Nubia Z80 Ultra im Test: Warum massig Power allein nicht reicht
Das Nubia Z80 Ultra gehört zu den günstigsten Smartphones mit Snapdragon 8 Gen 5, dem aktuellen Top-Chip in der Flaggschiff-Welt der Android-Smartphones. Der Unterschied zur Konkurrenz: Das Smartphone bekommt ihr richtig günstig. Dazu gibt es eine ansehnliche Kamera und einen vermeintlich starken Akku. Aber: Hier gibt es auch ordentlich Abstriche. Unser Test.
- Nubia Z80 Ultra
- bei Joybuy für 689€
Inhalt
Technische Daten des Nubia Z80 Ultra
| Display | 6,85″ AMOLED, 1216 x 2688 px, 431 ppi, 144 Hz (kein LTPO), 2000 nits |
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 (3 nm @ 4,6 GHz) |
| Grafik | Adreno 840 |
| RAM | 12/16 GB LPDDR5X |
| Interner Speicher | 256/512/1024 GB UFS 4.1 |
| Kamera | Hauptkamera: 50 MP, ƒ/1.7, OIS Periskop-Telekamera: 64 MP, ƒ/2.4, 2,7x optischer Zoom, OIS Ultraweitwinkelkamera: 50 MP, ƒ/1.8 |
| Frontkamera | 16 MP UDC, ƒ/2.0 |
| Akku | 7200 mAh, Laden mit 80 W, Kabellos mit 80 W |
| Konnektivität | DualSIM (keine eSIM), WiFi 7, Bluetooth 6.0, GPS, NFC, USB-C 3.2 |
| Features | IP68/69-Zertifizierung (wasserfest), Ultraschall-Fingerabdrucksensor unter dem Display, Stereo-Lautsprecher |
| Betriebssystem | Nebula AIOS 2 auf Basis von Android 16 (3 Jahre Updates) |
| Maße / Gewicht | 164.5 x 77.2 x 8.6 mm / 227 g |
| Farben | Black, Silver, Starry Night Blue, Luo Tian Yi Red |
Wer schreibt diesen Test?

Hi, ich bin Fred! Alles was mit Uhren und Handys zu tun hat, fällt in mein Revier. Und Gadgets natürlich. Gadgets gehen immer!
Kurzfazit zum Nubia Z80 Ultra
Das Nubia Z80 Ultra bringt richtig viel Leistung zum Kampfpreis. Ein top aktueller Snapdragon 8 Elite Gen 5 für knapp unter 700 Euro: Das ist auf jeden Fall eine Ansage. Wer primär auf der Suche nach maximaler Performance und einem komplett ununterbrochenen Full-Screen-Erlebnis beim Zocken oder Videoschauen ist, wird dieses Gerät lieben.
Allerdings erkauft man sich diesen Preis auch mit spürbaren Kompromissen. Der Akku ist zwar auf dem Papier riesig, bringt aber leider nicht die erwartete Leistung. Die Under-Display-Camera liefert im Alltag matschige Selfies ab und die verbaute Bildstabilisierung macht keinen guten Job. Zudem hinkt das Display mit dem fehlenden LTPO-Panel der Konkurrenz hinterher, es gibt keine eSIM-Unterstützung und Nubia geizt beim Software-Support mit mickrigen drei Jahren.
- Überragende Performance dank Snapdragon 8 Elite Gen 5
- Kabelloses Laden mit 80 W
- Toller, optischer Bokeh-Look der 35mm-Hauptkamera
- Akkulaufzeit trotz 7200 mAh Kapazität unterdurchschnittlich
- Starke Hitzeentwicklung bei Volllast
- Sehr schwache Selfie-Qualität durch UDC-Technik
- Schlechte Bildstabilisierung
- Nur 3 Jahre Software-Updates
- Kein LTPO-Display (nur feste Hz-Stufen) & keine eSIM
Lohnt sich das Nubia Z80 Ultra?
Alle Details hier im Test! Jetzt lesen! 👇
Design: Das Kameramodul ist wieder ein Hingucker
Optisch bleibt sich Nubia bei seiner Ultra-Linie absolut treu. Das Z80 Ultra ist ein massiver, kantiger Block, der mit 227 g auch nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Das Gerät liegt meiner Meinung nach auch nicht wirklich gut in der Hand. Das ist aber Geschmacksache. Auf der Rückseite dominiert das gewaltige Kameramodul, das zwar im Vergleich zum Vorgänger leicht geschrumpft ist, sich aber immer noch fast über das gesamte obere Drittel erstreckt.
