Motorola moto g47 Power: 7.000 mAh, trotzdem lieber Finger weg!
Das Motorola moto g47 Power soll vor allem mit einem riesigen Akku und einer 108-MP-Kamera überzeugen. Für 339 Euro gibt es allerdings nur 4 GB RAM und ein HD+-Display. Ist das noch ein sinnvoller Kompromiss oder gibt es in dieser Preisklasse längst bessere Alternativen?
Inhalt
Technische Daten des Motorola moto g47 Power
| Display | 6,67 Zoll LCD, HD+ (1.604 × 720 Pixel), 263 ppi, 120 Hz, bis zu 1.050 Nits, Gorilla Glass 7i |
| Prozessor | MediaTek Dimensity 6300, 6 nm, Octa-Core-CPU mit bis zu 2,4 GHz |
| Grafikchip | Arm Mali-G57 MC2 |
| Kamera | 108 MP, ƒ/1,7, PDAF, zusätzlich 2 MP Makrokamera, ƒ/2,4 |
| Frontkamera | 8 MP, ƒ/2,0 |
| Speicher | 128 GB UFS 2.2, per microSD um bis zu 1 TB erweiterbar |
| Arbeitsspeicher | 4 GB LPDDR4X, mit RAM Boost virtuell auf bis zu 12 GB erweiterbar |
| Akku | 7.000 mAh, Laden mit 30W , 6W Reverse Charging |
| Features | IP64, MIL-STD-810H, Stereo-Lautsprecher, 3,5-mm-Klinkenanschluss, NFC, seitlicher Fingerabdrucksensor, Gesichtserkennung |
| Konnektivität | 5G, Dual-SIM (2 × Nano-SIM), Wi-Fi 5, Bluetooth 5.4, NFC, GPS, USB-C 2.0 |
| Betriebssystem | Android 16 |
| Abmessungen / Gewicht | 166,23 × 76,50 × 8,89 mm / 215 g |
| Farben | Pantone Capri, Pantone Nautical Blue, Pantone Impenetrable |
| Preis | 339€ (UVP, 4 GB RAM / 128 GB Speicher) |
Motorola moto g47 Power: Der Akku ist das Highlight
Motorola erweitert seine G-Serie um das moto g47 Power. Wie der Name schon vermuten lässt, steht dabei vor allem die Akkulaufzeit im Mittelpunkt. Im Power-Modell stecken satte 7.000 mAh. Motorola verspricht eine Laufzeit von bis zu 78 Stunden und 19 Minuten. Klingt auf dem Papier erstmal nett. Nicht so nett ist leider die Ladegeschwindigkeit.
Hier sind nur 30 Watt über USB-C drin. Das ist angesichts der Akkukapazität wirklich lahm. Praktisch ist dafür die Reverse-Charging-Funktion: Das moto g47 Power kann andere Geräte mit bis zu 6 Watt über das Kabel laden. Als kleine Notfall-Powerbank für Kopfhörer oder ein anderes Smartphone taugt es damit ebenfalls.
120 Hz, aber nur HD+: Motorola spart am Display
Das Display misst 6,67 Zoll und setzt auf ein LCD-Panel mit einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz. Der Haken: Die Auflösung. Das moto g47 Power zeigt Inhalte mit 1.604 × 720 Pixeln an. Bei dieser Displaygröße ergibt das gerade einmal 263 Pixel pro Zoll. Texte, feine Details und kleine Schriften wirken damit weniger scharf als auf Smartphones mit Full-HD+-Display. Und genau solche Geräte sind für 339 Euro längst zu haben.
Ein AMOLED-Panel mit kräftigen Kontrasten gibt es ebenfalls nicht. Stattdessen bleibt Motorola bei LCD. Unterm Strich: 120 Hz sind schön, aber sie machen ein Display nicht automatisch gut. Bei einem Smartphone für mehr als 300 Euro ist die niedrige Auflösung echt schon ziemlich mau.
108 Megapixel – und eine Kamera zum Vergessen
108 Megapixel auf der Rückseite klingen erst einmal ordentlich. Die Hauptkamera des moto g47 Power arbeitet mit einer Blende von ƒ/1,7. Motorola verspricht außerdem einen dreifachen verlustfreien Zoom.
Richtig ärgerlich wird es bei der zweiten Kamera. Motorola verbaut eine 2-MP-Makrokamera mit Fixfokus. Ganz ehrlich: Das ist 2026 ganz schön peinlich. Bei einem Smartphone für 339 Euro wirkt ein solcher Sensor wie ein Überbleibsel aus einer längst vergangenen Smartphone-Generation. Eine vernünftige Ultraweitwinkelkamera wäre deutlich hilfreicher gewesen.
Der dritte Sensorplatz auf der Rückseite ist übrigens gar keine Kamera. Dahinter stecken ein Umgebungslichtsensor und ein Flimmerdetektor. Drei Kameras gibt es beim moto g47 Power also nicht. Die Frontkamera löst mit 8 Megapixeln auf und arbeitet ebenfalls mit Fixfokus. Für gelegentliche Selfies und Videotelefonie mag das reichen, besonders ambitioniert ist die Ausstattung aber nicht.
Dimensity 6300 und 4 GB RAM: Für den Alltag reicht’s
Im Inneren arbeitet der MediaTek Dimensity 6300. Der Achtkern-Prozessor wird im 6-Nanometer-Verfahren gefertigt und erreicht eine maximale Taktrate von 2,4 GHz. Das ist ein absoluter Einsteigerchip, mehr als Browsen, Mails checken und Nachrichten beantworten dürfte hier schwierig werden. Immerhin ist 5G-Unterstützung mit an Bord.
Noch kritischer: Der Arbeitsspeicher. Motorola verbaut lediglich 4 GB RAM. Das ist heutzutage einfach zu wenig. Ja, wir haben eine Speicherkrise und ja, RAM ist teuer. Aber wir wollen ja zumindest auch noch Geräte haben, die einigermaßen alltagstauglich funktionieren. Bei einem Preis von 339 Euro hätte ich mindestens 8 GB RAM erwartet.
Einschätzung: Finger weg!
Das Motorola moto g47 Power hat eine klare Zielgruppe: Menschen, die möglichst lange ohne Steckdose auskommen wollen. Punkt. Der 7.000-mAh-Akku ist ein starkes Argument. Doch Motorola verlangt dafür 339 Euro und kombiniert den Akku mit einem miesen Bildschirm, wenig Arbeitsspeicher, einem Einsteigerprozessor und einer 2-MP-Makrokamera, die 2026 schlicht nicht mehr zeitgemäß ist.
Dass es besser geht, zeigen Alternativen wie das Nothing Phone (4a) mit OLED-Display, 8 GB RAM und einer vielseitigeren Kamera. Aber auch einem deutlich kleineren Akku. Das muss aber nicht immer ein Nachteil sein. Das (4a) hat bei uns im Test trotzdem eine beeindruckende Laufzeit gezeigt.
Meine Einschätzung: Wer vor allem einen möglichst ausdauernden Begleiter sucht, sollte das moto g47 Power im Auge behalten. Für alle anderen ist der Preis von 339 Euro zu hoch angesetzt. Und ganz ehrlich: Auch wenn der Preis noch fällt könnte ich dieses Smartphone guten Gewissens niemandem empfehlen.
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