Nokia-KI im Tastenhandy: Nach 180 Tagen müsst ihr zahlen!
Wer bei einem klassischen Nokia-Handy an Snake, SMS und tagelange Akkulaufzeiten denkt, dürfte überrascht sein. HMD verpasst seinen neuen Feature-Phones nämlich ein deutlich moderneres Gesicht. Mit dem Nokia 200 4G, Nokia 210 4G, Nokia 215 4G (2nd Edition) und Nokia 235 4G (2nd Edition) ziehen erstmals ein KI-Assistent, Videoanrufe und Cloud-Dienste auf die Tastenhandys ein. Klingt nach Smartphone? Fast – nur eben mit klassischer Tastatur und deutlich weniger Ablenkung.
Inhalt
Technische Daten der neuen Nokia-Feature-Phones
| Nokia 210 4G | Nokia 235 4G (2nd Edition) | Nokia 215 4G (2nd Edition) | Nokia 200 4G | |
| Farben | Dark Blue, Silver | Black, Blue | Black | Black, Blue, Yellow |
| Größe und Gewicht | 126,07 × 50,5 × 13,95 mm / 92,7 g | 128,85 × 55,8 × 12,86 mm / 106 g | 128,8 × 55 × 12,8 mm / 104 g | 126,07 × 50,5 × 13,95 mm / 92,3 g |
| Display | 2,4 Zoll QVGA (320 × 240 Pixel) | 2,8 Zoll IPS QVGA (320 × 240 Pixel) | 2,8 Zoll IPS QVGA (320 × 240 Pixel) | 2,4 Zoll QVGA (320 × 240 Pixel) |
| Kamera | VGA-Frontkamera, VGA-Hauptkamera mit LED-Blitz | VGA-Frontkamera, 2-MP-Hauptkamera mit LED-Blitz | VGA-Frontkamera, keine Hauptkamera | VGA-Frontkamera, keine Hauptkamera |
| Akku | 1450 mAh, austauschbar | 1450 mAh, austauschbar | 1450 mAh, austauschbar | 1450 mAh, austauschbar |
| Konnektivität | USB-C (USB 2.0), 4G, Bluetooth 5.0, 3,5-mm-Klinke | USB-C, 4G, Bluetooth 5.0, 3,5-mm-Klinke | USB-C, 4G, Bluetooth 5.0, 3,5-mm-Klinke | USB-C (USB 2.0), 4G, Bluetooth 5.0, 3,5-mm-Klinke |
| Speicher | 128 MB, erweiterbar bis 32 GB via microSD | 128 MB, erweiterbar bis 32 GB via microSD | 128 MB, erweiterbar bis 32 GB via microSD | Erweiterbar bis 32 GB via microSD (interner Speicher nicht angegeben) |
| Arbeitsspeicher | 64 MB | 64 MB | 64 MB | Keine Angabe |
| Chip | Keine Angabe | Keine Angabe | Keine Angabe | Keine Angabe |
| Betriebssystem | S30+ | S30+ | S30+ | S30+ |
| Features | KI-Assistent mit eigener Taste, Xpress Chat (Videoanrufe, Chats, Sprachnachrichten), Cloud Phone Service, FM-Radio, Dual-SIM | KI-Assistent mit eigener Taste, Xpress Chat (Videoanrufe, Chats, Sprachnachrichten), Cloud Phone Service, FM-Radio, Dual-SIM | KI-Assistent mit eigener Taste, Xpress Chat (Videoanrufe, Chats, Sprachnachrichten), Cloud Phone Service, FM-Radio, Dual-SIM | KI-Assistent mit eigener Taste, Xpress Chat (Videoanrufe, Chats, Sprachnachrichten), Cloud Phone Service, FM-Radio, Dual-SIM |
Ein Knopfdruck genügt: KI hält Einzug auf dem Tastenhandy
Die größte Neuerung steckt nicht in der Hardware, sondern in der Software. Alle vier neuen Modelle besitzen erstmals einen dedizierten KI-Knopf. Dahinter verbirgt sich ein cloudbasierter Sprachassistent, der sich per Sprache bedienen lässt.
So könnt ihr beispielsweise die Taschenlampe einschalten, einen Kontakt anrufen, Erinnerungen oder Wecker erstellen oder – je nach Modell – sogar die Kamera öffnen. Darüber hinaus beantwortet die KI allgemeine Fragen, hilft mit Übersetzungen oder liefert Rezepte und andere Informationen.
Ganz ohne Haken kommt das allerdings nicht aus. Zwar ist der KI-Assistent zunächst kostenlos nutzbar, nach 180 Tagen verlangt HMD jedoch ein kostenpflichtiges Abo. Wie viel dieses kosten wird, verrät das Unternehmen bislang nicht. Außerdem wird zum Abschluss des Abonnements eine Smartphone-App benötigt.
