Midea PortaSplit: Macht drohendes EU-Verbot sie noch attraktiver?

Midea_PortaSplit_Verbot

Die Midea PortaSplit ist seit den Hitzerekorden in Deutschland das wohl gefragteste Gadget derzeit! Kein Wunder, mit dem Preis von unter 1.000€, der Split-Architektur und 4-in-1 Funktion inklusiver Kühlleistung ist sie fast konkurrenzlos. Allerdings schwebt ein rechtliches Damoklesschwert über der Klimaanlage: die novellierte EU-F-Gase-Verordnung 2024/573. Und genau dieses drohende Verbot könnte die PortaSplit sogar noch attraktiver machen.

Das Problem mit dem Kältemittel R32

Die aktuelle Standardvariante der PortaSplit arbeitet mit dem synthetischen Kältemittel R32. Dieses besitzt ein Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP) von 675. Das bedeutet: Ein Kilogramm entweichendes R32 schadet dem Klima in 100 Jahren so stark wie 675 Kilogramm CO2. Für die EU ist das Grund genug, den Rotstift anzusetzen. Für Klimageräte mit einer Leistung unter 12 kW soll künftig ein GWP-Grenzwert von unter 150 gelten. Das bedeutet das sichere Aus für R32 bei Neugeräten. Spannend wird es bei der Frage, wann genau dieses Verbot greift. Hier streiten sich die Geister über die richtige Klassifizierung:

  • Option A (In sich geschlossenes System): Da die PortaSplit hermetisch versiegelt geliefert wird und vom Laien ohne Eingriff in den Kältekreis aufgestellt werden kann, könnte sie als „in sich geschlossenes System“ eingestuft werden. In diesem Fall gilt das R32-Verbot bereits ab dem 1. Januar 2027.
  • Option B (Luft-Luft-Splitsystem): Betrachtet man rein die physische Trennung von Innen- und Außengerät, handelt es sich um eine Split-Anlage. Hier würde die Frist erst am 1. Januar 2029 ablaufen.

Diese rechtliche Grauzone sorgt für erhebliche Marktunsicherheit. Wer in der Schweiz wohnt, muss sich ohnehin auf eine härtere Gangart einstellen: Durch die dortige Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) gilt ab dem 1. Januar 2027 ein striktes Importverbot für R32-Systeme dieser Klasse, gefolgt von einem finalen Abverkaufsverbot im Einzelhandel ab dem 30. Juni 2027. Ein Abverkauf von Lagerbeständen, wie er in der EU üblich ist, wird dort rigide unterbunden.

Es ist also klar, dass die Midea PortaSplit zukünftig nicht mehr so verkauft werden darf, wie sie aktuell konstruiert ist. Unklar ist bisher, ab wann dieses „Verbot“ gilt.

Das Propan-Dilemma: Warum R290 kein einfacher Ersatz ist

Warum weichen die Hersteller nicht einfach sofort auf das umweltfreundliche Propan (R290, GWP von ca. 3 – neuere Berichte reden sogar von nur o,02) aus? Die Antwort liegt in der Physik und den Sicherheitsvorschriften. Propan ist hochentzündlich (Sicherheitsklasse A3). Wenn im unwahrscheinlichen Fall einer Leckage Propan in den Innenraum strömt, reicht ein winziger Funke, um eine explosive Atmosphäre zu entzünden.

Um strenge Sicherheitsauflagen zu umgehen, versuchen Hersteller oft, unter der magischen Grenze von 150 Gramm Propan-Füllmenge zu bleiben. In Foren und Reddit wird öfter mal gemutmaßt, dass man die leistungsschwächere Variante, die PortaSplit Cool, schon mit R290 ausgestattet hat und dass sie deswegen nur noch 8.000 BTU/h Kühlleistung bietet und vollständig auf die praktische Heizfunktion (Wärmepumpe) des großen Bruders verzichtet. Das stimmt allerdings nicht – auch die PortaSplit Cool arbeitet noch mit dem R32 Kältemittel.

