Mobile Windkraft fürs Camping – Mini-Windkraftwerke ergänzen Solarpanels und sorgen für unabhängigen Strom
Strom unterwegs selbst erzeugen? Das hören wir oft und häufig ist dabei von Solarenergie die Rede. Dabei lässt sich bekanntermaßen auch aus Windkraft Strom erzeugen. Portable, faltbare Mini-Windkraftwerke sollen auch da für ausreichend Strom sorgen, wo keine Steckdose in der Nähe ist.
- Ventyra R1
- Shine 2.0
Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.
Inhalt
Windkraft für unterwegs
Die Energiewende hin zu mehr Solar- und Windenergie ist ein allgegenwärtiges Thema. Während Privatnutzer vor allem über die Anschaffung von Photovoltaik-Anlagen auf Balkonen und Dächern nachdenken, ist Windkraft hier weniger ein Thema. Das gleiche gilt für mobile Anwendungen. Faltbare Panels, die mit auf den Camping-Trip genommen werden, sind längst weit verbreitet und manche Geräte kommen gleich mit fest installierten Solarmodulen, um ein wenig Energie durch die Sonne zu gewinnen.
Dabei gibt es auch mobile Windkraftanlagen für den Privatgebrauch. Unterscheiden muss man hier noch zwischen solchen, die man fest installiert und ähnlich einem Solarmodul am Balkon oder auf dem Dach anbringt, und mobilen Geräte, die ausdrücklich für den Einsatz beim Zelten oder anderen Outdoor-Urlauben gedacht sind.
Gleich zwei Crowdfunding-Projekte
Vergangene Woche sind wir auf das Modell Ventyra R1 gestoßen, dass gerade via Kickstarter finanziert wird. Schon länger gibt es das Modell Shine, dessen Nachfolger Shine 2.0 über die Plattform Indiegogo unterstützt werden kann. Beide Systeme unterscheiden sich etwas im Aussehen, funktionieren aber auf die gleiche Weise.

Es handelt sich um faltbare Windturbinen, die mit einem zugehörigen Stativ und entsprechender Sicherung überall aufgestellt werden können. Durch Wind wird Strom erzeugt, der entweder in einen internen Akku oder direkt in ein angeschlossenes Endgerät übertragen wird. Man erzeugt also seinen eigenen Strom einfach aus Windkraft auch unterwegs.

Die Turbine sowie das Zubehör können dabei Platzsparend verstaut werden. Das Stativ wird jeweils aufgestellt, wobei der Ständer bei Shine direkt in den Boden gestochen und mit dünnen Seilen und Verankerungen im Boden zusätzlich gesichert wird. Beim Ventyra ist das nicht vorgesehen, hier gibt es ein klassisches Stativ mit drei Beinen.

Die Turbine ist nicht fix montiert, sondern dreht sich von selbst zum Wind, um jederzeit die maximale Effizienz zu erlangen. Die Shine 2 hat außerdem eine IP54-Zertifizierung und kann damit theoretisch bei leichtem Regen betrieben werden.
Wieviel Leistung liefern die Turbinen?
Wieviel Energie kommt nun dabei herum? Beide Hersteller geben maximal 75 Watt an Ausgangsleistung an. Damit eine Powerstation aufzuladen, dauert eine Weile. Ein anhaltender Wind vorausgesetzt, kann damit aber ein Smartphone oder Laptop geladen werden.
Im Shine ist zusätzlich ein 12.000 mAh großer Akku verbaut, beim Ventyra ist das nicht der Fall. Dafür wird hier ein zusätzlicher, externer „Power Hub“ benötigt, an den man wiederum USB-A- oder USB-C-Stecker anschließen kann. Shine hat außerdem eine App, mit der sich alles in Echtzeit überwachen oder Ladezyklen grafisch darstellten lassen.
Vergleicht man die maximale Leistung mit Solarpanels, wird ein deutlicher Unterschied erkennbar. Auch die Leistung von Photovoltaik-Panels hängt von vielen Faktoren ab; für das Geld, das die Windturbinen kosten, findet man aber Module mit 200 oder sogar bis zu 400 Watt potentiellem Output.
(K)eine Option zu mobilen Solarmodulen?
Stellt man die beiden Modelle nebeneinander, wirkt Shine 2.0 wie das deutlich „fertigere“ und auch umfangreichere Produkt. Kein Wunder, es handelt sich immerhin schon um die zweite Generation und kostet mehr als doppelt so viel wie Ventyra R1. Dem sieht man den Crowdfunding-Status noch ein wenig mehr an.
Beide bieten weniger Leistung als ein ebenso leicht zu verstauendes, mobiles Solarpanel für das gleiche Geld. Doch wo kaum Sonne scheint, aber ständig eine stramme Brise weht, ist man mit Windkraft besser dran. Je nachdem, wohin der nächste Ausflug geht, macht das eine oder andere Konzept deutlich mehr Sinn. Ventyra sagt sogar ausdrücklich, dass das System Solarpanels ergänzen, aber nicht ersetzen soll.
Werden wir in Zukunft mehr solcher mobilen Windkraftanlagen sehen? Da hängt sicher davon ab, wie gut die bisher existierenden Modelle bei Endverbrauchern ankommen. Wie schätzt ihr die Chancen der Mini-Turbinen ein? Steigt ihr um auf Windkraft oder setzt ihr weiter auf Solarpanels für Extra-Strom auf dem nächsten Ausflug?
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