1 mm / 230,5 g |
| Farben | Rosa, Orange, Weiß, Schwarz | Schwarz, Gold, Grün, Orange, Lila |
Design: Nostalgie-Comeback und flache Kanten
Huawei verabschiedet sich mit der Pura 90-Serie von den abgerundeten Displayrändern und setzt nun auf ein flaches Rahmendesign. Das verleiht den Geräten einen moderneren Look, gleicht sie aber unweigerlich auch stark der aktuellen Konkurrenz an.
Das eigentliche optische Highlight ist jedoch die Farbgebung: Huawei bringt die beliebten Gradient-Farbverläufe zurück, die einst das P20 Pro zum weltweiten Kassenschlager machten. Beide Modelle stechen dank ihrer Farben mit Verläufen in beispielsweise Lila oder Orange massiv aus dem Einheitsbrei heraus.
Zwei Kamerasysteme, ein klares Downgrade
Beim Kameramodul behält Huawei das markante Dreiecks-Design bei. Doch unter der Haube trennt sich die Spreu vom Weizen. Das Pura 90 Pro Max dominiert mit einer neuen 200-Megapixel-Periskop-Kamera. Käufer des normalen Pura 90 Pro müssen hier den Gürtel spürbar enger schnallen: Es gibt lediglich ein 50-Megapixel-Teleobjektiv.
Noch schmerzhafter fällt das Downgrade bei der Ultraweitwinkelkamera aus. Während das Max-Modell mit 40 Megapixeln auflöst, speist Huawei die Pro-Nutzer mit mageren 12,5 Megapixeln ab. Für ein Smartphone, das den Begriff „Pro“ im Namen trägt, ist das ein schwer vermittelbarer Einschnitt. Immerhin teilen sich beide Geräte die 50-Megapixel-Hauptkamera mit variabler Blende. Für Selfies stehen jeweils 13 Megapixel zur Verfügung.
Displays: LTPO-Technik Antireflex-Beschichtung
Auch beim Bildschirm zieht Huawei eine klare Grenze zwischen den beiden Modellen. Das Pura 90 Pro bringt es auf handliche(re) 6,6 Zoll, während das Pro Max mit gewaltigen 6,9 Zoll aufwartet. Beide Geräte setzen auf hochwertige LTPO-OLED-Panels mit einer adaptiven Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz, was für flüssiges Scrollen bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz sorgt.

Ein Detail-Unterschied zeigt sich beim Displayschutz: Das teurere Pro Max erhält zusätzlich eine Antireflex-Beschichtung, was die Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung spürbar verbessern dürfte.
Die Achillesferse bleibt die Leistung
Unsere im Leak geäußerten Bedenken bezüglich der Hardware haben sich leider nur bedingt in Luft aufgelöst. Beide Smartphones werden vom neuen HiSilicon Kirin 9030S angetrieben. Zwar bewirbt Huawei eine verbesserte KI-Performance, doch ob dieser Chip die große Leistungslücke zu aktuellen Snapdragon- oder Apple-Prozessoren schließen kann, darf stark bezweifelt werden.
Bei der Stromversorgung herrscht auf dem Papier Gleichstand, da beide Geräte einen 6.000 mAh-Akku verbaut haben. Doch auch hier wird das normale Pro-Modell künstlich beschnitten: Es lädt kabelgebunden nur mit maximal 66 Watt, während das Pro Max mit 100 Watt betankt wird. Wie bereits vermutet, bleibt auch das Software-Problem bestehen. Das neue HarmonyOS 6.1 kommt weiterhin ohne Google-Dienste aus, was die Geräte für den westlichen Markt unattraktiver macht.
Einschätzung: Starkes Max-Modell, schwächelndes Pro
Zusammenfassend hinterlässt die neue Pura 90 Serie ein gemischtes Bild. Das Huawei Pura 90 Pro Max ist zweifellos ein beeindruckendes Stück Technik, das mit seiner 200-Megapixel-Periskop-Kamera, dem großen Akku und dem extrem robusten Gehäuse nach vorne prescht. Dagegen wirkt das reguläre Pura 90 Pro eher wie ein künstlich beschnittenes „Lite“-Modell. Die Downgrades bei der Kamera und der Ladegeschwindigkeit lassen den Pro-Zusatz fragwürdig erscheinen.
Letztlich steht und fällt der Erfolg beider Geräte außerhalb Chinas mit der alltäglichen Nutzbarkeit. Ohne Google-Dienste und mit einem Prozessor, dessen Leistungsfähigkeit erst noch unabhängige Tests beweisen muss, bleibt die Serie vorerst ein Nischenprodukt für absolute Kamera-Enthusiasten und Huawei-Liebhaber. Wer auf einen globalen Release hofft, sollte sich zudem auf sehr ambitionierte Preise einstellen. Was aber eindeutig heraussticht: Die Farben. Hier hat Huawei bei mir irgendwie einen Nerv getroffen. Sieht schick aus, oder was meint ihr?
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