Midea PortaSplit Stapelfunktion

Wer die vollen 12.000 BTU/h (3,5 kW) Kühl- und Heizleistung realisieren möchte, benötigt zwangsläufig über 300 Gramm Propan. Und das macht das Gerät konstruktiv hochgradig komplex und teuer. Ein solcher R290-Nachfolger müsste zwingend mit aktiver Leckage-Sensorik, automatischer Zwangsbelüftung im Fehlerfall, explosionsgeschützten Bauteilen und einem mechanisch massiv gepanzerten Verbindungsschlauch ausgestattet werden. Kurz gesagt: Zukünftige, voll leistungsfähige Propan-Geräte dürften deutlich schwerer, klobiger und spürbar teurer werden.

Was das Verbot für Besitzer der PortaSplit heißt

Es klingt paradox, aber das nahende Verbot steigert die Attraktivität der aktuellen R32-PortaSplit massiv. Der Grund dafür heißt Bestandsschutz. Einmal legal in Verkehr gebrachte und erworbene Geräte dürfen über ihre gesamte Lebensdauer hinweg uneingeschränkt betrieben und auch repariert werden. Da das System im Normalbetrieb kein Kältemittel verliert, betrifft das Verbot den Endnutzer im Alltag überhaupt nicht.

Das heißt: Jeder, der aktuell eine Midea Portasplit hat, darf sie auch weiterhin benutzen. Die EU-Verordnung bezieht sich nur auf den erstmaligen Verkauf und Import auf dem EU-Markt.

Midea PortaSplit Buero
Auch wir dürfen sie weiterhin benutzen.

Jetzt noch schnell die PortaSplit kaufen?

Die aktuelle Midea PortaSplit mit R32 ist ein technologischer und regulatorischer Sonderfall. Sie bietet die Effizienz einer echten Split-Anlage zum Bruchteil der Gesamtkosten und umgeht geschickt die Hürden des Mietrechts und der Handwerkerknappheit.

Bei aller Begeisterung gehört zur Wahrheit aber auch, dass die PortaSplit natürlich nicht perfekt ist. Sie verfügt ab Werk über keinerlei standardmäßige Schrader-Serviceventile. Sollte es also nach einigen Jahren doch zu einem Leck im Kältekreis kommen – auch als „EL 0C“-Fehler bekannt –, ist eine nachträgliche Instandsetzung oder ein Wiederbefüllen durch einen Techniker technisch extrem aufwendig und wirtschaftlich in der Regel ein Totalschaden.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine solche Anlage zuzulegen, für den ist der „aktuelle“ Zeitpunkt vermutlich der klügste. Bevor der Gesetzgeber die Nische schließt oder zukünftige Propan-Sicherheitsauflagen die Geräte verteuern und schwerer machen, sichert das aktuelle Modell ein gutes Verhältnis aus Preis und Leistung, wenn man sie denn bekommt. An dieser Stelle möchten wir auch noch mal auf mögliche Fake-Shops hinweisen.

Quellen:

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Kommentare (6)

  • Profilbild von Fa
    0 # 09.07.26 um 17:54

    Fa

    Aha portas….. ähnliche (LG zum Beispiel) kosten über China nur ein Viertel….

  • Profilbild von poozick
    2 # 09.07.26 um 15:19

    poozick Gadget-Nerd

    egal was es so tolles gibt. wenn es das Leben von Menschen verbessert, ist die EU sofort da, um es zu verbieten

    • Profilbild von gastgast
      1 # 09.07.26 um 17:05

      gastgast

      Sehr eingeschränkte Sichtweise! Aber in den USA, Russland oder China lässt es sich natürlich deutlich besser leben, als in dieser Unrechts-EU.

      • Profilbild von Nemo
        1 # 09.07.26 um 17:22

        Nemo

        LOL — So lange man diese Klimageräte in den USA, Russland oder China und dem ganzen Rest der Welt kaufen kann macht all das keinen Sinn, was wir hier in der EU veranstalten…

    • Profilbild von Andy04
      0 # 09.07.26 um 16:40

      Andy04 Gadget-Nerd

      Ganz so drastisch ist nun auch wieder nicht
      Ich brauche so ein Klimagerät nicht, bis heute habe ich jede Hitzewelle auch so geschafft

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