Die Verarbeitung (wahlweise in mattem Schwarz, Silber oder der „Starry Night“-Edition) wirkt aber auf jeden Fall hochwertig. Nichts knarzt und die IP68/69-Zertifizierung gibt maximale Sicherheit vor Wasser und Staub.

Im Aluminiumrahmen verbaut Nubia einen physischen Schiebeschalter, den ihr frei belegen könnt (z. B. für den Stummmodus oder schnellen Kamera-Start). Außerdem mit an Bord: Ein Kamera-Button. Dieser muss aber schon wirklich fest gedrückt werden, um in die Kamera-App zu gelangen. Fotos werden auf diese Weise leider immer schnell verwackelt. Ich habe auf jeden Fall bessere Ergebnisse erzielt, wenn ich die Bilder direkt über die Kamera-App gemacht habe. Der Button ist übrigens nicht berührungssensitiv. Sprich: Hier kann man nicht zoomen oder andere Einstellungen ändern.

Das 6,85 Zoll große AMOLED-Display kommt mit einer scharfen 1.5K-Auflösung und bietet eine schnelle Bildwiederholrate von 144 Hz. Wer als Gamer hier also passende Spiele zocken will: Hier ist es möglich. Besonders hell wird der Bildschirm aber nicht: Nubia gibt hier 2000 Nits an. Da ist die Konkurrenz inzwischen weiter, aber für den Alltag im Freien reicht es problemlos.
Ein kleiner Nachteil: Nubia verzichtet auf ein modernes LTPO-Panel, die Bildwiederholrate schaltet also nur in festen Stufen (60/90/120/144 Hz) und nicht stufenlos. Dafür punktet das Display mit seiner cleanen Optik. Eine Notch für die Kamera findet man Nubia-typisch hier nicht. Die 16-MP-Frontkamera ist unsichtbar unter dem Glas (UDC) verbaut. Das sorgt zwar für ein makelloses Display, macht sich aber auch wieder bei der Qualität der Fotos bemerkbar. Dazu später mehr.
Snapdragon 8 Elite Gen 5: Brachiale Power trifft auf Hitze
Unter der Haube werkelt der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Mehr Power geht in der Android-Welt aktuell nicht. Bis zu 16 GB RAM sind an Bord. In unseren Benchmark-Tests kommt das Nubia Z80 Ultra dementsprechend auf gute Werte. 3700 Punkte sind im Single Core drin, 11737 Punkte im Multi Core. Damit übertrifft das Smartphone sogar noch leicht die Werte des Samsung Galaxy S26 Ultra. Das ist in dieser Preisklasse fantastisch.
Allerdings hat diese enorme Leistung einen Haken: Das thermische Management. Setzt man das Gerät längere Zeit unter Volllast (z. B. im 3DMark Stress Test), wird der Aluminiumrahmen unangenehm heiß, in meinem Fall bis zu 53°. Das Gerät in der Hand zu halten fällt bei dieser Hitze schwer.
Ich habe das Gerät während des Benchmarks auch vorsorglich lieber mal auf eine Fliese verfrachtet, damit mein Schreibtisch keine Brandlöcher bekommt. Das ist natürlich übertrieben, aber die Hitzeentwicklung ist definitiv ein Problem beim Nubia Z80 Ultra. Hängt das Smartphone allerdings am Ladekabel wird der Strom direkt an den Chip weitergegeben und die Hitzeentwicklung verringert sich.
Gigantischer 7200-mAh-Akku, der nicht hält, was er verspricht
Was die Ausdauer angeht, sollte das Z80 Ultra eigentlich in einer eigenen Liga spielen. 7200 mAh auf Silizium-Kohlenstoff-Basis stecken in dem Gerät – und das auch in der EU-Version! In der Praxis sollte dieser riesige Energiespeicher dafür sorgen, dass ihr das Smartphone bei normaler Nutzung locker zwei bis drei Tage verwenden könnt. Das war bei unserem Gerät aber nicht der Fall. Im PC Mark Akku Benchmark fällt das Gerät durch. Ich habe sogar zwei Durchläufe gemacht, weil ich nicht glauben konnte, dass die Ergebnisse tatsächlich so mies sind.
Der erste Durchlauf kam auf 10 Stunden 37 Minuten. Im zweiten Durchlauf waren dann immerhin 10 Stunden und 54 Minuten drin. Trotzdem: Das ist viel zu wenig für einen Akku mit einer solch großen Kapazität. Selbst günstigere Handys wie das Nothing Phone (4a) kommen locker auf 7-8 Stunden mehr Laufzeit. Das ist wirklich schwach. Geladen wird kabelgebunden mit bis zu 80 Watt (in China 90 Watt), was den Akku in knapp 50 Minuten füllt. Stark: Kabellos könnt ihr das Smartphone ebenfalls mit 80 Watt aufladen.