Videoanrufe auf einem Nokia? Tatsächlich.
Fast noch überraschender als die KI ist die neue Frontkamera. Sämtliche vier Modelle verfügen über eine Selfie-Kamera, die gemeinsam mit der Xpress-Chat-App Videoanrufe ermöglicht. Das Besondere: Die Gespräche funktionieren nicht nur zwischen zwei Nokia-Feature-Phones, sondern auch mit Android- und iPhone-Nutzern. Für beide Plattformen steht Xpress Chat kostenlos im Google Play Store und im App Store bereit.
Neben Videoanrufen unterstützt die App außerdem klassische Textnachrichten, Gruppenchats, Fotos sowie Sprachnachrichten. Damit erhalten die neuen Geräte Messenger-Funktionen, die bislang eher Smartphones vorbehalten waren.
Cloud statt Apps
Der bereits von einigen internationalen Nokia-Feature-Phones bekannte Cloud Phone Service gehört nun bei der neuen Modellgeneration zur Grundausstattung und wurde um weitere Online-Inhalte erweitert. Statt Apps lokal auf dem Gerät zu installieren, werden verschiedene Online-Dienste direkt aus der Cloud bereitgestellt. So lassen sich Wettervorhersagen, Nachrichten, Sportergebnisse oder Videos abrufen, ohne den ohnehin kleinen internen Speicher zu belasten.
Der Ansatz passt gut zur Idee eines Feature-Phones: Die Geräte bleiben einfach und übersichtlich, bieten aber trotzdem Zugriff auf wichtige Online-Inhalte.
Nicht jedes Modell besitzt eine Hauptkamera
Interessant ist auch HMDs Hardware-Strategie. Während heutzutage selbst günstige Smartphones mit mehreren Kameras ausgestattet werden, geht das Unternehmen bei den neuen Nokia-Modellen den umgekehrten Weg.
Alle vier Geräte besitzen zwar eine Frontkamera für Videoanrufe, eine Hauptkamera auf der Rückseite gibt es aber nicht überall. Das Nokia 215 4G (2nd Edition) und das Nokia 200 4G verzichten komplett darauf. Das Nokia 210 4G bietet immerhin eine einfache VGA-Kamera mit LED-Blitz, während das Nokia 235 4G (2nd Edition) als einziges Modell eine 2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite spendiert bekommt.
Damit zeigt sich deutlich, worauf HMD den Fokus legt: Die Kamera soll keine große Rolle mehr spielen. Stattdessen stehen Kommunikation und KI-Unterstützung im Mittelpunkt.
Größere Displays und vertraute Akkulaufzeiten
Auch bei den Displays gibt es Unterschiede. Das Nokia 200 4G und Nokia 210 4G setzen auf ein 2,4 Zoll großes QVGA-Panel. Die beiden 2nd-Edition-Modelle wachsen dagegen auf 2,8 Zoll und verwenden zusätzlich ein IPS-Display, das eine bessere Darstellung verspricht.
Ansonsten ähneln sich die Geräte stark. Alle unterstützen 4G, Bluetooth 5.0, USB-C, Dual-SIM sowie austauschbare 1450-mAh-Akkus. Auch der klassische 3,5-mm-Kopfhöreranschluss bleibt erhalten.
Einschätzung: Das klassische Nokia-Handy wird überraschend smart
Mit den vier neuen Modellen versucht HMD, die Lücke zwischen klassischen Tastenhandys und Smartphones zu schließen. KI-Assistent, Videoanrufe und Cloud-Dienste bringen Funktionen auf Feature-Phones, die man dort bislang nicht erwartet hätte. Gleichzeitig bleiben die Geräte bewusst einfach, bieten lange Akkulaufzeiten und verzichten teilweise sogar vollständig auf eine Hauptkamera.

Ob das Konzept aufgeht, wird allerdings auch vom KI-Assistenten abhängen. Dass dieser nach sechs Monaten kostenpflichtig wird, dürfte nicht jedem gefallen. Trotzdem zeigen die neuen Nokia-Modelle, dass auch ein Tastenhandy im Jahr 2026 noch überraschen kann. Bisher wurden die neuen Feature-Phones nur für den internationalen Markt angekündigt, noch nicht direkt für Deutschland.
Auch Commodore hat kürzlich mit dem Callback 8020 ein klappbares Tastenhandy vorgestellt. Das Gerät ist aber mit Android Apps kompatibel und so läuft beispielsweise auch WhatsApp problemlos. Welcher Ansatz gefällt euch besser?
Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem eBay und das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.







Kommentar schreiben