Nothing OS 5.0 vorgestellt: Android 17, neues Design und mehr KI für Nothing Phones
Nothing hat mit Nothing OS 5.0 sein nächstes großes Software-Update vorgestellt. Die neue Oberfläche basiert auf Android 17 und bringt ein umfassendes Design-Update, neue Personalisierungsoptionen sowie Verbesserungen für die hauseigenen KI-Funktionen Essential Space und Essential Voice.
Inhalt
Nothing OS 5.0: Neues Design für das gesamte System
Nothing bleibt seiner klaren, reduzierten Optik grundsätzlich treu, überarbeitet mit OS 5.0 aber viele Bestandteile der Oberfläche. Typografie, App-Symbole, Abstände, Materialien und Animationen werden im gesamten System vereinheitlicht. Das betrifft unter anderem die Einstellungen, die Statusleiste, Widgets, Kamera und Galerie.
Neu ist außerdem eine neue Systemschrift. Sie soll für eine bessere Lesbarkeit sorgen und Menüs, Widgets sowie Systemtexte optisch stärker zusammenführen. Auch die Einstellungen werden neu sortiert: Häufig verwendete Kategorien erhalten eigene Einträge, während Symbole, Ecken und Layouts einheitlicher gestaltet werden.
Mehr Freiheiten für Homescreen und Sperrbildschirm
Besonders sichtbar werden die Änderungen auf dem Homescreen. Widgets, Suche und Teile der Galerie erhalten transparente Elemente, während App-Symbole und Widgets ihre Farben auf Wunsch automatisch an das gewählte Hintergrundbild anpassen. Der neue Homescreen-Stil ergänzt dabei den bisherigen Nothing-Look, ersetzt ihn also nicht vollständig.
Neu ist außerdem eine Stapelbearbeitung für den Homescreen. Mehrere Symbole und Widgets lassen sich gleichzeitig auswählen und auch über verschiedene Seiten hinweg verschieben. Das dürfte vor allem praktisch sein, wenn man sein Layout komplett neu organisieren möchte.
Der Sperrbildschirm erhält zwei zusätzliche Uhrendesigns. „Gooey“ setzt auf fließende Formen und einen verspielteren Look, während „Micrographics“ sich stärker an der grafischen Sprache von Nothings Hardware orientiert. Über einen Tiefeneffekt lassen sich Hintergrundbilder zudem besser positionieren und skalieren.
Kamera und Galerie werden übersichtlicher
Auch die Kamera-App erhält eine kleine Frischzellenkur. Neue Symbole, klarere Bedienelemente und angepasste Animationen sollen die Bedienung vereinfachen, ohne den Sucher zu überladen. Beim Scannen von QR-Codes bleibt das erkannte Ergebnis künftig fest an einer Stelle auf dem Display. Links lassen sich dadurch einfacher antippen, ohne den Code dauerhaft im Bild halten zu müssen.
In der Galerie gibt es deutlich mehr Möglichkeiten zur Sortierung. Fotos können künftig etwa nach Aufnahmedatum oder zuletzt hinzugefügten Bildern geordnet werden. Zusätzlich stehen Filter für Favoriten, bearbeitete Bilder, Fotos, Videos oder Screenshots zur Verfügung. Alben lassen sich per Drag-and-drop neu anordnen und wichtige Alben prominenter platzieren.
Glyph Interface bekommt eine eigene App
Die Glyph-LEDs auf der Rückseite der Nothing Phones bleiben ein zentrales Alleinstellungsmerkmal. Mit Nothing OS 5.0 bündelt der Hersteller Klingeltöne, Sounds, Zeitpläne und unterstützte Glyph-Funktionen in einer eigenen Glyph-App. Bislang waren diese Optionen auf mehrere Bereiche der Systemeinstellungen verteilt.
Praktisch ist auch das neue Widget für den Glyph Timer. Darüber lässt sich ein Timer direkt auf dem Homescreen starten; die LEDs auf der Rückseite zeigen anschließend die verbleibende Zeit an. So kann man einen Countdown im Blick behalten, ohne das Display einzuschalten.
Performance-Update und getrennte Schnelleinstellungen
Nothing verspricht schnellere App-Starts, flüssigeres Scrollen und ein besseres Multitasking. Eine angepasste Hintergrundverwaltung soll der aktuell genutzten App mehr Ressourcen geben, gleichzeitig aber häufig verwendete Anwendungen im Speicher bereithalten.
