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SwitchBot AI Hub: Frigate-NVR, Home Assistant & lokale KI in einer Box

Ist das der Traum eines jeden Smart-Home-Bastlers, der keine Lust auf Server-Konfiguration hat? SwitchBot hat den AI Hub veröffentlicht – und das Gerät ist weit mehr als nur eine weitere Bridge. Es ist im Grunde ein kleiner Server, der einen vollwertigen NVR mit Frigate, einen Home Assistant Core und eine lokale KI-Auswertung vereint. Das Ziel: RTSP-Kameras beliebiger Hersteller lokal überwachen, Objekte erkennen und alles per Matter ins Smart Home bringen. Wir schauen uns an, ob der Kasten für rund 200 Euro wirklich den NUC im Keller ersetzen kann.

SwitchBot AI Hub Aufmacher

Das Hardware-Versprechen: NVR statt Cloud

Normalerweise braucht man für eine gute Kamera-Überwachung mit Personenerkennung (ohne China-Cloud) einen eigenen Server und Software wie Frigate. Der SwitchBot AI Hub integriert genau das. Laut Hersteller läuft Frigate direkt auf dem Hub. Ihr könnt bis zu acht 2K-Kameras via RTSP einbinden – und zwar egal von welchem Hersteller, solange sie RTSP sprechen. Gespeichert wird lokal auf microSD oder externer Festplatte. Ein HDMI-Ausgang (via USB-C Adapter) bringt das Bild sogar direkt auf einen Monitor.

SwitchBot AI Hub RTSP Cams

Was ist RTSP und warum ist es wichtig?

RTSP (Real Time Streaming Protocol) ist der Standard, mit dem IP-Kameras ihren Video-Feed permanent an Aufzeichnungsgeräte (NVR = Network Video Recorder) senden. Damit der SwitchBot AI Hub eure Kameras analysieren kann, müssen diese RTSP unterstützen.
Achtung: Die meisten reinen Akku-Kameras (z.B. Ring, viele Eufy- & Reolink-Akkumodelle) beherrschen RTSP nicht. Der Grund ist simpel: Ein dauerhafter Videostrom würde den Akku in wenigen Stunden leer saugen. Prüft also vor dem Kauf unbedingt das Datenblatt eurer Kameras: Findet ihr dort keinen Hinweis auf „RTSP“ oder „Onvif“, könnt ihr sie vermutlich nicht mit diesem Hub nutzen. Meist klappt das nur bei Kameras mit fester Stromversorgung.

SwitchBot AI Hub Main Features

Lokale KI mit 6 TOPS: VLM statt simpler Bewegungserkennung

Der SwitchBot AI Hub funkt via Wi-Fi (2.4GHz & 5GHz) und Bluetooth Low Energy, bringt aber leider keinen Support für ZigBee oder Thread. Diesen Job muss dann ein weiterer Hub übernehmen, der hinter dem AI Hub läuft. Letzterer setzt auf eine NPU mit 6 TOPS Rechenleistung. Das klingt im Vergleich zu PC-Hardware wenig, reicht aber für spezialisierte Bildanalyse aus. SwitchBot nutzt hier „Vision Language Models“ (VLM). Das bedeutet: Die Kamera erkennt nicht nur „Person“, sondern versteht Zusammenhänge.

SwitchBot AI Hub Videosuche

Das System ist aufgesplittet in verschiedene „Manger“. Da wäre etwa der „Security Manger“, welcher z.B. Klettern über Zäune oder fremde Gesichter erkennen soll. Außerdem gibt es den „Care Manager“, der Verhaltensmuster erkennen soll, etwa wenn der Opa stürzt oder ungewöhnlich lange nicht essen oder trinken sollte. Daraus lassen sich dann noch einmal weit detailliertere Automationen erstellen.

SwitchBot AI Hub Sturzerkennung

Matter & Home Assistant – eierlegende Wollmilchsau?

Für Home Assistant Fans ist ebenfalls vorgesorgt: Im Hub läuft ein Home Assistant Core Container. Damit lassen sich WLAN- und Bluetooth-Geräte direkt verwalten, ohne dass man einen Raspberry Pi aufsetzen muss. Zudem fungiert der Hub als Matter Bridge, die bis zu 30 SwitchBot-Geräte (die sonst kein Matter können) in andere Systeme wie Apple Home oder Google Home durchreicht.

Außerdem bietet SwitchBot einen lokalen API Zugang sowie MQTT-Support. Der Hub kommt mit microSD-Slot und Unterstützung für externe Festplatten bis 16 TB Größe.

SwitchBot AI Hub Home Assistant

Der große Haken: Abo trotz lokaler Hardware?

Hier müssen wir kritisch hinschauen. SwitchBot wirbt massiv mit „lokaler Verarbeitung“. Gleichzeitig erwähnt der Hersteller im Kleingedruckten, dass für die fortgeschrittenen VLM-KI-Features nach einem Probemonat Abokosten fällig werden sollen. Das schmeckt uns gar nicht. Wenn ich persönlich Hardware für über 200 Euro kaufe, die lokal rechnet, warum soll ich dann monatlich zahlen? Welche Basisfunktionen konkret abgedeckt werden, muss jedenfalls ein Test zeigen.

Einschätzung: Mächtig, aber mit Fragezeichen

Die Idee ist brillant: Ein „Out-of-the-Box“-Server für Frigate und Home Assistant inklusive lokal agierender KI könnte die Einstiegshürde für professionelles Smart Home massiv senken. Für 208 Euro (im Angebot) spart man sich den Kauf eines Mini-PCs bzw. Servers. Unverständlich ist, weshalb man nicht gleich auch ZigBee und Thread integriert. Besonders ärgerlich aber empfinden wir die Abo-Pflicht für das Nutzen der meisten beworbenen Features. Hier verspielt man sich unserer Meinung nach viel Kredit bei der potenziellen Käuferschaft. Oder was denkt ihr darüber?

924b79bcd8f04240a77422422b0cd251 Hier geht's zum Gadget

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Thommy

Wenn ich nicht gerade mit Familie und Freunden unterwegs bin, findet man mich im Bastelkeller. Dort tüftele ich zwischen Multiplex Easystar-Klonen, Impeller-Jets, RC-Crawlern und insbesondere meinem geliebten Anycubic Mega S, dem möglichst bald noch weitere 3D-Drucker folgen sollen.

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