Ein Grund dafür könnte auch die mangelnde Optimierung des Betriebssystems sein. Nebula AIOS 2.0 (basierend auf Android 16) läuft zwar extrem flüssig, wirkt optisch aber teils etwas überladen und schlecht übersetzt. Der größte Kritikpunkt ist jedoch die Update-Garantie: Nubia verspricht lediglich mickrige drei Jahre Software-Updates. In Zeiten, in denen Google und Samsung sieben Jahre liefern, ist das für ein Gerät mit einem Flaggschiff-Chip eigentlich ein K.O.-Kriterium. Auch eine eSIM sucht man beim Z80 Ultra leider vergeblich.
Nubia Z80 Ultra: Hier bestellen »
Kamera: Der 35mm-Look ist einzigartig (mit kleinen Tücken)
Beim Kamera-Setup verfolgt das Nubia Z80 Ultra einen anderen Ansatz als die Konkurrenz: Die 50 MP Hauptkamera nutzt eine 35mm-Brennweite (ƒ/1.7, OIS), die in der Fotografie als besonders natürlich und ästhetisch gilt. Hier verabschiedet sich Nubia aber von der variablen Blende des Vorgängers. Ergänzt wird die Hauptkamera durch eine 64 MP Periskop-Telekamera (2,7x optischer Zoom) und eine 50 MP Ultraweitwinkelkamera.
Die Kameras auf der Rückseite machen einen guten Job. Die 35mm-Optik liefert ein natürliches Hintergrund-Bokeh, das gerade in dieser Preisklasse richtig organisch wirkt. Die Farben der Bilder wirken sehr natürlich und nicht zu stark von der Software nachbearbeitet. Das ist ein großes Plus. Schwächen zeigt das System nur bei extremem Gegenlicht: Hier neigt die Nubia-Kamera dazu, Highlights im Hintergrund eher mal „ausbrennen“ zu lassen. Aber auch das passt zum natürlicheren Look der Fotos.
Die 64-MP-Periskop-Kamera ist ebenfalls stark, hat aber eine seltsame Software-Eigenheit. Die native Brennweite der Linse liegt bei 70 mm. Wenn ihr in der App aber auf das Zoom-Icon tippt, wechselt die Kamera standardmäßig auf einen 85mm-Digital-Crop. Ihr müsst zweimal auf den Button tippen, um auf die scharfen, optischen 70 mm zu wechseln. Was sich die Entwickler dabei gedacht haben, bleibt wohl ein Geheimnis. Erfreulich ist hingegen das Comeback der 18 mm Ultraweitwinkel-Kamera (50 MP). Zwar ist der Winkel nicht ganz so extrem wie bei 13mm-Linsen, dafür fängt der große Sensor massig Licht ein.
Ein großes Manko bleibt die 16 MP Frontkamera unter dem Display. Die Selfies wirken milchig, unscharf und kommen mit Gegenlicht überhaupt nicht klar. Für den Video-Call mit der Familie reicht es, für Instagram-Storys definitiv nicht. So weichgezeichnet habe ich mein Gesicht auf jeden Fall schon lange nicht mehr gesehen:
Ihr könnt es euch schon denken: Auch die Videos mit der Frontkamera haben keinen besonders hochwertigen Look und wirken eher wie Bilder billiger Smartphones.
Das Video-Setup auf der Rückseite macht hingegen einen besseren Job. Videos lassen sich in bis zu 8K (30 FPS) oder extrem flüssigen 4K (120 FPS) aufnehmen. Aber auch hier gibt es leider einen Wermutstropfen: Die verbaute Bildstabilisierung macht ihre Arbeit leider nicht gut. Im Gehen sind die Bilder viel zu verwackelt. Auch das kann die Konkurrenz deutlich besser.
Gegen Aufpreis bietet Nubia ein optionales Fotografie-Kit an, das das Smartphone mit einem Handgriff, physischen Auslösern und der Möglichkeit zur Nutzung von Aufsteck-Objektiven versieht. Solche Kits sind aktuell bei einigen Herstellern im Trend und sollen das Smartphone in eine ergonomische Retro-Kamera verwandeln. Hierfür müsst ihr aber noch einmal zusätzlich 149€ auf den Tisch legen. Wir konnten das Set leider nicht testen.