Mit Android 17 zieht auch eine Funktion ein, die iPhone-Nutzer bereits kennen dürften: Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen lassen sich auf Wunsch trennen. Ein Wisch von links oben öffnet dann die Benachrichtigungen, ein Wisch von rechts oben die Schnelleinstellungen. Wer das bisherige kombinierte Layout bevorzugt, kann es weiterhin verwenden.
Zu den weiteren Android-Neuerungen gehören ein erweiterter Dark Mode für Apps, eine separate Lautstärkeregelung für digitale Assistenten, eine verbesserte HDR-Helligkeit sowie neue Statusanzeigen für sensible Zugriffe wie Standort, Kamera oder KI-Verarbeitung.
Essential Space und Essential Voice werden intelligenter
Auch die KI-Tools von Nothing werden weiter ausgebaut. Essential Voice soll schneller transkribieren und gesprochene Inhalte besser strukturieren. Die Live-Transkription zeigt Wörter bereits während der Aufnahme an. Echtzeitübersetzungen sind ebenfalls angekündigt, sollen aber erst später im Jahr folgen.
Essential Space soll gespeicherte Screenshots, Notizen und andere Inhalte künftig besser organisieren. Neue intelligente Sammlungen können thematisch passende Inhalte vorschlagen oder automatisch erkennen, wenn mehrere Aufnahmen zusammengehören. Im Oktober soll zudem eine zunächst schreibgeschützte MCP-Anbindung folgen. Kompatible KI-Dienste können dann ausgewählte Inhalte aus Essential Space durchsuchen und lesen.
Mit dem Essential Apps Builder wandert außerdem ein experimenteller KI-Werkzeugkasten direkt aufs Smartphone. Nutzer können einfache Tools oder Widgets in natürlicher Sprache beschreiben, vor dem Speichern ausprobieren und anschließend auf dem Homescreen platzieren. Der Zugang wird zunächst schrittweise erweitert.
Collector, Abwesenheitszeit und Glyph-App
Neben den großen Design- und KI-Neuerungen ergänzt Nothing OS 5.0 auch einige ungewöhnlichere Funktionen für den Alltag. Mit Collector lassen sich Fotos aus der Kamera oder Galerie zu visuellen Sammlungen zusammenstellen. Die eigenen Lieblingsmotive – etwa Sneaker, Reisen, Fahrräder oder Kaffeekreationen – können anschließend als kleine Sticker auf dem Home- und Sperrbildschirm auftauchen, statt nur in der Fotogalerie zu verschwinden.
Die neue Funktion Abwesenheitszeit verfolgt dagegen, wann man das Smartphone weglegt. Statt Apps zu sperren oder Bildschirmzeit-Limits festzulegen, zeigt ein Widget die längsten Pausen und wiederkehrende Muster. Das soll einen besseren Überblick über die eigene Smartphone-Nutzung geben.
Welche Geräte erhalten Nothing OS 5.0?
Nothing verteilt Nothing OS 5.0 zunächst als Open Beta. Den Anfang macht das Nothing Phone (3), weitere Modelle folgen gestaffelt. Die finale Version soll anschließend als normales Over-the-Air-Update verteilt werden.
Das Nothing Phone (1), Nothing Phone (2) und CMF Phone 1 erhalten Nothing OS 5.0 dagegen nicht mehr; für sie ist der Support für große Betriebssystem-Updates beendet.
Nothing OS 5.0: Viele Detailverbesserungen statt radikaler Neuanfang
Nothing OS 5.0 wirkt weniger wie ein kompletter Bruch mit der bisherigen Oberfläche, sondern eher wie eine konsequente Weiterentwicklung. Der Hersteller verfeinert die eigene Designsprache, gibt Nutzern mehr Freiheiten bei der Personalisierung und baut seine Essential-KI-Funktionen weiter aus. Besonders spannend werden die neue Glyph-App, die umfangreichere Galerie und die getrennten Schnelleinstellungen.
Ob die KI-Features im Alltag wirklich einen Mehrwert bieten und ob die neue Optik alle Nutzer überzeugt, wird sich mit dem Start der stabilen Version zeigen. Was haltet ihr von Nothing OS 5.0?
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