Fazit: Guter Ansatz mit zu vielen Kinderkrankheiten
Das Nubia Z80 Ultra hinterlässt nach unserem Test sehr gemischte Gefühle bei mir. Auf dem Papier und beim reinen Datenblatt-Quartett ist das Smartphone ein absoluter Traum: Der derzeit stärkste Android-Prozessor (Snapdragon 8 Elite Gen 5), ein gewaltiger 7200-mAh-Akku und ein komplett ungestörtes Display für unter 700 Euro. Auch die 35mm-Hauptkamera macht enorm viel Spaß und liefert einen tollen, natürlichen Bokeh-Look, den man in der Preisklasse nur selten bekommt.
Doch die Praxis zeigt leider ein anderes Bild – und hier strauchelt Nubia massiv bei der Optimierung. Dass ein 7200-mAh-Akku in unserem Benchmark nicht einmal 11 Stunden durchhält, ist schlichtweg eine herbe Enttäuschung. Gepaart mit der bedenklichen Hitzeentwicklung von bis zu 53 Grad unter Volllast, der nahezu unbrauchbaren UDC-Selfiekamera, der wackeligen Video-Stabilisierung und den knappen drei Jahren Software-Updates sind das hier meiner Meinung nach schon ein paar Kompromisse zu viel.
Für wen lohnt sich das Nubia Z80 Ultra also? Es ist definitiv kein Smartphone für die breite Masse. Wer einen zuverlässigen Allrounder für den Alltag sucht, greift besser zur Konkurrenz von Google, Samsung oder Xiaomi. Das Z80 Ultra ist ein reines Nischen-Gerät für absolute Performance-Enthusiasten, die meist mit angeschlossenem Kabel zocken, das makellose Display ohne Notch feiern und Selfies ohnehin nicht auf der Tagesordnung stehen. Die Idee des Smartphones bleibt spannend: Viel Leistung für einen günstigen Preis. Aber die Kinderkrankheiten sind einfach zu viel des Guten. Ich kann das Nubia Z80 Ultra nur eingeschränkt empfehlen.
Nubia Z80 Ultra: Hier bestellen »
FAQs zum Nubia Z80 Ultra
💧 Ist das Nubia Z80 Ultra wasserdicht?
Ja, das Smartphone verfügt über eine offizielle IP68/69-Zertifizierung und ist damit sehr gut gegen Wasser, Staub und sogar Hochdruckreinigungen geschützt.
🔋 Wie lange hält der Akku des Nubia Z80 Ultra?
Obwohl ein riesiger 7200-mAh-Akku verbaut ist, blieb die Laufzeit in unserem Test deutlich unter den Erwartungen. Im Benchmark erreichte das Gerät nicht einmal 11 Stunden. Bei normaler Nutzung kommt man durch den Tag, aber für die genannte Kapazität ist das Ergebnis eher schwach.
📸 Taugt die Frontkamera unter dem Display (UDC) etwas?
Leider nein. Die Selfies sind oft milchig, unscharf und kommen überhaupt nicht mit Gegenlicht zurecht. Für schnelle Videocalls reicht es aus, für gute Social-Media-Fotos ist die Qualität jedoch zu schlecht.
📶 Unterstützt das Nubia Z80 Ultra eine eSIM?
Nein, das Nubia Z80 Ultra unterstützt leider keine eSIM. Es bietet lediglich Platz für zwei physische Nano-SIM-Karten (Dual-SIM).
🔄 Wie viele Jahre Software-Updates bekommt das Nubia Z80 Ultra?
Nubia garantiert für dieses Modell lediglich drei Jahre Software-Updates. Im Vergleich zu anderen Herstellern (wie Samsung oder Google mit bis zu sieben Jahren) ist das für ein Gerät in dieser Preisklasse eher enttäuschend.
⚡ Gibt es beim Nubia Z80 Ultra kabelloses Laden (Wireless Charging)?
Ja, das Smartphone lässt sich nicht nur kabelgebunden, sondern auch kabellos extrem schnell laden – in beiden Fällen mit bis zu 80 Watt.
Wenn du über einen Link auf dieser Seite ein Produkt kaufst, erhalten wir oftmals eine kleine Provision als Vergütung. Für dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und dir bleibt frei wo du bestellst. Diese Provisionen haben in keinem Fall Auswirkung auf unsere Beiträge. Zu den Partnerprogrammen und Partnerschaften gehört unter anderem eBay und das Amazon PartnerNet. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.





























Sortierung: Neueste | Älteste
Kommentare (33)